Lehre
Lehrveranstaltungen des Instituts für Geschichte der Medizin
Wahlfach "Global Health at home": Sozialmedizin am Beispiel von Tuberkulose
"Global Health" hat das Ziel, gesunde Lebensbedingungen und Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle Menschen weltweit zu fördern. Neben der Arbeit in internationalen Organisationen (z.B. WHO oder Nichtregierungsorganisationen wie „Ärzte der Welt“ oder „Ärzte ohne Grenzen“) und Projekten im Globalen Süden gehört auch lokales Engagement in Deutschland dazu: "Global Health at home".
In diesem Wahlfach steht die ebenso wichtige wie stigmatisierte Infektionskrankheit "Tuberkulose" im Mittelpunkt, weltweit und lokal in Gießen. Medizinische, epidemiologische und soziale Aspekte werden im Projekt „Together Against Tuberculosis“ mit praktischer Unterstützung für Patient*innen verbunden, in Zusammenarbeit mit der Klinik für Infektiologie und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Gießen (UKGM) und dem Gesundheitsamt des Landkreis Gießen.
Praktisches Jahr - PJ
Austauschseminar im PJ: Wenn der Selbstanspruch ins Wanken kommt.
Umgang mit Wertekonflikten und Werteverschiebungen
Nächster Termin: 20. Mai 2026, 15-17 Uhr, Biochemie Raum 2014 (kl. Hörsaal)
Format: offener Austausch, Impulsreferate durch Dozentin
Kontakt: Andrea Züger, andrea.zueger@histor.med.uni-giessen.de
Anmeldung: um eine Anmeldung wird gebeten
Diesen Mittwoch mit dem Arzt Werner Fleck:
Werner Fleck, Arzt in der humanitären Sprechstunde der Brücke (Diakonie), wird von seiner Arbeit erzählen. Dabei gibt es keinen klassischen Vortrag, sondern, im Sinne des Seminars, einen Austausch mit Ihnen. Werner Fleck hat jahrelange Erfahrung in der Betreuung und Versorgung von Menschen in der Obdachlosigkeit. Sie haben die Möglichkeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen: Wie gehe ich mit Menschen mit Suchterfahrung um? Wie schaffe ich es, dass Menschen, die kein Vertrauen ins Gesundheitssystem haben, dennoch adäquat betreut werden? Wie ist das bei Menschen ohne Versicherung? Welche Hürden gibt es für Menschen "am Rande der Gesellschaft" im Gesundheitswesen? etc.
Infos zum Seminarkonzept:
Der letzte Abschnitt Ihres Medizinstudiums hat begonnen. Nun steht die Ausbildung am Krankenbett im Zentrum. Sie sind abhängig von institutionellen Bedingungen und organisatorischen Abläufen. Sie sind an hierarchische Strukturen gebunden. Sie begleiten Patient:innen; vielleicht am Lebensanfang, mittendrin oder auch in den letzten Tagen. Dabei werden Sie bestimmt mit Ihrem Selbstanspruch an sich als angehende Ärztin oder Arzt konfrontiert. Können Sie diesem gerecht werden? Wo stoßen Sie an Grenzen? Was löst das bei Ihnen aus? Wo sehen Sie die Einflussfaktoren? Und wie ist es mit Ihren Vorstellungen, die vielleicht ausschlaggebend für Ihre Berufswahl waren? Können Sie diese umsetzen? Erleben Sie Wertekonflikte, gar Verschiebungen?
Dieses Begleitseminar ermöglicht es, Ihre Reflexions- und Ausdrucksfähigkeit zu stärken und eine ethisch-moralische Sensibilität zu entwickeln. Dabei stehen nicht primär ethische Fallbesprechungen im Zentrum, sondern Faktoren, die eine ethisch-moralische Haltung erst bedingen. Das Seminar soll Ihnen einen sicheren Raum bieten, in dem Sie sich über Ihre Erfahrungen, Zweifel und Unsicherheiten austauschen können.
Der Inhalt des Seminars richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden.
Folgende Themen sind möglich: eigene Vorurteile erkennen/Haltung/Angst vor und Umgang mit Fehlern/Hierarchiegefälle/Sterben und Tod/Empathie, Mitleid und Mitgefühl/Würde in der Gesundheitsversorgung/Werte- und Wertkonflikte