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Verhandeln, streiten, Kompromisse suchen

Studierende gestalten Politik bei der fünften Auflage der Giessen Model United Nations (GiMUN)

Eine Gruppe junger Menschen sitzt an Tischen in einem großen Sitzungsraum und hält weiße Schilder mit Ländernamen (wie Äthiopien) hoch, um bei einer Modell United Nations (MUN) Abstimmungen oder Statements abzugeben.
Im Sitzungssaal der Gießener Stadtverordnetenversammlung schlüpften Studierende in die Rollen von UN-Delegierten. Foto: Felix Pater

pvs. Internationale Politik nicht nur zu diskutieren, sondern auch zu gestalten: Das stand im Mittelpunkt der fünften Ausgabe der Giessen Model United Nations (GiMUN), die von der Professur für Öffentliches Recht und Völkerrecht (Prof. Dr. Thilo Marauhn) veranstaltet wurde. Rund 70 junge Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen kamen vom 18. bis 20. September 2026 in Gießen zusammen. Im Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Gießen schlüpften Studierende sowie Schülerinnen und Schüler in die Rollen von UN-Delegierten. Sie verhandelten, stritten, suchten Kompromisse – und zeigten, wie viel Engagement in der jungen Generation für globale Fragen steckt.

Auf der Agenda standen drängende internationale Herausforderungen. Im Ersten Ausschuss der UN-Generalversammlung einigten sich die Delegierten nach intensiven Verhandlungen auf eine Resolution zur Wasserkrise als Konfliktrisiko. Sie schlugen unter anderem eine freiwillige Water Data Commission vor, die den Austausch ziviler Wasserdaten über Flusseinzugsgebiete hinweg stärken soll. Gemeinsame Datenstandards, Frühwarnsysteme und regionale Kooperation sollen helfen, Konflikte um gemeinsam genutzte Wasserressourcen zu vermeiden.

Auch im Sicherheitsrat wurde engagiert debattiert: Im Mittelpunkt stand der Schutz kritischer ziviler Infrastruktur vor Cyberangriffen in Konfliktgebieten. Eine Resolution scheiterte letztlich am Vetorecht der ständigen Mitglieder – und machte damit die Chancen und Grenzen internationaler Zusammenarbeit unmittelbar erlebbar.

Eine große Gruppe junger Teilnehmer posiert gemeinsam für ein Gruppenfoto in einem hellen Sitzungsraum während einer Modell United Nations (MUN) Veranstaltung.
Gruppenbild bei der fünften Auflage der GiMUN. Foto: Felix Pater

„Die GiMUN zeigt: Internationale Politik beginnt nicht irgendwo weit entfernt, sondern mit Menschen, die sich einmischen, zuhören, verhandeln und Verantwortung übernehmen“, so Prof. Marauhn. „Die Simulation vermittelt jungen Menschen nicht nur Einblicke in Diplomatie und die Arbeit der Vereinten Nationen, sondern fördert auch Teamgeist, Verhandlungsgeschick und den Mut, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.“

Die Organisation lag bei Dr. Magdalena Jaś-Nowopolska und Philipp van Slobbe sowie dem engagierten studentischen Team – eine Veranstaltung von Studierenden für Studierende. Grußworte bzw. Keynotes hielten der Gießener Bürgermeister Alexander Wright, Ingrid Kasper, ehemalige Chief of United Nations Television, und Seine Exzellenz Dahir S. Hassan, Deputy Head of Mission der somalischen Botschaft in Berlin. Ein herzlicher Dank des Organisationsteams gilt ihnen sowie der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und der Universitätsstadt Gießen für die Unterstützung.