Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte des Instituts für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde (IfTN)
Antibiotikaresistenzen
Unsere Arbeitsgruppe befasst sich mit Antibiotikaresistenzen in tier-und humanpathogenen Bakterien, ihrer Ausbreitung, den zu Grunde liegenden Wirkmechanismen der Resistenzen und der Entwicklung alternativer Bekämpfungsmethoden. Dabei fokussieren wir uns auf pathogene Bakterien in der Primärproduktion Schwein, Fisch, Geflügel und Rind sowie auf bedeutende Lebensmittelinfektionserreger.
Der Einsatz von Antibiotika in der Therapie von Infektionskrankheiten hat in den vergangenen 80 Jahren erheblich zur Verbesserung der globalen Gesundheit von Mensch und Tier beigetragen. Allerdings hat die häufige Anwendung von Antibiotika und ihr nicht-selektiver Einsatz, zur Selektion antibiotikaresistenter Bakterien geführt. Sind Bakterien gegen gängige Antibiotika resistent, verlieren diese ihre Wirksamkeit, was die Bekämpfung von Infektionskrankheiten erheblich erschwert. |
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Wir gewinnen wertvolle Erkenntnisse über die genetischen Grundlagen der Antibiotikaresistenzen in Bakterien, ihre Übertragungswege (z.B. plasmid- oder transposonvermittelt) und ihre Ausbreitung innerhalb bakterieller Populationen mithilfe klassischer mikrobiologischer und molekularbiologischer Methoden.
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Entwicklung von Methoden zur phänotypischen Resistenztestung Diese Methoden dienen dazu, die Wirksamkeit verschiedener Antibiotika gegenüber Bakterienisolaten zu testen. Die Ergebnisse von Resistenztests können zur Festlegung klinischer Breakpoints – Grenzwerte, die bestimmen, ab welcher Konzentration ein Antibiotikum gegen einen bestimmten Erreger in der Antibiotikatherapie erkrankter Tiere als wirksam oder unwirksam gilt, beitragen. Zudem werden Veränderungen der minimalen Hemmkonzentration (MHK) bakterieller Isolate ermittelt. |
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Adaptationsprozesse von Bakterien gegenüber Antibiotika und Bioziden
Die häufige Anwendung von Bioziden (z.B. Desinfektionsmittel) und Antibiotika kann zu
Veränderungen und schrittweisen Anpassungsprozessen bei Bakterien führen. Diese
Anpassungsprozesse sollen aufgedeckt werden, die dahinterstehenden Mechanismen
identifiziert und ihre Auswirkungen analysiert werden. So können möglicher Weise auftretende
Zusammenhänge zwischen einer bakteriellen Unempfindlichkeit gegenüber Bioziden und
Antibiotika erkannt werden oder Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Molekulare Methoden
NGS (Next generation sequencing) dient der Ganzgenom-Analyse.
PCRs (konventionell und quantitativ) werden für die
Vervielfältigung spezifischer DNA-Sequenzen, zur Quantifizierung
von Genprodukten und der Identifikation genetischer Mutationen
und Genexpression genutzt.
Über Klonierung und Mutagenese werden die Funktionen von Genprodukten analysiert
Phagen
Eine vielversprechende alternative Bekämpfungsmethode pathogener Bakterien ist die Phagentherapie. Dabei kommen Bakteriophagen zum Einsatz – Viren, die Bakterien infizieren und zerstören.
| Phagen sind wirtsspezifisch und greifen die Zielbakterien an, indem sie sich an diese binden, sich in ihnen vermehren und so zu ihrer Zerstörung (Lyse) führen. Um dies bei Zielbakterien zu erreichen, werden Phagen aus Umweltproben isoliert und vermehrt. Das Wirtsspektrum der Phagen wird untersucht und ihre Fähigkeit zur Therapie getestet. Durch etablierte Assays wird bestimmt, ob ein Phage ein Bakterium lysieren kann und in welcher Konzentration der Phage in einer Flüssigkultur vorliegt. |
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Zu den Forschungsgebieten des IfTN stehen fortlaufend Dissertationsthemen zur Verfügung. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Professor Kehrenberg, Fachbereich 10 (Veterinärmedizin), Frankfurter Straße 92, corinna.kehrenberg, Tel.: +49(0)641/99-38251. Gerne können Sie auch einen Termin für einen Einblickstag in unserem Labor vereinbaren.