Konzept & Praxisbeispiele
Konzept
Kooperative Lebensmittelläden, auch Mitmach-Supermärkte genannt, sind genossenschaftlich organisiert und werden von ihren Mitgliedern gemeinschaftlich getragen und mitgestaltet. Sie verbinden den Verkauf von bio-regionalen und fairen Lebensmitteln mit Mitbestimmung, Mitarbeit und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Erzeuger*innen und Lieferant*innen.
Auf dieser Seite erfährst du was Mitmach-Supermärkte auszeichnet und wie bestehende Läden das Konzept in die Praxis umsetzen. Dann geht es auch um die Frage, welche Faktoren zu einem langfristigen Erfolg beitragen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich das Konzept in andere Städte und Regionen weiterverbreiten kann.
Die Grundidee
Im Kern geht es darum, dass Menschen in Kooperativen Lebensmittelläden mehr als Konsument*innen und Kund*innen sind. Als Mitglieder der Genossenschaft sind sie zugleich Eigentümer*innen des Supermarktes und aktiv in die Organisation eingebunden. Jedes Mitglied arbeitet im Laden mit, darf (und soll) sich einbringen. Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen, wirtschaftliche Ziele stehen nicht allein im Vordergrund, sondern werden mit sozialen und ökologischen Ansprüchen verbunden. Dadurch grenzen sich Mitmach-Supermärkte von klassischen, rein profitorientierten Handelsstrukturen ab.

Das Konzept in Kürze: Miteigentum, Mitbestimmung, Mitarbeit & Transparenz
Zentrale Strukturmerkmale kooperativer Modelle auf einen Blick
Was macht einen Mitmach-Supermarkt eigentlich aus? Von der genossenschaftlichen Organisation über die Mitarbeit der Mitglieder bis hin zu fairen Preisen und Bildungsarbeit. Die folgenden Merkmale geben einen Überblick über die wichtigsten Bausteine des Konzeptes.

Genossenschaft
Jedes Mitglied ist Teil der Genossenschaft und somit Teilhaber*in des Kooperativen Lebensmittelladens. Bei Eintritt müssen einmalig Anteile als Einlage in die Genossenschaft gezahlt werden.

Mitglieder
Alle Läden sind als Genossenschaft organisiert, mit den entsprechenden Organen: Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Diese Struktur sichert eine institutionalisierte Mitbestimmung der Mitglieder ab.

Angestellte
Für die Koordination der Mitgliedsschichten sowie für Einkauf, Buchhaltung und andere administrative Aufgaben sind hauptamtliche Mitarbeitende mit entsprechenden Kompetenzen angestellt.

Mitarbeit
Die Mitglieder verpflichten sich dazu, monatlich drei Stunden in der Kooperative mitzuarbeiten. Die Aufgaben reichen von der Warenpflege über Kassiertätigkeiten oder dem Zuschneiden von Käse.

Gemeinschaft
Die Kooperativen verstehen sich als Gemeinschaft, die einen Supermarkt betreibt. Dadurch wird den Konsument*innen ermöglicht, ihre Lebensmittelversorgung und Konsumentscheidungen aktiv zu gestalten. Neben der Mitbestimmung, die durch das genossenschaftliche Modell ermöglicht wird, bringen sich die Mitglieder über Arbeitsgruppen zum Beispiel zu IT-Themen, der Organisation von Veranstaltungen oder der Sortimentsauswahl ein.

Verkaufspreise
Durch die Mitarbeit der Mitglieder fallen geringere Personalkosten an. Dadurch können einige Produkte günstiger angeboten werden, zum Beispiel bio-regionales Obst und Gemüse. Der gemeinschaftliche Einsatz schafft somit finanzielle Vorteile für alle Beteiligten. Im klassischen Einzelhandel hingegen wirken sich die hohen Personalkosten zu einem erheblichen Anteil auf die Verkaufspreise aus.

Preisfairness
In den Kooperativen wird auf eine faire Preisgestaltung gesetzt, indem die von den Erzeuger*innen festgelegten Preise bezahlt werden. Dieses Prinzip stärkt die wirtschaftliche Sicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe und spiegelt die Wertschätzung für ihre Arbeit wider. Im Gegensatz zum klassischen Lebensmitteleinzelhandel finden keine Preisverhandlungen mit den Erzeuger*innen statt.

Transparenz
Die Preisgestaltung der Produkte wird offen kommuniziert (Preis für Erzeuger*innen plus Aufschlag). Die Preisaufschläge werden teilweise direkt auf den Preisschildern ausgewiesen, sodass sich für jedes Produkt Rückschlüsse auf die Produzent:innenvergütung ziehen lassen.

Solidarität
Menschen mit geringem Einkommen oder in besonderen Lebenslagen können beim Genossenschaftsbeitritt Ratenzahlungen oder Sozialtarife nutzen. Zudem gibt es in einzelnen Kooperativen vergünstigte Soli-Produkte und Soli-Gutscheine. So wird gewährleistet, dass finanzielle Faktoren weder Mitgliedschaft noch Einkauf einschränken und das Angebot für alle zugänglich bleibt.

