Aktuelles
Neuigkeiten aus dem Kosiliarlabor
Ringversuch 2024
Ringversuch 2024/25
Der zweite Ringversuch zur Diagnostik der Hundestaupe wurde erfolgreich abgeschlossen. Diesmal nahmen 20 Labors aus Deutschland teil, in den Bereichen Hundestaupevirus-Genomnachweis (PCR und Echtzeit-PCR) und Hundestaupevirus-AK-Nachweis. Der Vergleich mit dem letzten Ringversuch zeigt eine konstante Qualität der Staupe-Diagnostik in Deutschland.
Im Bereich Genomnachweis wurden 10 Proben versandt. Die negative Probe wurde von allen bis auf einen Teilnehmer richtig befundet. Für sieben Proben wurde ein positives Ergebnis erwartet. Einige der Proben waren verdünnt, sodass der Nachweis entsprechend schwerer fiel.
In der konventionellen PCR bewerteten 2 / 5 Labors alle 10 Nukleinsäureproben wie erwartet. Ein Labor bewertete eine positive Probe in einem von drei Läufen als fraglich in den anderen Läufen als positiv. Bei der Echtzeit-PCR fanden 7 / 16 Teilnehmern die erwarteten Ergebnisse.
Die schwach positiven Proben wurden sowohl in der konventionellen PCR als auch in der Echtzeit-PCR zum Teil als fraglich oder negativ bewertet.

Ergebnisse der Labors für die erwartet positiven Nukleinsäureproben in der Echtzeit-PCR (x-Achse Proben, Y-Achse Ct-Werte)
Neben Proben von Hundestaupeviren wurden auch verwandte Viren im Ringversuch berücksichtigt. In einigen Fällen gaben die Teilnehmer positive Ergebnisse für phocines Staupevirus sowie für bovines Pneumovirus an.
Im Bereich der CDV-Serologie nahmen nur zwei Labors teil, die im Wesentlichen zu vergleichbaren Ergebnissen kamen.

Ergebnisse der 2 Labors für den Ak-Nachweis (je zwei getrennte Tests; x-Achse Proben, y-Achse Ak-Titer als logND)
Die detaillierten Ergebnisse finden sich hier.
Ringversuch 25/26
Nach dem Ringversuch ist vor dem Ringversuch. Wir planen für den Winter 2025/26 den dritten Ringversuch zur Diagnostik der Hundestaupe (Serologie, Nukleinsäurenachweis). Die Teilnahme ist für Labors kostenlos, es müssen nur die Versandkosten übernommen werden (Proben auf Trockeneis). Eine Anmeldung kann ab sofort hier erfolgen. Deadline für die Anmeldung ist der 1. November 25.
Ringversuch 2023
Der Ringversuch zur Diagnostik der Hundestaupe wurde erfolgreich abgeschossen. Ziel des RV war es einen Überblick über Stand und Qualität der Prüfverfahren in Deutschland zu gewinnen. Die Teilnahme war mit 21 Prüflaboren aus Deutschland und aus Österreich sehr gut, was den molekularen Nachweis von CDV mittels PCR angeht. Die Ergebnisse des CDV-Genomnachweises zeigen eine gute Qualität und - mit Einschränkungen - Vergleichbarkeit der Resultate.
Für den Genomnachweis wurden nur Virusisolate der Spezies canine morbillivirus verwendet. Die Isolate entstammten den Genogruppen Europe und America I und II. Aus Gründen der Verfügbarkeit konnte nur ein kleiner Teil des Spektrums der kaninen Morbilliviren einbezogen werden. Allerdings stammen die in Deutschland nachgewiesenen CDV-Isolate überwiegend aus der Gruppe Europe.
Die Resultate der CDV-Serologie lassen aufgrund der geringen Teilnehmerzahl von nur drei Labors keine Aussage über den Stand der entsprechenden Diagnostik zu.
Die detaillierten Ergebnisse finden sich hier.
Meldungen
Staupe auf den Galapagosinseln
Das Staupevirus (CDV) ist ein hoch ansteckendes Virus, das Artengrenzen bei Säugetieren überwinden kann und weitreichende Auswirkungen auf Haustier- und Wildtierpopulationen hat. Eine Studie beschreibt einen Staupe-Ausbruch auf den Galapagosinseln im Jahr 2019. Insgesamt wurden 125 Hunde mit klinischen Symptomen, die mit CDV vereinbar sind, in diese Studie einbezogen. Es wurden Nasenabstriche entnommen und per RT-qPCR zum Nachweis von CDV analysiert, was eine Positivitätsrate von 74,4 % (IC95 %, 66–81 %) ergab. Die Studie zeigt, dass CDV trotz der jüngsten Richtlinien zur Kontrolle der Hundepopulation und CDV-Impfung immer noch eine Bedrohung für die endemischen und gefährdeten Galapagos-Seelöwen darstellt.
Link: https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2023.1154625/full
Staupe bei Wildtieren in Deuschland
Das LAVES Niedersachsen in hat 2023 95 karnivore Wildtiere auf Staupevirus untersucht. Insgesamt wurde bei 33 Prozent der Tiere das Staupevirus nachgewiesen, darunter waren Füchse (25/64), Waschbären (4/8), Marder (1/10) sowie ein Fischotter.
Das Landesuntersuchungsamt Reinland-Pfalz hat im Zeitraum April 2022 bis März 2023 bei insgesamt 149 Füchsen (37,6 Prozent der untersuchten Tiere) sowie bei 14 Waschbären, drei Dachsen und einem Marder Staupevirus nachgewiesen.
Im Kreis Soest ist in 2023 bereits bei zwei Füchsen und sieben Waschbären das Staupe-Virus nachgewiesen worden. Der Veterinärdienst des Kreises Soest empfielt dringend, Hunde vorbeugend gegen Staupe impfen zu lassen.
Link: https://www.kreis-soest.de/pressemitteilungen/detailansicht/1132698