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VWL I: Studentische Hilfskraft zum 01.10.2022 gesucht

Liebe Studierende,

die Professur für Volkswirtschaftslehre I (Prof. Dr. Georg Götz), Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der JLU, sucht zum 01.10.2022 eine studentische Hilfskraft.
Bewerbungsdeadline: 12.08.2022

 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenausschreibung

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VWL 1: (Pro-) Seminar: Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen im Transportsektor

Liebe Studierende, 

im Wintersemester 2022/23 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen im Transportsektor". 

Die Mobilitätswende spielt eine entscheidende Rolle in dem gesellschaftlichen und technologischen Prozess, den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfolgreich zu gestalten. Auf den Verkehr entfallen heute rund 25% der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU. Durch eine Umstellung auf nachhaltige Energieträger und die Vernetzung des Individual- und öffentlichen Personennahverkehrs soll dabei im Transportsektor der Endenergieverbrauch ohne Einschränkung der Mobilität sinken. Auf EU-Ebene hatte dazu bereits die Europäische Kommission im Rahmen des Green Deals einen Vorschlag zur nachhaltigen Gestaltung des Verkehrs gemacht. Auch die aktuelle deutsche Bundesregierung hat mit dem Entlastungspaket II weitreichende Eingriffe im Transportsektor vorgenommen, bspw. mit der Einführung des 9-Euro-Tickets für den Nahverkehr der Deutschen Bahn oder mit dem „Tankrabatt“ für Kraftstoffe. Eng mit diesen Themen verknüpft ist auch der Investitions- und Sanierungsstau bei Infrastrukturprojekten, der mögliche Marktmachtmissbrauch im Tankstellenmarkt und der Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Im Seminar sollen in diesem Zusammenhang unterschiedliche Transportsektoren theoretisch und empirisch untersucht, mögliche Wettbewerbsprobleme identifiziert und regulatorische Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme diskutiert werden.   

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie und/oder Industrieökonomie absolviert haben. 

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 21. Oktober 2022 um 14 Uhr (Ort wird noch bekanntgegeben).  

Am 09.12.2022 um 14 Uhr werden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung am 03. und 04. Februar 2023 (Änderungen vorbehalten!). Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung. 

Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von circa 3.200 Wörtern, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen.

Sie können sich zwischen dem 13.06.2022 und 01.07.2022 über StudIP anmelden. Zur Anmeldung müssen auch ein Leistungsnachweis und ggf. Bachelorzeugnis per E-Mail an vwl1@wirtschaft.uni-giessen.de geschickt werden. Bitte melden Sie sich frühzeitig an. 

 

Weitere Informationen zum Ablauf und Inhalt des Seminars folgen in Kürze.

 

Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Team der Professur VWL I 

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VWL I: (Pro-) Seminar: Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen zu Plattformmärkten und digitalen Gatekeepern

Liebe Studierende,  

im Sommersemester 2022 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen zu Plattformmärkten und digitalen Gatekeepern".  

Auch wenn Plattformmärkte kein neues Phänomen sind, haben digitale Plattformen wie Google, Amazon oder Facebook in jüngster Vergangenheit größere öffentliche und politische Aufmerksamkeit erhalten. Aus wettbewerbspolitischer Sicht stellt sich dabei insbesondere die Frage, ob das Kartellrecht in seiner aktuellen Form ausreichend ist, um Wettbewerbsproblemen in digitalen Märkten begegnen zu können. In diesem Zusammenhang hat bspw. die Europäische Kommission mit dem Digital Markets Act (DMA) einen neuen Gesetzesvorschlag auf den Weg gebracht, um einen höheren Grad an Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Im Seminar sollen in diesem Zusammenhang unterschiedliche Plattformmärkte theoretisch und empirisch untersucht, mögliche Wettbewerbsprobleme identifiziert und regulatorische Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme diskutiert werden.   

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie und/oder Industrieökonomie absolviert haben.  

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 22. April 2022 um 14 Uhr (Ort wird noch bekanntgegeben).   

Am 20.05.2022 um 14 Uhr werden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung am 01. und 02Juli 2022 (Änderungen vorbehalten!). Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung.  

Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von circa 4.000 Wörtern, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen.  

Sie können sich zwischen dem 28.02.2022 und 18.03.2022 über StudIPanmelden. Zur Anmeldung müssen auch ein Leistungsnachweis und ggf. Bachelorzeugnis per E-Mail an vwl1@wirtschaft.uni-giessen.de geschickt werden. Bitte melden Sie sich frühzeitig an. 

 

Weitere Informationen zum Ablauf und Inhalt des Seminars folgen in Kürze. 

 

Mit freundlichen Grüßen  

Ihr Team der Professur VWL I  

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VWL I: Nigerias “Silicon Valley” - Bachelorthesis zur Publikation ausgebaut

Nigerias “Silicon Valley” - Bachelorthesis zur Publikation ausgebaut

 

Der von PD Dr. Johannes Paha und Lydia Wolter verfasste Beitrag

“Nigerias IKT-Marktplatz - Erfolg basiert auf vielen Faktoren” wurde in

der September-Ausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift

“Entwicklung und Zusammenarbeit” veröffentlicht. Der Beitrag zeigt die

Erfolgsfaktoren des Otigba Computer Village auf, Nigerias größtem

IKT-Marktplatz. Diese bestehen bspw. im Vorliegen von

Agglomerationseffekten und externen Größenvorteilen. Gleichzeitig werden

auch die Schattenseiten des Clusters (z. B. negative externe Effekte und

Übernutzung von Allmendegütern) analysiert. Der Beitrag analysiert zudem

die Vor- und Nachteile einer Überführung des Clusters in den formalen

Sektor.

 

Die Themen des Beitrags entstammen der von Frau Wolter verfassten

Abschlussarbeit “An Economic Analysis of the Effects of Knowledge

Spillover on Innovation”. Frau Wolter ist Studentin der VWL mit

Anglistik und Amerikanistik im Nebenfach an der Universität Potsdam, an

der Herr Paha in den Jahren 2019/20 den Lehrstuhl für Internationale

Wirtschaftspolitk in den Jahren 2019/20 vertrat und im Rahmen dieser

Professurvertretung die Thesis betreute. Herr Paha zeigt sich von der

Kooperation begeistert: "Frau Wolter hat sich tief in die Thematik

eingearbeitet. Das gilt sowohl für die theoretischen Grundlagen als auch

für deren Anwendung auf das Otigba Computer Village. Es hat mir große

Freude bereitet, mit ihr in der Bearbeitung dieses spannenden Themas

zusammenzuarbeiten. So zeigt sich erneut, dass sich Engagement in der

Lehre auch an der Schnittstelle zur Forschung auszahlt."

 

Die September Ausgabe von E+Z findet sich hier als PDF zum kostenlosen Download.

 

A version in English is provided here.

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VWL I: Youtube-Video erläutert Ergebnisse des Aufsatzes zur Effizienz der deutschen Covid-19 Impfkampagne

Im Video Die Effizienz der deutschen Covid-19 Impfkampagne - Ergebnisse aus der Forschung auf Economics2Go erläutert Professor Götz die Ergebnisse des Aufsatzes "Efficiency in Covid-19 Vaccination Campaigns – A comparison across Germany’s federal states" und stellt einen Bezug zum aktuellen Stand der Impfkampagne her. Der Aufsatz wurde in der Special Issue: Vaccines: Uptake and Equity in Times of the COVID-19 Pandemic (https://www.mdpi.com/journal/vaccines/special_issues/COVID-19_Vaccines) der Zeitschrift Vaccines 2021, 9(7), 788 veröffentlicht. Näheres siehe auch in diesem Newseintrag

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VWL I: (Pro-) Seminar: Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

Liebe Studierende, 

im Wintersemester 2021/22 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Wettbewerbspolitische und regulatorische Fragestellungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie". 

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie und/oder Industrieökonomie absolviert haben. 