Sortiment
Das Vollsortiment setzt sich aus Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs (z.B. Drogerieprodukte) zusammen. Der Bezug der Waren erfolgt überwiegend über den Bio-Großhandel, ergänzt durch direkte Kooperationen mit kleinen, oft regionalen Betrieben. Auch nicht zertifizierte Produzent*innen werden einbezogen, sofern sie nach ökologischen Prinzipien wirtschaften.

Zugang
Der Einkauf ist aufgrund des genossenschaftlichen Modells ausschließlich Mitgliedern vorbehalten. Dennoch sind die Läden offen zugänglich.

Bildungsangebote
Darüber hinaus engagieren sich Kooperative Lebensmittelläden mit zusätzlichen Angeboten, die über die reine Versorgung mit Lebensmitteln hinausgehen. Organisiert werden verschiedenste (öffentliche) Veranstaltungen und Formate zur Aufklärung über nachhaltige Ernährung, faire Lieferketten oder bio-regionale Landwirtschaft. Dazu zählen regelmäßige Tage der offenen Tür, Filmabende oder Workshops zur Förderung des Dialogs mit der Stadtgesellschaft.
Diese Übersicht der Strukturmerkmale Kooperativer Lebensmittelläden findet ihr als downloadbares PDF auch auf unserer Projektseite.

Die Kooperativen sind wirtschaftlich eigenständig und eng vernetzt. Gleichzeitig unterscheiden sich die einzelnen Läden in Aspekten wie bspw. dem Anteil an Bio-Produkten, der Größe der Ladenfläche oder der Einbindung von Lieferant*innen als Mitglieder.
Kooperative Lebensmittelläden im Vergleich

