Schwerpunktcurriculum „Community and Public Health“ (SPC CPH)
Das SPC „Community and Public Health“ ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Hausärztliche Medizin, des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
sowie der Gesundheitsämter des Landkreises Gießen und des Lahn-Dill-Kreises,
um Studierende gezielt auf die Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vorzubereiten und zu begleiten.
Schwerpunktcurriculum „Community and Public Health“ (SPC CPH)
Das Schwerpunktcurriculum „Community and Public Health“ (SPC CPH) zielt darauf ab, unterschiedliche Perspektiven der Gesundheitsversorgung miteinander zu verknüpfen und in einen übergeordneten Zusammenhang zu stellen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen der Versorgung des Individuums und den gesundheitlichen Belangen der gesamten Bevölkerung. Dadurch wird ein Verständnis gefördert, das sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Dimensionen von Gesundheit berücksichtigt.
Gleichzeitig fungiert das SPC CPH als Schnittstelle zwischen globalen Gesundheitsansätzen und deren Umsetzung auf kommunaler bzw. regionaler Ebene. Es zeigt auf, wie globale Entwicklungen lokale Gesundheitsstrukturen beeinflussen und wie umgekehrt regionale Maßnahmen in größere Zusammenhänge eingebettet sind.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Integration naturwissenschaftlicher sowie sozial- und kulturwissenschaftlicher Einflussfaktoren auf Gesundheit. Durch diese interdisziplinäre Perspektive werden komplexe Zusammenhänge der Gesundheitsversorgung differenziert erfasst.
Aufbauend auf dem bestehenden Schwerpunkt Global Health erweitert das SPC CPH dessen Inhalte gezielt um die kommunale Ebene und stärkt damit den Blick für lokale Herausforderungen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten der Gesundheitsämter.
Der Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung auf den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Ziel ist es, einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten im Gesundheitsamt zu erhalten und auf spätere Tätigkeiten im ÖGD vorzubereiten.
Was macht eine Ärztin/ ein Arzt im Öffentlichen Gesundheitsdienst?
Zu den Aufgaben einer Ärztin/ eines Arztes im Gesundheitsamt gehören unter anderem Begutachtungen, die Arbeit im Sozialpsychiatrischen Dienst sowie Schuleingangsuntersuchungen. Dabei stehen die gesundheitliche Beratung, Prävention und Unterstützung verschiedener Bevölkerungsgruppen im Mittelpunkt.
Darüber hinaus übernehmen Ärztinnen und Ärzte im ÖGD Aufgaben im Infektionsschutz, in der Gesundheitsförderung und im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. Auch amtsärztliche Gutachten und Hygienekontrollen zählen zum Tätigkeitsfeld.
Ideal vorbereitet mit dem SPC CPH
Das SPC vermittelt einen Überblick über diese unterschiedlichen Bereiche und bereitet darauf vor, künftig selbst Tätigkeiten im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu übernehmen.
Das Schwerpunkt-Curriculum "Community and Public Health" steht allen Studierenden offen. Für die Studierenden der Studienplatzquote öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) ist die Teilnahme am SPC CPH verpflichtend.
Aufbau und Struktur
Die Struktur des Curriculums kann je nach Einstieg im vorklinischen oder klinischen Studienabschnitt variieren.
Einstieg im
vorklinischen Studienabschnitt*
mit StudySkills
Pflicht-Module:
- Vorklinisches Wahlpflichtfach "global Health at home", inkl. Hospitation (21 UE | 3. FS)
- Logbuch-geführte Famulatur (56 UE)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Einführung in Global Health" (14 UE | ab 7. FS)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Tropenmedizin und internationale Gesundheit" (14 UE | ab 7. FS)
- Public Health praktisch (Seminar + Hospitation) (14 UE | 7. FS)
- 1 x SPC-Jahrestreffen
(7 UE)
Wahl-Module:
- StudySkills (Empfehlung)
- frei auswählen kann man 1 weiteres Wahl-Modul mit jeweils 14 UE
* Für Studierende der ÖGD-Quote ist der Beginn des SPC mit dem Vorklinischem Wahlpflichtfach verpflichtend.