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 22. Oktober 2021 um 14 Uhr in (Ort wird noch bekanntgegeben).  

Am 3.12.2021 14 Uhr werden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung am 04. und 05. Februar 2022 (Änderungen vorbehalten!). Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung. 

Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von circa 3000 Wörtern, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung (Bewertung mit null Punkten). 

Sie können sich zwischen dem 14.06.2021 und 02.07.2021 über StudIP anmelden. Zur Anmeldung müssen auch ein Leistungsnachweis und ggf. Bachelorzeugnis per E-Mail an vwl1@wirtschaft.uni-giessen.de geschickt werden. Bitte melden Sie sich frühzeitig an 

Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Team der Professur VWL I 

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VWL I: Aufsatz zur Effizienz der deutschen Covid-19 Impfkampagne in der Zeitschrift Vaccines veröffentlicht

Der von einem Team der Professur VWL I, bestehend aus Dr. Daniel Herold, Phil-Adrian Klotz, M.Sc., Jan Schäfer, M.A. und Prof. Dr. Georg Götz, erstellte Aufsatz "Efficiency in Covid-19 Vaccination Campaigns – A comparison across Germany’s federal states"  zur Effizienz der deutschen Covid-19 Impfkampagne wurde in der Special Issue: Vaccines: Uptake and Equity in Times of the COVID-19 Pandemic der Zeitschrift Vaccines veröffentlicht.
Mittels einer Data Envelopment Analysis werden die deutschen Bundesländer im Hinblick auf den Anteil der zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen verglichen, der tatsächlich verimpft wurde.  Es zeigen sich erhebliche Unterschiede über die Bundesländer hinweg. Einfache Überschlagsrechnungen für die letzten fünf Monate zeigen, dass die Impfungen um 3,7% – 6,6% höher gewesen sein könnten, wenn die Quote zwischen Impfungen und gelieferten Impfstoffdosen in allen Bundesländer den gleichen Wert angenommen hätte wie in den Bundesländern mit den höchsten Effizienzwerten. Die Studie findet zudem eine signifikante Erhöhung des Anteils der verimpften Dosen für den Zeitraum nach dem 5. April 2021, dem Stichtag für die Einbeziehung der Kassenärzte in die Impfkampagne. Dies deutet darauf hin, dass durch diese Integration die Effizienz der Impfkampagne erhöht wurde.
Die folgende Abbildung (Figure 1) gibt einen Eindruck von der Entwicklung der Impfkampagne über die verschiedenen Bundesländer hinweg. Sie zeigt, vereinfacht ausgedrückt, welcher Anteil der in einer Woche zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen jeweils verimpft wurde.
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VWL I: Working Paper zur Wirkung nächtlicher Ausgangssperren veröffentlicht

Ausgangssperren

Ein Team bestehend aus Dr. Samuel de Haas (externer PostDoc, VWL I), Prof. Dr. Sven Heim (Mines ParisTech und ZEW Mannheim) und Prof. Dr. Georg Götz hat unter dem Titel "Measuring the effects of COVID-19-related night curfews: Empirical evidence from Germany"  ein Working Paper zu den Wirkungen einer nächtlichen Ausgangssperre veröffentlicht. Eine Analyse auf Ebene der hessischen Landkreise findet keine statistisch signifikante Wirkung der Ausgangssperren auf die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz. Dies deutet darauf hin, dass nächtliche Ausgangssperren in einem Umfeld, in dem eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in Kraft sind, kein wirksames Instrument zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie darstellen.

Hinweis 21.4.2021: Die unter obigem Link bereitgestellte Version ist überarbeitet und ergänzt. Es wurde zusätzlich das Mobilitätsverhalten untersucht sowie anstelle der absoluten Inzidenzen deren Wachstumsraten verwendet. Letzteres erlaubt eine intuitivere Darstellung. Sowohl im Hinblick auf die Wachstumsraten der Inzidenzen, also deren zeitliche Veränderung, als auch auf das Mobilitätsverhalten liefern die Schätzungen keine signifikante Wirkung nächtlicher Ausgangssperren. 

Die ursprüngliche, am 19.4.2021 bereitgestellte Version findet sich hier.   

 

Hinweis 28.4.2021: Die unter dem Link oben bereitgestellte Version ist überarbeitet und ergänzt. Es wurden weitere Robustheitsanalysen durchgeführt. Daneben wird nun in einer Heterogenitätsanalyse auf Basis der einzelnen Tage gezeigt, dass sowohl für die Zeit vor Einführung der nächtlichen Ausgangssperren als auch während und nach diesen Maßnahmen kein systematischer Unterschied zwischen der Dynamik des Infektionsgeschehens in Kreisen mit und ohne nächtliche Ausgangssperren besteht.

Die Analyse des Mobilitätsverhaltens wurde wieder aus dem Aufsatz genommen. Aufgrund der beschränkten Aussagekraft täglicher Mobilitätsdaten im Hinblick auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens im hier vorliegenden Kontext in Verbindung mit Lücken in diesen Mobilitätsdaten für die Zeit vor der Inkraftsetzung nächtlicher Ausgangssperren wurde diese Analyse nicht in die für die Zeitschrifteneinreichung vorgesehene Version aufgenommen.

 

Die am 21.4.2021 bereitgestellte Version findet sich hier

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VWL 1: Regulatorische und ordnungspolitische Herausforderungen des Übergangs zur klimaneutralen Wirtschaft

Die Professur VWL I (Prof. Dr. Georg Götz) hatte auch im Wintersemester 2020/21 wieder ein integriertes Bachelor- und Masterseminar veranstaltet. Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer befassten sich dabei umfassend mit dem Thema „Regulatorische und ordnungspolitische Herausforderungen des Übergangs zur klimaneutralen Wirtschaft" (Betreuung und Konzeption durch Prof. Dr. Georg Götz, PD Dr. Johannes Paha, Dr. Daniel Herold, Jan Thomas Schäfer, Phil-Adrian Klotz und Maximilian Maurice Gail). Die Vorstellung der Arbeiten fand am 05. und 06. Februar 2021 im Rahmen einer Blockveranstaltung über Microsoft Teams statt.

Im Fokus dieses Seminars stand die Analyse des Klimawandels aus ökonomischer Sicht und die Beurteilung der politischen Zielsetzungen und Maßnahmen, um den Übergang hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfolgreich zu bewältigen. Während am ersten Seminartag die europäischen und deutschen Klimaschutzziele sowie die Themen Wasserstoff und Energieerzeugung im Mittelpunkt standen, ging es am zweiten Tag schwerpunktmäßig um die ökonomische Analyse bestimmter Sektoren wie dem Flug-, Schienen- und Automobilverkehr.

 

Neben den Präsentationen der Studierenden gab es dabei auch zwei Expertenvorträge. Marcus A. Söhrich von der Open Grid Europe GmbH konnte allen Teilnehmern einen detaillierten Einblick in die Problematik geben, mit der sich die Open Grid Europe im Zuge der aktuellen politischen Rahmenbedingungen beschäftigt. Die OGE ist einer der führenden europäischen Fernleitungsnetzbetreiber und wird ihre Leitungen heute und in Zukunft auch für den Transport von Wasserstoff nutzbar machen. Herr Söhrich machte dabei in seinem Vortrag auch deutlich, welche Probleme es mit Blick auf eine grüne Energieversorgung aktuell noch aus politischer und ökonomischer Sicht gibt.

 

Herr Dr. Franz von der Innogy SE konnte einen tieferen Einblick in die Stromverteilnetze und deren Rolle für die Energiewende geben. Innogy ist ein ehemaliges Tochterunternehmen von RWE, das Stromverteilernetze betreibt und auch elektrischen Strom erzeugt. Herr Dr. Franz stellte hierbei eine Studie vor, die sich insbesondere mit der Finanzierung des Ausbaus der Stromübertragungsnetze befasst. Durch die immer größer werdende Nachfrage nach (grünem) Strom bestehe hier ein erheblicher Finanzierungsbedarf, der aber möglichst genau kalkuliert werden sollte. Denn sowohl eine Über- als auch Unterfinanzierung des Stromnetzausbaus würde unterschiedliche Probleme mit sich bringen.

