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DHM Fechten 2022: WG Gießen holt 2 Titel und verpasst einen ganz knapp

Sieg im Säbelwettbewerb für das Damenteam (Foto: Jonathan Evenius)

Nach zwei Jahren Coronapause konnten endlich wieder die Hochschulmeisterschaften im Fechten ausgetragen werden. Dazu reisten über 100 Fechterinnen und Fechter am verlängerten Pfingstwochenende nach Heidelberg, um dort sowohl in den Einzel- als auch in den Teamwettbewerben ihr Können unter Beweis zu stellen.

 

Eröffnet wurden die Meisterschaften durch den Einzelwettbewerb im Herrenflorett. Die Gießener Hochschulen wurden im weitgestreuten Feld mit 71 Startern aus ganz Deutschland durch die Fechter Laurin Ohrem (JLU), Jonathan Evenius (JLU), Benedikt Schätz (JLU), Tobias Durchholz (JLU) und Silas Schwabe (THM) vertreten. Alle Fechter konnten ihren Vorleistungen entsprechend die Vorrunden gestalten und qualifizierten sich für die nachfolgende Direktausscheidung. Nach einem klaren Sieg von Schwabe waren alle Gießener für die KO-Gefechte der besten 64 qualifiziert. Aufgrund des starken Mittelfeldes konnte sich leider nur Laurin Ohrem bis ins Viertelfinale fechten (15:9; 15:5, 15:10). Dort musste er sich dem späteren Drittplatzierten Tayga Yuvacan (Uni Potsdam) geschlagen geben. Den Titel des Deutschen Hochschulmeisters sicherte sich Tokai Kitamura von der Uni Stuttgart.

 

Der Teamwettbewerb des Damendegens fand leider ohne Gießener Beteiligung statt. Der Titel ging an die Mannschaft (Hesdahl, Brauckmann, Jonas) der Uni Frankfurt.

 

Als nächstes startete der Einzelwettbewerb im Damensäbel. Dabei wurde die JLU durch die Fechterinnen Laura Breitkreutz und Laura Eisenträger vertreten. Während Laura Eisenträger im kleinen Starterfeld von 11 Fechterinnen gut in den Wettbewerb startete, hatte Laura Breitkreutz mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Durch einen souveränen Sieg (15:3) im 16er KO qualifizierte sie sich ebenfalls für das Viertelfinale. Dort unterlag sie der späteren Zweitplatzierten Lea-Carlotta Laux (Uni Kiel) mit 8:15 und beendete damit den Wettkampf mit einem guten 6. Platz. Eisenträger konnte sich nach einem überragenden Vorrundenergebnis direkt für die Runde der besten 8 qualifizieren. Nach einem Sieg über Valerie Tan (RWTH Aachen) und Sophie Schoch (HS RheinMain) zog sie ins Finale ein. Ein missglückter Start konnte Laura Eisenträger nicht von einer spannenden Aufholjagd abhalten. Diese führte zu einem Gefechtsstand von 14:14. Nervenstark entschied sie den letzten Treffer für sich und erfocht sich somit den Titel der Deutschen Hochschulmeisterin 2022 im Damensäbel.

 

Am Samstagnachmittag traten die Florettfechter Benedikt Schätz, Jonathan Evenius, Laurin Ohrem und Daniel Zschätzsch im Mannschaftswettbewerb an. In der Vorrunde entschieden sie 2 der 3 Kämpfe für sich (45:17, 45:31 und 30:45) und positionierten sich so auf einem starken 6.Platz im 16er KO. Nach einem kräftezerrenden Einzelwettbewerb kämpften die Herren in einem spannenden Gefecht mit mehreren Führungswechseln, mussten sie sich jedoch schließlich der WG Aachen 2 (34:45) geschlagen geben. Die Herren beendeten den Wettbewerb enttäuscht auf dem 9. Rang von 15 Mannschaften. Am Sonntagmorgen wurde der Wettbewerb fortgesetzt. Die WG Aaachen 2 kämpfte sich noch auf den 3. Rang. Den Sieg im Herrenflorett-Mannschaftswettbewerb erfocht sich die WG München (Olbrich, Kulozik, Gudera, Kothieringer).

 

Wie der Teamwettbewerb im Damendegen fand auch der Einzelwettbewerb ohne Gießener Beteiligung statt. Den Titel erkämpfte sich hier Joanna Hesdahl (Uni Frankfurt).

 

Die Gießener Fechterinnen und Fechter ließen sich nicht entmutigen, sondern gingen gestärkt mit dem Sieg von Laura Eisenträger in die weiteren Entscheidungen am Sonntag. Die Damen begonnen im Säbel-Teamwettbewerb. Das Team der Säbelfechterinnen (Eisenträger und Breitkreutz) wurde mit der eigentlichen Florettfechterin Ramona Baum komplettiert. In der Vorrunde fanden die Damen gut in den Wettkampf. Ein klarer Sieg gegen das Team der Uni Mainz (45:7) ging einem spannenden Gefecht gegen das Team der WG Aachen voraus. Die Damen behielten die Nerven und verteidigten ihre Führung bis zum Schluss (45:40). Somit qualifizierten sie sich in dem kleinen Starterfeld von 3 Mannschaften direkt für das Finale. Die WG Aachen setzte sich im Halbfinale durch, sodass es im Finale zu einer Wiederholung des Gefechtes kam. Im Gegensatz zur Vorrunde wechselte die Führung im Finalgefecht zwischen beiden Teams. Beide gaben alles, die Aachenerin Yam verletzte sich, sodass die Ersatzfechterin Posgay zum Einsatz kam. Beim Stand von 33:33 erhielt Baum einen Schlag auf ihr Handgelenk, ein kurzer Schreck, da die Gießenerinnen keine Ersatzfechterin hatten. Baum focht weiter, musste die Führung aber 35:33 abgeben.

