Wissens- und Technologietransfer
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"Wie kämpften Gladiatoren? Ein Ausflug ins römische Amphitheater"
Gladiatoren waren die „Superstars“ der römischen Antike und begegnen uns heute noch beispielsweise auf der Kinoleinwand oder auch in Comics wie „Asterix als Gladiator“. Aber woher wissen wir eigentlich, wie diese Menschen vor über 2000 Jahren gelebt und gekämpft haben? Das ist eine der Fragen, mit denen sich die Klassische Archäologie beschäftigt. Um diese Frage zu beantworten, nutzen wir unter anderem die Methode der Experimentellen Archäologie zur praktischen Erforschung des römischen Gladiatorenwesens. Auf Grundlage archäologischer Quellen versuchen wir zu rekonstruieren, wie die Gladiatoren in der Arena gekämpft haben. Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Veranstaltung einen Einblick in die Methoden der Experimentellen Archäologie und können zum Abschluss die praktische Umsetzung in Form eines „echten“ Gladiatorenkampfes sehen.
Hier
findet Ihr Fotos aus unserer Arena mit dem spannenden Kampf von Leonidas und Lyssa.
Ansprechpartner: Mathias Kunzler |
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Digitale Technologien spielen eine zentrale Rolle in Forschung wie Wissensvermittlung. Sie werden nicht nur in der Entwicklung von Entdeckungs-, Symbolisierungs- und Kommunikationswerkzeugen eingesetzt, sondern auch für interaktives Feedback genutzt. Das Herzstück der Virtuellen Archäologie ist die 3D-Modellierung, die uns archäologische Objekte als kulturelle Schöpfungen in Raum, Zeit und ursprünglichem dreidimensionalen Nutzungskontext begreifen und erforschen lässt. 3D Visualisierungen von Objekten und Artefakten können daher auf vielfältige Weise in Lehrkontexten wie in musealen Erlebnisszenarien eingesetzt werden. Sie bieten insbesondere Studierenden die Möglichkeit, Objekte, die aus konservatorischen Gründen eine besondere Aufbewahrung und Handhabung erfordern, im digitalen Raum von allen Seiten zu betrachten und zu analysieren. Unvollständige oder nur fragmentarisch erhaltene Objekte können virtuell ergänzt und Artefakte in ihrem ursprünglichen Aufstellungskontext rekonstruiert werden. Zugleich bietet die virtuelle Aufbereitung von Artefakten die Möglichkeit, verschiedene Objektgattungen einander gegenüberzustellen und in einem direkten Vergleich zu untersuchen.
Im Rahmen des Projektes wurde ein virtueller Ausstellungsraum konzipiert, der als Experimental-Labor zur Schulung im Umgang mit Objekten, zu methodenorientierten und interdisziplinären Lehrformaten sowie für die Gestaltung von studentischen Sonderausstellungen genutzt werden kann.
Ansprechpartnerinnen: Dr. Michaela Stark und Dr. Claudia Schmieder |
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Ein virtueller Museumsraum ermöglicht als Lernumgebung nicht nur ein immersives Erlebnis, dass eine praktische und spielerische Auseinandersetzung mit den oftmals fragilen Objekten aus Sammlungsbeständen ermöglicht, er bietet auch Raum für das Erlernen wesentlicher Kompetenzen in der Arbeit mit den Objekten und in der musealen Vermittlung. In der virtuellen Realität empfehlen sich verschiedene Szenarien, um ein vergleichendes Sehen und das Erfahren von Objekten in ihrer Räumlichkeit und in Bezug zu anderen Objekten in Lehr- und Vermittlungskonzepte zu integrieren: Richtiges ‚Sehen-Lernen‘ und das vergleichende Betrachten von Objekten sind, ebenso wie der Beschreibungsprozess, wesentliche Bestandteile der Analyse archäologischer Artefakte, die Aufschlüsse über die zeitliche und geographische Verortung eines Objektes wie seine semantische Konnotation geben und gehören insofern zu den grundlegenden Fertigkeiten, die Studierende der Bildwissenschaften erwerben müssen. Eine virtuelle Lernumgebung schafft die idealen Voraussetzungen, sich auf verschiedenen Ebenen mit einem archäologischen Objekt auseinanderzusetzen. So können mit den von Studierenden im Rahmen der geplanten Lehrveranstaltung im Sommersemester 2023 konzipierten Lernsequenzen Tutorials und immersive Lerneinheiten erstellt werden, die v.a. Studienanfänger im bildwissenschaftlich korrekten “Sehen” wie im Umgang und der Analyse von Artefakten schulen. Besonders in den Basismodulen, in denen Studierende neben einer großen Menge an fachlichem Grundwissen auch wissenschaftliche Arbeitsmethoden neu erlernen müssen, lässt sich so der Studieneinstieg erleichtern. Studienanfänger werden spielerisch an methodische Grundkompetenzen herangeführt, deren Erwerb dazu beiträgt, den Studienerfolg nachhaltig zu unterstützen. Ein virtueller Ausstellungsraum bietet als Experimentallabor zugleich viele Möglichkeiten für die praxisnahe Ausbildung in der Kulturgutvermittlung. |
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Derzeit können Sie drei Themenwelten besuchen, die Studierende in einer Lehrveranstaltung entworfen haben: Tempel, Grab und römisches Haus. Über diesen Link können Sie die auf das Projekt zugreifen: https://next.hessenbox.de/index.php/s/RaRPYAAyTBqFANz
Hinweise zu den Inhalten und zur Nutzung finden Sie hier . Wir wünschen Ihnen viel Freude auf Ihrer Reise in die Antike! Hinweis: Sie werden über den angegebenen Link zur HessenBox weitergeleitet. Dort können Sie sich Museum 3D als ZIP-Datei herunterladen. Wenn Sie den heruntergeladenen Ordner öffnen, klicken Sie auf die Datei "Museum_Darstellung". Es ist möglich, dass Sie im Anschluss einen Warnhinweis Ihrer Firewall erhalten, da "die Ausführung dieser App u.U. ein Sicherheitsrisiko für den PC" darstellt. Diesen Hinweis können Sie getrost ignorieren und die Datei trotzdem ausführen - das Programm stellt kein Sicherheitsrisiko dar! Auch müssen Sie für die Ausführung des Programms kein Update Ihres Grafiktreibers durchführen. Sie können diesen Schritt überspringen!