Wie bereits erwähnt, spielte auch der Verkehrssektor eine große Rolle im Seminar. Vom Modal Shift hin zu den Herausforderungen für den Automobilsektor, Schienen- und Luftverkehr bis zum internationalen Güterverkehr über See wurden all diese Themen vorgestellt und diskutiert. Hierbei wurde bspw. über das Ausweichen auf umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel oder die staatlichen Subventionen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland debattiert.

Sowohl nach den Gastvorträgen als auch im Anschluss an die studentischen Vorträge wurde die Zeit für eine intensive Diskussion genutzt. Die Experten konnten den Studierenden weitergehende Fragen beantworten und es fand ein reger Austausch statt. Den Seminarteilnehmern wurde also neben ihren persönlichen Arbeiten ein umfassender Einblick in die unterschiedlichsten Aspekte dieser breit gefächerten Thematik gewährt. So konnte sich jeder einen Überblick darüber verschaffen, wie stark die Wirtschaft von der Klimapolitik beeinflusst wird und gleichzeitig wo die Schwächen dieser Politik aus ökonomischer Sicht liegen.

(verfasst von Theresa Daniel, Seminarteilnehmerin)

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VWL I: Seminar an der Professur VWL I - "Die Preisbindung der zweiten Hand – komplett abschaffen oder generelles Verbot aufheben?"

Liebe Studierende, 

 

im Sommersemester 2021 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Die Preisbindung der zweiten Hand – komplett abschaffen oder generelles Verbot aufheben?“

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie und/oder Industrieökonomie absolviert haben. 

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 16.04.2021 um 14 Uhr. Am 21.05.2021 um 14 Uhrwerden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung am 02. und 03. Juli 2021 (Änderungen vorbehalten!). Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung. 

Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von 8 Seiten, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung (Bewertung mit null Punkten). 

Sie können sich zwischen dem 18.01. und 31.01.2021 über StudIP https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/service-fuer-studierende/service-center/nachrichtenordner/pruefungsamt-bewerbung-fuer-proseminar-seminar-und-thesisplaetze bzw. das Prüfungsamt https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/service-fuer-studierende/service-center/online-antraege anmelden. Zur Anmeldung müssen auch ein Leistungsnachweis und ggf. Bachelorzeugnis per E-Mail an vwl1@wirtschaft.uni-giessen.de geschickt werden. Bitte melden Sie sich frühzeitig an.


Weitere Informationen finden sich hier.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Professur VWL I

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VWL I: Neue Veröffentlichung der Professur: "Financing railways" erscheint in Handbook on Railway Regulation

Veröffentlichung: Götz, G., & Schäfer, J. T. (2020). Financing railways. In Handbook on Railway Regulation. Edward Elgar Publishing.

"Financing Railways" Professor Götz und  J. T. Schäfer, M.A. veröffentlichen eine neue Publikation im Handbook on Railway Regulation des Edward Elgar Publishing Verlags. 


"Die Europäischen Eisenbahnen befinden sich in einer Phase der Spannungen zwischen regulatorischen, steuerlichen und politischen Zielen, wobei die Gebühren für den Zugang zu Gleisen eine Schlüsselrolle spielen. Wir analysieren die Finanzierungsstruktur von Infrastrukturbetreibern und Hauptbahnunternehmen in 11 europäischen Ländern, indem wir die Höhe der Zugangsgebühren, die Kostendeckungsquoten und den Anteil der öffentlichen Mittel vergleichen."

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VWL I: Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Buchpreisbindung wurden auf dem London School of Economics (LSE) Business Review Blog veröffentlicht

Am 20.Oktober 2020 wurden die Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Buchpreisbindung von Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Daniel Herold, Jan Thomas Schäfer und Phil-Adrian Klotz auf dem London School of Economics (LSE) Business Review Blog veröffentlicht. 

 

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Blog-Post. 

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VWL I: Seminar an der Professur VWL 1 - "Regulatorische und ordnungspolitische Herausforderungen des Übergangs zur klimaneutralen Wirtschaft "

Liebe Studierende, 

im Wintersemester 2020/21 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Regulatorische und ordnungspolitische Herausforderung des Übergangs zur klimaneutralen Wirtschaft". 

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie und/oder Industrieökonomie absolviert haben. 

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 06November 2020 um 14 Uhr in (Ort wird noch bekanntgegeben). Am 11. Dezember 2020 werden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung am 05. und 06. Februar 2021 (Änderungen vorbehalten!). Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung. 

Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von 8 Seiten, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen. Unentschuldigtes Fehlen an einem der Pflichttermine führt zum Ausschluss von der Veranstaltung (Bewertung mit null Punkten). 

Sie können sich zwischen dem 22.06.2020 und 03.07.2020 über StudIP https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/service-fuer-studierende/service-center/nachrichtenordner/pruefungsamt-bewerbung-fuer-proseminar-seminar-und-thesisplaetze bzw. das Prüfungsamt https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/service-fuer-studierende/service-center/online-antraege anmelden. Zur Anmeldung müssen auch ein Leistungsnachweis und ggf. Bachelorzeugnis per E-Mail an vwl1@wirtschaft.uni-giessen.de geschickt werden. Bitte melden Sie sich frühzeitig an.


Weitere Informationen finden sich hier.


Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Team der Professur VWL I 

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VWL I: Seminar an der Professur VWL 1 - „Wie Ökonomen den Klimawandel bekämpfen würden“

Die Professur VWL I (Prof. Dr. Georg Götz) hatte auch im Wintersemester 2020/21 wieder ein integriertes Bachelor- und Masterseminar veranstaltet. Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer befassten sich dabei umfassend mit dem Thema „Regulatorische und ordnungspolitische Herausforderungen des Übergangs zur klimaneutralen Wirtschaft" (Betreuung und Konzeption durch Prof. Dr. Georg Götz, PD Dr. Johannes Paha, Dr. Daniel Herold, Jan Thomas Schäfer, Phil-Adrian Klotz und Maximilian Maurice Gail). Die Vorstellung der Arbeiten fand am 05. und 06. Februar 2021 im Rahmen einer Blockveranstaltung über Microsoft Teams statt.

Im Fokus dieses Seminars stand die Analyse des Klimawandels aus ökonomischer Sicht und die Beurteilung der politischen Zielsetzungen und Maßnahmen, um den Übergang hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfolgreich zu bewältigen. Während am ersten Seminartag die europäischen und deutschen Klimaschutzziele sowie die Themen Wasserstoff und Energieerzeugung im Mittelpunkt standen, ging es am zweiten Tag schwerpunktmäßig um die ökonomische Analyse bestimmter Sektoren wie dem Flug-, Schienen- und Automobilverkehr.

Neben den Präsentationen der Studierenden gab es dabei auch zwei Expertenvorträge. Marcus A. Söhrich von der Open Grid Europe GmbH konnte allen Teilnehmern einen detaillierten Einblick in die Problematik geben, mit der sich die Open Grid Europe im Zuge der aktuellen politischen Rahmenbedingungen beschäftigt. Die OGE ist einer der führenden europäischen Fernleitungsnetzbetreiber und wird ihre Leitungen heute und in Zukunft auch für den Transport von Wasserstoff nutzbar machen. Herr Söhrich machte dabei in seinem Vortrag auch deutlich, welche Probleme es mit Blick auf eine grüne Energieversorgung aktuell noch aus politischer und ökonomischer Sicht gibt.

