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EMUC

Reflexionsarme EMV-Kammer (semi-anechoic chamber, SAC) für Messungen im Bereich 10 kHz bis 40 GHz

Was ist eine EMV-Kammer?

Eine EMV-Kammer ist ein speziell abgeschirmter Raum zur Messung elektromagnetischer Verträglichkeit - also um zu prüfen, ob Geräte elektromagnetische Störung aussenden oder diesen Störeinflüssen standhalten. Der Raum ist dabei von metallisch leitfähigen Wänden umgeben, welche elektromagnetische Störungen von außen fernhalten und ein kontrolliertes Umfeld schaffen. Im Inneren ist der Raum mit ferritbasierten Materialien (Platten- und Pyramidenstrukturen) ausgekleidet, die elektromagnetische Strahlung absorbieren, sodass interne Wellenreflexionen minimiert werden. 

EMUC-Anlage. Das Triebwerk befindet sich in der schwarzen Vakuumkammer, die aus einem speziellen Material gefertigt wurde, welches transparent für die für EMV-Messungen relevante elektromagnetische Strahlung ist.  (©IPI/JLU)

Was bedeutet semi-anechoic in diesem Zusammenhang?

Eine reflexionsarme EMV-Anlage (semi‑anechoic chamber) verfügt ausschließlich an Wänden und Decke über absorbierende Materialschichten – der Boden bleibt eine glatte, leitfähige Metallplatte. Damit werden typische Outdoor-Testbedingungen simuliert: Funksignale gelangen direkt vom Gerät zur Antenne und werden teilweise vom Boden zurückgeworfen. Für Weltraumanwendungen sind Bodenreflexionen eigentlich irrelevant. Dennoch hat sich die Arbeitsgruppe bewusst gegen eine Vollabsorberkammer (full‑anechoic chamber, mit Absorbern an allen Flächen) entschieden:

  • Kostenvorteil: Vollabsorberkammern sind erheblich teurer in Anschaffung und Betrieb
  • Handhabung: der mit Absorbern ausgelegte Boden erschwert das flexible Platzieren von Messelektronik wie Antennen und Sensoren. Da sich Bodenreflexionen jedoch zuverlässig kalibrieren und mathematisch kompensieren lassen, erfüllt das SAC-Prinzip alle Anforderungen – zu einem deutlich effizienteren Aufwand.