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!! Aktuelles aus GreenDairy !!

 

𝗣𝗿𝗼𝗳. 𝗗𝗿. 𝗔𝗻𝗱𝗿𝗲𝗮𝘀 𝗚𝗮𝘁𝘁𝗶𝗻𝗴𝗲𝗿, 𝗦𝗽𝗿𝗲𝗰𝗵𝗲𝗿 𝘃𝗼𝗻 𝗟𝗢𝗘𝗪𝗘-𝗚𝗿𝗲𝗲𝗻 𝗗𝗮𝗶𝗿𝘆, 𝗶𝘀𝘁 𝗞𝗲𝘆𝗻𝗼𝘁𝗲-𝗦𝗽𝗲𝗮𝗸𝗲𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝟭𝟬. 𝗙𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗔𝗴𝗿𝗼𝗳𝗼𝗿𝘀𝘁𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺𝗲, 𝘃𝗼𝗺 𝟭𝟳. 𝗯𝗶𝘀 𝟭𝟴. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟱, 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗝𝗟𝗨 𝗚𝗶𝗲ß𝗲𝗻.



Agroforst-Landwirtschaft kann nicht nur Erträge stabilisieren, sondern erfüllt auch zahlreiche Funktionen für HashtagÖkosystemleistungen. So können Bäume auf einem Acker beispielsweise Futterlaub-Bäume sein und gleichzeitig dafür sorgen, dass das (Grund-)Wasser gehalten wird.

Im Fokus der Jubiläumsausgabe des Forums Agroforstsysteme mit Workshops, Exkursionen und hochkarätigen Keynote Speakern wie Professor Andreas Gattinger. Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts GreenDairy an der Justus-Liebig-Universität Giessen oder der Agrarinfluencerin Marie Hoffmann, die mehr als 1 Mio. Followern in den Sozialen Medien hat, steht beispielsweise die Frage, wie in Deutschland die flächendeckende und weitreichende Umsetzung von HashtagAgroforstsystemen gelingen kann.

Die Veranstaltung findet am 17. und 18. September 2025 statt und wird von der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen mit dem Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.) ausgerichtet.
Zur Jubiläumsveranstaltung werden bis zu 400 Teilnehmende erwartet, darunter Forschende und Studierende, politische Akteur:innen und viele andere.


Link zur Konferenzwebseite: Forum Agroforstsysteme | DEFAF e.V.

Grafik: Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.

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Prof. Ramona Teuber als Teilnehmerin bei der rwp-Podiumsdiskussion „Zur Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland“

 

Die Landwirtschaft steht heute vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss nicht nur die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln bedienen, sondern zugleich Biodiversität schützen und klimaneutral werden.

„Wir brauchen keine Gegensätze zwischen Bio und konventionell, sondern kluge Kombinationen beider Systeme“. Ökologischer Landbau leistet wichtige Beiträge zur Artenvielfalt, stößt jedoch an Grenzen bei der Produktivität. Konventionelle Landwirtschaft sichert hohe Erträge, verursacht jedoch häufig Belastungen für Klima und Natur. Zukünftig gilt es daher, Züchtungsfortschritt, digitale Technologien und vielfältige Fruchtfolgen stärker zu verbinden.
 

Ein entscheidender Hebel liegt auch im Konsum: In Deutschland liegt der Fleischverzehr mit rund 50 kg pro Kopf und Jahr noch immer deutlich über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diese rät zu 300–600 g Fleisch und Wurst pro Woche – also etwa 15–30 kg pro Jahr. Im Sinne von Gesundheit und Umwelt wird dabei häufig der untere Wert von 15–20 kg als Orientierung genannt. Auch die Planetary Health Diet setzt vergleichbare Zielgrößen. „Weniger, aber besser“ lautet daher die Devise – mit mehr Tierwohl, mehr Vielfalt in den Agrarlandschaften und einem klaren Beitrag zum Klimaschutz.