Einstieg im
vorklinischen Studienabschnitt*
ohne StudySkills
Pflicht-Module:
- Vorklinisches Wahlpflichtfach "global Health at home", inkl. Hospitation (21 UE | 3. FS)
- Logbuch-geführte Famulatur (56 UE)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Einführung in Global Health" (14 UE | ab 7. FS)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Tropenmedizin und internationale Gesundheit" (14 UE | ab 7. FS)
- Public Health praktisch (Seminar + Hospitation) (14 UE | 7. FS)
- 1 x SPC-Jahrestreffen
(7 UE)
Wahl-Module:
- frei auswählen kann man 2 weitere Wahl-Module mit jeweils 14 UE
* Für Studierende der ÖGD-Quote ist der Beginn des SPC mit dem Vorklinischem Wahlpflichtfach verpflichtend.
Einstieg im
klinischen Studienabschnitt*
Pflicht-Module:
- Logbuch-geführte Famulatur (56 UE)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Einführung in Global Health" (14 UE | ab 7. FS)
- Klinisches Wahlpflichtfach "Tropenmedizin und internationale Gesundheit" (14 UE | ab 7. FS)
- Public Health praktisch (Seminar + Hospitation) (14 UE | 7. FS)
- 1 x SPC-Jahrestreffen
(7 UE)
Wahl-Module:
- frei auswählen kann man 2 weitere Wahl-Module mit jeweils 14 UE
* Das Wahlpflichtfach (21 UE) aus der Vorklinik wird angerechnet.
Das Schwerpunkt-Curriculum kann bereits in den vorklinischen Semestern beginnen. In dieser Phase des Studiums stehen folgende Module zur Verfügung:
- Schlüsselkompetenzen/ StudySkills
- Vorklinisches Wahlfach/Modul „Global Health at home“: Community und Public Health am Beispiel Tuberkulose“
Sie können sich spätestens im zweiten klinischen Semester in das SPC einschreiben. Verpflichtend ist die Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
- Einführung in Global Health (14 UE)
- Tropenmedizin und internationale Gesundheit (1,5 SWS | 14 UE)
- Public Health praktisch (Seminar + Hospitation im Gesundheitsamt) (14 UE)
Parallel zum Schwerpunkt-Curriculum " Community and Public Health" können Studierende freiwillig am Mentoring-Programm teilnehmen. Für ÖGD-Studierende startet dieses Angebot bereits in der Vorklinik.
Famulatur
Logbuch-geführte Famulatur in einem der folgenden Bereiche:
- Einrichtung des öffentlichen Gesundheitswesens
- hausärztlich tätige Praxis für Kinder- und Jugendmedizin (als Vorbereitung auf das Themengebiet Kinder- und Jugendgesundheit/Kinder- und Jugendärztlicher Dienst)
- ambulante oder stationäre Psychiatrie (als Vorbereitung auf das Themengebiet Psychische Gesundheit/Sozialpsychiatrie)
Wir empfehlen zur optimalen Vorbereitung die Famulatur nach dem 3. klinischen Semester und nach der Teilnahme an den Lehrveranstaltungen „Public Health praktisch“ und am klinischen Wahlpflichtfach „Einführung in Global Health“
Der Ort der Famulatur darf von den Studierenden selbst ausgewählt werden, muss aber freigegeben werden. Bitte kontaktieren Sie dafür SPC-Koordinatorin Lisa Kuhl (lisa.kuhl@uni-giessen.de).
Geeignete Wahlfächer für das Schwerpunktcurriculum "Hausärztliche Versorgung/ primary care im ländlichen Raum"
- Gesundheit und Migration
- Klimasprechstunde
- Grundlagen der Neuro- und Sizialpädiatrie (Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedzin)
- Neue Infektionskrankheiten (Med. Virologie)
- Psychotraumatologie (Psychosomatik und Psychotherapie)
- Digitaler ÖGD (in Entwicklung)
- Populationsbezogene Gesundheitsaspekte in clinical reasoning und decision making (i. E)
- Krisenmanagement (i.E.)
- Interprofessionelles Arbeiten im LDK
- Ambulante Pädiatrie
- Basismodul zum SPC Kinder- und Jugendmedizin
- Ärztliche Gesprächsführung - Herausforderungen in der Hausarztpraxis
- Arbeitsbedingte Atemwegs- und Lungenerkrankungen
- Betriebsmedizin
- Medizin und Recht
Nähere Informationen zu den Wahlfächern (soweit nicht anders angegeben) finden Sie hier.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Wahlfach auf das SPC angerechnet werden kann, kontaktieren Sie bitte vorab unseren SPC-Koordinatorin Lisa Kuhl (lisa.kuhl). Das gilt auch, falls Sie Wahlfächer anrechnen lassen wollen, die oben nicht genannt worden sind, z.B. klinisch-theoretische Wahlfächer.
