Aktuelles
VWL I: Erste Liga
Unter welchen Umständen hat der Hersteller eines Produkts einen Anreiz, an einer Preisabsprache zwischen den nachgelagerten Händlern dieser Ware mitzuwirken? Schließlich führt die bewirkte Preiserhöhung zu einem Rückgang seiner Absatzmenge bei ggf. unveränderten Abgabepreisen an die Händler. Welche Charakteristika weisen Submissionskartelle auf, und wie unterscheiden sie sich von Preisabsprachen, Kunden- oder Gebietsaufteilungen? Führt die Verwendung automatisierter Preissetzungsalgorithmen zu höheren oder niedrigeren Preisen? Und können sich diese Algorithmen ohne menschliches Zutun „absprechen“? Wie funktionierten eigentlich die Manipulationsversuche des Londoner Interbanken-Angebotszins (Libor)?
Dies sind nur wenige der Fragen, die Willem Boshoff (Professor für Industrieökonomie an der Stellenbosch University) und Johannes Paha (Privatdozent an der Professur VWL I der JLU) am 12. und 13. Januar 2018 mit den Teilnehmern einer Tagung diskutierten, die sie am Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS) organisiert hatten. Ihrer Einladung waren so prominente Forscher wie Bill Kovacic (George Washington University, ehem. Vorsitzender der US-amerikanischen Federal Trade Commission), John Connor (Purdue University) und Giancarlo Spagnolo (Stockholm School of Economics) gefolgt. Ergänzend zu ökonomischen Fragestellungen wurden auch die juristische Frage, wie der Begriff der Absprache in verschiedenen Jurisdiktionen zu interpretieren ist, und die kriminologische Frage besprochen, durch welche Faktoren Manager zu kartellrechtlichem Fehlverhalten animiert werden. Hierzu referierte Sally Simpson, die an der University of Maryland dem Center for the Study of Business Ethics, Regulation, & Crime (C-BERC) vorsteht.

Maarten Pieter Schinkel, Giancarlo Spagnolo, Thomas Fagart, Luke Garrod
Das Thema der Tagung “Imperfect Forms of Collusion“ ergab sich aus der subjektiven Beobachtung der beiden Organisatoren, dass neben Preisabsprachen, Kunden- und Gebietsaufteilungen sowie Submissionskartellen verstärkt Verhaltensweisen auftreten bzw. von den Wettbewerbsbehörden sanktioniert werden, deren Auswirkungen auf den Preis nicht unmittelbar klar ist. So mögen Absprachen über Listenpreise zwar darauf gerichtet sein, eine solche Preisanhebung zu bewirken. Solange jedoch die Möglichkeit besteht, dass die an der Absprache beteiligten Unternehmen individuelle Rabatte mit ihren Kunden verhandeln, die von den anderen Kartellteilnehmern nicht beobachtet werden können, ist eine solche Wirkung nicht zwingend. Daher hatten sich Willem Boshoff und Johannes Paha bereits im Frühjahr 2017 mit dieser Frage befasst und ein Arbeitspapier erstellt (MAGKS Discussion Paper 40-2017), das die Umstände aufzeigt, unter denen Absprachen über Listenpreise geeignet sind, auch die rabattierten Transaktionspreise anzuheben.
Der Gießener Volkswirt geht zudem der Frage nach, unter welchen Umständen ein reiner Informationsaustausch zwischen den Herstellern zweier Güter A und B über Rabattforderungen des Einzelhandels geeignet ist, eine Preisanhebung zu bewirken. Diese Frage ist insbesondere interessant, wenn es sich bei den Gütern A und B um unverbundene Güter wie bspw. Duschgel und Windeln handelt. Eine erste Vorarbeit zu diesem Thema wurde als MAGKS Discussion Paper 36-2017 veröffentlicht. Dabei kommt es ihm entgegen, dass er Willem Boshoffs Centre for Competition Law and Economics als Research Associate verbunden ist und er so in regelmäßigem Austausch mit seinen südafrikanischen Kollegen steht. Diese Forschungskooperation stellt auch einen Teil seines aktuellen Forschungsprojekts zum Thema „Imperfect Forms of Collusion“ dar, das er seit Anfang 2017 und verstärkt seit seiner Habilitation im Juli 2017 verfolgt. Teil dieses Projekts ist auch Daniel Herold, der sich an der JLU ebenfalls mit dem Thema des Informationsaustauschs befasst (siehe sein MAGKS Discussion Paper 50-2017) und seine Ergebnisse in Stellenbosch vorstellte.

Ulrich Schwalbe, Johannes Paha, im Hintergrund: John Connor, Bill Kovacic
Die Teilnehmer der Tagung, die aus England, Schottland, den USA, Russland, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden und Südafrika angereist waren, zeigten sich begeistert vom Gedankenaustausch, der während der Tagung stattfand. Die spezifische Zielsetzung erlaubte nicht nur einen fokussierten Gedankenaustausch sondern schuf auch die Gelegenheit, gemeinsame Forschungsprojekte anzubahnen. Die Sommersonne Südafrikas trat angesichts der lebhaften und konstruktiven Diskussionen daher schnell in den Hintergrund.
Der Gießener Johannes Paha zeigte sich begeistert: „Die Tagung war ein voller Erfolg. Ich habe schon jetzt sehr vom Austausch mit den Kollegen profitiert und bin dankbar, dass sie sich auf diese spezifische aber wichtige Themenstellung unseres Symposiums eingelassen haben. Ich bin glücklich, dass sich Willem Boshoff sofort begeistert zeigte, diese Tagung durch das CCLE zu finanzieren, nachdem ich ihm von der meiner ersten Idee hierzu berichtet hatte. Die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung stellen einen wichtigen Meilenstein der Kooperation zwischen der Stellenbosch University und der Justus-Liebig-Universität dar.“