Praxisbeispiele
Nach dem Vorbild der Park Slope Food Coop in New York (Amerika), die in den 1970er Jahren gegründet wurde und mittlerweile über 17.000 Mitglieder hat, verbreitet sich das Konzept heute auch in Europa.
2017 haben sich La Louve in Paris (Frankreich) und BEES coop in Brüssel (Belgien) gegründet. In Deutschland haben sich 2021 der FoodHub in München und die SuperCoop in Berlin gegründet. 2024 folgte köllektiv in Köln und 2025 die SuperCoop in Bremen. In Wien (Österreich) hat 2025 der Laden des Mitmach-Supermarktes MILA eröffnet.
Das Konzept verbreitet sich stetig. Vielleicht bist auch du bald ein Teil davon?!
Willst du mehr über die bestehenden Läden erfahren, dann schaue dir die Steckbriefe an:
Steckbriefe
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FoodHub München Market eG Website
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FoodHub München
Der FoodHub München ist ein seit Juli 2021 bestehender Vollsortiment-Supermarkt, der von rund 2.630 Mitgliedern (Stand: Februar 2026) in München-Giesing geführt wird. Die Mitglieder sind verpflichtet, drei Stunden alle vier Wochen im Supermarkt zu arbeiten. Vier Vollzeitstellen, die auf fünf Mitarbeiter*innen verteilt sind, sowie zwei Minijobber*innen übernehmen die Koordination und Organisation des operativen Geschäfts und sorgen zusammen mit dem Einsatz der Mitglieder für einen reibungslosen Ablauf im täglichen Ladengeschäft. Weiterhin wirken die Mitglieder bei spezifischen Themenbereichen wie z.B. Events, Kommunikation, IT, Mitgliederbüro und Koordination durch spezielle Arbeitsgemeinschaften, die nach Bedarf zusammenkommen, mit. Ein Großteil der angebotenen Produkte im FoodHub sind ökologischer Herkunft (ca. 95 %), auch Betriebe in der Umstellung auf ökologisch werden unterstützt. Der Anteil regionaler Erzeugnisse variiert je nach Jahreszeit zwischen 30 % und 95 %. Bezogen werden die Lebensmittel von insgesamt 97 Direktlieferant*innen und fünf Großhändler*innen. Ziel ist die Förderung einer kleinräumig strukturierten, ökologischen Landwirtschaft, da diese für eine große Biodiversität sorgt und ein nachhaltiges Erbe für kommende Generationen darstellt. In Deutschland wird der Handel schließlich durch ein Oligopol beherrscht, was große Auswirkungen darauf hat, wie in Deutschland Landwirtschaft betrieben wird (Bericht der Monopolkommission aus 11/25). Der FoodHub ist primär aus der Idee entstanden, Handel anders zu gestalten. Der FoodHub will zeigen, dass dies gemeinsam möglich ist und baut daher eine Handelsstruktur auf, von der Landwirt*innen und handwerkliche Verarbeiter*innen sowie Verbraucher*innen einen Mehrwert haben. Daraus resultieren schließlich auch: „Bessere Preise für Alle!“ |
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SuperCoop Bremen eG Ladeneröffnung: November 2025
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SuperCoop Bremen
Die SuperCoop Bremen ist der jüngste Kooperative Lebensmittelladen in Deutschland. Der Supermarkt eröffnete im November 2025 zunächst im Rahmen eines Soft Openings, um Abläufe zu erproben und den Betrieb schrittweise aufzubauen. Seit Dezember 2025 läuft der Laden im regulären Betrieb. Untergebracht in einem ehemaligen Küchenstudio betreiben aktuell 433 Mitglieder (Stand: März 2026) den Supermarkt mit rund 280 m² Verkaufsfläche sowie etwa 400 m² Lagerfläche. Die gesamte Nutzfläche, inklusive Lieferzone, Büro und Mitgliederraum, beträgt etwa 800 m². Die SuperCoop Bremen versteht sich als Mitmach-Supermarkt in Genossenschaftsform. Mitglieder leisten regelmäßig drei Stunden Mitarbeit alle vier Wochen und tragen so aktiv zum Betrieb bei. Grundlage des Projekts sind Gemeinschaft und Mitbestimmung, nach dem Prinzip „eine Person = eine Stimme“. Der Betrieb läuft zu 100 % ehrenamtlich. Festangestellte gibt es derzeit noch nicht (Stand: März 2026). Unterstützt wird das Tagesgeschäft durch ein Koordinator*innen-Team im Tandem-Modell, das jeweils etwa fünf Stunden pro Woche übernimmt, sowie durch einen engagierten Vorstand, der zeitweise bis zu 30 Stunden pro Woche einbringt. Organisatorisch ist die SuperCoop in verschiedene Arbeitsgruppen und Teams gegliedert, darunter eine AG Mitgliedergewinnung, das Team Koordinator*innen, das Team IT, das Team Finanzen sowie während der Aufbauphase ein Team Umbau. Ein eigenes Team Sortiment wurde nach dem Soft Opening aktiv und verantwortet die Weiterentwicklung des Angebots. Das Sortiment besteht zu etwa 93-95 % aus Lebensmitteln. Den Rest machen Non-Food-Produkte aus. Der Anteil ökologischer Produkte liegt bei etwa 95 %. Der Anteil regionaler Produkte wird auf 35-45 % geschätzt, saisonal schwankend, insbesondere bei Obst, Gemüse und Backwaren. Hauptlieferant im Großhandel ist Naturkost Elkershausen. Ergänzend arbeitet die SuperCoop mit weiteren Partner:innen wie Naturkost Kontor Bremen sowie Direktvermarkter*innen und Produzent*innen wie Utamtsi, Rapunzel Naturkost und The Chocolate Makers zusammen. Transparenz, Fairness im Miteinander sowie ein klarer Fokus auf Nachhaltigkeit prägen die Ausrichtung der SuperCoop Bremen. Ziel ist es, einen Supermarkt zu gestalten, der einen hohen ökologischen Anteil, möglichst regionale Wertschöpfung und bewusste Sortimentsentscheidungen miteinander verbindet und dabei demokratisch von seinen Mitgliedern getragen wird. |
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SuperCoop Berlin eG Ladeneröffnung: September 2021
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SuperCoop Berlin
