Von A nach B im Katzensprung? Summer School des Arbeitskreises Antike und Mittelalter
Reiseerzählungen zwischen Erleben und Erleiden in Antike und Mittelalter vom 28. bis 30. September 2026

Trotz aller Bekenntnisse zur Entschleunigung kann es auf dem Weg zu den Malediven nicht schnell genug gehen. Ein Reisen, das dem Erleben der verstreichenden Zeit oder dem durchmessenen Raum dient, bleibt längst Nischen vorbehalten: eine Wanderung, die man nur unternimmt, um unterwegs zu sein, das Gipfelkreuz, zu dem man aufsteigt, um nach einem Panoramablick sogleich wieder umzukehren. Bisweilen gewinnen zwar auch Fahrten, die lediglich der Überbrückung einer Distanz dienen, Bedeutung im eigenen Erleben. Das beschränkt sich aber oft auf die ärgerliche Verspätung eines modernen Verkehrsmittels. Wird man sich auch künftig noch so fortbewegen können? In Antike und Mittelalter blieb das Reisen zwar beileibe nicht nur denen vorbehalten, die ein Abenteuer suchten, obschon viele nie die Planken eines Schiffes betraten. An Herausforderungen fehlte es jedoch nicht, selbst dann nicht, wenn man getrost erwarten durfte, Wegelagerern und ähnlichen Risiken zu entgehen. Bieten vorindustrielle Berichte und Erzählungen über unterschiedlichste Reiseunternehmungen vielleicht sogar Anknüpfungspunkte für den Road Trip von Morgen? Die diesjährige Summer School des Arbeitskreises Antike und Mittelalter bietet jedenfalls facettenreiche Einblicke in das Wohl und Wehe jener, die ohne Auto oder Bus unterwegs waren oder auch gleich zuhause blieben. Immer war man aber zugleich unterwegs zu sich selbst.