Geschlechtsspezifische Prävention nach Nierentransplantation
Verbundprojekt GeGe4Nephro startet unter JLU-Leitung ins zweite Projektjahr
15. Oktober 2026
Nach einer Nierentransplantation bestehen für die Patientinnen und Patienten geschlechtsspezifische Risiken zum Beispiel für Krebserkrankungen. Wie beeinflusst das biologische Geschlecht die Entstehung und den Verlauf von Nierenerkrankungen? Welche Rolle spielen dabei epigenetische Veränderungen? Fragen wie diese werden im Verbundforschungsprojekt GeGe4Nephro untersucht.
„Geschlechtsspezifische Unterschiede sind in der Nephrologie bekannt, jedoch werden sie in Diagnose, Therapie und Nachsorge nicht konsequent berücksichtigt“, erklärt Dr. Antje M. Richter vom Institut für Genetik der JLU, die das Projekt seit Oktober leitet.
GeGe4Nephro geht nun in das zweite Projektjahr. Der Verbund vereint sieben Partner aus Forschung, Universitätsmedizin und Wirtschaft und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über drei Jahre mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Gemeinsam untersuchen die Beteiligten geschlechtsspezifische Krebsrisiken nach einer Nierentransplantation, um die individuelle Risikobewertung zu verbessern.
Das Team um Dr. Antje Richter identifiziert an der JLU genetische und epigenetische Biomarker bei Patientinnen und Patienten, die eine Nierentransplantation erhalten haben. Dazu verwenden sie genomweite Techniken um Biomarker zu identifizieren. Zudem werden Techniken wie die „Genschere“ CRISPR-dCas-Editing genutzt, um die Aktivität stillgelegter Gene zu untersuchen. Das Ziel ist es, zuverlässige Marker für das Überwachen des Zustands nach der Transplantation zu entwickeln und die Grundlage für einen späteren Bluttest („Liquid Biopsy“) zu schaffen.
„Mit GeGe4Nephro entsteht ein innovatives Werkzeug für geschlechtergerechte, datenbasierte Medizin, das die Nachsorge von Nierentransplantierten nachhaltig optimiert“, so Dr. Richter.