Weitere Impressionen zur Tagung finden Sie hier.
VWL I: Internationales Symposium "Imperfect Forms of Collusion"
Am 12. und 13. Januar richten Willem Boshoff und Johannes Paha am Center for Competition Law and Economics (CCLE) der Stellenbosch University eine Tagung mit dem Titel "Imperfect Forms of Collusion" aus. Die beiden Forscher schätzen sich glücklich, dass Sie als Teilnehmer so renommierte Wissenschaftler wie z.B. William Kovacic (George Washington University, ehem. Commissioner der US Federal Trade Commission), John Connor (vorm. Purdue University), Kai-Uwe-Kühn (University of East Anglia, ehem. Chefökonom der Generaldirektion Wettbewerb der Europ. Kommission) uvm. gewinnen konnten. Im Rahmen der Tagung sollen die Forscher in einen Gedankenaustausch zu alternativen Formen der Kollusion eintreten. Bei diesen Verhaltensweisen handelt es sich z.B. um den Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern oder Absprachen über Listenpreise. Solche Verhaltensweisen treten in den letzten Jahren in der Praxis verstärkt auf. Anders als bei klassischen Preisabsprachen sind die antikompetitiven Effekte solcher Koordinationsformen jedoch nicht unmittelbar klar und bedürfen weitergehender Forschung.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.
Weitere Informationen zum CCLE finden Sie hier.
Informationen zu den Organisatoren finden Sie hier.
VWL I: 23. Immobilien-Forschungspreis an Bachelor-Student vergeben
Herr Max Klemke wurde von der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. für seine an der Professur VWL I geschriebene Bachelorarbeit "Die Mietpreisbremse - Eine Bestandsaufnahme und ökonomische Evaluierung", an der Universität Regensburg mit dem 1. Preis des Immobilienforschungspreises ausgezeichnet. Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.
VWL I: Team der Professur VWL I auf Konferenzen stark vertreten
Das Team der Professur VWL I um Prof. Dr. Georg Götz war in diesem Jahr mit insgesamt sechs angenommen Beiträgen auf der jährlich stattfindenden Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE) stark vertreten. Im Anschluss reiste ein Teil des Teams von Maastricht aus weiter nach Wien, um seine Beiträge auch bei der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) vorzustellen. Beide Konferenzen gehören zu den größten und renommiertesten ihrer Art auf den Bereichen der Industrieökonomie (EARIE) und Wirtschaftswissenschaften (VfS).
Alle wissenschaftlichen Mitarbeiter der Professur VWL I, d.h. Samuel de Haas, Daniel Herold und Jan Schäfer, sowie PD Dr. Johannes Paha und Prof. Dr. Georg Götz waren in diesem Jahr mit insgesamt sechs angenommen Beiträgen auf der jährlich stattfindenden Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE) vertreten. Bei der EARIE-Konferenz handelt es sich um die wichtigste europäische Tagung im Feld Industrieökonomie. Der dort stattfindende Austausch mit anderen Wissenschaftlern ist von großer Bedeutung für die Forscher der Professur VWL I, um z.B. neue Trends in der Forschung zeitnah in die eigenen Arbeiten aufnehmen zu können. Eine Ablehungsquote von rund 50% der insgesamt eingereichten Beiträge lässt die Güte der dort präsentierten Papiere erahnen.
Im Anschluss reisten Georg Götz, Daniel Herold und Johannes Paha von Maastricht aus weiter nach Wien, um ihre Beiträge auch bei der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) vorzustellen. Bei den Mitgliedern des VfS handelt es sich um den Großteil der Volkswirte/Volkswirtinnen im deutschsprachigen Raum. Insofern bot die Tagung nicht nur die Gelegenheit, die in Gießen getätigte Forschung vorzustellen sondern auch Inspirationen aus anderen Teilgebieten der VWL mitzunehmen. So beschäftigte sich die diesjährige Tagung in ihrem Kern mit dem Thema "Alternative Geld- und Finanzarchitekturen".
Übersicht der vorgestellten Arbeiten
- Prof. Dr. Georg Götz: Leapfrogging: Time of Entry and Firm Productivity
- Johannes Paha: Wholesale Pricing with Incomplete Information about Private Label Products
- Samuel de Haas: Endogenous choice of minority shareholdings and collusion
- Daniel Herold: Information exchange in retail markets with uncertainty about downstream costs, Shopping hours and entry - An empirical analysis of Aldi's opening hours
- Jan Thomas Schäfer: Consolidations in the German interurban bus industry: Effects on prices and quantities
VWL I: Neue Vorlesung mit integrierter Übung "Web Scraping, Data Mining and Empirical Methods"
Liebe Studierende,
ab dem kommenden Semester bietet die Professur VWL 1 – für zumindest 4 Semester – eine neue Vorlesung für Master-Studierende an („Web Scraping, Data Mining and Empirical Methods“). Die Veranstaltung befasst sich mit der Datenbeschaffung, -aufbereitung und –verwendung in einem ökonomischen und forschungsorientierten Kontext. Der Fokus liegt dabei auf der eigenständigen und systematischen Datenbeschaffung von unstrukturierten Daten aus dem Internet – Stichwort „web scraping“ (bspw. vollständige Preislisten aus Vergleichsportalen oder sämtliche deutschen Supermärkte inkl. Adressdaten aus den entsprechenden Filialfindern). Daneben soll aber auch eine kurze Einführung in die gängigsten strukturierten Datenportale gegeben werden. Darüberhinaus werden Methoden zur Datenaufbereitung in Excel, Stata und Matlab sowie die praktische Umsetzung der gängigsten Schätzverfahren vorgestellt.
Ein Kernziel der Veranstaltung ist die Vorbereitung der Studierenden auf quantitative Seminar- und Abschlussarbeiten. Die erreichten Qualifikationen sollen dabei optimaler Weise für die Arbeiten an möglichst vielen Professuren von Vorteil sein - sowohl im Bereich der VWL als auch im Bereich der BWL. Die Veranstaltung wird mit 6CP angerechnet.
Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Größe des PC-Pools auf 24 beschränkt. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, tragen Sie sich bitte über das StudIP für die Veranstaltung ein und senden uns einen aktuellen Leistungsnachweis an Samuel.De-Haas@wirtschaft.uni-giessen.de. Studierende, die bereits über Vorkenntnisse im Bereich der Ökonometrie verfügen, werden bevorzugt behandelt. Über weitere Details eines möglichen Vergabeverfahrens informieren wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt.
Beste Grüße,
Ihr Team der Professur VWL 1
VWL I: Dr. Johannes Paha zum Research Associate an der Stellenbosch University ernannt

