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UROONKOLOGIE
Blasenkarzinom (Cystektomie-Studie) Prof. Dr. Florian Wagenlehner
Das Karzinom der Harnblase ist ein bösartiger Tumor, insbesondere wenn er tiefere Wandschichten der Harnblase infiltriert. Das Harnblasenkarzinom wird zum einen durch transurethrale Resektion des Blasentumors und zum anderen bei Infiltration tiefer Wandschichten der Blase durch Entfernung der Harnblase therapiert. Bei oberflächlichen Tumoren ist nicht immer sofort ersichtlich, ob und wann eine Entfernung der Harnblase durchgeführt werden sollte. In einer multizentrischen Studie werden deswegen derzeit alle Patienten, die eine Entfernung der Harnblase aufgrund eines Blasentumors erhalten sollen, prospektiv untersucht. Ab der transurethralen Blasenresektion werden bestimmte Risikofaktoren erfasst, um ein Konzept der Abschätzung des klinischen Verlaufs des Tumors zu erhalten. Die gewonnen Daten sollen abschliessend in einem Nomogramm münden.
Die Methylierung der Gene Myopodin und Zyxin und ihre Rolle für die perineurale Invasion des Prostatakarzinoms Dr. Agnieszka Paradowska, Prof. Dr. Klaus Steger, Prof. Dr. Wolfgang Weidner Forschungsförderung UKGM / Rhön AG (2008-2011)
Das Prostatakarzinom (PCa) zeigt für Männer (> 40 Jahre) die zweithöchste Mortalität. Die Auslösung erfolgt durch genetische und/oder epigenetische Veränderung beider Allele von mindestens einem Tumor-Suppressorgen. Ein mögliches Kandidatengen ist Myopodin, dessen Deletion bzw. Promotermethylierung mit einer perineuralen Invasion und Metastasierung des PCa assoziiert ist. Epigenetische Veränderungen im Promotor des Myopodingens erscheinen aufgrund ihres frühzeitigen Auftretens als geeignete Biomarker zur Prognose des PCa. In diesem Projekt wird die Methylierung der Promotorregion von Myopodin und dessen Interaktionspartner Zyxin bei benigner Prostatahyperplasie (BPH, Kontrolle), prostatischer intraepithelialer Neoplasie (PIN) und PCa untersucht. Mit Hilfe von Chromatinimmunpräzipitation (ChIP) wird der Methylierungsstatus der mit Lysin-9 von Histon H3 (H3K9) assoziierten Promotoren von Myopodin und Zyxin im Prostatagewebe von Patienten nach radikaler Prostatektomie untersucht. Die Homogenität der untersuchten Gewebe wird mit Hilfe des PCa Markers α-Methylacyl CoA Racemase (AMACR) getestet.
Epigenetische Regulation des IGF2/H19-Genclusters in der Genese des Prostatakarzinoms PD Dr. Undraga Schagdarsurengin, Prof. Dr. K. Steger Gefördert von der Deutschen Krebshilfe (2009-2012)
Das Prostatakarzinom (PCa) zeigt für Männer (> 40 Jahre) die zweithöchste Mortalität in westlichen Industrienationen. Epigenetische Veränderungen, wie z.B. DNA-Hypo- und -Hypermethylierung bzw. Histonmethylierung und -acetylierung stellen in PCa aufgrund ihres frühzeitigen und gehäuften Auftretens ein kritisches Ereignis dar. Der Verlust der elterlichen Prägung (Loss of Imprinting, LOI) im IGF2/H19-Gencluster findet in humanen Tumoren häufig statt und ist als Konsequenz solcher epigenetischer DNA- und Histonmodifkationen anzusehen. Im vorliegenden Projekt sollen die epigenetischen Regulationsmechanismen des IGF2/H19-Imprintingclusters in benigner Prostatahyperplasie (BPH), prostatischer intraepithelialer Neoplasie (PIN) und PCa untersucht werden. Dazu werden die Modifizierungsmuster der assoziierten Histone H3K9 (Lysin-9 von Histon H3), H3K27 und H3K4 mittels Chromatinimmunpräzipitation (ChIP) analysiert und die Rolle ausgewählter Histon-Acetyltransferasen (HATs), -Deacetylasen (HDACs), -Methyltransferasen (HMTs) und –Demethylasen (HDMs) nachgewiesen. Die funktionellen Aspekte der ermittelten Daten werden in PCa-Zellkulturen mittels etablierter molekularbiologischer Methoden (Überexpressionsvektoren, siRNA) evaluiert. Ziel des Forschungsprojekts ist es, klinisch anwendbare Tumormarker zu etablieren, die eine diagnostische und prognostische Aussagekraft für das PCa besitzen.
Characterization of the promoter of the novel tumor suppressor gene RASSF10 during their epigenetic inactivation PD Dr. Undraga Schagdarsurengin Gefördert von der JLU Gießen (Dauer 2010-2012) Die epigenetische Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (TSGs) durch Hypermethylierung des Promotors stellt ein zentrales Ereignis während der Karzinogenese dar. Die Promotor-Methylierung bzw. Hetero-chromatisierung führt dazu, dass keine Transkriptionsfaktoren an die DNA binden und die Transkription iniziieren können. Der CCCTC-bindende Faktor (CTCF) stellt ein multifunktionelles nukleäres Protein dar, welches eine essentielle Rolle bei der krebsassoziierten Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen zu spielen scheint. Bisherige Arbeiten deuten darauf hin, dass CTCF in Promotoren von TSGs bindet und diese vor Ausbreitung der CpG-Methylierung schützt. Eine tumorbedingte aberrante Schwächung der CTCF-Promotor-Bindung kann die Rekrutierung von MBD‘s (methyl-CpG-binding domain proteins) und deren Korepressoren, wie HDAC (histone deacetylases) und Dnmts (DNA-methyltransferases) verursachen und dadurch die Kondensierung des Chromatins begünstigen. Die posttranslationelle poly-(ADP)-Ribosylierung des CTCF scheint der Grund für die Auflösung der CTCF-DNA-Bindung zu sein. In unseren Vorarbeiten haben wir einen neuen potenten Tumorsuppressor RASSF10 identifiziert, dessen epigenetische Inaktivierung tumorassoziiert stattfindet. Das RASSF10 Gen und dessen Promotorfunktion sind bislang noch nicht untersucht worden. Im vorliegenden Projekt möchten wir den RASSF10-Promotor bezüglich seiner Interaktion mit potentiellen Transkriptionsfaktoren und dem CTCF charakterisieren. Wir vermuten, dass die Bindung von CTCF im RASSF10-Promotor essentiell für das Beibehalten der Genaktivität ist und die Bindung von Transkriptionsfaktoren gewährleistet.
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22.09.2011 11:24
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