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Newsletter 3/2022

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 Editorial

 

Liebe Kolleg:innen, Mitglieder und Freund:innen des ZMI,

 

Prof. Katrin Lehnen

der Krisenmodus bleibt und er ist mitten auf dem Campus angekommen: Neue Präsenzregelungen und eine Art Vier-Tage Woche für den Seminarbetrieb vor Ort, um Energie zu sparen; steigende Infektionszahlen, die es wahrscheinlich werden lassen, dass die leibliche Ko-Präsenz von Studierenden und Lernenden hier und da weiter verknappt wird, und ein Krieg in der Ukraine, der keinen Frieden in Aussicht stellt, sondern von Gräuel und Grausamkeiten handelt, die man sich kaum vorstellen kann. Viele von uns haben durch private und berufliche Initiativen längst näheren Kontakt zu Ukrainer:innen und es ist schön und schrecklich zu realisieren, dass auf diese Weise Kontakte, Kooperationen und Freundschaften entstehen, die jedoch auch brüchig sind, weil die Zukunft der Ukrainer:innen – die teils noch in ihrem Land sind – ungewiss bleibt. Und ‚Ungewissheit‘ beschreibt vielleicht am besten das Gefühl, mit dem wir seit der Pandemie umgehen, und das uns seit dem irgendwie nicht mehr loslassen will.

Das ZMI ist mit seinen Veranstaltungen und Initiativen an vielen Stellen Kommunikations- und Reflexionsfläche für diese Entwicklungen – aber natürlich nicht nur für diese. Dieser Newsletter handelt von Ideen, Projekten, vergangenen und zukünftigen Veranstaltungen, die in der Krise und neben den Krisen weitere Perspektiven eröffnen. Ich wünsche uns allen ein produktives, wohltemperiertes Semester mit krisenfesten Einfällen.

 

Herzlich,

Katrin Lehnen

 

 

Inhalt ZMI-NEWSLETTER 3/2022

 

 

News

Midterms-Event with Greta Olson, Laura Borchert and Michaela Dudley: ”Life after Dobbs: How the Supreme Court Is Influencing the Midterms and Cultural Politics in America and Germany” on November 7, 2022

International Conference ”The Emergence of Gendered Power Structures since Early Modern Times: Practices, Norms, Media”: November 23 to 25, 2022

 

Veranstaltungsankündigungen

Online-Workshop-Reihe „‚Smarte’ Gewalt“ am 22. und 29. November 2022

Planetary Workshop Series ”What Earth is Made Of” on October 18, and November 10 and 11, 2022

Veranstaltungsreihe „Winter of Games“ zu Narration von digitalen Spielen


Aktivitäten und Events der letzten Monate

Panel „Macht und Geschlecht. Retraditionalisierung der Geschlechterordnung in Umbruchsituationen“ des Forschungsnetzwerks „Geschlecht. Macht. Staat“ auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Fribourg am 9. September 2022

Vortrag von Katrin Lehnen auf dem Symposion Deutschdidaktik (SDD) „Dimensionen des Politischen“ zum Thema „Literalität und literale Praktiken im Kontext von YouTube, Jodel und anderen Plattformen. Digitale (Lern)Formate und ihre Bedeutung für den Deutschunterricht“. Wien vom 18. bis 21. September 2022

Germanistische Institutspartnerschaft Gießen-Hanoi – Jana Gamper und Katrin Lehnen zu Gast an der Universität Hanoi vom 6. bis 10. Oktober 2022

„Social Distancing und die Folgen. Zur Transformation digitaler Lernkulturen“ – Jana Gamper und Katrin Lehnen mit Vortrag auf der internationalen Deutschlehrertagung „Research & Teaching German Language and Culture in the Era 4.0“ in Hanoi (Vietnam) vom 7. bis 9. Oktober 2022

Digital Book Launch of Greta Olson's ”From Law and Literature to Legality and Affect” on October 10, 2022

Europäische Wissenschaftskommunikation zwischen Nähe und Distanz am Beispiel der Germanistischen Linguistik – Internationaler Workshop an den Universitäten Pisa und Siena vom 12. bis 15. Oktober 2022 mit Impulsvortrag von Katrin Lehnen

 

Neues aus dem DaF-/DaZ-Bereich

25 Jahre TechAG: „Fremdsprachenlernen und -lehren mit digitalen Medien: Positionen – Perspektiven – Potenziale“

Dietmar Rösler, Tamara Zeyer, Luisa Knechtel und Selmin Hayircil auf der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer in Wien vom 15. bis 20. August 2022

Beiträge von Selmin Hayircil und Luisa Knechtel in Sektionen der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

Podiumsdiskussion mit Tamara Zeyer zu „Mediengebrauch in der Unterrichtsrealität“

Dietmar Rösler moderiert Podium auf Internationaler Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

Tamara Zeyer und Selmin Hayircil auf der Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache in Kassel vom 1. bis 3. September 2022

Impulsvortrag von Tamara Zeyer auf Nachwuchskonferenz der Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache am 31. August 2022

Zweiter Runder Tisch zum Lehrwerk 4.0 in Leipzig am 29. und 30. September 2022

HMWK-Projekt beim Abschlusstreffen im Rahmen des Hessischen Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen in den Fachgebieten Deutsch als Fremd-/ Zweitsprache

Sammelband-Beitrag von Dietmar Rösler und Tamara Zeyer zu Erfolgsgeschichten geflüchteter Studierender und Studieninteressierter

Virtueller Plenarvortrag von Tamara Zeyer auf akademischer Tagung Congreso Internacional de Lenguas am 22. Oktober 2022

 