Hier kommt auch die Konsumentensouveränität ins Spiel: Verbraucherinnen und Verbraucher können mit ihren Kaufentscheidungen den Markt für nachhaltige Produkte stärken. Doch diese Macht hat Grenzen – solange ökologische Folgekosten wie Treibhausgasemissionen, Wasserbelastung oder Biodiversitätsverluste nicht in den Preisen enthalten sind, bleibt Fleisch künstlich günstig. Erst die Kombination aus bewusster Nachfrage und politischen Maßnahmen – etwa durch die Internalisierung externer Kosten, klare Kennzeichnungen und Anreizsysteme – schafft die Grundlage für eine nachhaltige Transformation.

Damit Landwirtinnen und Landwirte diesen Weg gehen können, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen und Anreize, die nicht allein Produktionsmengen, sondern auch ökologische Mehrwerte honorieren. Biodiversität und Klimaschutz sind keine Nebeneffekte, sondern Leistungen für die gesamte Gesellschaft – und diese müssen fair entlohnt werden. Generell ist die Transformation zu nachhaltigeren Agrar- und Ernährungssystemen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (Prof. Dr. Ramona Teuber)

 

Fotos: Thorsten Wagner

 

 

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Standpunkt zur künftigen Regierungspolitik

Ressource Boden ist in Gefahr

 

Prof. Ramona Teuber und Prof. Andreas Gattinger von der Universität Gießen sehen die Ressource Boden in Gefahr. Landwirtschaftliche Belange müssen bei der Erschließung von Wohnraum und Infrastruktur angemessen berücksichtigt werden. Eine nachhaltigere Land- und Lebensmittelwirtschaft müsse weiter gefördert werden. Der Umbau der Tierhaltung darf sich Teuber und Gattinger zufolge nicht allein auf den Stallbau konzentrieren. Maßnahmen zur Diversifizierung von Agrar- und Ernährungssystemen sollten unterstützt werden. Über die Lebensmittelbesteuerung sollte zudem pflanzenbasierte Ernährung politisch gefördert werden.

Link zum Artikel

 

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Wie können wir gute Lebensmittel produzieren? Können wir mit Bio die Welt ernähren? Welchen Beitrag kann Kommunikation leisten zur Transformation des Ernährungssystems. Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die Kurzdokumentation Perspektive Ernährung. Hessische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Kassel geben Einblicke in ihre Arbeit, beispielhaft für viele Forschungsprojekte an Hessens Hochschulen zum Themenkomplex Ernährung.

 

 

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Vielseitige Projektpräsenz auf der WITA

Anfang März 2024 fand an der JLU die 17. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. Die Tagung zog mehr als 500 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis aus den Bereichen ökologischer Landbau und Ernährung und verwandten Fachgebieten an. Das umfassende Programm unter dem Motto „Landwirtschaft und Ernährung – Transformation macht nur gemeinsam Sinn“ bestand aus wissenschaftlichen Vorträgen, Postersessions, praxisorientierten Workshops, transdisziplinäre Plenarveranstaltungen und Exkursionen.

Spannende Keynotes wurden von Professor Dr. Dr. Matthias Gauly (Freie Universität Bozen) zur „Zukunft der Milchviehhaltung – make the cow green again“, Professorin Dr. Ramona Teuber (JLU Gießen) zu „Landwirtschaft und Ernährung – Transformation macht nur gemeinsam Sinn“ und Professor Dr. Harald Grethe (HU Berlin) zu „Politik für nachhaltige Agrar- und Ernährungssystemen – zum Zusammenspiel von ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft“ gehalten.

Die Keynotes sind als Aufzeichnung verfügbar unter: https://wissenschaftstagung.de/17-wissenschaftstagung-2024/impressionen-wita-2024/

 

 

LOEWE-GreenDairy präsentierte sich auf der Tagung in vielfältiger Art:

  • die beiden Sprecher und Professoren Dr. Andreas Gattinger und Dr. Lutz Breuer waren maßgeblich an der Organisation der Tagung beteiligt
  • Deise Knob hielt einen Vortrag zu aktuellen Erkenntnissen aus dem Low- und High-Input Systemvergleich bei der Öko-Milcherzeugung und erklärte zum Beispiel, welchen Einfluss die Fütterung auf die Futteraufnahme und das Wiederkauverhalten der Kühe hat
  • eine Exkursion führte zum Lehr- und Versuchsbetrieb Gladbacherhof der JLU und damit zum Forschungsstall von LOEWE-GreenDairy. Auf dem Hof erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Einblicke in die Agroforstflächen und das Projekt GreenChicken, das zur zirkulären Hühnerhaltung forscht.

