Veranstaltungen
Sommersemester 2026
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"Between the Carnivalesque and the Solemn. German, Dutch, English, and Yiddish reception of the book of Esther in the 16th and 17th centuries"
Der internationale Workshop findet im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts "Theatrale Aushandlungen interreligiösen oder interkonfessionellen Zusammenlebens" unter der Leitung von Prof. Dr. Cora Dietl und M.A. Karina R. Fischer statt. Kooperationspartner sind Elisabeth Dutton (Fribourg) und Chanita Goodblatt (Israel), 19. – 21. August 2026
Das Programm des Workshops finden Sie hier.
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Stummfilm und Live-Präsentation "Caspar Wolfs Esther"
Im Rahmen des vom 19. bis 21. August stattfindenden Workshops wird Caspar Wolfs "Esther" aufgeführt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Cora Dietl und Karina Fischer (M.A.) verbindet die Theatergruppe des Germanistischen Instituts eine filmische Umsetzung mit live aufgeführten Szenen. Dabei versucht die Aufführung, eine möglichst große historische Nähe zum Drama herzustellen und zugleich die durch die Überlieferung entstandenen Lücken szenisch zu schließen.
Aufführungstermin 20.08.2026 18.00 Uhr Margarete-Bieber-Saal, JLU Gießen |
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Beraten und Streiten
Literarische Dissenskommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit. Tagung im Saal des Alexander-von-Humboldt-Hauses, Justus-Liebig-Universität Gießen, 4.–5. September 2026.
Wie wird im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gestritten, beraten und verhandelt?
Die internationale Tagung Beraten und Streiten. Literarische Dissenskommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit von Assoc.-Prof. Dr. Angelika Kemper, Univ.-Prof.i.R. Dr. Sabine Seelbach und Prof. Dr. Cora Dietl widmet sich am 04. und 05. September 2026 an der JLU Gießen dem Thema, wie literarische Formen Konflikt, Dialog und Entscheidungsfindung verhandeln. Im Fokus stehen Texte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die zeigen, wie Dissens sprachlich gestaltet, moderiert oder zugespitzt wird – von höfischer Epik bis zu Streitgedichten und Dialogformen. Dabei sollen die literarischen Formen von Beratung und Streit neu beleuchtet und als kulturelle und kommunikative Praktiken untersucht werden.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier.
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Inszenierungen der „amissio boni“ Höllen- und Teufelsdarstellungen auf der Bühne der Frühen Neuzeit
Workshop der IG Materialität des SPP Schau-Spiel, 7. September 2026
„mali enim nulla natura est; sed amissio boni mali nomen accepit“ („Das Böse besitzt nämlich keine Natur, sondern das Fehlen des Guten erhält den Namen des Bösen“), erklärt der Kirchenvater Augustinus in De Civitate Dei (XI,9), und dennoch haben christliche Bildkunst, Literatur und Dramatik des Mittelalters und der Frühe Neuzeit das Böse, den Teufel und die Hölle mit großem Aufwand immer wieder neu physisch dargestellt. Eine Absenz des Guten – oder, folgt man der in der Offenbarung des Johannes grundgelegten Vorstellung vom Engelssturz, ein materieloses verdammtes Sein – und den Ort, in dem dieses herrscht, die Hölle als immateriellen Ort der Gottesferne, wahrnehmbar darzustellen, stellt v.a. für ein multimodales Medium wie das Theater eine besondere Herausforderung dar. Die ansonsten durch bildreiche Sprache geprägte Bibel gibt kaum Hinweise für eine bildliche Vorstellung der Hölle oder des Bösen, nur kurz ist von Schwefel, Finsternis und Feuer die Rede, und so hat sich insbesondere das in der Schöpfungsgeschichte verwendete Bild, die Schlange, zum Teil überblendet mit dem Untier der Apokalypse, als Grundlage einer Vorstellung des Bösen durchgesetzt. Das spätmittelalterliche geistliche Spiel markiert in der Regel die Hölle durch einen drachenkopfförmigen Höllenschlund, dem die Teufel als rußgeschwärzte Gestalten entweichen. Diese ikonographische Tradition hängt eng mit Vorstellungen der Besessenheit und des Exorzismus zusammen, die ebenfalls von Ein- und Ausfuhr der Teufel geprägt sind. Diese können freilich ihre Andersartigkeit, ihr Herausfallen aus der Schöpfungsordnung, auf noch andere Weise anzeigen: durch hässliche Kostüme und