Die Universität Stellenbosch ist eine Universität in Südafrika ca. 50km östlich von Kapstadt, an der ca. 30000 Studierende eingeschrieben sind. Dr. Johannes Paha unterhält seit einiger Zeit mit dem dort lehrenden Prof. Willem Boshoff eine Forschungskooperation. Nun wurde Herr Paha von der Universität Stellenbosch
zum assoziierten Forscher (Research Associate) ernannt. Er wird damit Mitglied der dortigen Universität. Im Zuge dieser Kooperation plant er derzeit zusammen mit Willem Boshoff die Durchführung einer wissenschaftlichen Tagung in Südafrika im Januar 2018.
VWL I: International besetzter Workshop zur Finanzierung des Eisenbahnsektors ein großer Erfolg
Am 11. und 12. Mai 2017 trafen sich im Rahmen eines von der Professur VWL I (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Götz organisierten Workshops Wissenschaftler und Praktiker an der JLU, um die Finanzierung und Leistungsfähigkeit des Europäischen Eisenbahnsektors zu diskutieren. Als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Transportökonomie eröffnete Chris Nash von der Universität Leeds mit einer Keynote den Workshop. Es folgten Vorträge von Wissenschaftlern, Unternehmens- und Regulierungsbehördenvertretern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Spanien, Tschechien sowie den USA. Seinen Abschluss fand der Workshop mit einer Podiumsdiskussion zur zukünftigen Ausrichtung und Finanzierung des deutschen Eisenbahnsektors.
Am 11. und 12. Mai 2017 trafen sich im Rahmen eines von der Professur VWL I (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Götz organisierten Workshops Wissenschaftler und Praktiker an der JLU, um die Finanzierung und Leistungsfähigkeit des Europäischen Eisenbahnsektors zu diskutieren. Als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Transportökonomie eröffnete Chris Nash von der Universität Leeds mit einer Keynote den Workshop. Es folgten Vorträge von Wissenschaftlern, Unternehmens- und Regulierungsbehördenvertretern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Spanien, Tschechien sowie den USA. Seinen Abschluss fand der Workshop mit einer Podiumsdiskussion zur zukünftigen Ausrichtung und Finanzierung des deutschen Eisenbahnsektors.
Neben Fahrgeldeinnahmen und Einnahmen aus Netzentgelten, welche Verkehrsunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur zahlen müssen, stellen öffentliche Mittel eine der Hauptfinanzierungsquellen des europäischen Eisenbahnsektors dar. In seinem Vortrag zur Schienenverkehrsfinanzierung in Europa referierte Chris Nash über Gründe und Formen staatlicher Markteingriffe und Finanzierungsleistungen. In diesem Zusammenhang erläuterte Nash auch, wie die effiziente Verwendung von staatlichen Zuschüssen sichergestellt werden kann. Nash wusste von mehreren Negativbeispielen staatlicher Finanzierung zu berichten. Spitzenreiter sei eine Bahnverbindung in Norwegen, bei der jede Fahrt eines Passagiers über die nächsten Jahrzehnte mit im Schnitt ca. 300 Euro gefördert werden müsse. Insbesondere mit der aktuellen Leistung des Britischen Eisenbahnsektors zeigte sich Nash aber zufrieden. Allerdings verwies er auf die politische Schwierigkeit Verkehrsträger, insbesondere den motorisierten Individualverkehr, entsprechend der durch sie verursachten Kosten zu bepreisen.



Chris Nash, Yves Crozet, Pilar Socorro und Russel Pittman.
Yves Crozet von der Universität Lyon berichtete über Erfahrungen mit Private Public Partnerships (PPPs) bei der Finanzierung von solchen Hochgeschwindigkeitsstrecken (HGV), in die in der Vergangenheit ohne Aussicht auf eine irgendwie gelagerte Rentabilität horrende Summen investiert wurden. Pilar Socorro von der Universität Las Palmas auf Gran Canaria stellte in ihrem Vortrag eine modelltheoretische Untersuchung der Investitionsentscheidung in Transportinfrastrukturen vor und ging dabei auch auf den Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug ein. Ihre auf die spanischen HGV-Investitionen zugeschnittenen Simulationsanalysen zeigen, dass diese Investitionen nur bei einer um ein Vielfaches höheren Bevölkerungszahl rentabel gewesen wären. Zu bedenken ist dabei, dass Spanien nach China das zweitlängste HGV-Netz weltweit betreibt. Im Anschluss referierte Russell Pittman vom US Department of Justice über die Entwicklung der Eisenbahnsektoren in Osteuropa, Russland und China, präsentierte aber auch die Erfahrungen, die die USA und einzelne amerikanische Staaten mit konkurrierenden vertikal integrierten Eisenbahnunternehmen gemacht haben.




Das Auditorium während der Diskussion, Jan Schäfer, Peter Abegg und Georg Götz, Marc Ivaldi und Zdenek Tomes.
Jan Schäfer von der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte Zahlen zur Entwicklung und Struktur der staatlichen Förderung des Schienensektors in mehreren europäischen Ländern vor. Klara Talas vom Rail Capacity Allocation Office (VPE) gab Einblicke in die Organisation und Finanzierung des ungarischen Schienensektors und erläuterte den Prozess der Festlegung der Netzentgelte in Ungarn. Im Anschluss hielt Markus Ksoll, Leiter Wettbewerb und Ordnungspolitik bei der Deutschen Bahn AG, einen Vortrag zur aktuellen Lage der DB sowie deren strategische Ausrichtung.

Den ersten Tag ließen die Workshopteilnehmer gemeinsam auf Burg Gleiberg ausklingen.
Der zweite Tag wurde mit Vorträgen von Marc Ivaldi von der Toulouse School of Economics und Zdenek Tomes von der Masaryk Universität Brünn eröffnet. Ivaldi präsentierte Ergebnisse einer Simulationsanalyse zu den Auswirkungen unterschiedlicher Wettbewerbsformen auf den Französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Im Anschluss stellte Tomes seine empirischen Ergebnisse zu den Einflüssen der Reformprozesse auf den Verkehrsanteil der Schiene in Europa vor. Wieder einmal zeigte sich, dass sich die Separierung von Infrastruktur und Verkehrsunternehmen sogar negativ auf den Verkehrsanteil auswirken kann. Die Trennung von Verkehrsunternehmen nach Verkehrsparten hätte sich aber laut Tomes positiv ausgewirkt. Am Ende könnte die Leistung aber hauptsächlich von der Höhe der staatlichen Finanzierung sowie der Investitionsbereitschaft abhängen, so ein Kommentar aus dem Publikum.
Frank Jost von der Europäischen Kommission ging in seinem Vortrag auf die Probleme bei der Festlegung von Netzentgelten bei grenzüberschreitenden Verkehren ein, die durch eine enge nationale Regulierung entstehen können. Christiane Trampisch von der Bundesnetzagentur erklärte das in Deutschland kürzlich verabschiedete System der Anreizregulierung und ging auf die Berücksichtigung von öffentlichen Finanzierungsleistungen bei der Bestimmung der Netzentgelte ein. Zum Abschluss stellte Peter Abegg, Leiter Regulierungsökonomie bei der Deutschen Bahn AG, das neue Trassenpreissystem der Infrastruktursparte der DB vor. Stolz zeigte man sich auf Seiten der DB, dass mit dem Point-to-Point Segment nun ein eigener Tarif für Wettbewerber im Fernverkehr eingeführt werden konnte. Am Mittag machte dann die Nachricht der Pleite von Locomore, der einzige in diesem Segment verbliebende Herausforderer der DB, die Runde. Ein guter Aufhänger für die anschließende Podiumsdiskussion.


