Lehre

| Im Rahmen unserer Lehre in Versuchstierkunde, Tierschutz und Ethologie sollen die Studierenden der Veterinärmedizin ethologische Grundlagen zum Verständnis des Verhaltens von Tieren erhalten und die Verhaltensbiologie der wichtigsten Nutz- und Versuchstiere kennenlernen. Der Tierschutz soll als gesellschafts-politisches Anliegen und das Tierschutzgesetz als Instrumente zur Durchsetzung dieses Anliegens verstanden werden. Die Studierenden lernen außerdem wissenschaftliche Konzepte und Methoden zur Beurteilung des Wohlergehens von Tieren kennen. Damit sollen die Studierenden befähigt werden, die biologischen Ansprüche von Tieren an ihre Umwelt, ihre Anpassungsfähigkeit und deren Grenzen einzuschätzen - dies ist Voraussetzung für eine Beurteilung der Tiergerechtheit bezogen auf das Tier. Für die Bewertung der Tiergerechtheit bezogen auf das geltende Recht werden biologische Erkenntnisse auf die gesetzlichen Bestimmungen abgebildet und im gesellschaftspolitischen Kontext eingeordnet. | ![]() |
Lehrveranstaltungen
Die Professur bietet Lehrveranstaltungen an. Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden sie hier.
Darüber hinaus beteiligt sich die Professur bei Research4Vets und Support4Vetmed.
Wahlpflichtveranstaltungen
Die Professur bietet verschiedene Wahlpflichtveranstaltungen an.
In diesen wird die Interdisziplinarität und die Komplexizität des Tierschutzes, über die Inhalte der TAppV hinaus, abgebildet.
Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen sind hier zu finden.
Staatsexamensprüfung Tierschutz und Ethologie
"§ 33 Tierschutz und Ethologie
In dem Prüfungsfach Tierschutz und Ethologie haben die Studierenden ihre Kenntnisse über die artgemäße und verhaltensgerechte Unterbringung und Betreuung von Tieren sowie über den Schutz der Tiere im Tierhandel, bei Tiertransporten, bei der Schlachtung oder Tötung und bei Tierversuchen sowie ihre Kenntnisse über tierschutzrechtliche Bestimmungen mit ihren ethischen und wissenschaftlichen Grundlagen und in der Ethologie nachzuweisen."
Auszug aus der Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) in der Fassung vom 6. Dezember 2011
Art der Prüfung
Das Prüfungsfach Tierschutz und Ethologie wird nach dem 7. Semester im Rahmen eines MC-Tests schriftlich geprüft. Die Prüfung besteht aus 40 Multiple Choice Fragen, für deren Beantwortung 60 Minuten zur Verfügung stehen.
Grundlagen für die Prüfung
- Vorlesungen Tierschutz I, II, III
- Tierschutzgesetz und entsprechende Verordnungen
Termine

Medical Training
Einer erfolgreichen tierärztlichen Behandlung liegt immer die vollständige klinische Untersuchung und ggf. die Durchführung weiterer Diagnostik zugrunde. Was geschieht aber, wenn sich die Patientin oder der Patient gar nicht erst untersuchen lässt? Wie können Zwangsmaßnahmen reduziert und unangenehme Behandlungen trotzdem kurzfristig durchgeführt werden?
Im sogenannten Medical Training werden Kenntnisse aus den Bereichen des tierischen Lernverhaltens und Trainings (klassische und operante Konditionierung) vermittelt und der Transfer zur tierärztlichen Praxis geschaffen. Durch gezielte Verhaltensmodifikation wird im Medical Training auch bei unangenehmen Behandlungen die Kooperation der Patientin/ des Patienten erlangt.
Grundsätzlich kann eine kooperative Patientin/ ein kooperativer Patient gründlicher untersucht und somit genauer diagnostiziert werden. Außerdem wird eine stressinduzierte Verfälschung der in der Untersuchung erhobenen Parameter deutlich reduziert. Die praktische Anwendung von Medical Training ist somit auch aus ethischer Sicht erstrebenswert, da negative Emotionen (bei allen Beteiligten) vermieden werden können.
Kenntnisse über Medical Training sind zudem Teil einer wirtschaftlich effektiven Arbeitsweise. Für eine Untersuchung bzw. Behandlung ist bei einer kooperativen Patientin/ einem kooperativen Patienten weniger Personal zur Fixation notwendig; außerdem kann die Behandlung zügiger durchgeführt werden. Arbeitsunfälle, wie beispielsweise durch Tierbisse (häufig hervorgerufen durch angstbedingte Aggression), werden reduziert bzw. vermieden.
Viele zoologische Einrichtungen profitieren bereits seit Jahren von der Anwendung von Medical Training in der medizinischen Betreuung der dort gehaltenen Wildtiere. Auch bei der tierärztlichen Versorgung der Haus- und Nutztiere kann die Integration von Medical Training zu einer Optimierung des Praxisalltages beitragen.
Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen sind hier zu finden.

