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Artikelaktionen

Forschung

DISSERTATIONEN

Laufende Projekte

  • Saran Teufel (JLU Gießen): "Was vermag Solidarität (nicht)? Versuch einer zeitgemäßen und unsentimentalen Begriffsbestimmung" (Erstbetreuung).
  • Johannes Rübel (JLU Gießen): "Es ist schlimmer als es aussieht: Anthropologische Grundlagen des politischen Liberalismus" (Erstbetreuung).
  • Lea Marlene Ransbach (JLU Gießen): "Komm, erzähl mir Deine Geschichte! Für Ethik der Narrativität bei Hannah Arendt" (Erstbetreuung).
  • Daniel Füger (JLU Gießen): "Zwischen wissenschaftlicher und civilisierter Welt. Evidenz und Ethos in der frühen Chemiewissenschaft" (Erstbetreuung).

Abgeschlossene Projekte

  • Raphael Meyer (ETH Zürich, 2019): Zur Stabilität der Demokratie. Szenarien der Selbstgefährdung - Faktoren der Verankerung (Externe Betreuung).
  • Kevin M. Dear (Universität Paderborn, 2017): "Leistungsgerechtigkeit im Politischen Liberalismus. Eine philosophische Untersuchung zum Leistungs- und Verdienstbegriff in Theorien distributiver Gerechtigkeit" (Zweitbetreuung) (veröffentlicht bei Velbrück Wissenschaft 2018).
  • Franz Himpsl (Universität Regensburg, 2016): "Die Freiheit der Wissenschaft. Eine Theorie für das 21. Jahrhundert" (Erstbetreuung) (veröffentlicht bei Metzler/Wiesbaden 2017).
  • Nikolai Blaumer (LMU München, 2014): "Prinzipien gerechter Entschädigung" (Zweitbetreuung) (veröffentlicht bei Campus/Frankfurt 2015: "Korrektive Gerechtigkeit. Über die Entschädigung historischen Unrechts").
  • Christine Bratu (LMU München, 2011): "Die Grenzen legitimen staatlichen Handelns. Zum Verhältnis von Perfektionismus und Liberalismus" (Zweitbetreuung) (veröffentlicht bei Mentis/Paderborn 2013).

FORSCHUNGSPROJEKTE

Normative Konstituenzien der Demokratie

Das Ziel der ab April 2020 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eingerichteten interdisziplinären Forschungsarbeitsgruppe ist es, die normative Konstitution der Demokratie zu diskutieren, ihre Essentialia herauszuarbeiten und auf dieser Grundlage politische Empfehlungen für eine Revitalisierung der Demokratie in Deutschland zu entwickeln. Hierbei wird die vielzitierte Krise der Demokratie als Krise ihres eigenen Selbstverständnisses begriffen und die mutmaßlich inadäquate systemische Realisierung ihrer eigenen normativen Ansprüche (z.B. auf Partizipation, Konsens, Gemeinschaft) überprüft werden. Die auf drei Jahre angelegte Arbeitsgruppe setzt sich aus je acht Mitgliedern der BBAW und externen Expert/innen der Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft zusammen

Hans Kelsen's Theory of Democracy within Pluralism

Der „Jahrhundertjurist" Hans Kelsen erhielt nach Vertreibung und Flucht ab den 1950er Jahren eine Professur an der University of Berkeley. Im Rahmen meines Forschungssemesters im Sommersemester 2020 werde ich mich auf diese englischsprachige zweite Schaffensphase Kelsens fokussieren können. Hierbei interessiert mich vor allem das Kompromiss-Modell der Demokratie in Hinsicht auf das zeitgenössische Problem des Pluralismus. Kelsen skizziert einen 'democratic type of personality' als spezifischen „Charaktertyp", dem eine solche Kompromiss-Orientierung gelingen könne. Ungewöhnlich an diesem Vorschlag erscheint, dass es nunmehr charakterliche Dispositionen der Bürger (oder schlicht: Tugenden) sein sollen, die Kompromisse (und nicht in guter alter republikanischer Tradition: Konsense) ermöglichen, um die zu erwartenden Dissense in der pluralistischen Demokratie zu befrieden.

Eine Theorie der Ungerechtigkeit

Für die Position der normativen Alternativlosigkeit der Demokratie habe ich in den letzten Jahren im Sinne einer objektivistischen Theorie der Gerechtigkeit vielfältig argumentiert und publiziert, komprimiert in der Monographie Was ist Liberalismus (nicht)?, die in diesem Jahr erscheinen wird. Nunmehr wende ich mich der Frage der Ungerechtigkeit, Unmoral und Unmenschlichkeit (dem „Bösen") zu, gewissermaßen in Anknüpfung an die historische Situation, aus der heraus das moderne Demokratie- und Menschenrechtsparadigma entwickelt und etabliert wurde. Mich interessiert zum einen, ob und wie sich diese normative Semantik einfügen lässt in die analytischen Konzepte des Rechten und Guten (und die für die liberale Demokratie-Theorie charakteristische Priorisierung des Rechten). Zum anderen möchte ich untersuchen, wie weit man argumentativ im Ausgang von einer rein dystopischen Werttheorie kommt. Schließlich könnte sich herausstellen (wie es Judith Shklar in ihrem Liberalism of Fear andeutet), dass diejenigen moralischen Urteile, die allgemeine Verbindlichkeit, mithin objektive Geltung beanspruchen können, nur dasjenige betreffen, wovor jeder Mensch guten Grund hat, sich zu fürchten.

Norm und Natur der menschlichen Lebensform

Seit einigen Jahren wird in der praktischen Philosophie die genuin anthropologische Frage nach dem Selbstverständnis des Menschen (wieder) gestellt und es werden dezidiert nicht-essentialistische Reflexionen unternommen, die auf die „charakteristische menschliche Lebensform", die „conditio humana", die „Natur des Menschen" und andere anthropologische Topoi Bezug nehmen. Ich beschäftige mich mit diesen Debatten derzeit unter der metaphilosophischen Leitthese, dass sowohl deskriptive, empirisch validierbare, als auch evaluative, einen bestimmten Aspekt unserer natürlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten herausstellende Merkmale der menschlichen Lebensform als anthropologische Präsuppositionen der ethischen Normenbildung fungieren.