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Forschungsgebiet AG Glebe

Die Arbeitsgruppe von D. Glebe beschäftigt sich mit der Molekularbiologie und klinischen Virologie des Hepatitis-B-Virus (HBV) und Hepatitis-D-Virus (HDV). Ziel der Forschung ist es, die molekularen Grundlagen der Interaktion dieser Viren mit ihren Wirtszellen aufzuklären, um damit ein grundlegendes Verständnis des viralen Infektionsvorgangs zu erhalten.

Infektionen mit dem humanen Hepatitis-B-Virus verursachen akute und chronische Entzündungen der Leber (Hepatitis), die langfristig zu Leberzirrhose, Leberversagen oder Leberkrebs führen können. Weltweit leiden etwa 240 Millionen Menschen an chronischen Infektionen mit diesem tückischen Virus, ca. 600.000 versterben jährlich an den Spätfolgen von HBV-Infektionen. Von den 240 Millionen chronisch HBV-infizierten sind geschätzte 11 Millionen zusätzlich chronisch mit dem HDV infiziert. HDV tritt nur zusammen mit einer HBV-Infektion auf und führt sehr häufig zu schwer verlaufenden chronischen Hepatitiden.    

In den letzten sieben Jahren hat D. Glebe große Teile seiner Forschung darauf konzentriert, Prozesse zu verstehen, die die heutige genetische Vielfalt, Infektiosität und Pathogenität des Hepatitis-B-Virus des Menschen und verwandter tierischer Viren aus der Familie der Orthohepadnaviren ausmachen. Zu den wissenschaftlichen Errungenschaften die er initiiert, oder an denen er wesentlich beteilig war, gehören:

Isolation eines neuartigen Affen-HBV aus infizierten, brasilianischen Kapuzineraffen, mit Auswirkungen auf unser Verständnis der Evolution des HBV der Affen und des Menschen (Carvalho Dominguez Souza et al., J. Hepatology, 2018).

Isolation, Rekonstruktion und Charakterisierung von neuartigen Hepatitis-B-Viren aus Fledermäusen mit zoonotischem Potential (Drexler et al., Proc Natl Acad Sci U S A, 2013).

Wirksamkeitsprüfung von antiviralen Substanzen gegen HBV in vitro, verbunden mit der phänotypische Bestimmung des Resistenzprofils von HBV-Mutanten gegen antiviral wirkende Nukleos(t)id-Analoga in vitro (Geipel et al., Antivir Ther. 2015).

Etablierung eines regulierbaren Zellkulturmodells zur differentiellen Infektion mit HBV und HDV (König et al., J.Hepatol. 2014)

Charakterisierung von Hepatitis B Virus Mutanten in HBV/HIV koinfizierten Patienten (Yousif et al., Int J Infect Dis. 2014)

Wirksamkeitsprüfung neutralisierender Antikörper gegen HBV, verbunden mit der Entwicklung alternativer Impfstoffkonzepte zur optimierten Prävention von HBV-Infektionen. (Bremer et al., J. Hepatol., 2011)

 

 

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Von Behring-Röntgen-Stiftung

 

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe

Ausgewählte Publikationen