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Ein Teil der russischen Welt? Diskursive Konstruktion von kasachischer Nationalgeschichte



Hessener Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE)

LOEWE-Schwerpunkt "Konfliktregionen im östlichen Europa" am Gießener Zentrum Östliches Europa

Teilprojekt B5: Ein Teil der russischen Welt? Diskursive Konstruktion von kasachischer Nationalgeschichte als Strategie zur Behauptung postsowjetischer Eigenstaatlichkeit
Äußerungen der russischen Staatsführung über die Zugehörigkeit Kasachstans zur „Russischen Welt“ aus dem Jahre 2014 und die im selben Kontext erfolgte Negierung einer historisch fundierten kasachischen Staatlichkeit haben in Kasachstan Besorgnis und eine Reihe von offiziellen Aktivitäten ausgelöst. Diese Aktivitäten, die 2015 mit den landesweiten aufwändigen Feierlichkeiten zum 550. Jahrestag der Gründung des kasachischen Khanats und der gleichzeitigen Abhaltung eines Gipfels türksprachiger Staaten kulminierten, werden im Rahmen des Teilprojektes als diskursive Gegenstrategie zu den eingangs genannten Äußerungen betrachtet.
          Ausgehend von einer Analyse verschiedener öffentlichkeitswirksamer Inszenierungen und ihrer medialen Aufarbeitung soll im Rahmen der eingangs erwähnten Ereignisse beschrieben werden, wie in den meist staatlich gelenkten Diskursen Kasachstans auf der einen Seite eine in der „Türkischen Welt“ fundierte nationalstaatliche Eigenständigkeit konstruiert wird, während auf der anderen Seite die realpolitische Ausrichtung auf die russisch dominierte Eurasische Union beibehalten wird. Da sich das Teilprojekt mit einer aktuellen geopolitischen bzw. politisch-kulturellen Konfliktlage in einer multiethnisch geprägten Region auseinandersetzt, und diese Konfliktlage im Projektverlauf dynamisch beobachtet werden soll, ist noch nicht abzusehen, ob die offizielle Diskursstrategie harmonierend oder zuspitzend verlaufen wird. Um hier einen tieferen Einblick zu erlangen, soll die Analyse um halbstrukturierte Interviews auf der Akteursebene ergänzt werden.
          Neben der Erarbeitung von Beiträgen zu verschiedenen Aspekten des Teilprojekts gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der untersuchten Region soll im Projektverlauf eine Dissertation entstehen, in der die offiziell organisierte Erinnerungskultur zur Geschichte kasachischer Staatlichkeit am Beispiel der einjährigen landesweiten Feierlichkeiten im Kontext anderer staatlicher Diskurse (neue Nationaldoktrin, Sprachenpolitik, ethnische Fragestellungen) analysiert wird. Ausgehend von einer Darstellung und Analyse verschiedener zentraler und lokaler Aktivitäten in Kasachstan (historische Inszenierungen, Festakte, Shows, Sängerwettstreite, spezielle Formate im Fernsehen etc.) wird besonders auch die Diskussion und Präsentation dieser performativen Praktiken in den Medien des Landes in Hinblick auf die Konstruktion einer sich verstärkt abgrenzenden eigenstaatlichen Tradition diskursanalytisch untersucht.

Das Projekt wird von der Hessener Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) finanziert.

 

  • Laufzeit (Teilprojekt): 2017-2020.