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GeoBib - Virtueller Atlas und Online-Bibliographie der frühen Holocaustliteratur

„Frühe deutsch- bzw. polnischsprachige Holocaust- und Lagerliteratur (1933-1949) - annotierte und georeferenzierte Online-Bibliographie zur Erforschung von Erinnerungsnarrativen“


GeoBib

Bereits in der Frühphase des Nationalsozialismus ist eine Fülle an deutsch- und polnischsprachiger Holocaust- und Lagerliteratur entstanden – ein von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkter und von der Forschung bislang vernachlässigter Sachverhalt. Ein Großteil dieser historisch wichtigen Quellen, die als erste die Verbrechen des Holocaust und der Konzentrationslager aufgreifen, kann heute nur mit größtem Aufwand beschafft werden – wenn überhaupt. Die Erfassung und Katalogisierung dieser versprengten Literatur war eines der Hauptziele des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund einer Million Euro geförderten Projekts Frühe deutsch- bzw. polnischsprachige Holocaust- und Lagerliteratur (1933-1949) - annotierte und georeferenzierte Online-Bibliographie zur Erforschung von Erinnerungsnarrativen, kurz: GeoBib. Das Projekt lief von Juli 2012 bis Juni 2015 am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) und an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in Kooperation mit dem Herder-Institut Marburg.

Im Rahmen des Projekts GeoBib wurden bibliographische Daten – angereichert um Zusatzinformationen zu Personen, Zeiten und Orten – in digitaler Form auf einer Internet-Plattform zugänglich gemacht und stehen dadurch künftigen Forschungsprojekten, aber auch Schulen, Gedenkstätten und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Es sind „virtuelle Landkarten“ entstanden, auf denen die wichtigsten Gettos und Lager verzeichnet sind. Per Mausklick erhalten Anwenderinnen und Anwender eine umfassende Liste der bis 1949 publizierten Texte, die mit diesen Orten zusammenhängen, ergänzt durch Rezensionen, Sekundärliteratur, Bildquellen sowie durch geographische Daten. Die Georeferenzierung (Informationen zu Orten und Plätzen anhand von Kartenmaterial) – eine wesentliche Besonderheit des Projekts – erlaubt eine Verknüpfung der Werke mit anderen wichtigen, auf die jeweiligen Orte und Regionen bezogenen Informationen.

„Das Projekt eröffnet einen ganz neuen Zugang zur Erforschung der Holocaust- und Lagerliteratur“, kommentiert der Sprecher des Projekts, Prof. Henning Lobin, Direktor des ZMI. „Geographische, personenbezogene und inhaltliche Informationen zu den Texten werden genutzt, um bislang nicht erkennbare Zusammenhänge in der Überlieferung sichtbar zu machen. Verfahren der Computerlinguistik, der Texttechnologie und der Geoinformatik werden dafür miteinander verbunden und weiterentwickelt. Damit zeigt sich, dass auch in den Kulturwissenschaften – einer der beiden zentralen Bereiche der JLU – digitale Forschungsmethoden Einzug erhalten.“

GeoBib war ein Gemeinschaftsprojekt der JLU und des Herder-Instituts Marburg. Es wurde an der JLU durchgeführt vom ZMI, der Arbeitsstelle Holocaustliteratur im Institut für Germanistik, der Professur für Computerlinguistik und dem Institut für Geographie. Das Projekt startete am 1. Juli 2012 und endete im Juni 2015.

 

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Struktur und Beteiligte

 

Justus-Liebig-Universität

 

Zentrum für Medien und Interaktivität

Prof. Dr. Henning Lobin (Projektleiter, Sprecher des Projekts)
Vera Ermakova (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektkoordinatorin)
Ines Schiller (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Frank Binder (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektkoordinator bis zum 31.08.2014)

 

Institut für Geographie – Bereich Geoinformatik und Fernerkundung

Dr. Wolf-Dieter Erb (Projektleiter)
Sandra Schaarschmidt (wissenschaftliche Hilfskraft)

 

Institut für Germanistik – Bereich Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik

Prof. Dr. Henning Lobin (Projektleiter)
Dr. Maja Bärenfänger (assoziiert)
Bastian Entrup (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Anna Voronina (studentische Hilfskraft)

 

Arbeitsstelle Holocaustliteratur

Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert (Projektleiter)
Dr. Markus Roth (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Charlotte Kitzinger (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Christiane Weber (wissenschaftliche Hilfskraft)
Anika Binsch (assoziierte Promovierende)
Anna Kiniorska-Michel (wissenschaftliche Hilfskraft)
Julia Richter (studentische Hilfskraft)
Vanessa Appoh (studentische Hilfskraft)
Janette Dittrich (studentische Hilfskraft)

 

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung


Prof. Dr. Peter Haslinger (Projektleiter)
Dr. Jürgen Warmbrunn (stv. Projektleiter)
Annalena Schmidt (wissenschaftliche Mitarbeiterin)