Theophrast:
Der 31. Charakter
Die Philologie
Die
Philologie ist einfach ein Übermaß von Verlangen nach alten Schriften und
Dingen, der Philologe einer, der die Bücher, die Papyri, die Inschriften und
anderes der Art, allein schon weil sie alt sind, über alle Maßen schätzt und
für heilig hält - und glücklich ist, wenn sie nicht heil, sondern durch viele
Fehler und Lücken verdorben gefunden werden; denn solche Schriften
wiederherzustellen und berichtigen, nennt er seine liebste und
vornehmste Tätigkeit. Und wenn irgendwo eine alte Schrift gefunden wird - ist
sie auf Papier geschrieben, so freut er sich; ist sie auf Pergament, so tanzt
er; ist sie auf Papyrus, so jauchzt er vor Freude; ist sie auf Stein, so stimmt
er ein Jubellied an; ist sie aber auf Bronze, so kniet er gar vor ihr
nieder. Und für das, was seine eigene Zeit hervorbringt, hat er gar keine
Bewunderung übrig ... [
Fortsetzung]
Link zur L'Année philologique
(Uni-intern)