Herr Dr. Franz von der Innogy SE konnte einen tieferen Einblick in die Stromverteilnetze und deren Rolle für die Energiewende geben. Innogy ist ein ehemaliges Tochterunternehmen von RWE, das Stromverteilernetze betreibt und auch elektrischen Strom erzeugt. Herr Dr. Franz stellte hierbei eine Studie vor, die sich insbesondere mit der Finanzierung des Ausbaus der Stromübertragungsnetze befasst. Durch die immer größer werdende Nachfrage nach (grünem) Strom bestehe hier ein erheblicher Finanzierungsbedarf, der aber möglichst genau kalkuliert werden sollte. Denn sowohl eine Über- als auch Unterfinanzierung des Stromnetzausbaus würde unterschiedliche Probleme mit sich bringen.

Wie bereits erwähnt, spielte auch der Verkehrssektor eine große Rolle im Seminar. Vom Modal Shift hin zu den Herausforderungen für den Automobilsektor, Schienen- und Luftverkehr bis zum internationalen Güterverkehr über See wurden all diese Themen vorgestellt und diskutiert. Hierbei wurde bspw. über das Ausweichen auf umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel oder die staatlichen Subventionen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland debattiert.

Sowohl nach den Gastvorträgen als auch im Anschluss an die studentischen Vorträge wurde die Zeit für eine intensive Diskussion genutzt. Die Experten konnten den Studierenden weitergehende Fragen beantworten und es fand ein reger Austausch statt. Den Seminarteilnehmern wurde also neben ihren persönlichen Arbeiten ein umfassender Einblick in die unterschiedlichsten Aspekte dieser breit gefächerten Thematik gewährt. So konnte sich jeder einen Überblick darüber verschaffen, wie stark die Wirtschaft von der Klimapolitik beeinflusst wird und gleichzeitig wo die Schwächen dieser Politik aus ökonomischer Sicht liegen.

(verfasst von Theresa Daniel, Seminarteilnehmerin)

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VWL I: Hochkarätig besetzter, internationaler Workshop zur Ökonomie von Buchpreisbindungssystemen ein voller Erfolg

Am 14. und 15. November 2019 trafen sich im Rahmen eines von der Professur VWL I unter der Leitung von Prof. Georg Götz organisierten und vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels finanziell unterstützten Workshops Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis an der JLU, um sich über die besonderen Charakteristika von Buchmärkten und die ökonomische Beurteilung von Buchpreisbindungssystemen auszutauschen. Der Einladung gefolgt waren Vortragende aus vielen Teilen der Welt (u.a. den USA, Australien, dem Vereinigten Königreich, Norwegen), die dabei auch von den jeweiligen Besonderheiten des Buchmarktes in ihrer Heimat berichten konnten. Markenzeichen des Workshops war zudem seine große Interdisziplinarität. Neben den Wirtschaftswissenschaften und dem Kartellrecht waren beispielsweise auch die Medien- und Buchwissenschaften vertreten. Repräsentanten von Verlagen und aus dem Buchhandel unter anderem aus Ländern wie Norwegen, Russland, Tschechien und Rumänien rundeten das Teilnehmerfeld ab. 

Der Workshop wurde durch Professor Götz eröffnet, der in einer kurzen Rede alle Teilnehmer begrüßte, und kurz auf den inhaltlichen Rahmen der folgenden zwei Tage einging. Anschließend hieß Prof. Verena Dolle, die Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der JLU, die Gäste an der Justus-Liebig-Universität willkommen und betonte in ihrer Ansprache die Besonderheiten des Kulturguts Buch. Es folgte eine Präsentation von Dr. Christian Sprang, Justiziar beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die Charakteristika des deutschen Buchmarktes, einem der größten weltweit, sowie die Auswirkungen der Digitalisierung für die deutsche Buchindustrie thematisierte. Zudem ging Dr. Sprang auf das 2017 vom Börsenverein in Auftrag gegebene Forschungsprojekt zur deutschen Buchpreisbindung ein, dessen ökonomischer Teil von einem Forschungsteam der Professur VWL I durchgeführt wurde. Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Dr. Sprang stellten die beiden Mitarbeiter der Professur VWL I, Dr. Daniel Herold und Jan Schäfer, die umfangreiche Datenbasis vor, mithilfe derer die ökonomischen Auswirkungen der deutschen Buchpreisbindung empirisch untersucht worden sind. Hierzu gehören u.a. Abverkaufsdaten, Bestsellerlisten, Buchhandelsstatistiken sowie Konsumentenbefragungen.   

                                                        

                                                        Prof. Dr. Georg Götz und Dr. Christian Sprang eröffnen den Workshop.                                     

Den ersten Höhepunkt des Workshops stellte die Keynote Speech von Joel Waldfogel (University of Minnesota) dar. Joel Waldfogel ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet von Medienmärkten und digitalen Produkten. Er hat eine Vielzahl einschlägiger Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften (darunter American Economic Review und RAND Journal of Economics) und mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. In seiner Präsentation setzte er sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen die Digitalisierung für die Kulturindustrie einerseits und die Konsumenten andererseits hat und insbesondere, ob die Digitalisierung die Qualität von Kulturgütern erhöhe. Dabei ging er nicht ausschließlich auf den Buchmarkt ein, sondern brachte auch Beispiele aus der Musik- und Filmindustrie. Die Digitalisierung wäre für die Kulturindustrie mit signifikanten Kostensenkungen verbunden, die viele neue Produkte auf den Markt  bringe. Ein Beispiel hierfür sei die zunehmende Bedeutung von Self-Publishing, wodurch eine immer größere werdende Anzahl an Autoren die Möglichkeit habe, ihre Werke zu veröffentlichen. In Zeiten vor der Digitalisierung wären viele dieser Werke unter Umständen von Verlagen abgelehnt und nie veröffentlicht worden. Gleichzeitig liefert Waldfogel Evidenz dafür, dass auch die Qualität der heutigen Kulturgüter im Vergleich zu früher zugenommen habe. Allerdings nutze die Buchindustrie die Vorteile der Digitalisierung noch nicht so effizient wie bspw. die Musik- oder die Filmindustrie. 

                                                         

                                        Joel Waldfogel während seiner Keynote Speech und das Auditorium im Margarete-Bieber-Saal. 

Auch in der ersten Session des Tages ging es dann schwerpunktmäßig um die Folgen der Digitalisierung für die Buchindustrie. Paul Crosby von der Macquarie University Sydney stellte zunächst seine empirische Studie zum australischen Buchmarkt vor, innerhalb derer er durch ein experimentelles Design die Präferenzen von australischen Lesern untersucht. Unter anderem zeigen die Ergebnisse seiner Arbeit, dass die Teilnehmer an dem Experiment einen größeren Nutzen durch das Lesen von Printmedien als durch E-Books haben. Gleichzeitig gebe es aber auch eine immer größer werdende Gruppe an technological adopters, die das große zukünftige Marktpotential für E-Books bestätigten. Imke Reimers von der Northeastern University folgte mit einer Präsentation zu den Auswirkungen des immer mehr zunehmenden self-publishings für die Leser sowie für die Verlage und Einzelhändler in den USA. Sie zeigt darin zum einen, dass self-publishing zu mehr Vielfalt (auf einem geringeren Preisniveau) auf dem Buchmarkt beiträgt und die Autoren gleichzeitig höhere Lizenzgebühren bezahlt bekommen. Zum anderen deutet ihre Forschung darauf hin, dass die Digitalisierung auch zu einer höheren Nachfrage nach physischen Büchern beitragen kann, und zwar unter der Bedingung, dass ein Buch nicht anderweitig bekannt ist und Konsumenten Printmedien vorziehen.                                                    

