Geschichte der Artusgesellschaft
Geschichte der deutsch-österreichischen Sektion
Zwar wurde die Deutsch-österreichische Sektion erst 2015 im Vereinsregister eingetragen, ihre Geschichte geht aber viel weiter zurück. An der Gründung der Internationalen Artusgesellschaft waren zunächst keine österreichischen und deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt, doch bereits 1951 rief der in Göttingen lehrende Romanist Wilhelm Kellermann die Deutsche Sektion ins Leben, nachdem von zwei Seiten ein theoretischer Grundstein hierzu gelegt worden war: einerseits durch Kellermanns 1936 erschienene Habilitationsschrift über den Perceval-Roman, die v. a. nach dem Krieg stark rezipiert wurde und die Entwicklung der Mittelalter-Romanistik sowie die mediävistische Forschung in Deutschland im Allgemeinen entscheidend prägte; andererseits 1948 durch die Formulierung des 'doppelten Kursus' durch Hugo Kuhn – selbst seit 1952 Mitglied der Artusgesellschaft und von 1955 bis zu seinem Tode 1978 Vizepräsident der Deutschen Sektion –, mit der ein für lange Zeit bestimmendes Forschungsparadigma etabliert wurde. Schon 1951 wurde Wilhelm Kellermann auf Empfehlung von Alexandre Micha und seinem persönlichen Freund Jean Frappier in den Vorstand der Internationalen Artusgesellschaft gewählt, deren Präsident er von 1969 bis 1972 war. Seine Position als Präsident der Deutschen Sektion nahm nach Kellermanns Tod im Jahre 1980 und einem kurzen, von vorneherein als Übergangszeit gedachten 'Interregnum' von Ulrich Mölk (Göttingen) von 1982 bis 2007 Friedrich Wolfzettel ein, der Kellermanns 'Vermächtnis' der internationalen Öffnung der deutschen Mediävistik weiterzuführen suchte. Friedrich Wolfzettel ist heute Ehrenpräsident der Sektion Deutschland/Österreich.
Vor rund 40 Jahren, im November 1983, veranstaltete Friedrich Wolfzettel auf Schloss Rauischholzhausen ein erstes eigenes Symposium der Deutschen Sektion. Es befasste sich mit dem Thema Artusrittertum im späten Mittelalter und war insbesondere dem Andenken Wilhelm Kellermanns gewidmet. Mit der Publikation der dort gehaltenen Vorträge wurde die Tradition begründet, die Beiträge zu den Sektionstagungen in eigenen Bänden herauszugeben. Durch die folgende unermüdliche Herausgebertätigkeit Friedrich Wolfzettels war somit auch der Grundstein für die Etablierung der Reihe der Schriften der Internationalen Artusgesellschaft. Deutsch-österreichische Sektion (SIA) gelegt.