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Häufig gestellte Fragen zur Einführung von Matomo

Häufig gestellte Fragen und Antworten

  1. Was genau ist Matomo?
  2. Wie kann ich auf das Matomo-Statistikportal zugreifen?
  3. Wie funktioniert der „Onboarding“-Prozess und welche Hilfestellungen gibt es?
  4. In welcher Weise sind datenschutzrechtliche Aspekte beim Einsatz von Matomo berücksichtigt?
  5. Warum sehe ich Statistikinformationen für den gesamten Webauftritt?
  6. Wie finde ich die für mich relevanten Statistikinformationen?
  7. Welche Genauigkeit haben die Statistikdaten?
  8. Bis zu welchem Zeitpunkt in der Vergangenheit sind Statistikdaten abrufbar?

1. Was genau ist Matomo?

Matomo ist eine Open-Source-Software zur Webanalyse. Sie wird weltweit von Universitäten, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen eingesetzt, um Kennzahlen über die Nutzung von Webseiten zu erheben.
Die Software war ursprünglich unter dem Namen Piwik bekannt und wird seit Januar 2018 unter dem Namen Matomo weitergeführt.
Im Unterschied zu kommerziellen Lösungen wie Google Analytics zeichnet sich Matomo dadurch aus, dass es vollständig datenschutzkonform betrieben werden kann und die volle Kontrolle über die erhobenen Daten beim Betreiber verbleibt. An der JLU werden die Daten ausschließlich auf universitären Servern gespeichert und verarbeitet.

2. Wie kann ich auf das Matomo-Statistikportal zugreifen?

Das Matomo-Portal wird vom Hochschulrechenzentrum (HRZ) auf einem eigenen Server betrieben. Es ist über die Adresse https://webstatistik.uni-giessen.de/ mit einem Internetbrowser erreichbar.
Der Zugriff erfolgt mit einem persönlichen Account, der vom HRZ eingerichtet und mit Ihrer universitären E-Mail-Adresse verknüpft ist.

3. Wie funktioniert der „Onboarding“-Prozess und welche Hilfestellungen gibt es?

Das HRZ wird voraussichtlich im November einen Online-Einführungstermin anbieten, in dem das System und die wichtigsten Kernfunktionen vorgestellt werden. Über den genauen Termin informieren wir voraussichtlich Ende Oktober. Der Termin wird aufgezeichnet und anschließend als Video zur nachträglichen Ansicht bereitgestellt. Zusätzlich steht eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung als PDF zur Verfügung, in der die Bedienung der Oberfläche sowie das Anzeigen von Seitenstatistiken in verschiedenen Szenarien beschrieben sind.

Matomo Nutzungsanleitung für Standardstatistiken (Login mit Benutzerkennung ist erforderlich)

Für individuelle Fragen können Sie sich außerdem jederzeit an das Plone-Team des HRZ wenden: webmaster-cms.

4. In welcher Weise sind datenschutzrechtliche Aspekte beim Einsatz von Matomo berücksichtigt?

Die Inbetriebnahme von Matomo erfolgte in enger Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten der JLU und ist auf ein besonders hohes Datenschutzniveau ausgerichtet.

Aus technischer Sicht bedeutet dies:

  • Matomo arbeitet im Zusammenspiel mit dem CMS Plone ohne den Einsatz von Auswertungscookies.
  • Es werden keine Daten der Besucherinnen und Besucher erhoben, die einen direkten Personenbezug zulassen.
  • IP-Adressen werden gekürzt (nur die ersten beiden Blöcke bleiben erhalten) und dadurch anonymisiert.
  • Es werden keine persistenten Profile erstellt, um wiederkehrende Nutzer/innen zu identifizieren oder ihr Verhalten nachzuvollziehen.

Darüber hinaus ist Matomo so konfiguriert, dass die „Do Not Track“-Funktion moderner Webbrowser respektiert wird. Ist diese Option aktiviert, werden während des Besuchs keinerlei Daten erfasst.

Über die Datenschutzerklärung der JLU wird transparent über den Einsatz von Matomo informiert. Dort finden Nutzer/innen zudem eine zusätzliche Opt-out-Möglichkeit, mit der sie die Teilnahme an der Webstatistik aktiv verhindern können.

Hinsichtlich der Interpretation der Daten bedeutet dies:

  • Die absoluten Werte der Seitenaufrufe bilden nicht die Realität ab, sondern unterschätzen in der Regel die realen Zugriffszahlen, da das Klickverhalten über Browser, die über "do not track"-Funktionen verfügen, nicht erfasst wird. Bei Analyse-Tools, die Cookies einsetzen, ist die Unterschätzung i.d.R. sogar noch höher. Matomo kann sehr sinnvoll bei Vergleichen und zeitlichen Verläufen eingesetzt werden (z.B. welche Webseite wird am häufigsten besucht oder wirkt eine Werbekampagne; zu sehen durch einen Anstieg der Zugriffszahlen).
  • Siehe auch "Welche Genauigkeit haben die Statistikdaten?"

5. In welchem Umfang kann das HRZ Support leisten?

Das HRZ ist technischer Betreiber des Matomo-Systems. Es stellt die Verfügbarkeit des Dienstes sowie die Zugänge für berechtigte Personen sicher. Bei Betriebsstörungen oder technischen Problemen übernimmt das HRZ die Ursachenanalyse und Fehlerbehebung. Anfragen hierzu richten Sie bitte an die Serviceadresse webmaster-cms

Da Matomo eine sehr umfangreiche Plattform mit zahlreichen Funktionen ist, kann das HRZ keinen umfassenden fachlichen Support für individuelle Analyse- oder Nutzungsszenarien anbieten. Der Fokus liegt auf der Bereitstellung und Dokumentation der Standardstatistiken zu Seitenbesuchen sowie unmittelbar damit verbundener Parameter. Diese sind in der bereitgestellten Nutzungsanleitung beschrieben.