Die zweite Session beschäftigte sich mit den ökonomischen Auswirkungen von Buchpreisbindungssystemen. Christos Genakos (University of Cambridge) eröffnete diese und stellte seine Forschung zu dem Einfluss von regulatorischen Maßnahmen auf die Preise und Vielfalt des italienischen und des griechischen Buchmarktes vor. In Italien gibt es seit 2011 das sogenannte Levi Law, dass einen Höchstrabatt von 15%-25% auf die unverbindliche Preisempfehlung von Büchern vorsieht. In Griechenland wiederum existiert seit 1997 ein Buchpreisbindungsregime, das Rabatte von mehr als 10% verbietet, wobei dies seit 2014 nur noch für bestimmte Bücher und nur noch für zwei Jahre nach dem Erscheinungsdatum gilt. Die Resultate seiner ökonometrischen Analyse zeigen für beide Länder keinen signifikanten Effekt auf die Buchvielfalt. Allerdings implizieren die Ergebnisse zu Italien einen positiv signifikanten und heterogenen Preiseffekt durch die Einführung des Levi Law

Eine sehr interessante empirische Studie präsentierte auch Matt Olczak von der Aston University in Birmingham, der die Abschaffung der Buchpreisbindung in UK (das sogenannte net book agreement) im Jahr 1996 als Fallstudie nutzte, um die Auswirkungen von wettbewerbspolitischen Maßnahmen auf den Buchmarkt zu erforschen. Seine Ergebnisse zeigen, dass die Abschaffung der Preisbindung in UK zum Eintritt neuer Akteure, wie zum Beispiel Supermarktketten, in den Bucheinzelhandel geführt hat. Die Entwicklung der Preise ist allerdings uneindeutig: Einerseits werden Bestseller mit zum Teil hohen Rabatten auf die unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) der Verlage verkauft, andererseits führen steigende UVPs bei den kaum rabattierten Nicht-Bestsellern zu einer Preiserhöhung dieser Titel. Den letzten Vortrag der Session hielten Dr. Daniel Herold, Jan Schäfer und Phil Klotz (alle JLU), die ihre Forschung zur Substituierbarkeit zwischen den Vertriebskanälen stationärer Handel und E-Commerce am Beispiel des deutschen Buchmarktes vorstellten. Unter Verwendung eines Instrumentenvariablenansatzes messen sie den Effekt der Schließung einer Buchhandlung in Deutschland auf die Nachfrage nach Büchern. Ihre Resultate implizieren, dass der sinkende Trend des Buchabsatzes im stationären Handel nur zum Teil durch den Onlinekauf gedruckter Bücher sowie durch den Absatz von E-Books aufgefangen wird. Per Saldo werden durch die Schließung einer durchschnittlichen Buchhandlung jährlich im Schnitt 6.116 Bücher weniger abgesetzt.

                                                          

                                                                       Paul Crosby, Christos Genakos und Matt Olczak.

Den Abschluss des wissenschaftlichen Programms bildete eine Postersession, in der Svenja Hagenhoff von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen kurzen Einblick zu Ihrer Forschung zum Datenaustausch  zwischen E-Book-Readern wie dem Kindle oder dem Tolino und dem entsprechenden Unternehmen wie Amazon bzw. der Tolino-Allianz gab. Das Ausmaß der Nutzerinformationen, die insbesondere im Fall des Kindle an das entsprechende Unternehmen  fließen, führte zu einer angeregten Diskussion darüber, ob Medienkommunikation stärker reguliert werden sollte und welche die richtigen Instrumente zur Regulierung wären. Beendet wurde der erste Tag des Workshops mit einem Conference Dinner im Restaurant Heyligenstaedt, bei der Francis Fishwick von der Cranfield University eine Dinner Speech hielt. Professor Fishwick war einer der ersten, der zu den ökonomischen Auswirkungen von Buchpreisbindungssystemen publizierte und ging in seiner Rede sowohl auf die Geschichte des net book agreement in UK als auch die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Buchindustrie der Vereinigten Königreichs ein. 

Am zweiten Tag stand der interdisziplinäre Diskurs im Mittelpunkt. Zunächst ging es in der ersten Session allerdings noch einmal um die ökonomischen Auswirkungen einer Buchpreisbindung bzw. einer Preisbindung der zweiten Hand. Henrik Vetter (Royal Danish Library) präsentierte seine modelltheoretische Analyse, in der er zeigt, dass Buchpreisbindungen aufgrund der höheren Preismargen für Buchhändler zu einer größeren Titelvielfalt führten. Allerdings sei diese gewonnene Titelvielfalt für die Konsumenten sehr kostspielig und führe letztlich dazu, dass die Konsumentenrente zurückgeht.

Ebenfalls eine modelltheoretische Analyse stellte Mats Köster (DICE Düsseldorf) vor. Sein Forschungsschwerpunkt war dabei nicht alleine auf den Buchmarkt ausgerichtet, sondern etwas allgemeiner fragte er sich, warum Bedenken hinsichtlich des Markenimages dazu führen können, dass es für Hersteller rational sein kann, den Onlineverkauf ihrer Ware durch Einzelhändler zu beschränken. So hatte beispielsweise Adidas 2012 kurzzeitig den Verkauf seiner Produkte über gewisse Internetplattformen verboten. Die Ergebnisse der Studie von Mats Köster bestätigen, dass Onlineverkäufe das Image einer Marke verletzen können, wenn geringe Onlinepreise die Aufmerksamkeit der Konsumenten ausschließlich in Richtung der Preise lenken. Die Wertschätzung hochwertiger Produkte kann in diesem Fall sinken, wenn diese sowohl offline als auch online verkauft werden. Unter solchen Umständen könne eine vertikale Beschränkung (bspw. ein Plattformverbot oder auch eine Preisbindung der 2. Hand) durchaus sinnvoll sein und das Europäische Kartellrecht sollte dem Rechnung tragen.

Mit einer sehr ähnlichen Fragestellung beschäftigte sich auch Fabian Herweg von der Universität Bayreuth, der die erste Session des zweiten Tages abschloss. Mit einem etwas anderen modelltheoretischen Ansatz fragte auch er sich, warum Verbote von den Herstellern für Internetverkäufe ihrer Produkte rational sein können und warum die Europäischen Gerichte solche Verbote trotzdem als kartellrechtswidrig einschätzen. Seine Analyse impliziert, dass ein Verkaufsverbot für Online-Plattformen über die "Täuschung" von Verbrauchern über den Zusammenhang von Produktpreis und -qualität zu höheren Endkundenpreisen für ein Markenprodukt führen kann. Der dadurch entstehende Verlaust an Konsumentenwohlfahrt rechtfertige die behördliche Untersagung solcher Vertriebspraktiken. Auf den Buchmarkt seien diese Ergebnisse allerdings nicht ohne Weiteres übertragbar, da es sich bei Büchern um eine besonderes Gut handle, dessen "Konsum" langfristig positive Auswirkungen haben könne. Eine Buchpreisbindung könnte in diesem Fall Buchkunden dabei helfen, sich auf die Qualität eines Buches anstelle auf dessen Preis zu konzentrieren und dadurch die gesamte Wohlfahrt in diesem Markt zu erhöhen. 

In der zweiten Session des Tages ging es um verschiedene politische Ansätze, um das Buch als Kulturgut zu schützen. Øystein Foros (Norwegian School of Economics) gab einen Einblick in das norwegische Buchpreisbindungssystem, das auf einer freiwilligen Basis zwischen den Verlagen und Buchhändlern beruht. Er thematisierte insbesondere die Problematik dieser freiwilligen Basis, da viele Verlage und Buchhändler einen Anreiz haben, diese Vereinigung zu verlassen, um geringere Preise setzen zu können. Daran anknüpfend vertieften die beiden Medienwissenschaftler Helge Rønning und Tore Slaatta von der Universität Oslo die norwegische Buchpreisbindung aus kulturpolitischer Sicht. Dementsprechend gingen sie nicht nur auf die ökonomischen Auswirkungen einer Preisbindung ein, sondern thematisierten bspw. die Wichtigkeit einer Preisbindung aufgrund der dadurch höheren Solidarität zwischen Autoren oder der Stärkung nationaler Verleger, die wichtig für die Pluralität der europäischen Sprachen sei. So sollten gesetzliche Regelungen des Buchmarktes ihrer Meinung nach auch eher aus kulturpolitischer Sicht als aus unternehmenspolitischer Sicht (Kartellrecht) betrachtet werden. 

