JLU mit starker Besetzung in verschiedenen Disziplinen bei der DHM Leichtathletik 2025
Die Deutschen Hochschulmeisterschaften der Leichtathletik in Duisburg standen in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen.
Da die Rhein-Ruhr-Region in diesem Sommer Austragungsort der World University Games ist, nutzten zahlreiche Top-Athleten aus ganz Deutschland die DHM als Qualifikationswettkampf und Generalprobe für das „Mini-Olympia“ vor der eigenen Haustür. Dementsprechend stark besetzt war die Konkurrenz am Himmelfahrtstag, der sich auch ein Team der Justus-Liebig-Universität stellte – und mit einigen persönlichen Bestleistungen aus Duisburg zurückkehrte.
Mit Kathrin Sigel und Annabelle Will nahmen in Duisburg gleich zwei JLU-Studentinnen die Sprungdisziplinen in Angriff. Im Hochsprung am Morgen lief es dabei für beide allerdings noch nicht ideal: Annabelle, die nach einem Auslandssemester ihren ersten Wettkampf überhaupt in diesem Jahr bestritt, musste nach drei Fehlversuchen an der Einstiegshöhe von 1,52 Meter leider schon frühzeitig die Segel streichen. Etwas besser lief es bei Teamkollegin Kathrin: Sie übersprang die 1,52 Meter im ersten Versuch und riss erst die folgende Höhe von 1,57 Meter dreimal. Somit reichte es für sie zu Platz 12 am Ende.
Wenig später waren beide Athletinnen dann auch im Weitsprung am Start: Im hochkarätigen Starterfeld belegte Annabelle mit 4,40 Meter Rang 17. Die JLU-Studentin verschenkte jedoch bei allen drei Versuchen einige Zentimeter am Brett, sodass für sie sicherlich noch mehr drin gewesen wäre. Kathrin knackte im selben Wettkampf dagegen gleich doppelt die 5-Meter-Marke: In Sprung zwei und drei landete sie jeweils bei 5,07 Meter und wurde damit in der Endabrechnung 15. Auch wenn beide Gießener Springerinnen insgesamt noch etwas unter ihrem Leistungsniveau blieben, konnten sie mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck aus Duisburg zurückkehren. Immerhin starteten beide zum ersten Mal bei einer Freiluft-DHM der Leichtathletik.
Über eine persönliche Bestleistung konnte sich dann Amanda Ratuschny auf den 800 Metern freuen. Die Lehramts-Studentin hatte sich erst in diesem Jahr auf die zwei Stadionrunden spezialisiert und erlebte so nun auch ihre Premiere bei Hochschulmeisterschaften. In einer Zeit von 2:23,99 Minuten war sie in Duisburg so schnell unterwegs wie noch nie und beendete das Rennen auf Rang 12.
„Nur“ eine Stadionrunde galt es im Anschluss für Inga Lene Schneider auf der 400-Meter-Distanz zu absolvieren. Dabei hatte die JLU-Studentin jedoch direkt am Start mit einem technischen Problem der Startanlage zu kämpfen: Auf der äußersten Bahn acht war für sie der leise Startschuss kaum zu hören, sodass sie durch einen verzögerten Start bereits wertvolle Zeit verlor. Dennoch zeigte Inga in der Folge einen guten Lauf, bei dem sie sogar beinahe noch die 60-Sekunden-Marke unterbot. 60,07 Sekunden bedeuteten für die Chemie-Studentin eine neue Saisonbestleistung.
Gleich mehrere Gießener Studierende starteten dann über die 100 bzw. 110 Meter Hürden. Nach verkorksten Läufen im vergangenen Jahr in Duisburg waren besonders Marie Kohrmann und Lennart Wehrum diesmal auf Wiedergutmachung aus – und das gelang: Marie konnte sich in der Frauen-Konkurrenz gut präsentieren kam mit einem technisch soliden Rennen nah an ihre persönliche Bestzeit heran. Gegen die Spitzen-Konkurrenz reichten 16,18 Sekunden im Vorlauf zwar nicht ganz zum Weiterkommen, dennoch konnte Marie mit ihrem Lauf sehr zufrieden sein.
Das galt auch für Lennart Wehrum bei den Männern. Der Geografie-Student stellte im Vorlauf über die Hürden trotz einiger Wackler eine neue persönliche Bestzeit auf – 16,36 Sekunden. Im B-Finale konnte er diese in 16,47 Sekunden dann zwar nicht mehr unterbieten, die Läufe auf dieser ungewohnt großen Bühne der DHM lieferten für ihn trotzdem wichtige Erfahrungen für die kommenden Wettkämpfe.
Bei den Frauen schickte die Uni Gießen zum Abschluss des langen Wettkampf-Tages außerdem eine Staffel über 4x100 Meter ins Rennen: Marie Kohrmann, Inga Lene Schneider, Kathrin Sigel und Amanda Ratuschny, die gemeinsam in der Trainingsgruppe des LAZ Gießen trainieren, konnten sich hier in 50,93 Sekunden gut präsentieren. Dank weitgehend sauberer Wechsel sprang am Ende Platz sechs für das Gießener Quartett heraus. Der Sieg ging an die Staffel aus Aachen.



