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Artikelaktionen

Markus Ciesielski

Kontakt

Doktorand


  •  E-Mail: Markus.Ciesielski@gcsc.uni-giessen.de
Akademischer Werdegang
Akademischer Werdegang
  • 11/2020-aktuell Mitglied im International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen 
  • 09/2020-aktuell Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung
  • 07/2019-aktuell Doktorand an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Arbeitstitel: „Rechtsreform und Ungleichheit. Die kolumbianische acción de tutela und das Recht auf Bildung“
  • 10/2009-09/2015: Studium der Soziologie und Politikwissenschaften (Diplom) an der Technischen Universität Dresden

  • 08/2012-05/2013 Auslandsstudium an der Universidad Nacional De Colombia, Bogotá D.C.

Akademisch-berufliche Tätigkeiten
Akademisch-berufliche Tätigkeiten
  • 01/2017-01/2020 Beauftragter für Advocacy/Political Incidence des Bistum Granada (Kolumbien), Konsortium Ziviler Friedensdienst / Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V.

  • 10/2016-03/2017 Lehrauftrag an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pädagogik, Bereich Recht, Verwaltung und Organisation

  • 05/2016-09/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pädagogik, Bereich Recht, Verwaltung und Organisation

  • 10/2013-10/2015 Studentische Hilfskraft and der Technischen Universität Dresden, Institut für Soziologie, Lehrstuhl für Techniksoziologie, Prof. Dr. Jost Halfmann

  • 05/2015-10/2015 Studentische Hilfskraft and der Technischen Universität Dresden, Institut für Soziologie, Lehrstuhl Methoden der empirischen Sozialforschung

  • 05/2013-10/2013 Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Kolumbien

  • 10/2011-06/2014 Studentische Hilfskraft and der Technische Universität Dresden, Institut für Soziologie

Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte
  • Bedeutung des Rechts für die sozialwissenschaftliche Erklärung von Ungleichheit

  • Theorien sozialer Ungleichheit, (Re-)Produktion sozialer Ungleichheiten

  • Europäische und lateinamerikanische Rechtstheorien aus dem soziologischen, sozialwissenschaftlichen und philosophischen Bereich

  • Recht als sozialer Tatbestand und ambivalente Erwartungskonfiguration

  • Grundrechte und Instrumente ihrer juristischen Einforderung

  • Friedensprozess und Umsetzung des Friedensabkommens in Kolumbien

  • Staatstransformation und Strafrecht in Kolumbien

  • Empirische Erforschung von Staatlichkeit in Lateinamerika, aus einer Perspektive sozialer Interaktionen und Institutionen

Publikationen
Publikationen

Journals (peer-review Begutachtung)

  • Ciesielski, M. (2021). Conocimientos, prácticas y representaciones institucionales: La caja negra de la justicia penal para adolescentes colombianos. Oñati Socio-Legal Series 11(3), pp. 907-929 https://doi.org/10.35295/osls.iisl/0000-0000-0000-1179
  • Ciesielski, M. (2019). Pädagogische Strafe oder strafende Pädagogik? Eine qualitative Bestimmung von Krisenursachen in Jugendstrafsystemen am Beispiel Kolumbiens. Kriminologisches Journal 51(2), pp. 126 - 142.
  • Ciesielski, M. (2012). Technik als Unterscheidung: ein Konzept auf seine Implikationen hinterfragt. Soziologiemagazin: publizieren statt archivieren, 5(2), 57 - 67.

 

Beiträge in Sammelbänden

  • Ciesielski, M. / Lopez, M. (2018). Observatorios como estrategia para la incidencia política de jóvenes. En: Sara Victoria Alvarado y Pablo A. Vommaro (Comp.): Desigualdades, Desafíos a las democracias, memorias y Re-existencias. Manizales: Centro Editorial CINDE Centro de Estudios Avanzados en Niñez y Juventud; Universidad de Manizales; Buenos Aires – Argentina: CLACSO, pp. 686 – 693.

 

Sonstige Publikationen

  • Ciesielski, M. (2021) Bildungsgewerkschaft in Kolumbien. “Wir wollen frei leben“. Ein Interview mit Marta Alfonso. Frankfurt am Main: GEW
  • Mitarbeit an Dokumentarfilm: Las Decisiones del Agua. Relato de un campo escondido (2019). Granada (Kolumbien): Bistum Granada in Kolumbien, http://lasdecisionesdelagua.dgc.org.co/
  • Ciesielski, M. (2017). Dialog suchen. Besuch in Entwaffnungszone. Köln: AGEH.

  • Ciesielski, M. (2015). Bildung in Kolumbien. Der Gewerkschaftskampf von ASOINCA. Erziehung & Wissenschaft Sachsen 04-05, pp 14 - 19.

 

Vorträge

  • Ciesielski, M. (13.02.2021). ¿Solo una proyección? Instrumentos de garantía de los derechos fundamentales desde la mirada sociológica de conflictos". ICCAL-Lab, Universidad del Norte, Barranquilla, Kolumbien.
  • Ciesielski, M. (25.09.2020). Legal reform and social inequality. The Colombian acción de tutela and the right for education. Political Theory Colloquium, Justus-Liebig-Universität Gießen.
  • Ciesielski, M. (21.06.2019). Desigualdad y teorías de la desigualdad social en Alemania. Gastvortrag, Universidad de los Llanos, Villavicencio, Kolumbien.
  • Ciesielski, M./ López, M. (01.08.2018). Observatorios como estrategia para la incidencia política de jóvenes. Vortrag im Rahmen der III Bienal Latinoamericana de Infancias y Juventudes, Manizales, Kolumbien.

