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Professur für Deutsche Literaturgeschichte (Schwerpunkt Mittelalter/Frühe Neuzeit)

Profil der Professur

Prof. Dr. Cora Dietl


Profil der Professur

Die Professur befasst sich mit der deutschen Literaturgeschichte (Schwerpunkt Mittelalter/Frühe Neuzeit). Im Zentrum des Interesses stehen Zusammenhänge zwischen Literatur und Kultur, v.a. Fragen der Performanz und der Text-Bild-Bezüge. Einzelne Projekte zielen auf die Edition und Kommentierung älterer Texte sowie die Erstellung mehrerer literaturwissenschaftlicher Nachschlagewerke.

Prof. Dr. Cora Dietl

Professur für Deutsche Literaturgeschichte
(Schwerpunkt Mittelalter/Frühe Neuzeit)

Büro: Raum B 135
Otto-Behaghel-Str. 10B
35394 Gießen

Tel: (+49) 0641 99-29080
Fax: (+49) 0641 99-29089
E-Mail:

Sprechstunden im Sommersemester 2024:
Montag, 17.06., 16.00 – 18.00 Uhr

oder nach Vereinbarung.

In dieser Zeit keine Telefonsprechstunde!

Theater Hollonius: "Somnium vitae humanae"

Moral, Vergänglichkeit, der Sinn des Lebens – vom Schlammgraben in den Prunk. Oder umgekehrt?

Einmal im Leben König sein und das tun, was man möchte. Es wirkt wie ein Traum und doch ist es irgendwie die Realität. Eben noch liegt man vollends betrunken im Dreck und schon am nächsten Tag genießt man jegliche Vorzüge des hochherrschaftlichen Lebens. Zu schön, um wahr zu sein?
Diesen Sommer widmet sich das Projektseminar um Prof. Dr. Cora Dietl aus dem Institut für Germanistik (JLU) der besonderen Aufgabe, mit Ludwig Hollonius’ Somnium vitae humanae (1605) ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen, in dem durchweg Kritik an bestehenden Strukturen in der gesamten Bevölkerung von Höfischen über die Geistlichen bis hin zum einfachen Bauern geübt wird. Fragwürdige Praktiken der Ärzte? Ein permanent anhaltender Rausch bei den Personen der Kirche? Unglaublich kurzsichtige Bauern? Hier alles Alltag – zum Schmunzeln und zum Nachdenken.

Aufführungstermine:

08.07.24, 19.30 Uhr Gießen: Botanischer Garten, Eintritt: 5 € / 3 € / LZG frei

13.07.24, 16.00 Uhr Grünberg: Schloss (Antoniterkloster), Eintritt frei

20.07.24, 18.00 Uhr Hungen: Schloss, Eintritt frei

Inszenierungen von Heilgkeiten

Cora Dietl / Julia Gold / Heidy Greco-Kaufmann / Elke Huwiler / Björn Reich

Heiligenspiele als Ort konfessionellen Streits

Anders als man annehmen könnte, sind Heiligenspiele in der deutschsprachigen Schweiz keine primär vorreformatorische Literaturform. Gerade im Zuge der Reformation und Gegenrefor-mation werden sie hochaktuell und dienen der konfessionellen Auseinandersetzung sowie der Stärkung von Gruppenidentitäten. Der vorliegende Band analysiert die aus Luzern, Sarnen, Einsiedeln, Solothurn und Zug überlieferten deutschsprachigen Heiligenspiele aus der Zeit von ca. 1520 bis 1630 sowie ihre protestantischen Gegenstücke aus Bern und Basel. Die Spieltexte werden jeweils gemeinsam mit dem konkreten Aufführungsort und der Bühnenform betrachtet, in religions-, stadt- und theatergeschichtliche Kontexte eingebettet und nach der spezifischen Inszenierung von Heiligkeit und deren Funktion befragt.

Deutsche Literaturgeschichte im mittelosteuropäischen Kontext

 

2023: Umwege Abwege Nebenwege

Pia Selmayr, Sarina Tschachtli (Hrsg.)

Erzähltexte des Mittelalters sind geprägt von den Wegen, die ihre Figuren gehen. Diese Wege sind eng mit dem Erleben und Wahrnehmen der Figuren verbunden, bestimmen den erzählten Raum und die Struktur des Textes. Durch die Mobilität der Figuren werden Raum- und Sujet-Grenzen überschritten, Wissen und Erfahrung erweitert und Vorstellungen von Eigenem und Fremdem, von Nähe und Distanz, von Zentrum und Peripherie verhandelt. Dabei sind es selten die geraden, zielgerichteten Wege, sondern vor allem die Umwege, Abwege und Nebenwege, die sich besonders zur narrativen Entfaltung und zur sinnbildlichen Aufladung anbieten. Die Beiträge dieses Sammelbandes verdeutlichen diese narrative Multivalenz erzählter Wege und verorten dabei die untersuchten Texte auch im transkulturellen Erzählen vormoderner Literatur.

 

 

Abstract von Anna-Dorit Lachmann:

Anhand von drei Bearbeitungen des Tristan-Stoffes wird die besondere Position des transtextual characters Kaedin/Kehenis untersucht. Die Analyse rückt dabei Momente von Handlungsmacht und Faktoren aktiver Handlungsgestaltung in den Fokus, wodurch die figurale Hierarchie hinterfragt wird.

DOI:

https://doi.org/10.25619/BmE202316234