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Pressemitteilung: Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen beeinflusst Risikowahrnehmung von Investor:innen

Wirtschaftswissenschaftler*innen der Universität Gießen analysieren Berichtspflichten

Pressemitteilung vom 18. März 2022

Nachhaltigkeit spielt auf den Kapitalmärkten zunehmend eine wichtige Rolle. Unternehmen, die sich für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) engagierten und dies über Offenbarungspflichten transparent machen, werden für Investorinnen und Investoren attraktiver. Unternehmen senken so ihr Eigenkapitalrisiko.

Prof. Dr. Christina Bannier, Professorin für Banking & Finance an der Justus-Liebig-Universität Gießen hat gemeinsam mit ihren Kollegen Yannik Bofinger und Dr. Björn Rock untersucht, inwiefern die Offenlegungspflichten von Unternehmen diese Risikoeffekte beeinflussen können. Dazu haben sie Unternehmen in Europa und den USA miteinander verglichen. In Europa sind große Unternehmen auf Basis der so genannten Non-Financial Reporting Directive zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. In den USA gibt es aktuell keine Veröffentlichungspflicht zum Thema Nachhaltigkeit – Unternehmen können aber freiwillig über ihr ESG-Engagement (Environment, Social, Governance) berichten.

„Die unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen in den verschiedenen Ländern haben einen Einfluss auf die Risikowahrnehmung von Investorinnen und Investoren: für europäische Unternehmen ist der risikosenkende Effekt unternehmerische Nachhaltigkeit wesentlich stärker ausgeprägt, als in den USA“, sagt Prof. Dr. Christina Bannier. „Die gesellschaftliche Relevanz des Themas Nachhaltigkeit verstärken diesen Effekt zusätzlich: Je mehr Unternehmen in Europa – auch wenn sie aufgrund ihrer Größe nicht regulatorisch dazu verpflichtet sind – über Nachhaltigkeitsaspekte berichten, desto massiver fällt die Risikoreduktion am Eigenkapitalmarkt aus. In den USA zeigt sich ein risikosenkender Effekt durch nachhaltige Unternehmensaktivitäten dagegen nur in extrem turbulenten Marktphasen, wie beispielsweise in der Finanzkrise 2008/2009.“

Das Forschungsteam führt diese Effekte auf die unterschiedliche Sozialisierung beim Thema Nachhaltigkeit zurück. „Investorinnen und Investoren in Europa setzen sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander, beispielsweise durch Gesetzgebungen und das individuelle Verhalten“, sagt Yannik Bofinger. „In den USA ist das Thema dagegen noch recht neu und wirkt sich kaum auf individuelle Investitionsentscheidungen aus.“

Darüber hinaus haben die Wissenschaftlerin und die beiden Wissenschaftler die Berichterstattung zu den einzelnen Aspekten der Nachhaltigkeit genauer ausgewertet. „Bei europäische Unternehmen sind risikosenkende Effekte besonders auf Stärken im Bereich Soziales und Unternehmensführung zurückzuführen. Der Umweltbereich hat dagegen kaum Auswirkungen auf das Eigenkapitalrisikos“, sagt Dr. Björn Rock. „In den USA lassen sich dagegen keinerlei individuelle Effekte der unterschiedlichen Nachhaltigkeitsbereiche identifizieren.“

 

Forschung

Der wissenschaftliche Artikel „Doing Safe by Doing Good: Non-Financial Reporting and the Risk Effects of Corporate Social Responsibility” von Christina Banner, Yannik Bofinger und Björn Rock ist im März 2022 im Magazin European Accounting Review erschienen und steht hier zum Download bereit.