(Tier-)Masken, durch disharmonische, in der Lautstärke ungemäßigte Klangeffekte, durch unkoordi nierte oder unmäßige Bewegungen, durch Licht- und Geruchseffekte. Andererseits kann die verführerische Kraft der Teufel auch gerade dadurch gezeigt werden, dass sie möglichst unauffällig gestaltet sind. Nach der Reformation war auch in protestantischen Ländern insbesondere wegen der ausgefeilten Teufelstheologie Luthers das Teufelsthema keineswegs verschwunden. Zwar wurden in lutherischen Regionen die geistlichen Spiele mittelalterlicher Machart durch andere Theaterformen ersetzt, die meist sehr aufwändig gestalteten und entsprechend kostbaren Höllenschlunde wurden aber zum Teil weiterhin verwendet: für protestantische Bibeldramen, aber auch für weltliche Schauspiele und Opern. Spätestens seit Dantes Göttlicher Komödie war zudem auch das Interesse an Einblicken in die Innenräume der Hölle gewachsen, die zuweilen analog zu antiken Unterweltsdarstellungen gestaltet und, wo sich die Bühnenmöglichkeit boten, auf verschiedenste Weise auf die Bühne gebracht wurden. Mit zunehmender Entwicklung der Theatermaschinen und der technischen Möglichkeiten für Theatereffekte in der Frühen Neuzeit lässt sich eine große Vielfalt von Höllen- und Teufelsdarstellungen in Theater, Ballett und Oper beobachten. Ihnen ist der Workshop des IG Materialität des SPP Schau-Spiel gewidmet. Er fragt, welche Einheit die Poetologie des frühneuzeitlichen Dramas und die materielle Praxis der Darstellung des Bösen bilden; wie die Wahl der Darstellungsmittel durch historische, theologische, räumliche oder institutionelle Bedingungen oder schlichtweg durch vorhandenes Material oder auch durch Lichtregie beeinflusst wird; welche Sinne bei der Darstellung dessen, der eigentlich immateriell gedacht sein sollte, mit welchen Materialien angesprochen werden – und zu welchem Zweck: aus Freude am technisch Machbaren und am Spektakel oder aus gezieltem Interesse am erschütternden Effekt? Der Workshop findet als Online-Veranstaltung am 7.9.2026 statt. Das vorläufige Programm des Workshops finden Sie hier. |
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Die letzte Aufführung der Theatergruppe des Instituts für Germanistik
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Alte, Lüsterne, Teufel... zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs
Mit „Der Teuffel mit dem alten Weyb“ (1545) und „Der alt Buler mit der Zauberey“ (1554) hat Hans Sachs zwei komplementäre Fastnachtspiele geschaffen, die eine reichlich übertriebene altersbedingte Perspektive auf Genderrollen bieten - und dabei den Finger in die Wunde einiger Risse in der Stadtgesellschaft des 16. Jahrhunderts legen. In der Zusammenschau wird erst der (gesellschaftskritische) Witz der beiden Stücke deutlich, daher werden wir sie gemeinsam aufführen. Im Seminar erarbeiten wir die (z.T. rekonstruierende) Aufführung dieser Spiele, um zu sehen, was auf der Bühne machbar und wirkungsvoll ist. Alle Teilnehmenden übernehmen mindestens eine Rolle, sind Darsteller, Co-Regisseure, Co-Dramaturgen und Maskenbildner zugleich.
Aufführungstermine Sommersemester 2026: 29.06.26, 19.30 Uhr Gießen, Pankratiuskapelle
02.07.26, 19.00 Uhr, Wettenberg-Wißmar, Kulturkirche St. Raphael
11.07.26, 18.00 Uhr Grünberg, ehem. Antoniterkloster
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