Die SuperCoop Berlin im Stadtteil Wedding ist ein gemeinschaftlich organisierter Supermarkt, der seit September 2021 von seinen rund 2.000 Mitgliedern (Stand: März 2026) selbst betrieben wird. Die Mitglieder leisten verpflichtend drei Stunden Mitarbeit alle vier Wochen im Laden. Jedes Mitglied kann zudem bis zu zwei Miteinkäufer*innen registrieren, die ebenfalls einkaufen dürfen, ohne selbst Arbeitsstunden zu übernehmen. Ergänzend zu den regulären Schichten gibt es auch zeitlich flexible Aufgaben, etwa kleinere Tätigkeiten wie das Reinigen von Regalen, die besonders für Mitglieder gedacht sind, deren Alltag weniger planbar ist. Der laufende Betrieb wird von einer kleinen hauptamtlichen Struktur unterstützt: Vier Vollzeitstellen, verteilt auf fünf Mitarbeiter*innen, übernehmen zentrale organisatorische Aufgaben. Darüber hinaus engagieren sich viele Mitglieder über ihre regulären Schichten hinaus in verschiedenen Arbeitsgruppen. Dazu zählen beispielsweise eine Gruppe zur Reaktivierung pausierender („eingefrorener“) Mitgliedschaften. Die technische Organisation, insbesondere Mitgliederverwaltung und Schichtplanung, wird von der AG IT betreut, die mit der selbst entwickelten Software „Tapir“ zentrale Abläufe digital abbildet und so die Koordination im Alltag erheblich erleichtert. Bei der Eröffnung im September 2021 umfasste die Verkaufsfläche zunächst rund 200 m²; erst im Frühjahr 2022 wurde der Laden auf etwa 700 m² erweitert. Heute führt die SuperCoop Berlin auf dieser Fläche ein Vollsortiment von rund 4.000 Produkten. Neben Waren von 14 ökologischen Großhändler:innen bezieht der Laden viele Produkte direkt von rund 40 Lieferant:innen, darunter zahlreiche kleinere Erzeuger*innen, teils aus dem Berliner Umland. So bestehen Kooperationen mit Solidarischen Landwirtschaften, kleinen Lebensmittelmanufakturen und einer Bäckerei, deren Backwaren regelmäßig mit dem Lastenrad abgeholt werden. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Gleichzeitig verfolgt die SuperCoop einen pragmatischen Ansatz: Ziel ist es, den Anteil nachhaltiger und regionaler Produkte im Alltag zu erhöhen, ohne ausschließlich auf strenge Prinzipien zu setzen. Regionalität hat dabei Priorität, auch wenn nicht alle Produkte aus unmittelbarer Nähe stammen. Ein kleiner Teil des Angebots, etwa fünf Prozent, besteht bewusst aus konventionellen Produkten, um ein alltagstaugliches Vollsortiment zu ermöglichen und unterschiedliche Einkaufsgewohnheiten zu berücksichtigen. Die Preisgestaltung erfolgt transparent und mit je nach Produktkategorie unterschiedlichen Aufschlägen. Aktuell gelten vier Stufen: 15 % für sogenannte Soli-Produkte, die wichtige Grundnahrungsmittel besonders erschwinglich halten sollen, 30 % für Obst und Gemüse, 32 % für den Großteil des Sortiments sowie 35 % für Wein, Fleisch und frischen Käse. Aktuell umfasst das Sortiment derzeit 31 Soli-Produkte mit reduziertem Aufschlag. Der Laden versteht sich nicht nur als Einkaufsort, sondern auch als sozialer Treffpunkt im Kiez. Neben einem wöchentlichen Mittagsangebot gibt es eine Spielecke für Kinder sowie Raum für Plena, Veranstaltungen und Workshops. Jeden ersten Samstag im Monat findet außerdem ein Tag der offenen Tür statt, an dem auch Nicht-Mitglieder einkaufen können. Insgesamt versteht sich die SuperCoop Berlin heute als demokratisch organisierter Mitmach-Supermarkt, der regionale Wertschöpfung stärkt, gemeinschaftliche Formen des Wirtschaftens erprobt und eine praktikable Alternative zum konventionellen Lebensmitteleinzelhandel schaffen möchte. |
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köllektiv eG Ladeneröffnung: Oktober 2024
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Köllektiv Köln
Köllektiv ist Kölns genossenschaftlicher Supermarkt und hat seinen Platz im Herzen der Kölner Südstadt gefunden. Seit Oktober 2024 betreiben die knapp 500 Genossenschaftsmitglieder (Stand: Februar 2026) ihren Laden, in dem sie gleichzeitig Mitarbeiter*innen und Kundinnen sind. Alle vier Wochen kommen Mitglieder zu einer dreistündigen Schicht in den Laden und kümmern sich um die Arbeit im Lager, im Verkaufsraum sowie an der Kasse. Auf der 110 m² großen Verkaufsfläche werden ca. 2.000 Artikel des täglichen Bedarfs angeboten. Das Angebot bestimmen die Mitglieder selbst. Bezugsquellen sind neben dem ökologischen Großhandel vor allem kleine Erzeuger*innen und -gemeinschaften im näheren Umkreis von Köln. Besondere Partnerschaften gibt es aber auch z.B. mit einer griechischen Initiative für fair produziertes Olivenöl, einer Initiative für fair geerntete Zitrusfrüchte aus Italien sowie mit einem italienischen Projekt für maffiafreie Tomatenproduktion. Für den Betrieb des Ladens sorgen die Mitglieder in ehrenamtlicher Arbeit, die weit über die Schicht im Laden hinausgeht. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AG), wie z.B. in der AG Marketing & Netzwerk oder der AG Sortiment, engagieren sich Mitglieder für die intensive Recherche zu Produkten oder für einmalige Erlebnisse, die die Gemeinschaft von köllektiv stärken und nach außen hin bekannt machen. Im Hintergrund sorgen die AG Verwaltung für die Organisation sowie die AG IT für die digitale Basis der genossenschaftlichen Zusammenarbeit und die Infrastruktur im Laden. Neben dem unermüdlichen Einsatz der Mitglieder, arbeiten drei Minijobber*innen (Stand: Februar 2026) für die Kooperative. Diese sorgen täglich für einen reibungslosen Ablauf im Laden sowie die Koordination der unzähligen Aufgaben im operativen Ladenbetrieb. Koellektiv sieht sich selbst als „Motor des Wandels“, ist bestrebt Dinge anders zu machen und ist dabei sein eigenes Vorbild, ganz nach dem Motto: „wir sind nicht perfekt und müssen es auch nicht sein. Was wir lernen, wollen wir teilen und begegnen der Welt freundschaftlich und kooperativ.“ |
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BEES coop Website
Ladeneröffnung: September 2017
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BEES coop Brüssel