Prof. Dr. Georg Götz bedankte sich bei den Teilnehmern der Podiumsdiskussion.
D. Fockenbrock, Chefkorrespondent beim Handelsblatt, moderierte die Diskussion zum Thema „Halbierung der Schienenmaut – Benötigt der deutsche Eisenbahnsektor eine neue Finanzierungsstruktur?“. Mit ihm diskutierten, neben Markus Ksoll und Frank Jost, Matthias Stoffregen vom Interessenverband mofair e.V. sowie Frank Zerban von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV e. V.). Es herrschte Einstimmigkeit darüber, dass die Verkehrsunternehmen durch eine Senkung der Netzentgelte, welche durch eine Bezuschussung des Infrastrukturbetreibers ermöglicht werden soll, profitieren könnten. Kritisch wurde jedoch gesehen, dass eine etwaige Absenkung zum jetzigen Zeitpunkt nur für den Güterverkehr diskutiert wird. Markus Ksoll bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf bei einer Senkung der Netzentgelte des Güterverkehrs um 50% auf 380 Mio. Euro, sprach sich jedoch für einen dynamischen Subventionierungsmechanismus aus. An diese Argumentation knüpfte auch Frank Zerban an, der davon ausgeht, dass eine Senkung der Netzentgelte zu mehr Verkehr auf der Schiene und entsprechenden Mehreinnahmen für den Infrastrukturbetreiber führen wird. Sollte eine entsprechende Absenkung der Netzengelte auch auf den Personenverkehr Anwendung finden, rechnet Zerban mit einer Kürzung bzw. Umschichtung der Regionalisierungsmittel in Höhe von 1,6 Mrd. Euro. Matthias Stoffregen geht davon aus, dass diese Kürzungen zu gleichen Teilen durch die dann kostengünstigere Infrastrukturnutzung ausgeglichen werden. Er sprach sich aber dafür aus, die Zuschüsse nur um 80 % der zu erwartenden Kostensenkung zu reduzieren, um den in den letzten Jahren gestiegenen Bedarf an Nahverkehren decken zu können. Frank Jost merkte an, dass eine Senkung der Netzentgelte ökonomisch sinnvoll sei, solange die Kosten des unmittelbaren Zugbetriebs (Grenzkosten) ohne Zuschüsse gedeckt werden.
Der große internationale Zuspruch sowie die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, dass das Thema der Finanzierung der Europäischen Eisenbahnen sehr aktuell ist. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern rückt die Diskussion der Struktur der Eisenbahnen und deren Finanzierung in den Vordergrund. Die starke finanzielle Abhängigkeit lässt die Privatisierungsbemühungen der letzten 10 Jahre in den Hintergrund rücken. Vielmehr beschäftigt sich die Wissenschaft sowie die Politik nun mit Überlegungen zu einer effizienten und nachhaltigen Organisation und Finanzierungsausgestaltung, die sich zum Ziel setzt den Verkehrsanteil der Schiene zu erhöhen.
Der Dank der Veranstalter gilt allen Teilnehmern und Helfern, die die Durchführung des Workshops ermöglicht haben. Besonders hervorzuheben ist die finanzielle Unterstützung des Workshops durch die Deutsche Bahn AG, die mit der Professur VWL I durch eine langjährige Forschungskooperation verbunden ist.
VWL I: Samuel de Hass, M.Sc., und Jan Schäfer, M.A., nehmen Lehraufenthalt an der Uniwersytet Łódzki wahr
Vom 03. bis zum 07. April 2017 nahmen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der Professur VWL I, Samuel de Hass, M.Sc., und Jan Schäfer, M.A., einen Lehraufenthalt an der Uniwersytet Łódzki in Polen wahr. Łódź ist die drittgrößte Stadt Polens und hat insbesondere in der Industrialisierung eine wichtige Rolle in der polnischen Geschichte gespielt. An der Universität studieren etwa 40.000 Studierende, darunter ca. 1.000 Studierende im Rahmen von internationalen Austauschprogrammen wie den EU finanzierten ERASMUS-Programmen.
Der Lehraufenthalt erfolgte auf Einladung von Prof. Monika Marcinkowska vom Institut für Finanzen an der Fakultät für Ökonomie und Soziologie. Im Rahmen von unterschiedlichen Ökonometrieveranstaltungen hielten die beiden Wissenschaftler aus Gießen mehrere Vorlesungen zum Thema "Web scraping as a powerful tool in microeconometrics". Im Allgemeinen bezeichnet Screen Scraping alle Verfahren, die das Auslesen von Inhalten eines Computerbildschirms ermöglichen. Im Bereich des Auslesens von Webseiten wird spezieller von Web Scraping gesprochen. Die Idee dahinter ist, große Datenmengen zusammenzutragen. Statt der händischen Suche übernimmt dabei ein automatisiertes Programm die Arbeit. So können alle möglichen Daten, die im Internet zu finden sind, in kürzester Zeit zusammengetragen werden. Zum Schreiben des notwendigen Programms kann nahezu jede Programmiersprache genutzt werden. Auch das Anwendungsfeld ist sehr weit. Im ökonomischen Kontext kann das Interesse dabei von Daten über wirtschaftliche Entwicklungen über Preisentwicklungen auf unterschiedlichen Märkten bis hin zu Marktstandorten des Einzelhandels reichen.
Im Zuge eigener aktueller Forschungsarbeiten zu Öffnungszeiten von Supermarktketten in Deutschland und dem deutschen Fernbusmarkt konnten die beiden Wissenschaftler das Thema nicht nur theoretisch darstellen, sondern auch praktisch anhand dieser Beispiele vorführen. Neben anregenden Diskussionen mit Studierenden und Lehrenden über diese Forschungsarbeiten im Rahmen von Vorlesungen und Sprechstunden, konnten auch neue Kontakte zu polnischen Forschern geknüpft werden, die ebenfalls mit Web Scraping arbeiten. Daraus können sich neue Kooperationen und gemeinsame Forschungsarbeiten in der Zukunft entwickeln.
Finanziert wurde der Lehraufenthalt von de Haas und Schäfer über ein Stipendium im Rahmen des ERASMUS Staff Mobility Program.