Der letzte Redner dieser Session war Christoph Bläsi, Buchwissenschaftler an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Er setzte sich in seinem Vortrag mit der Frage auseinander, welche Schutzziele eine Buchpreisbindung eigentlich hat bzw. haben sollte und ging auf die konsumentenseitigen Unterschiede zwischen E-Books und Printmedien ein. Seiner Erkenntnisse nach würden nicht alle Bücher in gleicher Weise in den Geltungsbereich einer Buchpreisbindung fallen. Zudem gebe es robuste Gründe, dass Konsumenten immer noch das gedruckte Buch gegenüber der elektronischen Variante präferierten.

                                                        

                                                                                 Morten Hviid und Joost Poort. 

In der letzten Session des Workshops ging es um die rechtliche Betrachtungsweise von Buchpreisbindungssystemen. Hierzu machte Andreas Fuchs (Universität Osnabrück) den Anfang und präsentierte seine Erkenntnisse zur deutschen Buchpreisbindung, die er im Rahmen eines Gutachtenauftrages durch den Deutschen Börsenvereins gewonnen hatte. So verletzte diese regulatorische Maßnahme nicht geltendes EU-Recht, da der Markteintritt ausländischer Online-Buchhändler nicht verhindert werde. Im konkreten Kontext hieße das, dass die Preisbindung nicht Artikel 101 AEUV verletze, da die vielen positiven ökonomischen Effekte der deutschen Buchpreisbindung die negativen (z.B. Ausschaltung des Preiswettbewerbs auf Einzelhändlerebene) überkompensierten und somit die Ausnahmeregelung unter Artikel 101 Abs. 3 AEUV greife. Einen etwas anderen Standpunkt dazu hat Morten Hviid (University of East Anglia), der auf den durch die Buchpreisbindung beschränkten Wettbewerb auf Einzelhändlerebene hinweist und anmerkt, dass das hierdurch erreichte Marktergebnis zu wenig Marktaustritte bzw. zu viele Markteintritte von stationären Buchhändlern relativ zu dem freien Marktergebnis zur Folge hat. Es müsse durch mehr Forschung und bessere Daten überprüft werden, ob die Vorteile durch eine größere Anzahl an stationären Buchhandlungen die gleichzeitig entstehenden Kosten aufgrund zu vieler Buchhandlungen überkompensiere. Als letzter Vortragende des Workshops stellte Joost Poort (University of Amsterdam) seine Studie zu den Auswirkungen von Online-Piraterie auf den Konsum von medialen Gütern (Bücher, Filme, Musik) über legale Quellen in den Niederlanden vor. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass immer mehr Konsumenten Bücher online über illegale Quellen beziehen und, dass der durchschnittliche "Pirat" dem durchschnittlichen Leser immer ähnlicher wird. Gleichzeitig nehmen die illegalen Video- und Musikdownloads in den meisten EU Ländern immer weiter ab. Poort bezeichnet dies in seinem Vortrag als den Spotify- and Netflix-Effekt und argumentiert dafür, dass auch die Buchindustrie eine höhere Innovationstätigkeit insbesondere im Bezug auf Flatrate-Angebote für e-Books voranbringen solle. 

Den Abschluss des Workshops bildete eine von Prof. Götz moderierte Podiumsdiskussion zum Thema "Die Vor- und Nachteile einer Buchpreisbindung: Eine Welt mit und ohne Buchpreisbindungssystemen". An dieser nahmen Achim Wambach (ZEW Mannheim und Monopolkommission), Daniel Raff (University of Pennsylvania), David Preston (ehemaliger Vorstandsvorsitzender Student's Bookshops Limited), Christian Sprang (Börsenverein) sowie Enrico Turrin (Federation of European Publishers) teil. Es entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion zu den aktuellen Herausforderungen für die Buchindustrie und die ökonomische Sinnhaftigkeit von Buchpreisbindungssystemen, an der auch das Auditorium mit zahlreichen Wortmeldungen partizipierte. Dabei wurde unter anderem über das eigentliche Schutzziel der Buchpreisbindung gesprochen, die ökonomischen Besonderheiten des Kulturguts Buch herausgearbeitet, über die Substitutionsbeziehung zwischen E-Books und Printmedien diskutiert und die Herausforderungen an den Buchmarkt im Zeitalter der Digitalisierung gesprochen. Letztlich einigte man sich insbesondere von ökonomischer Seite darauf, dass noch mehr Forschung zu den genauen Wirkungsweisen von Buchpreisbindungssystemen notwendig sei, um dieses regulatorische Instrument abschließend beurteilen zu können. 

                                                      

                                                              Die Teilnehmer der abschließenden Podiumsdiskussion. 

Die große Teilnehmerzahl aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt sowie die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer offenbaren, wie aktuell das Thema Buchpreisbindungssysteme und die ökonomische Analyse von Medienmärkten im Allgemeinen in Zeiten der Digitalisierung sind. Wie in vielen Bereichen des Lebens hat das digitale Zeitalter auch auf die Buchindustrie einen großen Einfluss, die es verlangen, dass Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen die Auswirkungen von regulatorischen Eingriffen in den Markt unter den neuen Gegebenheiten untersuchen. Der Workshop in Gießen war eine gelungene Plattform, um den Austausch internationaler Wissenschaftler zu diesen Themen zu gewährleisten. 

Der Dank der Veranstalter gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Helferinnen und Helfern, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gesorgt haben. Hervorzuheben ist hierbei das Helferteam um Annette Toalster und alle studentischen Hilfskräfte der Professur VWL I. Ein besonderer Dank geht an den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der durch seine finanzielle Unterstützung die Durchführung des Workshops und den freien Austausch überhaupt erst ermöglicht hat.  

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VWL I: Professor Götz stellt Ergebnisse des Buchpreisbindungsprojekts auf Pressekonferenz in Berlin vor

Am 8. November 2019 hat Professor Götz im Rahmen einer vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstalteten Pressekonferenz in Berlin Ergebnisse eines an der Professur VWL I durchgeführten Forschungsprojektes zu den ökonomischen Wirkungen einer Buchpreisbindung vorgestellt. Ziel des im April 2018 angelaufenen und durch vom Börsenverein bereitgestellte Drittmittel finanzierten Forschungsprojektes ist die wissenschaftliche und evidenzbasierte Einordnung des Regulierungsinstruments Buchpreisbindung. Zentrale Grundlage des Forschungsprojekts ist eine mit Unterstützung des Börsenvereins aufgebaute Datenbasis, die in Umfang und Tiefe Forschern so noch nicht zur Verfügung stand. Neben einer Analyse von im engeren Sinne ökonomischen Indikatoren wie Anbieterkonzentration und Vielfalt auf der Einzelhandelsebene sollte auch Evidenz zur Frage geliefert werden, inwieweit die Buchpreisbindung die im Buchpreisbindungsgesetz festgelegten kulturpolitischen Ziele erreicht. 

Das Buchpreisbindungsgesetz gibt es seit dem 1. Oktober 2002. Es verpflichtet alle Verlage und Importeure dazu, einen festen Buchpreis festzulegen, der dann für mindestens 18 Monate ab Erscheinungsdatum eines Werkes gilt. Dieser Eingriff in die freie Preissetzung auf der Einzelhandelsebene wird insbesondere damit gerechtfertigt, dass dem Buch als Kulturgut eine Sonderstellung zukomme und die Preisbindung ein vielfältiges Buchangebot sowie eine flächendeckende Versorgung durch stationäre Buchhandlungen gewährleiste.