Stephanie Kleiber, Kjell Wörner und Antonia Unger sprinteten jeweils in die Top-ten.
So wusste Kurzhürdensprinterin Stephanie Kleiber abermals zu überzeugen. Zunächst rannte Kleiber in 14,50 Sekunden ins B-Finale über 100m Hürden der Frauen. Hier wuchs sie dann über sich hinaus und gewann dieses B-Finale mit einem nahezu fehlerfreien Lauf in neuer persönlicher Bestzeit von 14,02 Sekunden. In der Gesamtwertung wurde Kleiber Achte. Neben der Qualifikationsnorm für die Deutschen U23-Meisterschaften im Juli in Ulm bedeutete dies auch das Erfüllen der B-Norm für die nationalen Titelkämpfe der Aktiven in Dresden.
Auch Kjell Wörner, der zweite Wetzlarer Hürdensprinter, überzeugte bei seinem Saisoneinstieg und DHM-Debüt mit einer starken Leistung. Wörner ging in seiner Paradedisziplin, den 400m-Hürden an den Start. In sehr guten 55,78 Sekunden wirbelte er über die Stadionrunde und belegte am Ende den achten Rang unter den besten deutschen Studenten. Mit dieser Zeit knackte Wörner gleich im ersten Rennen der Saison auch die Norm zur Teilnahme an den Deutschen U-23-Meisterschaften.
Trainingspartnerin Antonia Unger startete bei der DHM über 200 Meter. Sie wusste als Gesamtzehnte in 25,76 Sekunden nach längerer krankheitsbedingter Trainingspause zu gefallen.

Philip Stahl mit Fokus auf die 200m
Da Philip Stahl kürzlich erst krank war, beschloss er, sich nur auf die 200m zu konzentrieren und auf den Start über 100m zu verzichten. Trotz extremen Gegenwinds, der zudem so schräg wehte, dass er auch in der Kurve und damit über die gesamten 200m wirkte, konnte Philip Stahl immerhin eine Zeit von 22,10 Sekunden laufen. Das ist zwar 3 Zehntel langsamer als seine bisherige Saisonbestleistung, jedoch schlug Philip Stahl damit auch einige Athleten, die in dieser Saison schon deutlich schneller als er gelaufen sind. Das brachte ihm am Ende einen guten 8. Platz ein. Trotz des schwierigen Wetters war es wie immer eine schöne Veranstaltung mit einer guten Organisation.

100m Hürden - Michelle Aulbert mit starken B-Finale
Die Veranstaltung war dieses Jahr wie im letzten Jahr als Einstiegswettkampf in ihre Sommersaison geplant. Ursprünglich wollte Michelle Aulbert bereits vorher laufen, hatte aber muskuläre Probleme am Oberschenkel, weshalb sie froh war, überhaupt in Duisburg für die Uni Gießen starten zu können. Der Wettkampf war gut organisiert und es hat ihr Spaß gemacht. Leider waren die Bedingungen nicht ideal für Sprinterinnen und Sprinter (zu kalt und teilweise starker Gegenwind). Da Michelle Aulbert im letzten Jahr mit einer 13,99 Dritter im A-Finale wurde, war ihr Ziel dieses Jahr ähnlich. Allerdings war die Konkurrenz dieses Jahr im Hinblick auf die Universiade im Sommer deutlich stärker. Nach einem sehr durchwachsenen Vorlauf war Michelle Aulbert mit der Zeit und Platzierung im Finale zufrieden und freut sich auf die weitere Saison und auf schnelle Zeiten.