 

Breitkreutz kämpfte sich wieder ran und übergab 39:40 an Eisenträger. Wie im Einzel zeigte diese ihre starken Nerven und holte den zweiten Titel 45:42.

 

Die meisten Fechter starteten im Herrendegen Einzel. Unter den 98 Fechtern wurde die JLU von Daniel Zschätzsch und Tobias Durchholz vertreten. Zschätzsch startete souverän in die Vorrunde und konnte alle Gefechte für sich entscheiden. Damit positionierte er sich auf Rang 3. Durchholz konnte zwei seiner 6 Gefechte für sich entscheiden und ging als 63. in die Direktausscheidung. Dank seiner vorherigen Leistung erhielt Zschätzsch im 128er KO ein Freilos und kämpfte sich danach mit deutlichen Siegen bis ins Viertelfinale (15:1, 15:7, 15:9). Durchholz kämpft im 128er KO, musste sich aber leider 11:15 geschlagen geben und beendete den Wettbewerb auf Rang 74. Im Viertelfinale traf Zschätzsch auf den späteren Hochschulmeister Peter Bitsch (TU Darmstadt). Er beendete den Wettbewerb auf einem sehr guten 6. Platz.

 

Für die angeschlagene Fechterin Baum ging es in ihrer favorisierten Disziplin, dem Florettfechten, im Einzelwettbewerb weiter. Drei ihrer fünf Vorrundengefechte konnte sie für sich entscheiden und qualifizierte sich so direkt für das 32er KO auf Rang 17. In einem ausgeglichenen Kampf fiel es ihr zunehmend schwerer mit ihrer angeschlagenen Hand die Stöße ins Ziel zubringen. Am Ende musste sie sich Maren Stephan (Uni Heidelberg) 10:15 geschlagen geben. Etwas enttäuscht beendete sie den Wettbewerb als 18. der 38 Fechterinnen. Deutsche Hochschulmeisterin im Damenflorett 2022 wurde Szofia Posgay (RWTH Aachen).

 

22 Fechter ermittelten den neuen Hochschulmeister im Säbeleinzelwettbewerb. Die WG Gießen wurde von Silas Schwabe (THM), Jonathan Evenius und Laurin Ohrem (beide JLU) vertreten. Die Gießener starteten hervorragend in die Vorrunden und konnten alle Gefechte für sich entscheiden. Dadurch waren alle direkt für das 16er KO qualifiziert. Dort fochten sich die Herren ungefährdet ins Viertelfinale. Ohrem unterlag dort seinem Vereinskollegen Christian Endl (TU Darmstadt) knapp mit 12:15. Evenius und Schwabe erreichten das Halbfinale unbeschwert. Schwabe scheiterte noch knapper als Ohrem an Endl (14:15), Evenius unterlag dem späteren Hochschulmeister Jan Patrick Camus (Uni Bochum).

 

Am Montag standen die letzten Teamwettbewerbe an. Hochmotiviert von den letzten erfolgreichen Tagen entschlossen sich Schätz, Durchholz und Zschätzsch noch ein Herrendegenteam zu stellen. Die Damen mussten verletzungsbedingt den Start im Florettteamwettbwerb zurückziehen. So lagen die letzten Hoffnungen der WG Gießen in den Herren Schwabe, Evenius und Ohrem (Säbelteam) sowie Schätz, Durchholz und Zschätzsch (Degenteam). Die Degenherren erwischten eine schwere Vorrunde und konnten nur eines ihrer drei Vorrundengefechte gewinnen. In einem beherzten Kampf mit starker Aufholjagd von Zschätzsch unterlagen sie jedoch der WG Stuttgart (43:45) im 32erKO und beendeten den Wettbewerb als 17. unter den 23 Teams. Der Titel des Deutschen Hochschulmannschaftsmeisters ging an die WG Würzburg mit dem Bundeskaderfechter Richard Schmidt.

Die Gießener Säbelfechter (Schwabe, Evenius, Ohrem und Zschätzsch) galten nach den hervorragenden Einzelleistungen neben der WG Bochum als Favoriten für den letzten Titel. In der Vorrunde setzten sie sich deutlich gegen die WG Mainz (45:25) und WG Aachen (45:21) durch. Im Halbfinale trafen sie erneut auf die Fechter der WG Aachen. Souverän fochten sich die Herren (45:26) ins Finale. Hier kam es wie erwartet zum Gefecht gegen die mitfavorisierten Fechter der WG Bochum. In einem Gefecht mit vielen Führungswechseln und einer Aufholjagd der Gießener Fechter verpassten die Gießener den dritten Titel denkbar knapp. Der Titel ging damit an die WG Bochum (45:43) mit den Fechtern Camus, Camus, Karl und Weiße.

Die Gießener Fechterinnen und Fechter traten nach einem anstrengenden Turnierwochenende trotz des knapp verpassten dritten Titels sehr zufrieden die Heimreise an. Großen Dank gilt dem ausrichtentenden Verein Heidelberger Fecht-Club TSG Rohrbach sowie den Vertretern und Vertreterinnen des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes für eine sehr gute Organisation der vielen parallel stattfindenden Wettbewerbe, Beachtung von kleineren Sonderwünschen und einer überzeugenden Abendveranstaltung. Die Fechterinnen und Fechter danken ebenso dem ahs der JLU und THM für die Unterstützung der vielen Starts.