Fachsübergreifende Lehre
Am Fachbereich Agrarwissenschaften bieten wir das Master-Modul "Aspekte des Tierschutzes in der Forschung" an.
- Umfang: 6 CP
- 1. - 4. Semester
- Wahlpflichtmodul
- Verwendbar in folgenden Studiengängen: Profil, Master (1.-4.)
Die Vorlesung bietet eine allgemeine Einführung in den Tierschutz und die Ethologie, bei der gesetzliche, ethische und wissenschaftliche Grundlagen zum Tierschutz besprochen werden. Mit Hilfe ethologischer Ansätze und Methoden lernen die Studierenden die Beurteilung der Tiergerechtheit von Tierhaltungen und dem Umgang mit Tieren. Die Vorlesungsreihe behandelt außerdem Fallbeispiele zu Tierschutzproblemen aus der Praxis.
Darüber hinaus werden europäische Tierschutzregelungen und ihre Umsetzung in und Bedeutung für die nationale Gesetzgebung thematisiert. Außerdem werden die historische Entwicklung des Tierschutzgedankens, der Stellenwert des Tierschutzes in der EU und in Europa sowie die Geschichte der Versuchstierkunde besprochen. Das Modul diskutiert Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen auf Grundlage des 3R-Konzepts von Russell und Burch (refinement, replacement, redution) und erläutert Erkennung und Bewertung von Belastungen im Tierversuch und Möglichkeiten der Belastungsminderung. Grundlagen der Tierethik und ethische Vertretbarkeit des Tierversuches werden den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern genauso vermittelt, wie der Ablauf von Bewilligungsverfahren an Behörden und Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten rund um Tierversuche.
Die Inhalte entsprechen den inhaltlichen Anforderungen des sogenannten Rechtsmoduls versuchstierkundlicher Kurse, welche als Nachweis der Sachkunde für wissenschaftliches Arbeiten mit Tieren vorausgesetzt werden. Studierende haben die Möglichkeit, durch den Besuch der Vorlesungen das Rechtsmodul zu absolvieren und verfügen im Anschluss über einen behördlich anerkannten Sachkundenachweis (Teilnahmenachweis an der Veranstaltung per Unterschrift durch die Dozentin oder den Dozenten ist zu erbringen).

IMPROVE YOUR SKILLS - das 3R Skills Lab der JLU Gießen
IMPROVE YOUR SKILLS – das 3R Skills Lab der JLU Gießen