BEES coop, kurz für Brussels Ecological, Economical, Social Supermarket, ist ein genossenschaftlich organisierter Supermarkt in Brüssel. Das Projekt basiert auf einem mitgliedschaftlichen Modell: die mehr als 1.500 Mitglieder (Stand: März 2026) sind zugleich Eigentümer*innen, Kund*innen und aktive Mitwirkende. Durch die verpflichtende Mitarbeit von drei Stunden alle vier Wochen übernehmen sie zentrale Aufgaben im Tagesgeschäft. Sei es an der Kasse, beim Einräumen von Waren, in der Logistik oder in administrativen Bereichen und tragen so maßgeblich zum Betrieb des Ladens bei. Das Sortiment umfasst heute über 4.000 Produkte. Von anfangs rund 500 Artikeln im ersten kleinen Laden über etwa 2.500 Produkte im späteren Supermarkt bis hin zum heutigen Vollsortiment. Der Fokus liegt konsequent auf ökologisch, regional, nachhaltig und wo möglich unverpackt. Obst und Gemüse sind grundsätzlich ausschließlich in ökologischer Qualität erhältlich. Für die Produktauswahl bestehen klare Kriterien, die ökologische, soziale und ethische Aspekte berücksichtigen. Produkte großer Konzerne, die Umwelt oder Produzent*innen ausbeuten, werden bewusst nicht ins Sortiment aufgenommen, unter der Annahme, dass es stets Alternativen gibt, die qualitativ und preislich vergleichbar sind. Insgesamt arbeitet die BEES coop mit über 100 kleinen und größeren Lieferant*innen zusammen und erhält durchschnittlich zwölf bis fünfzehn Anlieferungen pro Tag. Die Preisgestaltung ist transparent. Der einheitliche Aufschlag beträgt 20 %; auf Obst und Gemüse, lose Ware sowie Fleisch werden zusätzlich 5 % kalkuliert. Dieses Modell ermöglicht faire Preise bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Stabilität. Die Entwicklung der BEES coop verlief schrittweise. Vor rund sechs Jahren wurde zunächst ein kleiner Laden als Pilotprojekt eröffnet, auf dessen Fläche befinden sich heute Anlieferungsbereiche und Kühlräume. Inzwischen ist der Supermarkt deutlich gewachsen. Die Verkaufsfläche wird aktuell im ersten Stock erweitert, unter anderem um zusätzliche Kühlregale. Dort befindet sich auch eine Gastroküche, die perspektivisch für gemeinschaftliche Aktivitäten, Kochkurse oder die Weiterverarbeitung nicht verkaufter Lebensmittel genutzt werden soll. In den vergangenen Jahren lag der Fokus jedoch vor allem darauf, den Supermarktbetrieb erfolgreich zu etablieren. Neben dem wirtschaftlichen Betrieb versteht sich die BEES coop als sozialer Treffpunkt für die Nachbarschaft. Ein Newsletter informiert regelmäßig über Entwicklungen, Veranstaltungen und Hintergründe zur Beschaffung. Die BEES coop steht für ein alternatives Modell der Lebensmittelversorgung, das auf gemeinschaftlichem Eigentum, Transparenz, Solidarität und langfristiger Nachhaltigkeit basiert und das in Brüssel klein begann und kontinuierlich gewachsen ist. |
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La Louve Ladeneröffnung: November 2017
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La Louve Paris
La Louve ist der erste genossenschaftlich organisierte und partizipativ geführte Supermarkt in Paris. Das Projekt orientiert sich am Modell der Park Slope Food Cooperative (PSFC) in New York City. Initiiert wurde La Louve unter anderem von dem US-Amerikaner Tom Boothe, der einen Dokumentarfilm über die New Yorker Kooperative drehte und das Konzept anschließend nach Frankreich brachte. Bevor der heutige Supermarkt eröffnete, wurde das Modell zunächst ein Jahr lang in einer Testphase erprobt. In dieser Zeit konnten Abläufe, Organisation und Mitgliederarbeit im kleineren Rahmen ausprobiert und weiterentwickelt werden. Erst danach öffnete der große Supermarkt mit seinem vollständigen Sortiment. Heute zählt die Kooperative knapp 4.000 aktive Mitglieder (Stand: März 2026). Im Zentrum des Modells steht die Mitarbeit der Mitglieder. Wer bei La Louve einkaufen möchte, wird Teil der Genossenschaft und beteiligt sich sowohl finanziell als auch durch regelmäßige Mitarbeit. Alle vier Wochen übernehmen Mitglieder eine dreistündige Schicht im Laden. Sie arbeiten an der Kasse, räumen Waren ein, nehmen Lieferungen an oder helfen im Lager. Die Aufgaben sind bewusst so organisiert, dass auch Menschen ohne Vorerfahrung sie übernehmen können. Während der Schichten begleiten Koordinator*innen die Teams und sorgen dafür, dass alles reibungslos funktioniert. Für Menschen mit geringerem Einkommen gibt es reduzierte Mitgliedsanteile, damit möglichst viele teilnehmen können. Die Mitglieder bestimmen auch über die Entwicklung des Projekts. Grundlegende Entscheidungen werden in Generalversammlungen getroffen, bei denen jede Person, unabhängig von der Anzahl der Anteile, eine Stimme hat. Überschüsse werden vollständig wieder in den Betrieb investiert. Die gemeinsame Mitarbeit hat einen großen Einfluss auf die Organisation des Supermarkts. Obwohl La Louve über eine Verkaufsfläche von rund 1.450 m² verfügt, arbeiten dort nur etwa 14 festangestellte Personen. In einem klassischen Lebensmittelladen dieser Größe wären nach eigenen Angaben rund 60 Angestellte erforderlich. Durch die Mitarbeit der Mitglieder können Personalkosten deutlich reduziert werden, ein Vorteil, der sich auch in den Preisen niederschlägt. Nach eigener Darstellung liegen diese im Durchschnitt mindestens 40 % unter denen konventioneller Supermärkte. Damit Mitglieder ihren gesamten Einkauf an einem Ort erledigen können, ist das Sortiment bewusst breit angelegt. Mehr als 7.000 Produkte stehen zur Auswahl, von regionalen und ökologischen Lebensmitteln über handwerklich hergestellte Spezialitäten bis hin zu konventionellen Artikeln des täglichen Bedarfs. Obst und Gemüse sind vollständig ökologisch. Einige Produkte, etwa Käse, Tee oder Kräuter, werden in großen Mengen eingekauft und im Laden selbst portioniert, um Kosten zu sparen. Die Preisaufschläge unterscheiden sich je nach Produktkategorie und berücksichtigen beispielsweise mögliche Verluste bei leicht verderblichen Waren. Heute ist La Louve jedoch mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Der Supermarkt versteht sich als gemeinschaftlicher Treffpunkt im vielfältigen 18. Arrondissement von Paris. Filmabende, Veranstaltungen und Aktivitäten mit der Nachbarschaft schaffen Raum für Austausch und Begegnung. La Louve beschreibt sich selbst als ein praktisches, radikales Experiment. Nicht die Theorie steht im Vordergrund, sondern die Erfahrung, gemeinsam einen Supermarkt zu betreiben und Verantwortung für die eigene Lebensmittelversorgung zu übernehmen. |
