Summer School in Łódź
Bilaterale Summer School – Justus-Liebig-Universität Gießen und Universität Łódź zu „Identitätskonstruktionen in Kontakt- und Konfliktregionen im östlichen Europa“
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Die Universität Łódź und das DAAD-Netzwerk „Kulturelle Kontakt- und Konfliktzonen“ organisieren vom 11. bis 24. Juli 2014 eine bilaterale Summer School zum Thema „Identitätskonstruktionen in Kontakt- und Konfliktregionen im östlichen Europa“. Zur Zielgruppe gehören DoktorandInnen sowie fortgeschrittene Master-Studierende (Sprach-, Literatur-, Geschichts-, Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften) aus Gießen und aus Łódź sowie weiteren polnischen Universitäten, die Projekte zum Thema der Summer School bearbeiten.
Unter Kontakt- und Konfliktregionen werden hier imperiale und (national)sprachliche Rand-, Übergangs- und Kontaktzonen sowie urbane Räume verstanden, die durch sprachliche, ethnische, konfessionelle oder sonstige kulturell gefasste Kontakt- und Konfliktszenarien charakterisiert sind. Es werden auch solche Konflikt- und Kontaktzonen berücksichtigt, die heute die einmal bestehende kulturelle Pluralität nicht mehr aufweisen, wo diese jedoch in der Erinnerungs- und Identitätspolitik bzw. in der historisch-literarischen Reflexion noch eine wesentliche Rolle spielt. Die Skala an Kontakt- und Konfliktzonen reicht von konfliktarmer Koexistenz (wie zwischen Russen und Tataren in Kazan‘ oder Weißrussen und Russen in Minsk) über geschichts- und identitätspolitisch konflikthafte Rivalitäten (wie in den 1990er Jahren in Cluj-Napoca) bis zur gewalthaften Eskalation kultureller Konfliktmuster (wie 1939-1945 in Łódź und 1991-1995 in Kroatien). Zugrunde liegt eine geographisch breite Definition des östlichen Europas, die neben Ostmittel-, Südost- und Osteuropa auch die Interaktionszonen mit türksprachigen Kulturen in Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit einbezieht.
Identitäten werden in solchen Regionen auf vielfältige Weise verhandelt und konstruiert – aufgrund sprachlicher, nationaler, ethnischer, politischer, religiöser oder auch sozialer Faktoren. Entsprechend liegt der Fokus der Summer School auf Projekten aus den Sprach-, Literatur-, Geschichts- und Sozial- wie Kulturwissenschaften.
Grundlegende Fragestellungen der Summer School sind bspw.:
- Wie entstehen Identitätszuschreibungen in Konfliktregionen und -situationen, wie werden sie medial unterstützt und wie finden sie Verbreitung?
- Was sind Merkmale von Identitätskonstruktionen, und überwiegen in bestimmten Kontakt- und Konfliktphasen bestimmte Merkmale?
- Welche Bedeutung besitzen hier sprachliche, religiöse und ethnische Grenzlinien und wie werden diese eingesetzt?
- Wie werden Identitätskonstruktionen literarisch, publizistisch und politisch aufbereitet und erinnert?
- Sind Identitätskonstruktionen in Kontakt- und Konfliktregionen sprachpolitisch beeinflussbar, wie können nationale, ethnische, religiöse u.a. Identitäten sprachlich bzw. linguistisch konstruiert werden und wie werden sie durch Medien vermittelt / aufgebaut?
- In welchem Maße sind konfliktträchtige Identitätskonstruktionen durch Erinnerungspolitik (Versöhnungsstrategien) abbaubar bzw. reaktivierbar?
- Wie werden Konflikte in ethnischen, religiösen oder nationalen Kontaktzonen sprachlich und kulturell verarbeitet?
Die Doktoranden präsentieren ihre Projekte in interdisziplinären Workshops unter Moderation der Gießener und Lodzer Dozenten. Die Summer School umfasst des Weiteren Plenarsitzungen und Abendvorträge der Gießener und Lodzer Universität. Außerdem wird ein umfangreiches Kulturprogramm in der Stadt Łódź und in der Region angeboten.
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