 

 

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Konferenz der Deutschen Agrarforschungsallianz zu „Agrarforschung zum Klimawandel“

Mitte März 2024 fand unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Potsdam die Konferenz „Agrarforschung zum Klimawandel“, ausgerichtet von der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) statt. LOEWE-GreenDairy durfte eine Session mit dem Titel „Integrierte Tier-Pflanze-Agrarsysteme“ organisieren. Nach einem Impuls von GreenDairy-Sprecher Prof. Andreas Gattinger zum „Potential zirkulärer Tierhaltungssysteme für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt“ präsentierte Dr. Deise Knob aktuelle Ergebnisse aus dem GreenDairy-Projekt. Weitere Beiträge gab es von Dr. Tony Krebs vom Thünen-Institut zu „Deutsche Holstein-Ochsenmast in einem silvopastoralen System“ und von Jakob Hörn von der Universität Hohenheim zu „Integriertes Tier-Pflanzen-Systeme in Dauerkultur: Zielgerichtete Beweidung – Schafe im Weinbau“. Das diverse Programm wurde abgerundet mit einem Beitrag von Dr. Christian Lambertz (JLU und Forschungsinstitut für biologischen Landbau) zu „Zirkuläre Fütterungsstrategien in der ökologischen Hühnerhaltung“.

Eine Diskussion der Session lässt sich anhand von offenen Fragen, notwendiger weiterer Forschung sowie notwendiger weiterer Vernetzung wie folgt zusammenfassen:

Offene Fragen

o Wie können zirkuläre Tierhaltungssysteme zu einer höheren regionalen Wertschöpfung führen?

o Mit welchen Beweidungssystemen (inkl. Agroforst, Heckenbeweidung, Sonderkulturen) lässt sich die Wiederkäuerhaltung effizient in eine zirkuläre Produktion integrieren?

o Wie lassen sich Futterströme optimieren, damit Restströme aus der Lebensmittelerzeugung besser in die Futterproduktion integriert werden können (z.B. Verwertung durch Insekten, Algen, Pilze, etc.)?

Notwendige weitere Forschung

… zur Anpassung an den Klimawandel

  1. Rassenwahl bei Nutztieren
  2. Standortangepasste Pflanzenarten
  3. Anpassung Management (z.B. saisonale Abkalbung, jahreszeitlicher Wechsel von Beweidungssystemen (z.B. Agroforstflächen, Hecken, Sonderkulturen)

… zur Verringerung des Beitrags zum Klimawandel

  1. Nutzung von Pflanzen / Zusatzstoffen zur Reduktion des Methanausstoßes bei Wiederkäuern
  2. Reduzierung von Nährstoffausscheidungen, z.B. durch N-/P-reduzierte Fütterung, verbesserte Qualität von Grundfutter

… zur Fixierung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre

  1. Humusaufbau durch effizientes Grünlandmanagement
  2. Agroforst

Notwendige weitere Vernetzung

… innerhalb der Forschungscommunity

  1. Zentral ist vor allem eine engere Vernetzung von Nutzpflanzenwissenschaften und Nutztierwissenschaften. Als besonders kritisch wird die abnehmende Anzahl WissenschaftlerInnen im Bereich der Grünlandwissenschaften gesehen.

… mit der landwirtschaftlichen Praxis

  1. Um die Zirkularität von Tierhaltungssystemen zu steigern, sind Praxisforschung und Praxisnetzwerke, z.B. im Rahmen von Reallaboren, zielführend.

… entlang der Wertschöpfungskette

  1. Insgesamt kommt dem Handel eine wichtige Rolle zu, da durch hohe Zielstellungen bzgl. Klimaneutralität entsprechende Hebel zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen mittelfristig unumgänglich sind. Im Bereich der Milchproduktion spielen die Molkereien eine zentrale Rolle.