VWL I: Dr. Johannes Paha nimmt Forschungsaufenthalt in Südafrika wahr

Bei Absprachen über Listenpreise stimmen sich Unternehmen kartellrechtswidrig über koordinierte Erhöhungen der Listenpreise ab. Allerdings sprechen sich die Unternehmen nicht zwangsläufig auch über die Höhe der maximal zulässigen Rabatte ab. In diesem Kontext bleibt zunächst unklar, unter welchen konkreten Umständen Absprachen über Listenpreise ohne eine Koordinierung der Rabatte letztlich überhaupt zu überhöhten Transaktionspreisen führen. Schließlich ist jedes der an der Kartellabsprache beteiligten Unternehmen bestrebt, über individualisierte und von den anderen Unternehmen nur schwer beobachtbare Rabatte möglichst viele Abnehmer zu attrahieren. Insofern kann die Erhöhung der Listenpreise in manchen Fällen durch eine Steigerung der Rabatte „aufgefressen“ werden.
Basierend auf der Fallevidenz und der ökonomischen Forschung zeigen die beiden Wissenschaftler nun, dass die rabattierten Preise aufgrund der Absprachen in vielen Fällen dennoch ansteigen können. So schließen unter bestimmten Umständen die Kunden der Kartellunternehmen aus hohen Listenpreisen, dass die Güter auch zu hohen Kosten produziert werden, wodurch bei den Kunden eine höhere Bereitschaft geschaffen wird, diese überhöhten Preise zu akzeptieren. Zudem kann durch eine Marktsegmentierung (in Kunden, die den Listenpreis zahlen, und solche, die Rabatte aushandeln) die Stabilität der Absprachen erhöht werden. Basierend auf einer Auswertung der Ergebnisse verschiedener Laborexperimente zum untersuchten Thema, stellen die Wissenschaftler aber auch dar, dass – anders als häufig angenommen – höhere Listenpreise nicht notwendigerweise einen Referenzpunkt für die Preisverhandlungen darstellen und damit zwangsläufig zu höheren Preisen führen. Zur Bestimmung der Preiseffekte einer Absprache über Listenpreise ist daher eine umfassende ökonomische Analyse nötig, die die in der Arbeit von Boshoff und Paha genannten Effekte aufgreift.
Neben dieser inhaltlichen Arbeit durfte Dr. Paha auch eigene Arbeiten vorstellen und diskutieren. Zudem fragten ihn südafrikanische Doktoranden hinsichtlich ihrer Dissertationsprojekte um Rat. Dankbar für das so ausgesprochene Vertrauen erklärte er sich hierzu gerne bereit. Grundsätzlich begeistert von den der Vielzahl positiver Erfahrungen äußerte er aber auch: „Die soziale Spreizung in Südafrika ist erwartungsgemäß sichtbar höher, als wir es bislang aus Deutschland und Europa kennen. Erst im direkten Vergleich wird deutlich, wie sehr sich viele von uns an diese guten Zustände in Europa gewöhnt haben. Dieser kleine Blick von außen illustriert, wie wichtig es ist, dass wir uns um die Beibehaltung dieser Standards bemühen, dass wir aber auch etwaige Missstände beseitigen. Die Kooperation mit Willem Boshoff hat wieder gezeigt, wie wichtig gerade auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen sind. Das gilt für Forscher und Studierende gleichermaßen.“ Weitere Möglichkeiten zur Kooperation zeichnen sich bereits für die Zukunft ab. Dr. Paha verließ das Land mit der Aussicht auf eine mögliche Assoziierung an der Universität Stellenbosch und ersten Plänen für die Ausrichtung einer gemeinsamen Tagung mit Prof. Boshoff.
VWL I: Exzellente Masterthesis erneut ausgezeichnet
Die Masterthesis von Denise Scheld „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ wurde kürzlich zur Publikation im European Competition Journal angenommen, nachdem sie bereits im Herbst 2015 zur Präsentation auf einer Fachtagung akzeptiert worden war.
Die Master-Thesis „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ wurde von Denise Scheld als Teil des an der Professur VWL I von Dr. Johannes Paha geleiteten Forschungsprojekts zu Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Unternehmensberatung Protiviti verfasst. Die Arbeit stellt dar, wie Unternehmen kartellrechtliche Risiken mit Methoden des Risikomanagements bestmöglich reduzieren können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf kartellrechtlichen Risiken in der Bankbranche. Die Arbeit zeigt den Handlungsbedarf im Bankensektor auf und erarbeitet einen Ansatz, wie das kartellrechtliche Risiko und die damit zusammenhängende Risikobereitschaft (risk appetite) für Banken bestimmt werden können. In einem weiteren Schritt werden geeignete Governance-Strukturen und darin zu implementierende Handlungsmöglichkeiten dargestellt, um eine bankeninterne Bekämpfung von Kartellrechtsverstößen zu forcieren.
Bereits im Herbst 2015 war die Masterthesis zur Präsentation auf der "3rd Annual Conference on Risk Governance" der Universität Siegen akzeptiert worden. Nun wurde eine variierte Version der Thesis, die Denise Scheld zusammen mit den Ko-Autoren Johannes Paha (JLU) und Nicolas Fandrey (Protiviti) erstellt hatte, zur Publikation im European Competition Journal angenommen. Hierzu musste der Entwurf zunächst das externe Peer-Review-Verfahren der Fachzeitschrift durchlaufen, wodurch die Güte der Arbeit nochmals durch externe Gutachter bestätigt wurde. Das European Competition Journal veröffentlicht wissenschaftliche Fachbeiträge zu kartellrechtlichen Themen. Die Arbeitspapierversion des Beitrags kann hier heruntergeladen werden.
Bei der Kooperation zwischen der Professur VWL I und Protiviti handelt es sich in mindestens dreifacher Hinsicht um einen Gewinn für die Beteiligten. Protiviti konnte so seine kartellrechtliche Expertise weiter ausbauen. Die Professur VWL I profitiert von der Praxiserfahrung der Beratung, die sich nun auch in anderen Forschungsarbeiten niederschlagen kann. Zudem ist Denise Scheld seit November 2015 Mitarbeiterin von Protiviti und konnte folglich unmittelbar aus dem Hörsaal in die Praxis starten.
Johannes Paha äußerte sich sehr glücklich über diese Entwicklung: "Ich hatte bereits zu Beginn der Kooperation und auch während der Betreuung der Arbeit ein gutes Gefühl. Dass die Arbeit sich so gut entwickeln würde, konnten wir jedoch nicht ahnen. Ich freue mich über diesen Erfolg umso mehr, da er mit der Auszeichnung einer weiteren Arbeit zusammenfällt." Erst kürzlich war die Masterthesis von Ann-Kathrin-Lehnhausen zu Wettbewerbsbedenken in der Pharmabranche vom Springer-Verlag ausgewählt worden, um als Buch im Springer BestMasters Programm publiziert zu werden.

VWL I: Erfolgreiche Abschlussarbeit zur Wettbewerbspolitik in der Pharmabranche ausgezeichnet
Der Springer-Verlag prämierte die Masterarbeit von Ann-Kathrin Lehnhausen im Rahmen seines BestMasters-Programms. Die Thesis "Studies on Competition and Antitrust Issues in the Pharmaceutical Industry" entstand an der Professur VWL I unter der Betreuung von Dr. Johannes Paha. Frau Lehnhausen wird mit einer Publikation ihrer Arbeit belohnt.
Mit BestMasters zeichnet Springer die besten Masterarbeiten im deutschsprachigen Raum aus, die aktuelle Themen behandeln und mit der Höchstnote bewertet wurden. In dieser Form ausgezeichnete Arbeiten werden vom Springer-Verlag publiziert. Die Reihe wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen.
In ihrer Masterthesis befasst sich Frau Lehnhausen mit wettbewerbsbeschränkenden Strategien von Unternehmen in der Pharmabranche. Hierzu gehören Beschränkungen des Weiterverkaufspreises ebenso wie Preisdiskriminierungsstrategien. Eine besondere Rolle spielen auch sog. Pay-for-Delay Vereinbarungen bei denen die Hersteller eines Präparats Vereinbarungen mit Wettbewerbern schließen, Nachahmerpräparate nicht in den Markt einzuführen. Insbesondere stellt Frau Lehnhausen die anti-kompetitiven Effekte solcher Maßnahmen dar, zeigt aber auch mögliche Effizienzeffekte zu deren Rechtfertigung auf.
Dr. Johannes Paha, der Betreuer der Arbeit, äußerte sich zum Erfolg seiner Studentin wie folgt: "Wir sind sehr froh über Frau Lehnhausens Entschluss, ihre Thesis an der Professur VWL I zu verfassen. Die englischsprachige Arbeit ist außergewöhnlich lehrreich und wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen. So präsentiert Frau Lehnhausen nicht nur Eckdaten zur Pharmabranche. Vielmehr stellt sie den aktuellen Stand der Wissenschaft zu diesem viel diskutierten Thema informativ dar. Es war eine Freude, Frau Lehnhausen bei der Bearbeitung betreuen zu dürfen."