Für weitergehende Anwendungsfälle (z. B. Kampagnenauswertungen, erweiterte Ereignisstatistiken) empfehlen wir die Unterstützung durch eine auf Matomo und Webstatistik spezialisierte Agentur. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die JLU-Matomo-Instanz aufgrund des hohen Datenschutzniveaus bewusst funktional eingeschränkt und bildet daher nicht den vollen Funktionsumfang der Software ab.

6. Warum sehe ich Statistikinformationen für den gesamten Webauftritt?

Die Matomo-Integration im Webauftritt der JLU Gießen ist bewusst nicht segmentiert. „Segmentierung“ würde bedeuten, dass Teilbereiche des Webauftritts – etwa Fachbereiche, Einrichtungen oder Projekte – als eigenständige Webseiten betrachtet und getrennt ausgewertet werden.

Von einer solchen Aufteilung wurde aus folgenden Gründen abgesehen.

  • Technische Komplexität: Eine Segmentierung würde den Betriebsaufwand erheblich steigern und die Stabilität des Systems unnötig belasten.
  • Inhaltliche Überschneidungen: Viele Themen lassen sich nicht trennscharf einer Organisationseinheit zuordnen. Beispiel: Informationen zu Studienangeboten liegen teils zentral im Bereich Studium, teils bei den Fachbereichen. Auch Forschungsprojekte, Kooperationen oder Querschnittsthemen überschreiten organisatorische Grenzen.
  • Ganzheitliche Betrachtung: Der Webauftritt der JLU wird nach außen als eine Einheit wahrgenommen. Eine gemeinsame Statistik unterstützt diese Sichtweise und ermöglicht konsistente Auswertungen.

Die Statistikdaten sind deshalb für den gesamten Webauftritt einsehbar. Mit den in Matomo vorhandenen Funktionen sowie der bereitgestellten Anleitung können jedoch jederzeit Teilbereiche oder einzelne Webseiten bedarfsorientiert ausgewertet werden.

7. Wie finde ich die für mich relevanten Statistikinformationen?

Neben der Einstiegsschulung steht Ihnen eine ausführliche Anleitung des HRZ zur Verfügung, die den Umgang mit der Matomo-Oberfläche Schritt für Schritt erklärt.

Grundsätzlich bildet Matomo die Ordnerstruktur des Webauftritts ab. Das bedeutet: Im Seitenhierarchie-Browser von Matomo finden Sie die gleichen Pfade wie in der Adresszeile Ihres Browsers.
Beispiel: Eine Webseite des HRZ liegt unter www.uni-giessen.de/de/fbz/svc/hrz. In Matomo finden Sie die zugehörigen Statistiken im Seitenbaum ebenfalls unter de/fbz/svc/hrz.

So können Sie den Pfad Ihrer eigenen Webseiten nutzen, um gezielt die entsprechenden Statistiken im Matomo-Seitenhierarchie-Browser aufzurufen.

8. Welche Genauigkeit haben die Statistikdaten?

Wie bereits im Zusammenhang mit den datenschutzrechtlichen Aspekten beschrieben, betreiben wir die Matomo-Instanz der JLU auf einem besonders hohen Schutzniveau. Dies wirkt sich naturgemäß auf die Genauigkeit der erfassten Statistikdaten aus.

Da Matomo Mechanismen wie Do Not Track sowie weitere Opt-Out-Verfahren respektiert, wird ein Teil der Seitenbesucher nicht erfasst. Hinzu kommen zusätzliche Schutztechnologien wie Browser-Plugins oder „privacy-fokussierte“ Spezialbrowser, die die Statistikerfassung ebenfalls verhindern können. Auch zielgruppenspezifische Verhaltensweisen spielen eine Rolle: So gilt der Einsatz von Tracking-blockierenden Technologien bei technikaffinen Nutzergruppen als deutlich verbreiteter.

In der Konsequenz liegen die tatsächlich erzielten Besucherzahlen in der Realität höher, als es die Statistikdaten ausweisen. Wie groß diese Abweichung ist, lässt sich nicht verlässlich bestimmen, da hierzu keine belastbaren Erkenntnisse vorliegen. In praktischen Erfahrungswerten aus dem Umfeld der Webstatistik werden Abweichungen von etwa 10 bis 25 % angenommen.

Darüber hinaus kann die Webstatistik keine wiederkehrenden Besucher über mehrere Tage eindeutig erkennen, da keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Wiederkehrende Besucher sind somit am Folgetag nicht eindeutig von neuen Besuchern abgrenzbar. Die Unterscheidung zwischen Seitenbesuchern und eindeutigen Seitenbesuchern ist daher nur eingeschränkt möglich. Für die Interpretation der Statistiken ist es daher sinnvoll, den Fokus stärker auf Seitenbesuche und Zugriffsverläufe zu legen.

Ferner reduziert die Anonymisierung der IP-Adressen die Genauigkeit geographischer Analysen: Länderzuweisungen sind in der Regel möglich, genauere regionale Ableitungen jedoch nicht.

9. Bis zu welchem Zeitpunkt in der Vergangenheit sind Statistikdaten abrufbar?

Das Testsystem ist seit Juni 2023 in einer Pilotphase im Einsatz. Nach mehreren Konfigurationsanpassungen und Tests läuft das System nun im aktuellen Modus. Statistikdaten stehen daher rückwirkend bis zur ersten Inbetriebnahme im Juni 2023 zur Verfügung.