Das übergeordnete Ziel des Gießener 3R-Skills Labs IMPROVE YOUR SKILLS liegt in der Sensibilisierung zukünftiger, aber auch bereits aktiv in der Tier-basierten Forschung tätigen Personen, für die 3R-Thematik. Das frühe Arbeiten mit Modellen, soll dabei die Bereitschaft zur kritischen Überdenkung des Einsatzes des Tiermodells initiieren. Dabei kommt eine prozessorientierte Didaktik, die Lernschritte jeder einzelnen Teilnehmerin oder jedes einzelnen Teilnehmers in einem kompetenzorientierten Lernfeld stärken soll, zum Einsatz. So soll den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden, mit Fehlern und Lernwiderständen konstruktiv umzugehen. Übungsphasen und Methodentraining können in weiten Teilen individuell angepasst werden, so dass darüber ein maximaler Grad an Selbstständig- und Selbsttätigkeit gewährleistet werden kann. Tutoren übernehmen die Rolle des Lernberaters. Die Abläufe unterstützen ebenfalls die Kompetenzerlangung und kontinuierliche Reflexionsprozesse in den unterschiedlichen Arbeitsvorgängen.
Die Wissens- und Kompetenzvermittlung erfolgt durch Arbeit an Stationen. In allen Stationen werden computerbasierte Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt und an entsprechender Stelle mit Whiteboards ergänzt. Grundsätzlich spielen die Nutzung und Bereitstellung digitaler Medien in der Lehre eine große Rolle. Eine zukunftsorientierte, noch intensivere Integration digitale Medien in didaktische Abläufe wird angestrebt. Es wird Lehrvideomaterial als zeitgemäße Lehre zur Unterstützung des Erlernens bzw. theoretischer Inhalte und praktischer Fertigkeiten angeboten. Weiterhin werden Simulatoren bei der Lernstationsentwicklung berücksichtigt. Daraus ergibt sich ein ausgewogenes Maß an haptischen, visuellen und auch akustischen Anteilen, um jeden Lerntyp anzusprechen und zu begeistern.
Die Studierenden durchlaufen die Lernstationen in Kleingruppen von 4 Personen nach der Methode des Self-Directed-Learning. D. h. die Studierenden sind angehalten die Stationen mit dem zur Verfügung gestellten Lernmaterial in der Kleingruppe eigenständig zu erarbeiten. Bei Fragen steht ein Mentor bereit.
Die Lernstationen adressieren als Themenschwerpunkte alle 3Rs. Somit gibt es Lernstationen, die sich mit Replacement-Strategien beschäftigen. Unter anderem soll geprüft werden, welche Alternativverfahren zur bestmöglichen Beantwortung spezifischer biomedizinischer Fragestellungen eingesetzt werden könnten. In diesem Kontext wird auch vermittelt, wie eine zielgerichtete Recherche durchgeführt werden kann. Das Feld Reduction adressiert Maßnahmen, die sichtbar zu einer Reduzierung der eingesetzten Versuchstiere beitragen können. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Intensivierung von in silico Strategien. Auch die Funktionsweisen komplexer Organoide fallen in dieses Segment. Mit dem drittem R werden Refinementmaßnahmen abgebildet. Die Studierenden erlernen hier den wertschätzenden und respektvollem Umgang mit dem Versuchstier(modell). Eine inhaltliche Betonung erfährt in diesem Lernfeld die Vermittlung der komplexen Sinnesempfindungen und der Belastungseinschätzung, ebenso wie in der Identifizierung geeigneter Komponenten und Parameter, die zur Steigerung bzw. Erhalt des Wohlbefindens der Tiere beitragen.
Anmeldungen zur Teilnahme erfolgen über das Sekretariat der Professur.
Imagefilm Improve your Skills in Deutsch
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Blockwoche Labortierkunde
Studierende der Veterinärmedizin erhalten im 8. Fachsemester die Möglichkeit, das versuchstierkundliche Rechtsmodul im Rahmen der Blockwoche Labortierkunde zu absolvieren.
Die Überprüfung der Inhalte des Rechtsmoduls erfolgt durch eine Klausur (1,0h) am Ende der Blockwoche. Voraussetzung für die Klausurteilnahme ist die erfolgreiche Teilnahme an den Vorlesungen.
Die Anmeldung erfolgt über Stud.IP
Dozierende: Prof. Dr. Stephanie Krämer, Dr. Guido Haschke, Celina Pabst