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MILA Mitmach-Supermarkt e.G.
Ladeneröffnung: Mai 2022-August 2025 (Mini-Markt)
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MILA Wien
MILA (kurz für Mitmachladen) ist ein genossenschaftlich organisierter Lebensmittelladen im 12. Bezirk in Wien. Aktuell betreiben dort knapp 1.400 Mitglieder (Stand: März 2026) gemeinsam ihren eigenen Supermarkt. Der Grundstein der Kooperative wurde bereits 2020 mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins gelegt. Die Gründung der Genossenschaft folgte am 1. Februar 2023. Ein erster Minimarkt mit rund 800 Produkten diente als Pilotprojekt und Vorgeschmack auf den großen Supermarkt, der im Oktober 2025 eröffnet wurde. Bis August 2025 wurde der Minimarkt vom Zweigverein betrieben. Auf einer Verkaufsfläche von mittlerweile über 350 m² bietet MILA rund 3.800 Produkte für den täglichen Bedarf. Rund 85 % des Sortiments sind, soweit möglich, regionale Bio-Produkte. Gleichzeitig versteht sich MILA bewusst nicht als reiner Biosupermarkt: Um einen vollständigen Wocheneinkauf zu ermöglichen und unterschiedliche Budgets anzusprechen, gehören auch konventionelle und internationale Produkte sowie bekannte Markenartikel zum Angebot. Ziel ist es, „so ökologisch und regional wie möglich, aber nicht um jeden Preis“ zu wirtschaften. Besonders bei Grundnahrungsmitteln sowie bei ökologischem Obst und Gemüse direkt von regionalen Produzent*innen erreicht MILA nach eigener Einschätzung ein Preisniveau, das mit Discountern vergleichbar ist. Spezialitäten liegen häufig 20 % bis 50 % unter den Preisen von Fachgeschäften oder Bio-Handelsketten. Die Preisgestaltung ist dabei klar und transparent. Auf alle Produkte wird ein fixer Aufschlag von 30 % auf den Einkaufspreis erhoben (Stand: März 2026). Die Produktauswahl folgt klar definierten Kriterien wie Regionalität, Saisonalität, Umweltschutz, Verpackungsvermeidung, Tierwohl, Arbeitsrechten, Transparenz und fairer Zusammenarbeit mit Bäuer*innen. Das Sortiment umfasst frische Backwaren regionaler Betriebe, Kühlprodukte, Haushaltswaren sowie ein großes Unverpackt-Angebot. Non-Food-Artikel ergänzen das Angebot, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt. Das solidarische Mitmach-Modell ermöglicht Mitbestimmung. Etwa durch Produktvorschläge über eine analoge Sortimentsmappe oder eine digitale Plattform. Die Sortimentsentwicklung orientiert sich an der tatsächlichen Nachfrage der Mitglieder. Einkaufen dürfen auch sogenannte Miteinkäufer, sie können jedoch keine Mitarbeitsschichten übernehmen. Ein zentrales Element ist das solidarische Mitmach-Modell. Alle Mitglieder leisten drei Stunden Mitarbeit alle vier Wochen und tragen so wesentlich zum Betrieb bei. Das senkt Personalkosten und ermöglicht erschwingliche Preise. Zudem schafft der solidarische Gedanke umfassende Mitbestimmung, etwa durch Produktvorschläge über eine analoge Sortimentsmappe oder eine digitale Plattform. Die Sortimentsentwicklung orientiert sich an der tatsächlichen Nachfrage der Mitglieder. Einkaufen dürfen auch sogenannte Miteinkäufer, sie können jedoch keine Mitarbeitsschichten übernehmen. MILA versteht sich ausdrücklich als inklusiver Supermarkt. Über einen Soli-Topf werden Mitglieder mit geringem Einkommen unterstützt, rund 19 % nutzen einen Sozialanteil. Schnuppereinkäufe für Nicht-Mitglieder sind möglich, der Zugang und die Sanitäranlagen sind barrierefrei gestaltet, es gibt barrierearme Waagen sowie eine „stille Stunde“ für reizärmeres Einkaufen. Eine Gemeinschaftsküche fördert Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Genossenschaft ist demokratisch organisiert. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und bringt Expertise aus Bereichen wie Betriebswirtschaft, Nachhaltigkeit, Organisationsentwicklung und Lebensmittelhandel ein. Für das operative Tagesgeschäft ist ein Team aus Teilzeit-Angestellten zuständig, darunter Geschäftsführung, Einkauf, Schichtkoordination, Mitgliederbüro, Buchhaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Insgesamt positioniert sich MILA als solidarischer, demokratisch organisierter Supermarkt, der ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe und bewussten Konsum verbindet und damit eine kooperative Alternative zu profitorientierten Handelsstrukturen bietet. |
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Park Slope Food Coop
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Park Slope Food Coop New York
