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Vita vigilia est – Nachruf auf Peter von Möllendorff (5.4.1963 – 10.7.2026)

Mit dem Wort Leben heißt Wachsein charakterisiert der ältere Plinius mit Blick auf die Lebensleistung des großen römischen Universalgelehrten Varro die Grundhaltung intellektueller Arbeit. Er zitiert dabei explizit sein großes Vorbild, das einst formuliert hatte: dum ista musinamur, pluribus horis vivimus (wenn wir uns so den Musen widmen, sind wir mehr Stunden am Leben). Damit spielt Plinius auf das Konzept der lucubratio an, und damit auf die Bereitschaft des Gelehrten für Wissenschaft und Literatur auch die Nacht zu opfern, die spätestens seit hellenistischer Zeit zur Chiffre gelehrten Arbeitens und Dichtens wird. Eine solche unbedingte Hingabe an die Philologie, ein ausgeprägtes Arbeitsethos und eine stets wache intellektuelle Lebendigkeit zeichneten auch unseren Kollegen, Lehrer und Freund Peter von Möllendorff aus.

[Nachruf]


 

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Prof. Dr. Peter von Möllendorff verstorben 
Informationsschreiben des Dekans, Prof. Dr. Stefan Tebruck, vom 13.07. an die Mitglieder des Fachbereichs 

Sehr geehrte Mitglieder des Fachbereichs,

ich habe die traurige Pflicht, Ihnen auf diesem Wege mitzuteilen, dass unser Kollege Peter v. Möllendorff am Freitagnachmittag nach schwerer Krankheit verstorben ist. 

Peter v. Möllendorff war seit 2003 Professor für Klassische Philologie/ Griechische Philologie an unserer Universität. Er war drei Mal Dekan unseres Fachbereichs (2008-2011, 2015-2018 und 2018-2021) und hat sich in den über zwei Jahrzehnten seines Wirkens an der Justus-Liebig-Universität große Verdienste um die Universität und unseren Fachbereich erworben. In seine Zeit als Dekan fällt die Integration des Zentrums für Philosophie, an deren Einbindung bei uns er großen Anteil hatte. Er hat darüberhinaus die Einrichtung des Studiums der Islamischen Theologie engagiert begleitet.
Fachlich hat er sich nach seinem Studium in Köln, München und Freiburg sowie seiner Dissertation (LMU München 1994) und seiner Habilitation (LMU München 1998/99) als exzellenter und gefragter Griechischer Philologe im Bereich der Klassischen Philologie erwiesen. 19 Monographien und Aufsatzbände sowie zahlreiche Aufsätze, Lexikonartikel, Rezensionen und Tagungen zeugen von seinem großen Engagement und seinem hohen fachlichen Ansehen.
Viele von uns waren Peter v. Möllendorff eng verbunden. Als Freund und als Kollege wird er uns sehr fehlen. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie.

Gießen, den 13. Juli 2026
Stefan Tebruck
Dekan

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