  • Ciesielski, M. (24.11.2017). Experiencias y expectativas frente al trabajo de incidencia política en un observatorio de jóvenes. Vortrag im Rahmen der V jornada académica de la licenciatura en produccion agropecuaria, Universidad de los Llanos, Villavicencio, Kolumbien.

Thesis Abstract
Thesis Abstract

Rechtsreform und Ungleichheit. Die kolumbianische Acción de Tutela und das Recht auf Bildung.

Legal reform and inequality. The Colombian acción de tutela and the right to education.

Reforma legal y desigualdad. La acción de tutela y el derecho a la educación en Colombia.   

 

Thema: Die Anwendung von Grundrechtsverfahren und gesellschaftliche Transformation im Bereich der Bildungsungleichheit, betrachtet durch den soziologischen Ansatz von Pierre Bourdieu.

Topic: Use of fundamental rights claims and societal transformation in the field of educational inequality, seen from the sociological approach of Pierre Bourdieu.

Tema: Uso de instrumentos de protección de derechos fundamentales y transformación societal en el en el campo de la desigualdad educativa, visto desde el enfoque sociológico de Pierre Bourdieu.

 

Zusammenfassung:

Das Promotionsvorhaben analysiert am Beispiel Kolumbiens, ob und wie demokratische Systeme durch juristische Reformvorhaben auf gesellschaftliche Krisen reagieren können. Hierfür beschäftigt sich die Arbeit mit der acción de tutela. Sie ist ein Verfahren, dass in den 90er Jahren inmitten einer umfassenden gesellschaftlichen Krise in Kolumbien eingerichtet wurde und dem Schutz von Grundrechten dienen soll. Die Arbeit konzentriert sich auf neuere tutela-Klagen, die einen Bildungsbezug aufweisen und es soll gefragt werden, wie an diesem Beispiel der Zusammenhang von Grundrechtsgarantien und gesellschaftlicher Transformation untersucht werden kann.

 

Bei dieser insbesondere in den Rechtswissenschaften geführten Diskussion um die umfassende Wirklichkeitstransformation zeigen sich wegen der persistenten Ungleichheiten der kolumbianischen Gesellschaft fundamentale Widerstände. Die Arbeit erkennt dementsprechend eine Forschungslücke darin, dass bisher der Zusammenhang von Grundrechtsgarantien und gesellschaftlicher Transformation hauptsächlich an der Überwindung von gesellschaftlichen Krisen bemessen wird. Da aber die gesellschaftlichen Spannungen, die mit der Einführung der tutela überwunden werden sollten, sich trotz intensiver tutela-Nutzung in sozialen Disparitäten verstetigen und gegenwärtig besonders auch in Ungleichheitskonflikten mit Bildungsbezug manifestieren, erweist sich die Erkundung des Zusammenhangs von Grundrechtsschutz und gesellschaftlicher Transformation aus dieser Perspektive als problematisch.

 

Im Promotionsvorhaben wird darum ein alternatives Verständnis vom Zusammenhang von sozialer Transformation und Recht ausgearbeitet, dass auf aktuellen Forschungen zu Pierre Bourdieus „Rechtsdenken“ (Kretschmann 2019, Bourdieu 1987) und auch dessen Konzeption gesellschaftlicher Konflikte aufbaut. Recht wird als spezifische Darstellung, aber nicht als Lösung, gesellschaftlicher Konflikte verstanden, die bedeutsam für die Praxis von Akteuren wird. Die These ist daher, dass bei sozialer Transformation in diesen Zusammenhängen die Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata in Betracht kommen müssen, die sich durch oder mit der tutela (neu)ordnen.

 

Anhand von problemzentrierten qualitativen Interviews mit tutela-Kläger:innen soll dieser Annahme nachgegangen werden. Hierbei zielt die Arbeit auf eine explorative Erkundung dieser rechtlichen Konfliktdarstellungen von Akteuren ab, versucht deren Rolle für die Praxis und Habitus der Kläger:innen abzugrenzen und beabsichtigt schließlich die Befunde durch eine an der grounded theory orientierte Analyse der qualitativen Daten zu systematisieren. Diese Befunde sollen eine Einschätzung ermöglichen, inwiefern Grundrechtslagen gegen Schulen, Universitäten, Institutionen der Bildungsfinanzierung und -evaluation die Habitus und Praktiken der Kläger:innen zu welchem Grade transformieren. 

 

Diese Arbeit beabsichtigt mit einem empirischen Beitrag zur rechtlichen Darstellung von Bildungskonflikten auf die bisher vernachlässigte Frage nach den Folgen der Rechtsmobilisierung in Lateinamerika zu antworten. Damit soll die Aussagekraft der bestehenden Diskussionen zu den juristischen Transformationsvorhaben des „new constitutionalism“ in Lateinamerika durch einen explizit rechtssoziologischen Ansatz verstärkt werden, der einen Beitrag für ein verbessertes Verständnis vom Verhältnis von Recht und sozialer Ungleichheit ermöglicht.