VWL I: Best Paper Award für Daniel Herold bei den 13. Augustin Cournot Doctoral Days

VWL I: Antitrust & Competition Policy: Dr. Paha verfasst Rezension für den Sammelband “Anti-Cartel Enforcement in a Contemporary Age – Leniency Religion“
Die Kronzeugenregelung ist ein kartellbehördliches Werkzeug zur Aufdeckung von Kartellen, das in der Wettbewerbspolitik verstärkt seit den 1990er Jahren eingesetzt wird. Eine kritische Analyse dieses Instruments wurde jüngst von renommierten Autoren im von Caron Beaton-Wells (Melbourne Law School) und Christopher Tran (Victorian Bar) editierten Sammelband “Anti-Cartel Enforcement in a Contemporary Age – Leniency Religion“ vorgenommen.
Prof. Frédéric Jenny (ESSEC Business School) beurteilt den Band mit folgenden Worten:
"(...) undoubtedly the most comprehensive scholarly work on leniency policies produced so far (...)“
“This book should be required reading for all legal scholars, economists and competition authorities seeking to acquire deeper insight into the issues related to leniency policy.”
Eine Rezension von Dr. Paha dieses Werks findet sich auf der Website des Antitrust & Competition Policy Blog.
VWL I: Sind die Hersteller von Computermonitoren, Dachziegeln und Bananen Kriminelle?
Dr. Johannes Paha (Justus-Liebig-Universität Gießen) richtete am Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld eine Tagung zur kartellrechtlichen Compliance aus. Renommierte ForscherInnen aus Deutschland, Großbritannien und den USA zeigten auf, wie kartellrechtskonformes Verhalten gefördert werden kann.

Es handelt sich keineswegs um ein neues Phänomen: Preis- und Mengenabsprachen zwischen Unternehmen, Gebiets- und Kundenaufteilungen gab es bereits in der Antike und schon damals schädigten sie die Kunden der beteiligten Unternehmen. Heute betreffen solche Absprachen Güter wie bspw. Computermonitore, Dachziegel und Bananen. Sie schädigen sowohl private Haushalte als auch Unternehmen, die Abnehmer dieser Produkte sind. Jedoch lohnen sich solche Absprachen für die Missetäter immer seltener. Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe sind keine Ausnahme mehr und Schadensersatzklagen gewinnen an Bedeutung. Diese Verfahren binden oft über Jahre die Aufmerksamkeit der beteiligten Manager. Nicht zuletzt fürchten die beteiligten Unternehmen Reputationsverluste, die ihre Absatzposition schwächen und sie sowohl für neue Mitarbeiter als auch für Kapitalgeber unattraktiver machen können. Der Begriff „Compliance“ steht daher für Maßnahmen, mit denen sich Unternehmen selbst korrektes Verhalten verordnen.
Die wissenschaftliche Diskussion dieser Maßnahmen stand im Mittelpunkt einer Tagung, zu der Dr. Johannes Paha (Justus-Liebig-Universität Gießen) renommierte Compliance-Forscher aus dem In- und Ausland an das Zentrum für interdisziplinäre Forschung nach Bielefeld eingeladen hatte. Aus der Warte der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre mahnte Prof. Dr. Kai Hüschelrath, dass es nicht darum gehe, so viele Compliance-Maßnahmen wie möglich umzusetzen und zeigte auf, wie ein gesundes Maß aussehen könne. Dr. Peter Kotzian ergänzte, dass überraschenderweise gerade Mitarbeiter in den Bereichen Sales und Marketing ein vergleichsweise ethisches Verhalten an den Tag legen, während bei Mitarbeitern mit einer Ausbildung im Bereich Informationstechnologie das Gegenteil der Fall sei. Rechtskonformes Verhalten, so betonte Daniel Herold, müsse auch durch die Wahl geeigneter Entlohnungsformen gefördert werden könne. Den Mitarbeitern müssten Ziele gesetzt werden, die sie nur durch eigene Anstrengung aber nicht durch rechtswidriges Verhalten erreichen können. Prof. Dr. Ulrich Schwalbe zeigte zudem Möglichkeiten auf, wie Unternehmen Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter mittels statistisch-ökonometrischer Verfahren schnellstmöglich entdecken können.
Eingeleitet durch Vorträge von Dr. Florence Thépot und Dr. Per Rummel debattierten die Tagungsteilnehmer auch intensiv über die Frage, ob Unternehmen die Möglichkeit eines teilweisen Erlasses der Geldbuße in Aussicht gestellt werden solle, wenn diese in Compliance-Maßnahmen investieren. In einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre wurde diese Frage kontrovers diskutiert und festgehalten, dass ein Ergebnis nicht nur durch theoretische Überlegungen erzielt werden könne sondern auch weiterer empirischer Forschung bedürfe. Eindeutig und überzeugend fiel das Urteil von Prof. Dr. Andreas Ransiek aus, dass eine Einordnung von Kartellrechtsvertößen als Straftaten (aktuell: Ordnungswidrigkeiten) nicht geboten sei, zumal dies an der Höhe der Sanktionen nichts ändere. Prof. Dr. Florian Wagner-von Papp fügte an, dass eine stärkere Fokussierung der Sanktionen auf die Mitarbeiter – zusätzlich zur Sanktionierung auf Unternehmensebene – weitere Abschreckungseffekte bewirke.
Mit großem Interesse folgten die Zuhörer den Ausführungen von Agnieszka Paruzel zu den psychologischen Merkmalen kartellrechtswidrig handelnder Mitarbeiter. Zum Beispiel könne eine hohe Leistungsbereitschaft den Rechtsbruch sowohl fördern als auch verhindern, während hingegen ein starkes Machtstreben klar zum Gesetzesübertritt motiviere. Prof. Dr. Bernd Marcus zeigte in diesem Zusammenhang Möglichkeiten auf, wie Risikomitarbeiter bereits im Einstellungsverfahren erkannt werden können. Den Abschluss der Tagung bildete Prof. Dr. Anja Jakobi, die darstellte, dass Kartellrechtsverstöße trotz ihrer Schwere oftmals noch nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die z.B. der Geldwäsche zuteil wird. Sie illustrierte somit anschaulich, dass sowohl in Wissenschaft als auch Praxis eine weitere Beschäftigung mit dem Thema der kartellrechtlichen Compliance dringend geboten ist. Solche Forschungslücken wurden gezielt auch von Prof. Dr. D. Daniel Sokol benannt., der als Compliance-Forscher an der University of Florida tätig ist.
English summary:
Price fixing, market sharing, and customer allocation agreements are as prevalent as ever. However, a rising level of fines and re-payments for damages reduces their profitability for the firms, who increasingly engage in compliance measures aimed at preventing competition law violations. A workshop at the Center for Interdisciplinary Research in Bielefeld organized by Dr. Johannes Paha (Justus-Liebig-University Giessen) brought together compliance researchers from different fields: Economists presented payment schemes that prevent misconduct, while psychologists showed which character traits help to ensure compliant conduct. Legal scholars argued that sanctions imposed on the misbehaving employees may be more effective than a criminalization of the firms. The researchers identified a need for further research on the question whether firms should be incentivized to invest in compliance measures by promising them reductions of the fines imposed on anticompetitive conduct.
VWL I: Daniel Herold vertritt Professur VWL I bei der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik

