Kriminalwissenschaftliches Praktikerseminar
Hier finden Sie Informationen zu unserem regelmäßig stattfindenden Kriminalwissenschaftlichen Praktikerseminar.
Kriminalwissenschaftliches Praktikerseminar
Das Kriminalwissenschaftliche Praktikerseminar richtet sich an interessierte Wissenschaftler und Studierende sowie an Praktiker aus Justiz, Polizei, Forensik, Jugendhilfe, Kommunalpolitik und letztlich an die interessierte Öffentlichkeit. Es geht darum, in dem Praktikerseminar Begegnungen zwischen Wissenschaft und Praxis, Erfahrungsaustausch, aber auch das wechselseitige Sich-Kennenlernen aller zu ermöglichen, die mit Kriminalpolitik, Strafrecht, Kriminologie, Strafverfolgung, Strafverfahren, Strafvollzug, Straffälligen- und Jugendhilfe sowie Sozialarbeit, Therapie und Kriminalprävention zu tun haben. In jedem Semester werden drei bis vier Termine mit Vorträgen zu aktuellen kriminologischen Fragestellungen angeboten. Gern können Sie auch ein Angebot für einen Vortrag unterbreiten. Die Teilnahme ist offen, kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte entnehmen Sie die Termine und Themen der jeweiligen Ankündigung für das Semester.
Aktuelle Veranstaltungen
Die Veranstaltungen des KPS finden im Hörsaalgebäude des hiesigen Juridicums (Licher Str. 68, 35394 Gießen) statt. Eine Anmeldung zu den Veranstaltungen ist grundsätzlich nicht erforderlich. Die nachfolgende Auflistung der geplanten Veranstaltungen ist nicht abschließend, sondern wird im Laufe des Semesters aktualisiert.
Sommersemester 2026
Mittwoch, 8. Juli 2026:
Harald Dern:
Operative Fallanalyse und die Rolle des Bundeskriminalamts
Termin: Mittwoch, 08.07.2026, 18:15 - 20:00 Uhr
Adresse: Campus Recht & Wirtschaft, Hörsaalgebäude Licher Straße 68, 35394 Gießen
Veranstaltungsraum: Hörsaal 4
Inhalt:
Prof. Dr. Britta Bannenberg Sommersemester 2026
Kriminalwissenschaftliches Praktikerseminar
8. Juli 2026
Zeit: 18.15 bis 20.00 Uhr
Ort: Hörsaal 4, Hörsaalgebäude Licher Straße 68
Referent: Harald Dern
Thema: Operative Fallanalyse und die Rolle des Bundeskriminalamts
Harald Dern referiert über die Operative Fallanalyse, die umgangssprachlich als „Profiling“ bekannt und häufig missverstanden wurde und wird. Wo Medien gelegentlich sinistre Personen als „Profiler“ hervorheben, stellt sich die Arbeit der Fallanalytiker als überaus wertvolles Instrument der Fallanalyse und Analyse des Täterverhaltens zur Aufklärung insbesondere von insbesondere von schwerwiegenden Gewaltdelikten und Tatserien dar. Zu Beginn dieser Arbeitsmethode in Deutschland stand die Auseinandersetzung mit den amerikanischen Erkenntnissen zu sexuell motivierten Serienmördern und der damaligen Einteilung in „organisierte“ und „nicht organisierte“ Täter im Vordergrund, um sich rasch in eine sachlichere oder weniger spektakuläre Richtung zur Ermittlungsunterstützung der (zunächst) Dezernate für Kapitaldelikte (Morddezernate) zu entwickeln. Mittlerweile spielt die Fallanalyse auch in ganz anderen Deliktsfeldern und bei speziellen Täterbiografieanalysen eine Rolle. Der Referent wird auch auf die Rolle des Bundeskriminalamts eingehen.
Zur Person:
Harald Dern, Erster Kriminalhauptkommissar (EKHK) i.R., war bis Dezember 2025 langjähriger Leiter der OFA (Dienststelle für Operative Fallanalyse) des Bundeskriminalamts (BKA). Er ist zertifizierter Polizeilicher Fallanalytiker, langjähriger Lehr-Fallanalytiker und Leiter der Bund-Länder-Gremien zu Qualitätsstandards der FA und fallanalytischer Spezialausbildung und befasst sich mit der Entwicklung fallanalytischer Methoden in den Bereichen der Vergleichenden Fallanalyse, Geografischen Fallanalyse sowie der Kommunikations- und Biografieanalyse. Harald Dern war an wegweisenden Forschungsarbeiten u.a. zu geografischem Verhalten von Sexualstraftätern, Altersvariablen bei Sexualmorden und Sexualmorden an Kindern beteiligt und hat zu diesen Themen publiziert:
etwa: Dern, Harald (2010): Heuristische Grundprinzipien der Fallanalyse. Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie, 4(2), S. 98 – 106.
Dern, Harald (2022): § 83 Operative Fallanalyse. In: Münchener Anwaltshandbuch Strafverteidigung (3. überarbeitete Auflage), München: C. H. Beck, S. 2980 – 3005.
Harald Dern war verantwortlicher Leiter vieler Fallanalysen in Fällen von Mord, Seriendelikten, terroristischen Anschlägen u.a. Delikten. Er hat zur Begründung der Fallanalyse als interpretatives bzw. hermeneutisches Verfahren (erkenntnistheoretisch und methodisch) in Deutschland maßgeblich beigetragen.
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Erwerb der Schlüsselqualifikation für Studierende des Fachbereichs 01
Der Besuch der Vorträge des kriminalwissenschaftlichen Praktikerseminars kann von Studierenden des Fachbereichs 01 zum Erwerb der obligatorischen Schlüsselqualifikation genutzt werden.

Nähere Hinweise zum Ablauf entnehmen Sie bitte der hierfür eingerichteten Seite des Fachbereichs: https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb01/service-studierende/services/sqvortrag
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Sie den vorzulegenden Laufbogen selbst ausdrucken und mitbringen müssen.