FAQs zum Schwerpunktcurriculum „Community and Public Health“ (SPC CPH)
Wann beginnt das SPC, und wie sind die Termine der Veranstaltungen festgelegt?
- Das SPC beginn jeweils zum WS entsprechend Zulassungsverfahren zur ÖGD-Quote.
- Die Termine der Veranstaltungen entnehmen Sie bitte der Wahlpflichtbroschüre.
Wer kann am SPC teilnehmen?
Studierende, die über das Auswahlverfahren der ÖGD-Quote studieren, sind zur Teilnahme am SPC verpflichtet. Sie erhalten eine feste Platzzusage.
Die verbleibenden freien Plätze stehen Studierenden außerhalb der ÖGD-Quote zur Verfügung (bisher wurden keine Studierenden abgewiesen, das heißt alle Bewerberinnen und Bewerber bekamen eine Platzzusage).
Ich studiere über die ÖGD-Quote - wie nehme ich am SPC teil?
Studierende, die über das Auswahlverfahren der ÖGD-Quote studieren, sind zur Teilnahme am SPC verpflichtet. Sie erhalten eine feste Platzzusage.
Obwohl das SPC verpflichtend ist, sind sie dazu nicht automatisch angemeldet. Für Ihre Anmeldung senden Sie bitte im 3. Vorklinischen Semester eine formlose Anmeldung an den SPC-Koordinatorin Lisa Kuhl (lisa.kuhl).
Bitte beachten Sie auch, dass Sie sich auch zu den verpflichtenden Wahlfächern jeweils formlos bei den entsprechenden Ansprechpartnern anmelden müssen.
Wie kann ich mich für das SPC CPH bewerben?
Studierende können sich frühestens im 3. Vorklinischem Semester und spätestens Ende des 2. Klinischen Semesters zum SPC anmelden.
Für die Bewerbung ist eine Schriftliche Bewerbung erforderlich:
- formloses Bewerbungsschreiben (inkl. Matrikelnummer und Fachsemester)
- Semesterbescheinigung; ggf. M1-Zeugnis (falls Einstieg nach M1 oder Wechsel von anderer Uni)
Für die Bewerbung senden Sie bitte eine E-Mail an lisa.kuhl
Gibt es eine maximale Teilnehmerzahl für das SPC?
Ab welchem Semester kann ich am SPC teilnehmen?
Die Teilnahme am Schwerpunkt-Curriculum (SPC) ist sowohl für Studierende in der Vorklinik (frühestens im 3. Vorklinischem Semester) als auch in der klinischen Phase (spätestens Ende des 2. Klinischen Semesters) ihres Medizinstudiums möglich.
Wie erhalte ich mein Zertifikat für das SPC?
Um Ihr Zertifikat für das Schwerpunkt-Curriculum (SPC) zu erhalten, müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:
-
Regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen: Sie sollten mindestens 80 % Anwesenheit in Seminaren und Praktika sowie 100 % Anwesenheit im Unterricht am Patienten aufweisen. Bei triftigen Gründen können Ausnahmen gemacht werden.
-
Benotung für belegte Wahlpflicht-Fächer: Ihre Leistungen in den gewählten Wahlpflichtfächern werden gemäß der Liste des Studiendekanats bewertet.
Sobald Sie diese Kriterien erfüllt haben, erhalten Sie Ihr Zertifikat für das SPC.
Gibt es die Möglichkeit, Kongressbesuche und Vorträge auf das SPC anzurechnen?
Insgesamt können maximal 14 Unterrichtseinheiten (UE) angerechnet werden, was in etwa 7 UE pro Kongresstag entspricht.
Bitte beachten Sie, dass vorherige Absprache der Koordinatorin des SPC CPH erforderlich ist (E-Mail an lisa.kuhl), um die Anrechnung zu klären.
Wie findet die Qualitätssicherung im SPC statt, und wie werden die Erfahrungen der Studierenden berücksichtigt?
Die Qualitätssicherung im Schwerpunkt-Curriculum (SPC) wird auf verschiedene Weisen gewährleistet, indem regelmäßig Evaluationen der Lehrveranstaltungen und der Hospitationen durchgeführt werden, bei denen die Studierenden ihre Erfahrungen und Rückmeldungen teilen können.