Bei der offenen Tagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) von 6.-9. September 2015 in Münster stellte Daniel Herold, M.Sc., seine Forschung zum Thema Vergütungsschemata und Kartellrechts-Compliance vor. Compliance Programme im Allgemeinen dienen in Unternehmen dem Zweck, rechtswidriges Verhalten zu verhindern. In dem präsentierten Arbeitspapier analysiert Herr Herold wie Anreizverträge auf das Kartellierungsverhalten von Unternehmensvertretern wirken können. Es mag intuitiv sein, dass zu hohe Gewinnziele eindeutig rechtsbrüchiges Verhalten fördern können. Spannend ist hingegen, dass auch zu niedrige Gewinnziele Manager dazu verleiten können, an einer illegalen Absprache teilzunehmen. Ein Compliance System wird hinter seiner maximal möglichen Effektivität zurückbleiben, wenn es die Arbeitsverträge und Vergütungsschemata der Manager nicht adäquat einbezieht.
Allerdings zeigt das Modell, dass auch solche Unternehmen einen Anreiz haben, in Compliance Programme zu investieren, wenn sie explizit rechtswidriges Verhalten ihrer Mitarbeiter provozieren wollen. Dieser Effekt resultiert letztlich aus der Kronzeugenregelung, denn intern zu Tage geförderte Beweise – gewonnen z.B. durch Compliance Programme – können dazu verwendet werden, die Bußgelder zu reduzieren. Dies sollte bei der aktuellen Debatte speziell zum Thema der Bußgeldreduktion für die bloße Existenz von Compliance Programmen im Unternehmen berücksichtigt werden.
Mit diesem Vortrag ergab sich die Möglichkeit, die Universität Gießen auf der größten deutschen Konferenz für Volkswirtschaftslehre zu vertreten, bei der junge Wissenschaftler die Möglichkeit erhalten, neben renommierten Größen Ihres Fachs die eigene Forschung zu präsentieren und wertvolle Kommentare zu erhalten.
VWL I: Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc. präsentieren ihre Forschung auf der 32. Jahrestagung der EALE
Bei der 32. Konferenz der European Association of Law and Economics (EALE) von 17.-19.09.2015 in Wien stellten Dr. Johannes Paha und Daniel Herold ihre aktuelle Forschung vor.

Dr. Johannes Paha stellte die Ergebnisse einer Gemeinschaftsarbeit mit Samuel de Haas zu den wettbewerblichen Wirkungen von Minderheitsbeteiligungen vor. Dabei handelt es sich um ein wettbewerbspolitisch aktuelles Thema. Während z.B. das deutsche Bundeskartellamt den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen zwischen Unternehmen, die sich im gleichen Markt als Wettbewerber gegenüber stehen, kartellrechtlich überprüft, wird ein solcher Anteilserwerb auf europäischer Ebene bislang nicht überprüft. Jedoch bestehen aktuell Bestrebungen, einen solchen Erwerb auch auf EU-Ebene der Fusionskontrolle zu unterwerfen. Zumindest im Hinblick auf die Gefahr einer durch Minderheitsbeteiligungen erleichterten Kartellbildung können Paha und de Haas zeigen, dass eine Untersuchung im Rahmen der Fusionskontrolle nicht zwingend nötig ist. Schließlich ist eine solche Überprüfung mit Kosten sowohl für das Unternehmen als auch die Wettbewerbsbehörde verbunden. Gerade wenn die Wettbewerbsbehörde eine aktive Suche nach Kartellen betreibt, ist eine erhöhte Kartellierungsgefahr durch den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen nur in wenigen Fällen zu erwarten.
Daniel Herold präsentierte seine Forschung zum Thema Signalwirkung von kartellrechtlichen Compliance Programmen. Bei der vorgestellten Arbeit handelt es sich um die spieltheoretische Analyse eines Sender-Empfänger Signaling Modells. Investitionen in Compliance Maßnahmen werden in diesem Modell als Signale verstanden. Der Sender des Signals ist ein informierter Unternehmensvertreter auf einer hohen Unternehmensebene, der über die rechtlichen Konsequenzen einer Kartellrechtsverletzung informiert ist. Ein Mitarbeiter auf einer niedrigeren Ebene der Unternehmenshierarchie muss ohne dieses Wissen entscheiden, ob ein Engagement an einem Kartell für das Unternehmen profitabel ist und stellt den Empfänger dar. Weiterhin hat der Sender die Möglichkeit, persönliches Engagement in Compliance zu zeigen, was allein beim Sender Kosten verursacht. Damit liefert das Papier einen ersten modelltheoretischen Ansatz für das Konzept des tone-at-the-top, das eine persönliche Verantwortung (bspw. durch eine Vorbildfunktion) für rechtstreues Verhalten des Unternehmens bei hochrangigen Unternehmensvertretern sieht. Das Modell liefert die Erkenntnis, dass die reinen Investitionen in Compliance Programme dazu beitragen können, rechtstreues Verhalten sicherzustellen. Investments können dabei günstiger für das Unternehmen sein, wenn der Manager durch höhere Bonuszahlungen für den Aufwand seines Engagements kompensiert werden kann. Bezieht man persönliche Haftung des Senders oder des Empfängers in die Betrachtung mit ein, so folgt, dass die Bestrafung des Senders lediglich den Koordinationsprozess im Unternehmen stört. Wird die illegale Handlung des Empfängers direkt geahndet, so erschwert dies die Koordination auf kollusives Verhalten. Es stellt sich also heraus, dass sowohl seitens der Behörden als auch seitens der Unternehmen sorgfältig darauf geachtet werden sollte, eher die ausführenden Personen für rechtsbrüchiges Verhalten zur Rechenschaft zu ziehen.
VWL 1: Uni Gießen wird durch Dr. Johannes Paha auf Kartelltagung in Südafrika repräsentiert
Auf Einladung von Herrn Prof. Dr. Willem Boshoff präsentierte Herr Dr. Paha aktuelle Forschungsergebnisse zur wettbewerblichen Wirkung von Minderheitsbeteiligungen auf einer Tagung des Forschungsprogramms "Economic Research Southern Africa".