Die Park Slope Food Cooperative (PSFC) in Brooklyn, New York City, gilt als Vorbild für die neue Generation kooperativer Läden in Europa. Seit ihrer Gründung im Jahr 1973, zu einer Zeit, als hochwertige ökologische Lebensmittel im städtischen Umfeld kaum erhältlich waren, entwickelte sie ein Modell, das gemeinschaftliches Eigentum, demokratische Mitbestimmung und verpflichtende Mitarbeit systematisch miteinander verbindet und dadurch qualitativ hochwertige Lebensmittel, zu vergleichsweise günstigen Preisen, zugänglich macht. Dieses Organisationsprinzip wurde in den vergangenen Jahren vielfach adaptiert und inspirierte unter anderem Initiativen in Paris, Wien, München und Berlin. Zentral für die internationale Strahlkraft der PSFC ist ihr klar strukturiertes Beteiligungsmodell. Mitglieder sind zugleich Eigentümer*innen, Kund*innen und Arbeitskräfte. Rund zwei Drittel der heute über 17.000 Mitglieder (Stand: März 2026) leisten etwa 80 % der anfallenden Arbeit bei der Organisation des Supermarktes. Dieses Modell ermöglicht einen wirtschaftlich stabilen Betrieb mit, verglichen zum klassischen Lebensmitteleinzelhandel, wenigen Angestellten, trotz hoher Umsätze. Tatsächlich gilt die Kooperative, gemessen am Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche, als einer der leistungsstärksten Lebensmittelmärkte in den USA. Die hohe Einkauffrequenz spiegelt sich auch im Alltag wider. Aufgrund des großen Andrangs entstehen nicht nur längere Warteschlangen an den Kassen, auch in den Gängen ist es oft eng und voll. Mit einem Augenzwinkern nimmt die Kooperative dieses Phänomen in ihrer eigenen Zeitung „The Linewaiters Gazette“ auf und macht die Wartezeit selbst zum Teil ihrer gemeinschaftlichen Identität. Die PSFC startete einst auf kleiner Fläche und hat im Laufe der Zeit ihr gesamtes Gebäude sowie das angrenzende Gebäude übernommen. Heute erstreckt sich die Verkaufs- und Lagernutzung über insgesamt rund 1.000 m². Sie finanziert sich über Mitgliederanteile und hat auf alle Produkte nachvollziehbare Aufschläge von aktuell 24 % (mit bedarfsweisen Anpassungen, z.B. infolge der Corona-Pandemie). Die hohe Produktumschlaggeschwindigkeit sorgt für Qualität und Frische. Ein zentrales Element der Arbeitsorganisation ist das sogenannte ABCD-Schichtsystem. Es strukturiert die verpflichtende Mitarbeit der Mitglieder und sorgt für eine verlässliche Personalplanung. Grundsätzlich übernimmt jedes Mitglied alle vier Wochen eine Arbeitsschicht. Der Monat ist dafür in vier aufeinanderfolgende Wochen gegliedert. Die erste Woche ist eine A-Woche, die zweite eine B-Woche, die dritte eine C-Woche und die vierte eine D-Woche. Wer sich beispielsweise für eine feste Schicht in der B-Woche anmeldet, arbeitet fortan alle vier Wochen in „seiner“ B-Woche zur gleichen Zeit und im gleichen Aufgabenbereich. Dieses Modell sorgt für Kontinuität, eingespielte Teams und hohe Verlässlichkeit. Für Personen mit unregelmäßigen Zeitplänen gibt es die Möglichkeit, flexible Schichten zu übernehmen. Diese müssen ebenfalls im Vier-Wochen-Rhythmus geleistet werden, bieten jedoch mehr zeitliche Anpassung. Das Vollsortiment ist breit aufgestellt. Der Großteil von Obst und Gemüse sind ökologischer Herkunft. Die PSFC führt aber auch konventionelle Produkte, um unterschiedliche Einkommensgruppen einzubeziehen und eine breite Mitgliedschaft zu ermöglichen. „Lokal“ wird als ein Umkreis von 500 Meilen definiert. Wenn die lokale Anbausaison in vollem Gange ist, stammt der Großteil der Produkte von über 40 lokalen Kleinbauernhöfen aus einem Umkreis von 100 bis 200 Meilen. Langfristige, vertrauensvolle Beziehungen zu Lieferant*innen sind ein zentrales Prinzip. Ökologische Verantwortung zeigt sich unter anderem in der Reduktion von Plastikverpackungen sowie in der Kompostierung nicht verkaufsfähiger Waren. Über den wirtschaftlichen Betrieb hinaus ist die PSFC ein sozialer Organismus. Kinderbetreuung während der Schichten erleichtert die Teilnahme, es gibt organisierte Begleitungen zur nahegelegenen Bahnstation, in Konfliktfällen unterstützen Mediator*innen. Gerade diese Kombination aus wirtschaftlicher Tragfähigkeit, klarer Organisationsstruktur und gelebter Gemeinschaft machte die PSFC zum Referenzmodell für zahlreiche europäische Kooperativen. Viele Initiativen haben das Grundprinzip, verpflichtende Mitarbeit, demokratische Entscheidungsstrukturen und transparente Preisgestaltung, direkt übernommen und an ihre lokalen Kontexte angepasst. Damit wirkt die PSFC weit über New York hinaus als praktisches Beispiel für eine alternative, gemeinschaftlich organisierte Lebensmittelversorgung. |
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Zukunft
Damit ein Kooperativer Lebensmittelladen langfristig funktioniert, braucht es stabile Strukturen, engagierte Mitglieder und die Bereitschaft, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei stellt sich die Frage, welche Faktoren langfristig zum Erfolg beitragen und wie das Konzept auch über den einzelnen Laden hinaus gestärkt werden kann.
Stimmen aus der Praxis
Wir haben unsere Praxispartner*innen gefragt, wo sie sich in 5-10 Jahren sehen, was es für eine langfristige Stabilisierung braucht und welche Unterstützung sie dafür benötigen. Das haben sie geantwortet:
| „Wir haben vielleicht drei Läden und eigene Produktionsstrukturen.“ | ||||
| „[…] und hoffentlich dann Teil von einem Netzwerk von vielen solcher Läden in ganz Deutschland.“ | ||||
| „Also, wenn ich ganz optimistisch bin, dann haben wir, weiß ich nicht 2000 Mitglieder und sind am überlegen, ob wir nicht irgendwo noch einen weiteren Laden aufmachen.“ | ||||
| „Ich glaube, der [Laden] steht ziemlich gut da. Hoffentlich noch mit ein paar mehr Mitgliedern und noch mehr verschiedenen Produkten und vor allem mit noch mehr Läden in Deutschland, […] aber noch mehr Läden, die auch ja die Idee von Coops irgendwie aufnehmen.“ | ||||
| „In 5 bis 10 Jahren haben wir hoffentlich unsere zweite Filiale offen und über 1000 Mitglieder.“ | ||||
| „Also, ich bin davon überzeugt, dass wir auf gesunden Füßen stehen, dass wir zwar langsam wachsen, aber wir wachsen. Und dass wir irgendwann diese kritische Mitgliederzahl erreicht haben und dann eigentlich einfach im täglichen Wirtschaften können. Und dass das gut funktioniert.“ |
Dreiklang des nachhaltigen Erfolgs Kooperativer Lebensmittelläden
Faktoren, die entscheidend für eine langfristige Stabilisierung des Ladens sind:

