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Klinisches Wahlfach "Interprofessionelle Woche im Lahn-Dill-Kreis"

Klinisches Wahlfach des Instituts für Hausärztliche Medizin

Wann

17.08.2026 bis 21.08.2026 (Europe/Berlin / UTC200)

Wo

Lahn-Dill-Kreis (Unterbringung in einem Hotel in Herborn)

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06419948061

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Klinisches Wahlfach "Interprofessionelle Woche im Lahn-Dill-Kreis"

Aktuelle Informationen zum Wahlach finden sich in der Wahlfachbroschüre.

Gemeinsame Rückmeldung der Teilnehmenden der Interprofessionellen Woche im März 2026.

Die gesamte Woche war für uns eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Von Beginn an konnte man spüren, mit wie viel Engagement und echtem Interesse der Lahn-Dill-Kreis daran arbeitet, frühzeitig zukünftige Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen.

Besonders positiv aufgefallen ist uns die hervorragende Organisation. Die Woche war durchdacht strukturiert und so geplant, dass wir uns voll und ganz auf die Inhalte und Begegnungen einlassen konnten. Beeindruckt hat uns vor allem das Engagement des Organisationsteams. Bereits bei der Anreise wurden wir herzlich empfangen und hatten sofort das Gefühl, willkommen zu sein. Man merkte, wie intensiv sich im Vorfeld mit uns beschäftigt wurde – scherzhaft hatten wir den Eindruck, dass man sogar unsere Blutgruppe gekannt hätte, wenn wir sie vorher angegeben hätten.

Auch das Konzept der interdisziplinären Woche hat uns überzeugt. Für diejenigen, die sich vorstellen können, später im Lahn-Dill-Kreis tätig zu werden, bot die Woche die Möglichkeit, schon früh Kontakte zu knüpfen und erste Netzwerke aufzubauen. Das wird den Einstieg in einigen Jahren sicherlich erleichtern. Gleichzeitig war die Woche aber keineswegs nur für diejenigen wertvoll, die sich perspektivisch im Lahn-Dill-Kreis niederlassen möchten. Die vermittelten Einblicke in die ambulante Versorgung, Pflege, kommunalen Strukturen und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen sind unabhängig vom späteren Arbeitsort von großem Nutzen. Viele Erfahrungen und Erkenntnisse lassen sich auf nahezu jede Region und jede spätere ärztliche Tätigkeit übertragen.

Bereits während des Auswahlverfahrens wurden wir gefragt, welche Herausforderungen wir in der Verpflichtung zur LAQ sehen. Ein häufig genannter Punkt war die Sorge, später in die Strukturen einer Niederlassung und einer Ortsgemeinschaft hineinzufinden. Gerade dieser Aspekt wird von vielen als große Herausforderung wahrgenommen. Die interdisziplinäre Woche hat hier einen wichtigen Beitrag geleistet: Sie hat nicht nur vielfältige Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche ermöglicht, sondern auch Unsicherheiten und Berührungsängste abgebaut. Zu sehen, wie offen und unterstützend die Menschen vor Ort sind, hat vielen von uns die Sorge genommen, später als junge Ärztinnen und Ärzte in einer neuen Umgebung anzukommen.

Darüber hinaus hat die Woche unsere Motivation noch einmal deutlich gestärkt. Zu erleben, wofür man den langen Weg des Medizinstudiums auf sich nimmt, war für viele von uns sehr inspirierend. Während der Ausbildung beschäftigt man sich oft mit theoretischen Inhalten, Prüfungen und Leistungsnachweisen. Die Woche hat den Blick wieder auf das eigentliche Ziel gelenkt: die Versorgung von Patientinnen und Patienten und die Arbeit in einem funktionierenden Netzwerk aus unterschiedlichen Berufsgruppen.

Besonders eindrucksvoll war, dass nicht nur einzelne Einrichtungen, sondern zahlreiche beteiligte Akteurinnen und Akteure betonten, wie wichtig solche Einblicke bereits im Studium sind. Viele Aspekte der ambulanten Versorgung, der Pflege, der kommunalen Gesundheitsstrukturen und der interprofessionellen Zusammenarbeit kommen im regulären Studium häufig zu kurz. Die Woche hat genau diese Lücke geschlossen und ein Verständnis für die Versorgungsrealität geschaffen, das sich allein durch Vorlesungen oder Praktika kaum vermitteln lässt.

Gleichzeitig hatten wir den Eindruck, dass nicht nur wir von dieser Woche profitieren konnten. Auch viele der beteiligten Akteurinnen und Akteure erhielten einen Einblick in den Ausbildungsweg angehender Ärztinnen und Ärzte und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Zudem konnten wir als LAQ-Studierende dazu beitragen, das Konzept der LAQ näher zu erläutern und mit einigen Missverständnissen aufzuräumen. Dabei wurde deutlich, dass die LAQ keine „Alternative“ zum regulären Weg darstellt, sondern eine bewusste Entscheidung für einen bestimmten beruflichen und regionalen Schwerpunkt ist.

Aus unserer Sicht gibt es viele Gründe, die interdisziplinäre Woche langfristig fortzuführen. Sie schafft frühzeitig persönliche Bindungen zwischen Studierenden und regionalen Akteurinnen und Akteuren, stärkt das Verständnis für die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens und fördert die interprofessionelle Zusammenarbeit. Gleichzeitig vermittelt sie ein realistisches Bild des späteren Berufsalltags und kann dazu beitragen, Vorbehalte gegenüber der Arbeit im ländlichen Raum abzubauen. Selbst wenn sich nicht alle Teilnehmenden später im Lahn-Dill-Kreis niederlassen, nehmen sie wertvolle Erfahrungen, Kontakte und Perspektiven mit, die ihre berufliche Entwicklung nachhaltig prägen werden. Darüber hinaus fungieren sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die ihre positiven Erfahrungen in ihr Studium und ihr berufliches Umfeld tragen und so die Wahrnehmung des Lahn-Dill-Kreises auch über die Region hinaus stärken.

Insgesamt haben wir ausschließlich positives Feedback zur Woche wahrgenommen. Als einzigen konkreten Verbesserungsvorschlag würden wir anregen, dass das Organisationsteam beim Programmpunkt Waldhof stärker eingebunden oder vor Ort präsent ist. Abgesehen davon war die Woche für uns rundum gelungen und eine Erfahrung, die uns fachlich, persönlich und in unserer zukünftigen Berufsorientierung nachhaltig bereichert hat.

 

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Institut für Hausärztliche Medizin 
Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität
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lisa.kuhl@uni-giessen.de