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Polnische Literatur, Geschichte und Erinnerung entdecken: Vortrag von Stefan Chwin

Einblicke in die polnische Literatur, europäische Erinnerungskultur und transnationale Perspektiven: Der renommierte polnische Schriftsteller und Literaturhistoriker Prof. Stefan Chwin ist zu Gast! Im Oktober ist er bei zwei Veranstaltungen in Gießen und Frankfurt zu Gast, die unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Facetten der polnischen Kultur und Geschichte beleuchten.

Das Institut für Slavistik, Osteuropäische Geschichte und das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZO) laden herzlich dazu ein, einen der bedeutenden Vertreter der polnischen Gegenwartsliteratur kennenzulernen. Stefan Chwin ist Schriftsteller, Literaturhistoriker und Professor für Literatur an der Universität Danzig (Gdańsk). In seinen literarischen und wissenschaftlichen Arbeiten setzt er sich mit Geschichte, Erinnerung und den kulturellen Verflechtungen Europas auseinander. Seine Werke eröffnen eindrucksvolle Perspektiven auf die Vergangenheit und Gegenwart Polens und regen dazu an, Fragen nach Identität, Heimat und dem Umgang mit Geschichte neu zu stellen.

Besonders bekannt ist Chwin für seine Romane Hanemann, der auf Deutsch unter dem Titel Tod in Danzig erschienen ist, und Esther (Die Gouvernante). Beide Werke wurden von Renate Schmidgall ins Deutsche übersetzt. 2005 erschien im Hanser Verlag sein Roman Der goldene Pelikan (Originaltitel: Złoty pelikan); im selben Jahr wurden seine Poetikvorlesungen Stätten des Erinnerns bei Thelem veröffentlicht. Chwins literarisches Werk bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für alle, die sich für Literatur, Geschichte, Erinnerungskultur und die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland interessieren.

 

Danzig – Hauptstadt des aufständischen Polens. „Solidarność“ – Hoffnung für Polen, Berlin und Europa

Vortrag von Prof. Stefan Chwin (Gdańsk/Danzig)

Wie wurde Danzig zu einem Symbol des Widerstands und der Hoffnung für Polen und Europa? Welche Bedeutung hatte die Solidarność-Bewegung für den Kampf um Freiheit und Demokratie – und welche Spuren hat sie in der europäischen Geschichte hinterlassen?

Diesen Fragen widmet sich Stefan Chwin in seinem Vortrag an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Mittelpunkt steht Danzig als ein zentraler Schauplatz des politischen und gesellschaftlichen Aufbruchs in Polen. Die Geschichte der Solidarność-Bewegung verweist dabei weit über die Landesgrenzen hinaus: Sie erzählt von Mut, gesellschaftlichem Wandel und dem Streben nach Freiheit und eröffnet zugleich Perspektiven auf die Verflechtungen zwischen Polen, Deutschland und Europa.

Der Vortrag bietet Studierenden und allen Interessierten die Gelegenheit, sich mit der polnischen Zeitgeschichte und der Bedeutung demokratischer Bewegungen auseinanderzusetzen. Zugleich lädt er dazu ein, darüber nachzudenken, wie historische Erfahrungen das europäische Selbstverständnis bis heute prägen.

Der Vortrag wird auf Polnisch gehalten und simultan ins Deutsche gedolmetscht.

Wann? Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 16:00 Uhr

Wo? Justus-Liebig-Universität Gießen, Philosophikum I, Raum E209, Otto-Behaghel-Straße 10 E

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Foto: Michał Kurowski

 

Polnische Romantik im transnationalen Dialog

Bereits am 21. Oktober 2026 ist Stefan Chwin in Frankfurt am Main zu Gast. Dort hält er einen Festvortrag zur Eröffnung der internationalen Konferenz „Polish Romanticism. Transnational Constellations. Polnische Romantik. Transnationale Konstellationen. Polski romantyzm. Konstelacje transnarodowe“ im Deutschen Romantik-Museum.

Die Konferenz widmet sich der polnischen Romantik und ihren Verbindungen über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Im Zentrum stehen Fragen, die auch für die Gegenwart von Bedeutung sind: Wie prägen Literatur und kulturelle Traditionen unser Verständnis von Geschichte und Identität? Wie entstehen Ideen im Austausch zwischen verschiedenen Ländern und Sprachen? Und welche Rolle spielt die Literatur für das Verständnis eines Europas, dessen Geschichte von Begegnungen, Konflikten und gegenseitigen Einflüssen geprägt ist?

Der Festvortrag ergänzt damit die Auseinandersetzung mit der polnischen Geschichte und Kultur um eine literaturgeschichtliche Perspektive. Beide Veranstaltungen eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den Wechselwirkungen zwischen Literatur, Erinnerung und europäischer Identität – von der Romantik bis zu den politischen Umbrüchen der jüngeren Geschichte.

Termin: Mittwoch, 21. Oktober 2026
Ort: Deutsches Romantik-Museum, Frankfurt am Main
Anlass: Festvortrag zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur polnischen Romantik und ihren transnationalen Konstellationen

Weitere Informationen zum genauen Zeitpunkt und zum Programm gibt es auf der Website des Deutschen Polen-Instituts.