Am 07. und 08. September 2015 fand in Kapstadt der "4th International Workshop on the Economics of Competition & Industrial Organization" statt, der mit Prof. Joseph Harrington (University of Pennsylvania Wharton School) und weiteren bekannten Forschern aus dem Gebiet der Wettbewerbsökonomie hochkarätig besetzt war. Auf Einladung von Prof. Dr. Willem Boshoff präsentierte Dr. Johannes Paha, der an der Justus-Liebig-Universität Wettbewerbspolitik lehrt, die jüngsten Ergebnisse aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Samuel de Haas. Die beiden Gießener Forscher können in ihrer Arbeit zeigen, dass der Erwerb von Minderheitsbeteiligungen üblicherweise nicht die Gefahr einer weitergehenden Kartellbildung aufwirft. Dies gilt zumindest dann, wenn Kartellabsprachen von den zuständigen Wettbewerbsbehörden eingehend verfolgt werden.
Die Tagung wurde im Rahmen des Forschungsprogramms "Economic Research Southern Africa" ausgerichtet, das sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, die ökonomische Forschung in Südafrika durch die Förderung des Austauschs mit internationalen Forschern zu unterstützen. So nahmen neben den internationalen Referenten auch südafrikanische und nigerianische Forscher sowie Mitarbeiter und der Chefökonom der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde an der Tagung teil. Neben den Vorträgen der Ergebnisse aktueller Forschung präsentierten südafrikanische Doktoranden die Konzepte der geplanten Doktorarbeiten, um hierzu eine Rückmeldung durch die internationalen Forscher zu erhalten. Das Konzept der Veranstaltung war gelungen und führte zum beabsichtigten Gedankenaustausch. Schließlich konnten so auch die Forscher aus aller Welt Informationen zur spezifischen Wettbewerbssituation Südafrikas erhalten.

VWL 1: Dr. Johannes Paha als Visiting Assistant Professor in den USA
Von Juli bis August 2015 war Herr Dr. Paha als Gastdozent an der University of Wisconsin-Milwaukee tätig. Dort unterrichtete er einen Kurs in angewandter Mikroökonomie und baute Kontakte zu den dortigen Wissenschaftlern auf.

Die wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche der University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) und der Justus-Liebig-Universität Gießen unterhalten bereits seit mehreren Jahrzehnten ein äußerst erfolgreiches Austauschprogramm. So konnten in dieser Zeit rund ein Dutzend Studierende pro Jahrgang parallel zu ihrem deutschen Studium einen amerikanischen Masterabschluss in BWL oder VWL an der UWM erwerben.
Teil dieses Austauschprogramms ist auch der Austausch von Lehrenden beider Fachbereiche. So bieten z.B. amerikanische Dozenten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der JLU regelmäßig Sommerkurse an, die auf das Kursprogramm in den USA angerechnet werden können. Gleichermaßen unterrichtet ein deutscher Dozent über einen Zeitraum von 4 Wochen einen Kurs an der UWM. Dabei handelt es sich nicht nur um eine gute Gelegenheit, sich mit den amerikanischen Forschern auszutauschen. Auch in der Lehre ergeben sich interessante Kontakte. Schließlich werden die amerikanischen Sommerkurse von Studierenden mit einem sehr vielfältigen Hintergrund besucht. So lernen wiederkehrende "Adult Students", die bereits in Unternehmen arbeiten, Seite an Seite mit Nebenfachstudierenden, die Erfahrungen aus einem völlig anderen fachlichen Kontext einbringen. Wegen der überschaubaren Gruppengröße ist auch der Austausch zwischen Studierenden und Dozenten sehr intensiv. Schließlich verbringen diese an drei Abenden pro Woche jeweils 4 Stunden miteinander.
Im Jahr 2015 vertrat Herr Dr. Paha die Justus-Liebig-Universität in den USA. Sein Fazit: "Es war klasse. Ich habe gerne mit den amerikanischen Studenten zusammengearbeitet. Es war schön zu sehen, mit welchem Eifer viele Kursteilnehmer bei der Sache waren. Gleichzeitig zeichnet sich aber auch ab, dass das deutsche Schulsystem dem amerikanischen immer noch um Längen voraus ist. Diesen Vorsprung sollten wir uns bewahren."
VWL 1: Praxiskooperation trägt Früchte - Masterthesis als Konferenzbeitrag angenommen
Die von Denise Scheld verfasste und von Dr. Johannes Paha betreute Masterthesis „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ wurde als Konferenzbeitrag bei der 3rd Annual Conference on Risk Governance von der Universität Siegen angenommen. Die Arbeit ist Ergebnis eines Kooperationsprojekts der Professur VWL I und des Beratungsunternehmens Protiviti.
Die Master-Thesis „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ entsteht als Teil des an der Professur VWL I von Dr. Johannes Paha geleiteten Forschungsprojekts zu Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Unternehmensberatung Protiviti. Die Arbeit zeigt auf, wie Unternehmen kartellrechtliche Risiken mit Methoden des Risikomanagements bestmöglich reduzieren können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf kartellrechtlichen Risiken in der Bankbranche. Die Arbeit zeigt den Handlungsbedarf im Bankensektor auf und erarbeitet einen Ansatz, wie das kartellrechtliche Risiko und die damit zusammenhängende Risikobereitschaft (risk appetite) für Banken bestimmt werden können. In einem weiteren Schritt werden geeignete Governance-Strukturen und darin zu implementierende Handlungsmöglichkeiten dargestellt, um eine bankeninterne Bekämpfung von Kartellrechtsverstößen zu forcieren.
Die Konferenz findet am 14. und 15. Oktober 2015 statt und soll als Plattform für Risk-Governance Entscheider und Forscher dienen. Dadurch möchte die Forschungsgruppe aus Siegen den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ermöglichen. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

Handelsblatt-Interview mit Prof. Dr. Götz zur Taxi-Branche und zu Uber
Das Handelsblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 01.06.2015 ausführlich über die Entwicklungen im Taxigewerbe und die Herausforderungen, die sich für diese Branche durch neue Dienst wie Uber ergeben. Zu diesem Tagesthema wurde Prof. Götz interviewt und nach seiner Einschätzung der Situation befragt. Für Studierende steht die Titelgeschichte inklusive Interview in StudIP zur Verfügung.
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden sich in einem Beitrag, den Prof. Götz gemeinsam mit Tim Brühn unter dem Titel Die Markteintritte von Uber und Airbnb: Wettbewerbsgefährdung oder Effizienzsteigerung? im ifo Schnelldienst 67 (21), 03-06, 2014 veröffentlicht hat. Weitere, an die Scientific Community gerichtete Arbeiten, die sich allgemein mit den Bereichen Internetökonomie und/oder zweiseitigen Märkten beschäftigen, sind The Value of User-Specific Information for Two-Sided Matchmakers. Tim Brühn, Georg Götz und Annette Meinusch, MAGKS Discussion Paper No. 48-2014, August 2014 sowie ein neues Arbeitspapier von Tim Brühn und Georg Götz mit dem Titel Exclusionary Practices in Two-sided Markets: The Effect of Radius Clauses on Competition between Shopping Centers.