Dreiklang des nachhaltigen Erfolgs Kooperativer Lebensmittelläden (eigene Darstellung)
Die Säulen der Stabilität
Die Interviews mit den Kooperativen zur Gründung und Organisation ihrer Läden haben gezeigt, dass eine langfristige Stabilität auf verschiedenen Säulen aubaut:

Die Säulen der Stabilität (eigene Darstellung)
| „Es ist wichtig, die Leute bei Laune zu halten, gute Produkte anzubieten und immer im Austausch zu sein.“ – Festangestellte einer Kooperative |
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| „Wir müssen die Arbeitsbelastung auf mehreren Schultern verteilen.“ – Vorstandsmitglied einer Kooperative |
Stabile Gründung
Der Erfolg eines Kooperativen Lebensmittelladens hängt maßgeblich von gestaltbaren Rahmenbedingungen ab.
Damit aus einer Idee ein stabiles Konzept wird, bedarf es ein Zusammenspiel aus politischer, finanzieller und sozialer Unterstützung. Durch politisches Engagement und die Förderung neuer Konzepte wird die Grundlage gelegt. Politische Offenheit schafft das Vertrauen, das auch Vermieter*innen und Banken benötigen, um junge Kooperativen zu unterstützen. Ein politischer Hebel kann die Suche nach passenden Immobilien erleichtern und verbessert möglicherweise den Zugang zu Bankdarlehen sowie staatlichen Fördergeldern, die einen wesentlichen Beitrag leisten eine finanzielle Basis vor allem in der kritischen Anfangsphase zu ermöglichen.
Findet das Konzept in der Stadt durch die Politik und Medien Anklang, steigt auch die Sichtbarkeit der Kooperativen Lebensmittelläden. Das schafft Vertrauen in der Bevölkerung und macht das Modell als Alternative zum konventionellen Einzelhandel bekannt. Sichtbarkeit kann zu einem gesteigerten Interesse führen. Menschen werden für die Relevanz der Transformation sensibilisiert, fühlen sich motiviert und werden zu aktiven Mitgliedern, die den Laden mit Leben und regelmäßigen Arbeitseinsätzen füllen.
Unterstützung für die Weiterverbreitung des Konzepts

Politische Unterstützung und Förderung

Leichterer Zugang zu Standorten & Bankdarlehen

Erhöhte
öffentliche Sichtbarkeit

Leichtere
Mitglieder-
gewinnung

Stabile
Gründung
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