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Vergangenheit als Zukunftslabor
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Die öffentliche Wahrnehmung der Klassischen Archäologie ist bis heute stark von ihrer Beschäftigung mit der Vergangenheit geprägt. Ihre gesellschaftliche Relevanz wird häufig auf die Bewahrung des kulturellen Erbes oder die Vermittlung historischen Wissens reduziert. Gleichzeitig befassen sich archäologische Forschungen mit langfristigen Transformationsprozessen, Krisen, Innovationen, Mobilität, Ressourcenmanagement oder politischen Ordnungen – Themen, die angesichts gegenwärtiger gesellschaftlicher Herausforderungen eine neue Aktualität gewinnen. Antike 2050 – Vergangenheit als Zukunftslabor setzt genau an dieser Schnittstelle an. Ziel ist es, die Klassische Archäologie als eine Disziplin sichtbar zu machen, die historische Tiefendimensionen in gegenwärtige Zukunftsdebatten einbringt und damit einen eigenständigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs leistet. Im Mittelpunkt steht keine Vermittlung abgeschlossener Forschungsergebnisse, sondern die gemeinsame Reflexion darüber, welche Erkenntnispotenziale archäologische Forschung für aktuelle Fragestellungen eröffnet. Hierzu entwickelt die Professur für Klassische Archäologie eine Dialogreihe, die Forschende unterschiedlicher Disziplinen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenführt. Jede Veranstaltung widmet sich einem gesellschaftlich relevanten Zukunftsthema und setzt dieses mit archäologischen Forschungsperspektiven in Beziehung. Die Antike wird dabei nicht als Vorbild oder Reservoir einfacher Lösungen verstanden, sondern als historischer Erfahrungsraum, der dazu beiträgt, gegenwärtige Entwicklungen kritisch zu reflektieren und alternative Denkweisen sichtbar zu machen. Ansprechpartner*in: Dr. Claudia Schmieder und Dr. Leon Schmieder |
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Das Konzept Das Vorhaben unterscheidet sich grundlegend von klassischen Ringvorlesungen oder öffentlichen Vorträgen. Während diese überwiegend der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse dienen, versteht sich Antike 2050 als dialogisches Wissenslabor. Die Veranstaltungen sind konsequent interdisziplinär angelegt und verzichten auf hierarchische Rollenverteilungen zwischen Expertinnen und Experten sowie Publikum. Vielmehr entsteht ein moderierter Austausch, in dem unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven miteinander ins Gespräch gebracht und durch die Erfahrungen und Fragen der Öffentlichkeit erweitert werden. Nicht die Vergangenheit bildet den Gegenstand der Diskussion, sondern gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen bilden den Ausgangspunkt, von dem aus archäologische Forschung neu befragt wird. Dadurch verschiebt sich die Rolle der Klassischen Archäologie von einer retrospektiven zu einer reflexiven Wissenschaft, deren Erkenntnisse zur Orientierung in gesellschaftlichen Transformationsprozessen beitragen können. |
Die Themen Jede Veranstaltung beinhaltet Impulsvorträge aus der altertumswissenschaftlichen Forschung, anderen wissenschaftlichen Disziplinen und der gesellschaftlichen Praxis zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Die Perspektiven werden anschließend in einem moderierten Dialog zusammengeführt. Den Schwerpunkt bildet die gemeinsame Diskussion mit dem Publikum, die ausdrücklich als Teil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses verstanden wird. Thematisch werden unter anderem folgende Fragen behandelt:
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Das Projekt versteht Wissenschaftskommunikation nicht als einseitigen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit. Vielmehr basiert es auf einem dialogischen Verständnis, bei dem wissenschaftliche Expertise und gesellschaftliche Erfahrungen miteinander in Austausch treten. Die Veranstaltungen schaffen Räume, in denen Fragen, Perspektiven und Erwartungen der Öffentlichkeit selbst zum Bestandteil wissenschaftlicher Reflexion werden. Grundlegendes Konzept ist die partizipative Wissenschaftskommunikation, die zur Weiterentwicklung des Verhältnisses zwischen Geisteswissenschaften und Gesellschaft beiträgt. Die Klassische Archäologie wird nicht als Vermittlerin abgeschlossener Wissensbestände sichtbar, sondern als aktive Akteurin gesellschaftlicher Selbstverständigungsprozesse. |
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