Allerdings hat die Monopolkommission, das beratende Gremium der Bundesregierung in Fragen der Wettbewerbspolitik und Regulierung, den Nutzen und die Schutzwirkung der Buchpreisbindung in einem Sondergutachten vom Mai 2018 in Frage gestellt. Insbesondere stehe dem "schwerwiegenden Markteingriff" durch das Buchpreisbindungsgesetz ein nicht hinreichend definiertes Schutzziel "Kulturgut Buch" gegenüber und die Auswirkungen der Preisbindung auf bspw. die Titelvielfalt seien darüber hinaus ambivalent. Der Anlass zu diesem Gutachten der Monopolkommission war u.a. ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2016, in dem dieser die Preisbindung verschreibungspflichtiger Medikamente mit Blick auf ausländische Versandapotheken als rechtswidrig eingestuft hatte.

Insbesondere der in Gutachten als auch EuGH-Verfahren häufige Verweis auf mangelnde empirische Evidenz haben letztlich den Börsenverein des Deutschen Buchhandels dazu bewogen, sowohl ein ökonomisches Forschungsprojekt als auch ein juristisches Gutachten in Auftrag zu geben, um die Faktenbasis der Diskussion zu stärken und die rechtliche Lage abklären zu lassen. Die grundlegenden Ergebnisse beider Forschungsstränge wurden jetzt Anfang November 2019 im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin den in größerer Anzahl erschienen Pressevertretern vorgestellt. Neben Professor Götz nahmen dabei außerdem der Rechtswissenschaftler Prof. Andreas Fuchs (Universität Osnabrück), der das Rechtsgutachten angefertigt hatte, Dr. Christian Sprang (Justiziar des Börsenvereins) sowie Annerose Beurich, die Inhaberin der Buchhandlung stories! in Hamburg, teil.   

                                                      

                Prof. Andreas Fuchs, Dr. Christian Sprang, Annerose Beurich und Prof. Georg Götz (v.l.) im Haus der Bundespressekonferenz (Foto: Cordula Giese)

Die dabei von Professor Götz vorgetragenen Ergebnisse des an der Professur VWL I durchgeführten Forschungsprojekts basieren auf empirischen Analysemethoden unter Verwendung eines umfangreichen Datensatzes mit internationalen Statistiken zu Ländern mit und ohne einer Buchpreisbindung. Darunter befinden sich Abverkaufsdaten und Bestsellerlisten, Zahlen zur Buchproduktion und bibliographische Angaben, Buchhandelsstatistiken sowie Konsumentenbefragungen. Die gefundenen empirischen Ergebnisse können durch die drei folgenden Thesen zusammengefasst werden: 

  1. Die Preisbindung garantiert ein breiteres Netz an unabhängigen Buchhandlungen und der stationäre Buchhandel wiederum fördert die Nachfrage nach Büchern. Nach der Abschaffung der Buchpreisbindung in Großbritannien  Mitte der 1990er Jahre ist die Anzahl stationärer Buchhandlungen dort sehr viel stärker zurückgegangen als es im gleichen Zeitraum für Deutschland der Fall gewesen ist. Der unabhängige Bucheinzelhandel weist in Deutschland heute einen sehr viel größeren Marktanteil am Gesamtumsatz aus (30%) als dies in UK der Fall ist (5-10%). Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der ökonomischen Forschung, dass der stationäre Handel die Buchnachfrage fördert. So kann mehr als die Hälfte des Absatzrückgangs (ca. 3,5 Mio. Bücher) zwischen 2014 und 2017 durch die Schließung von Buchhandlungen erklärt werden. Die mit dem rückläufigen Trend in der Anzahl an stationären Buchhandlungen einhergehende gesunkene Nachfrage nach Büchern kann also nur zu einem gewissen Teil durch E-Books und den Online-Handel aufgefangen werden. 
  2. In Ländern mit Buchpreisbindung steigen die Buchpreise im Zeitablauf im Schnitt weniger stark an als in Ländern ohne Buchpreisbindung. Der Vergleich zwischen Deutschland (mit Buchpreisbindung) und UK (ohne Buchpreisbindung) zeigt, dass die Preise in Deutschland von 1996, dem Ende der Buchpreisbindung im Vereinigten Königreich, bis 2018 im Schnitt mit 29% deutlich weniger stark angestiegen sind als das im gleichen Beobachtungszeitraum in UK der Fall gewesen ist (80% Preisanstieg). Im Einzelnen sind die Preise für Bestseller in UK durch die Aufhebung der dortigen Buchpreisbindung aufgrund von Rabatten für Endkunden zwar relativ gesehen günstiger geworden, dennoch gleicht dies nicht die für alle Bücher erhöhte unverbindliche Preisempfehlung (UVP) aus, sodass diese im Durchschnitt teurer werden. 
  3. Die Buchpreisbindung fördert weniger bekannte Autorinnen und Autoren bzw. den Absatz von Titeln jenseits der Bestsellerlisten. Die Kernfrage zu dieser These war, welcher Absatzkanal entscheidend ist, damit Titel es in die Top-20-SPIEGEL- Bestsellerliste schaffen. Dazu wurden verschiedene Verkaufskanäle verglichen, indem der Absatz je Kanal (also E-Commerce und stationärer Handel) in der Woche betrachtet wurde, deren Verkäufe den Eintritt in die Top-20-Bestsellerliste bestimmen. Zusätzlich wurde die Schwelle für den Eintritt in die Top-20-Bestsellerliste berechnet (also im Prinzip die Anzahl verkaufter Exemplare für die Top-21), um zu überprüfen, auf wie viele abgesetzte Exemplare ein Titel insgesamt auch hätte verzichten können, um es trotzdem noch in die Top-20-Bestsellerliste geschafft zu haben. Betrachtet wurden dabei nur solche Titel, die frühstens 3 Wochen nach Veröffentlichung auf der Top-20-Bestsellerliste geführt wurden. Titel, die dies bereits innerhalb der ersten zwei Wochen geschafft hatten ("Blockbuster"), wurden ausgeschlossen. Die dadurch gewonnen Ergebnisse zeigen, dass der stationäre Handel für 97,1% dieser 420 Titel unverzichtbar gewesen ist. Vereinfacht ausgedrückt kann man also feststellen, dass es der Großteil der in der Analyse mit eingebundenen Titel ohne den Vertriebskanal stationärer Handel gar nicht erst in die Top-20-Bestsellerliste des SPIEGELs geschafft hätte. 

Insgesamt deuten die Ergebnisse der ökonomischen Forschung darauf hin, dass der stationäre Buchhandel durch die Buchpreisbindung gestärkt wird und eine maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach Büchern und Vielfalt an Buchtiteln hat. Diese Ergebnisse sollen in den nächsten Monaten in akademischen Journals veröffentlicht werden. 

Der Rechtswissenschaftler Prof. Andreas Fuchs kommt in seinem ebenfalls vorgestellten Gutachten zu dem Fazit, dass die deutsche Buchpreisbindung auch mit dem EU-Recht vereinbar sei. Dabei argumentiert er, dass ausländischen Versandunternehmen der Zugang zum deutschen Buchmarkt durch die Preisbindung nicht erschwert werde und die positiven Auswirkungen der Preisbindung den ausgeschalteten Preiswettbewerb auf Handelsebene kompensierten. Annerose Beurich unterstrich letztlich mit ihren Ausführungen auf der Pressekonferenz die Bedeutung der Buchpreisbindung für den stationären Buchhandel, indem sie einen kurzen Einblick in den Alltag einer Buchhändlerin gab. Ihrer Meinung nach könnten Buchhändlerinnen und Buchhändler mit einem einfachen Satz ("Das müssen Sie lesen") dafür sorgen, dass Nischentitel, die letztlich für die Vielfalt auf dem deutschen Buchmarkt sorgen, überhaupt erst verkauft werden. 

Die Pressekonferenz kann noch einmal in voller Länge auf der Seite des Börsenvereins sowie auf Youtube verfolgt werden. Die Seite des Börsenvereins bietet auch Zugriff auf die zugrundeliegenden Präsentationen. Außerdem hat die Professur VWL I am 14. und 15. November 2019 einen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gesponserten und hochkarätig besetzten internationalen Workshop zum Thema "Economics of Fixed Book Price (FBP) Systems" in Gießen veranstaltet. 