 

Konferenzband zur Tagung unter: https://www.dafa.de/wp-content/uploads/AgrarKlima2024-Konferenzband.pdf

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GreenDairy in der Hessenschau

Im April war ein Filmteam des Hessischen Rundfunks zu Gast auf dem Gladbacherhof, um sich ein Bild von den aktuellen Forschungsarbeiten zu machen.

 

 

Sehen Sie den Beitrag unter: https://www.hessenschau.de/tv-sendung/landwirtschaft-und-nachhaltigkeit-uni-giessen-forscht-im-stall,video-195804.html

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Tierzucht und Tierhaltung stellen für die deutsche Landwirtschaft grundlegende Eckpfeiler dar. Die Rinderhaltung in den Gemischtbetrieben mit den nachgelagerten Wertschöpfungsketten Milch, Fleisch und pflanzliche Lebensmittel nehmen dabei einen wichtigen Stellenwert bei der regionalen Nahrungsmittelversorgung ein.

Sie bietet zudem in grünlandreichen Regionen wie Hessen wichtige Voraussetzungen zur Schließung von regionalen Nährstoffkreisläufen und zur Vermeidung von Flächenkonkurrenz zwischen Human- und Tierernährung.

Die Spezialisierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte hat jedoch zu Strukturen geführt, die von Stickstoffüberschüssen, Treibhausgasemissionen, Luft- und Gewässerverunreinigung, Flächenkonkurrenz, Artenverlust, Bodendegradation sowie Tierwohlproblemen gekennzeichnet sind.

Integrierte Tier-Pflanze-Agrarsysteme waren vor der landwirtschaftlichen Industrialisierung flächendeckend in Mitteleuropa anzutreffen und sie gelten als nachhaltig in seiner Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit. Unklar ist jedoch, welche Intensitätsstufen von integrierten Tier-Pflanze-Agrarsystemen die gestiegene Nachfrage nach ökologisch erzeugten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln bedienen kann.

GreenDairy entwickelt nachhaltige Tier-Pflanze-Agrarsysteme für die Wertschöpfungsketten Milch, Fleisch und pflanzliche Lebensmittel (Getreide, Körnerleguminosen, Kartoffeln). Das Projekt stützt sich dabei auf einen mehrjährigen, experimentellen Vergleich von high- und low-input Milchproduktionssystemen.

GreenDairy zielt auf ein hohes Maß an Resilienz unter minimaler Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen und Schutzgüter ab und baut dabei auf dem Systemgedanken der ökologischen Landwirtschaft im Sinne einer öko-funktionalen Intensivierung auf:

Mit der engen Verzahnung von Tier- und Pflanzenproduktion sollen Ertrags- und Ernährungslücken gegenüber der spezialisierten, industriellen Landwirtschaft verringert und die Ökosystemdienstleistungen verbessert werden.

Zeitgleich wird angestrebt, die Akzeptanz einer innovativen durch Digitalisierung gestützten Milchviehhaltung bei allen gesellschaftlichen Akteuren zu erhöhen. Daher sollen durch GreenDairy Leitbilder für zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme entworfen sowie Impulse für die Agrarökosystemforschung gesetzt werden.

Auf der die LFE Gladbacherhof der JLU als zentrale Forschungsplattform des Vorhabens wird eine Forschungsinfrastruktur etabliert, die mit neuester digitaler Technik einen wissenschaftlichen Vergleich von high- und low-input Milchviehhaltungssystemen im Langzeitexperiment ermöglicht.

Das Arbeitsprogramm in GreenDairy gliedert sich in vier miteinander vernetzte und ergänzende fachliche Projektbereiche A-D, ergänzt durch den fünften Projektbereich Z (Koordination).

     

GreenDairy wird durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert (Förderkennzeichen: LOEWE/2/14/519/03/07.001-(0007)/80).


Weitere Informationen zum Netzwerk ProLOEWE der LOEWE-Forschungsvorhaben finden Sie unter ProLOEWE Netzwerk der LOEWE-Forschungsvorhaben.
01/2022 - 12/2025 Lesen Sie die offizielle Pressemitteilung "Wege zu nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung" (2022).
     
   
   

Das gesamte Projektteam besteht aus 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

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