Forschungsprojekt zum Anwaltsrecht und Berufsbild des Rechtsanwalts in Deutschland – Polen
Das Forschungsprojekt wird kontinuierlich durch den bilateralen Austausch und kooperative Publikationen weitergeführt. Im Rahmen des Wissensaustauschs und der Diskussion fanden folgende Aktivitäten statt:
Erasmus in Danzig
Vom 9. bis 11. April 2024 hielt Dr. Magdalena Jaś-Nowopolska im Rahmen des Erasmus- Personalmobilitätsprogramms eine Reihe von Treffen an der Universität Danzig ab. Während ihres Aufenthalts diskutierte sie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Universität, insbesondere dem Zentrum für interdisziplinäre Rechtsforschung und dem Institut für anwaltsorientierte Juristenausbildung sowie die Durchführung neuer gemeinsamer Projekte. Während des Aufenthalts in Danzig hatte Frau Jaś-Nowopolska auch die Gelegenheit das Mentoring Programm in Danzig kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Foto: Magdalena Jaś-Nowopolska zusammen mit der Koordinatorin des Labors für juristische Praxis - Dr. hab. Hanna Wolska.
Veröffentlichungen:
Aufsatz zum Thema: Fremdbesitzverbot an Anwaltsgesellschaften:
Während der online Meetings wurde über die aktuelle Rechtsprechung in Polen und Deutschland diskutiert. Viel Zeit wurde dem "Thema Fremdbesitzverbot an Anwaltsgesellschaften" gewidmet. Die Kolleginnen und Kollegen aus Krakau und Danzig verfolgten mit Interesse die Fragen und Diskussion über den Beschluss des Anwaltsgerichtshofs München, v. 20.04.2023 – BayAGH III - 4 - 20/21 (AGH Bayern). Die Diskussion und die unterschiedlichen polnischen Vorschriften waren Anlass für die Abfassung eines kurzen Aufsatzes in polnischer Sprache, der im Juni 2024 in der renommierten polnischen Zeitschrift Przegląd Ustawdawawa Gospdarczego erscheint. Link zu dem Aufsatz: hier
Deutsche Rechtsanwaltsrecht auf Englisch:
Die polnische Studia Prawa Publicznego (open access, peer-reviewed) hat die deutsche Autoren zur Veröffentlichung einer Ausgabe über die deutsche Anwaltschaft eingeladen. Link zu Veröffentlichung: hier
Projekt: DIE ANWALTSCHAFT ZWISCHEN UNABHÄNGIGKEIT UND MARKTEINFLÜSSEN
Internationale deutsch-polnische wissenschaftliche Konferenz
Am 8. Mai 2026 fand die internationale wissenschaftliche Konferenz „Die Anwaltschaft zwischen Unabhängigkeit und Markteinflüssen“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen eines deutsch-polnischen Forschungsprojekts organisiert, das aus Mitteln der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung gefördert wird.
Die Justus-Liebig-Universität Gießen ist Projektpartner des Projekts. Projektleiter des Projekts ist Prof. Dr. hab. Michał Biliński von der Jagiellonen-Universität in Krakau. Die Koordination von deutscher Seite erfolgt durch Dr. Magdalena Jaś-Nowopolska. Zu den weiteren Projektpartnern gehören die Universität Danzig, die Nationale Rechtsanwaltskammer (KIRP) sowie der Verlag C.H. Beck.
Das Projekt widmet sich der Erforschung der rechtlichen Besonderheiten der beruflichen Tätigkeit von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten sowie der polnischen Berufsgruppen der Adwokaci und Radcy prawni. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Perspektiven: einerseits die wirtschaftlichen und marktorientierten Rahmenbedingungen juristischer Dienstleistungen, andererseits die grundlegenden Werte und Prinzipien, auf denen die freien juristischen Berufe beruhen.
Die deutsch-polnische rechtsvergleichende Analyse soll Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Rechtssystemen sichtbar machen und aktuelle Herausforderungen für die juristischen Berufe in Europa identifizieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen, der zunehmenden Spezialisierung juristischer Dienstleistungen sowie den Anforderungen an die Qualität und Unabhängigkeit anwaltlicher Tätigkeit.
Im Rahmen der Konferenz diskutierten renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter der anwaltlichen Praxis aus Deutschland und Polen über die Zukunft der freien juristischen Berufe, die Rolle der Standesvertretungen sowie über notwendige regulatorische Anpassungen im Bereich der Rechtsdienstleistungen.
Die Gäste wurden im Namen des Instituts für anwaltsorientierte Juristenausbildung (IAJ) durch Prof. Dr. Jens Adolphsen begrüßt.
Den Einführungsvortrag von deutscher Seite hielten Dr. Heike Stintzing LL.M., Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, sowie Prof. Dr. hab. Anna Machnikowska und Dr. hab. Krystyna Nizioł, prof. US aus polnischer Seite.
Zu den weiteren Referentinnen und Referenten gehörten unter anderem: RA Christian Koch, Dr. RA Maximilian Gerhold, RA Markus Hartung, Dr. RA Thomas Lapp, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter polnischer Universitäten und der Praxis.
Die Konferenz ist Teil eines langfristigen Projekts mit einer Laufzeit vom 1. Dezember 2025 bis zum 30. September 2027. Neben wissenschaftlichen Konferenzen umfasst das Projekt auch eine Reihe wissenschaftlicher Interviews sowie die Veröffentlichung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation. Ziel ist nicht nur der wissenschaftliche Austausch, sondern auch der Aufbau nachhaltiger deutsch-polnischer Kooperationen im Bereich der Rechtswissenschaft.
Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Vertreterinnen und Vertreter juristischer Institutionen, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Studierende mit Interesse an deutschem, polnischem und europäischem Recht.
Projektlaufzeit: 01.12.2025 - 30.09.2027