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VWL I: Professor Götz im Radiointerview des Deutschlandfunks zu Fragen der Buchpreisbindung

Am 8. November 2019 hat Professor Götz dem Deutschlandfunk ein Radiointerview zu Fragen der Buchpreisbindung gegeben. Das Interview wurde im Rahmen der Sendung Kultur heute ausgestrahlt und ist unter diesem Link nachzuhören. 

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VWL I: Prof. Götz trägt auf dem wettbewerbspolitischen Workshop des Schweizer Think Tank Avenir Suisse zum Thema relative Marktmacht vor und diskutiert deren Bedeutung für die Schweizer Volksinitiative zu „faire Preisen“

Am 26.10.2018 fand der zehnte wettbewerbspolitische Workshop des Schweizer Think Tanks Avenir Suisse(https://www.avenir-suisse.ch) statt. Er befasste sich unter dem Titel «Relative Marktmacht: Zukunftsweisendes Konzept oder deutscher Sonderweg?» mit gesetzlichen Änderungen, die von der  Schweizer Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel – für faire Preise» vorgeschlagen wurden. Professor Götz hielt dabei ein Impulsreferat zum Thema „Das Konzept der relativen Marktmacht – vorläufige Einschätzung eines Ökonomen“. Er stellte dar, dass dieses Konzept weniger auf einem ökonomischen Marktmachtbegriff basiert, als auf einem weitgehend beliebig und unbestimmt erscheinenden Abhängigkeitsbegriff, der zumindest ökonomisch kaum operationalisierbar scheint. Deutlich machte er dies unter anderem am Beispiel der vom Bundeskartellamt gegen Edeka erlassenen Missbrauchsverfügung wegen sogenannter „Hochzeitsrabatte“, die Edeka im Zusammenhang der Übernahme des Discounters Plus im Jahr 2009 unter anderem von den Sektherstellern Mumm und Freixenet gefordert hatte. Nach Ansicht des Amtes verstieß Edeka mit diesen Rabattforderungen gegen das  sogenannte „Anzapfverbot“, wonach ein Handelsunternehmen seine von ihm abhängigen Lieferanten nicht auffordern darf, ihm Vorteile zu gewähren, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt ist. Während das Oberlandesgericht Düsseldorf im vorliegenden Fall keine Abhängigkeit der Sekthersteller sah, kam der Bundesgerichtshof zur gegenteiligen Auffassung.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie zu den Ausführungen von Professor Götz sind im entsprechenden Blog von Avenir Suisse zu finden (s. https://www.avenir-suisse.ch/eine-weitere-irrefuehrende-volksinitiative-fair-preis-initiative/). Der dem Vortrag zugrundeliegende Foliensatz kann hier heruntergeladen werden.

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VWL I: Professor Götz aktiv am European Competition Day 2018 der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien und an der Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft in Berlin beteiligt

Professor Götz hat im Rahmen des am 24. September 2018 von der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien veranstalteten European Competition Day ein Impulsstatement zum Thema „Vertical restraints – An economist’s perspective“ abgegeben. Bei der wettbewerbspolitischen Veranstaltung, die von der österreichischen Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort eröffnet wurde, stand die Bewertung wettbewerbsbeschränkender Maßnahmen im Fokus. Die für Wettbewerb zuständige EU Kommissarin Margrethe Vestager ging in ihrer Keynote insbesondere auf das Google – Android – Verfahren ein und stellte dar, wieso aus Sicht der Europäischen Kommission eine Verknüpfung des unentgeltlich bereitgestellten Android-Betriebssystems mit der zwingenden Vorinstallation der Google Suchmaschine im Widerspruch zum europäischen Kartellrecht steht und entsprechend mit einer Geldbuße von 4,3 Milliarden Euro belegt wurde. 

 

Professor Götz hob in seinem Statement im Rahmen des Panels „Vertical relationship between businesses - challenges in the global supply chain” die potentiell wohlfahrtssteigernde Wirkung von  Maßnahmen hervor, die auf den ersten Blick wettbewerbs- und Verbraucherschädigend erscheinen. Er verwies insbesondere darauf, dass von Herstellern gegenüber Einzelhändlern durchgesetzte Beschränkungen in der Preissetzung, die sogenannte Preisbindung der zweiten Hand, ebenso wie eine Untersagung oder Verteuerung des Onlinevertriebs im Endeffekt zu höherer Konsumentenwohlfahrt führen können als unbeschränktes Verhalten auf der Ebene des Einzelhandels. Maßgeblich ist hierfür der Trittbrettfahrereffekt, der sich negativ auf die Verfügbarkeit der entsprechenden Produkte im stationären Handel sowie insbesondere auf die dort erbrachte Beratungsleistung auswirkt. 

 

 

Weitere Informationen zum European Competition Day, unter anderem die offizielle Einladung sowie weitere Bilder von der Veranstaltung finden sich auf https://www.eu2018.at/calendar-events/political-events/BMDW-2018-09-24-Competition-Day.html. Der von Prof. Götz verwendete Foliensatz findet sich unter https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb02/fb/professuren/vwl/goetz/aktuelles/goetz_vertical-restraints.pdf

 

Am 25. September 2018 nahm Professor Götz im Netzquartier des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz in Berlin an der Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft in Berlin teil. Die Veranstaltung nahm sich unter dem Titel „20 Jahre sektorspezifische Regulierung, 10 Jahre Arbeitskreis Regulierung“ dem Status quo und den aktuellen Herausforderungen für die Regulierung der Netzindustrien an. Neben einer Keynote durch Jochen Homann, den Präsidenten der Bundesnetzagentur, gab es eine Reihe von Panels, die die gegenwärtige und vergangene Regulierungspraxis kritisch beleuchteten. Professor Götz moderierte das Panel „Exponentielle Digitalisierung – Herausforderungen an die Regulierung“, unter anderem mit den Podiumsteilnehmern  Philip Lowe, dem langjährigen Generaldirektor der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission, sowie Heinrich Arnold, CEO der Detecon International GmbH. 

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VWL I: Vorstellung des Sondergutachtens der Monopolkommission zur Buchpreisbindung im Rahmen des Forschungskolloquiums des FB02 der JLU

Am Mittwoch, den 20.06.2018 werden Herr Dr. Thomas Weck und Herr Lars Zeigermann in ihrem Vortrag "Die deutsche Buchpreisbindung im EU-Binnenmarkt" Ergebnisse des Sondergutachtens der Monopolkommission zur Buchpreisbindung präsentieren. Die Veranstaltung findet von 16:15 Uhr – 17:45 Uhr im HS 2, Licher Str. 68, 35394 Gießen statt. Alle Studierenden sind herzlich eingeladen.

Am Mittwoch, den 20.06.2018 werden Herr Dr. Thomas Weck und Herr Lars Zeigermann in ihrem Vortrag "Die deutsche Buchpreisbindung im EU-Binnenmarkt" Ergebnisse des Sondergutachtens der Monopolkommission zur Buchpreisbindung (s. http://www.monopolkommission.de/index.php/de/pressemitteilungen/206-buchpreisbindung) präsentieren. Herr Weck und Herr Zeigermann haben das Gutachten federführend betreut. Die Wirkungen einer Buchpreisbindung  sind derzeit auch Gegenstand eines vom Börsenverein des deutschen Buchhandels finanzierten Drittmittelprojekt an der Professur VWL I. Die Veranstaltung verspricht eine spannende Diskussion und gibt den Studierenden insbesondere einen Einblick in die Verwendung des volkswirtschaftlichen Instrumentariums zur Behandlung konkreter wirtschaftspolitischer Fragestellungen.

Die Veranstaltung findet von 16:15 Uhr – 17:45 Uhr im HS 2, Licher Str. 68, 35394 Gießen statt. Alle Studierenden sind herzlich eingeladen.