Neues aus der Georg Büchner-Seniorprofessur

Heiner Goebbels in Vilnius

„Schwarz auf Weiss“ wieder in Frankfurt

Keynote von Heiner Goebbels auf Internationaler Tagung in Lissabon

Neue CD erschienen: „A House of Call“

The Guardian: „A House of Call review – fascination work, mesmerizingly performed“

Arbeiten von Heiner Goebbels auf europäischen Kunstfestivals

Eröffnungsvortrag von Heiner Goebbels zu Arnold Schönberg

Porträt zu Heiner Goebbels in Le Monde

Heiner Goebbels in der deutschsprachigen Presse anlässlich seines 70. Geburtstags

SWR2 Hörspiel zum 70. Geburtstag von Heiner Goebbels „Works – Sans Frontière“

Heiner Goebbels in Podcasts mit dem Ensemble Modern

 

In den Medien

Sigrid Ruby in der Gießener Allgemeinen Zeitung zur Ausstellungseröffnung zum Umgang mit Arbeiten von Walter Kröll

 

Publikationen

Dinah Leschzyk in Interaktiva-Reihe des ZMI: „Antiqueere Rhetorik. Wie die Bolsonaros in Brasilien ein Feindbild LGBTIQ* konstruieren“

Greta Olson: ”From Law and Literature to Legality and Affect”

Carsten Gansel: „Kind einer schwierigen Zeit: Otfried Preußlers frühe Jahre“

 

 

 

 News

 

Midterms-Event with Greta Olson, Laura Borchert and Michaela Dudley: ”Life after Dobbs: How the Supreme Court Is Influencing the Midterms and Cultural Politics in America and Germany” on November 7, 2022

 

With the landmark decision in ”Dobbs v. Jackson Women’s Health Organization” (2022), the U.S. Supreme Court held that the Constitution does not confer a right to abortion. The ruling which overturned ”Roe v. Wade” (1973) discarded a half century of precedence and represents a U-turn along the avenue of women’s rights. Moreover, it gives birth to further pipe dreams of arch conservatives hoping to turn back the clock on hard-earned civil liberties and social progress. How will the mid-terms elections play out in light of this? And what would election results mean at all in an age of Fake Believe and with armed insurrectionists poised to make America grief again?
Dr. Michaela Dudley, a Berlin-based progressive woman with Afro-American roots, has a unique perspective on these issues. Born ”in the shadow of the Statue of Liberty,” she experienced Jim Crow segregation in her early childhood. The 61-year-old publicist, cabaret artist, queerfeminist and jurist epitomizes intersectionality. Indeed, both in her professional and her private spheres. She’s the authoress of the German-language book Race Relations: Essays über Rassismus (2022) – a volume of essays addressing racism and displaying her lyrical artistry and her expertise as a connoisseur of American political history. Recently in Berlin, she met with the iconic activist Angela Davis and described the encounter in the gay rights magazine Siegessäule. Additionally, her unsparingly frank columns in the German daily newspapers taz and Tagesspiegel and her satirical television commentaries in Kulturzeit (3Sat) have made her revered and feared.
We are hosting a lecture event titled ”Life after Dobbs: How the Supreme Court Is Influencing the Midterms and Cultural Politics in America and Germany” and welcome Dr. Michaela Dudley as our special guest speaker who will provide us with a primer in White Rage and Black Humor in her talk titled ”Life after Pro-Choice: Mid-Terms, the Supreme Court and the Futility of American Politics”. Prof. Greta Olson and Laura Borchert will further speak about the aftermath of the court ruling and its effects on the midterm elections on 8 November. The event will be held in person and we warmly invite you to participate in the subsequent question-and-answer session. The presentations will be in English, but German questions are also strongly encouraged. The event is an extension of Prof. Olson's lecture ”’Woman’ / Feminisms / Queer / Trans and Nonbinary / Race / Nation / Ability – Decolonizing Knowledge, Introducing Diversity Studies and Inclusion” and will take place on Monday, November 7, 2022, on the eve of the U.S. mid-terms, from 4 to 6 p.m. s.t. in the Aula of the Hauptgebäude (Ludwigstr. 23, 35390 Giessen).

 

Wir laden Sie herzlich zu unserer Vortragsveranstaltung „Leben nach Dobbs: Wie das US-amerikanische Supreme Court die Midterm Wahlen und die Kulturpolitik in den Vereinigten Staaten und Deutschland beeinflusst“ ein und begrüßen Dr. Michaela Dudley als ganz besondere Gastrednerin. Mit ihrem Vortrag „Life after Pro-Choice: Mid-Terms, the Supreme Court and the Futility of American Politics“ wird sie uns eine Einführung in die Welt der weißen Wut und des Schwarzen Humors bieten. Weiterhin treten Prof. Dr. Greta Olson (JLU, Institut für Anglistik) und Laura Borchert (JLU, Institut für Anglistik) auf um die Auswirkungen des Verfassungsgerichtsentscheids für die Midterms am 8. November 2022 zu besprechen. Es handelt sich um eine Präsenzveranstaltung in englischer Sprache bei der Sie im Anschluss sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch Fragen an die Sprecherinnen stellen können. Die Veranstaltung wird aufgenommen und erfolgt im Zusammenhang mit Prof. Olsons Vorlesung „’Woman’ / Feminisms / Queer / Trans and Nonbinary / Race / Nation / Ability – Decolonizing Knowledge, Introducing Diversity Studies and Inclusion“. Sie findet am Montag, den 7. November 2022 von 16:00 bis 18:00 s.t. in der Aula des Hauptgebäudes (Ludwigstr. 23, 35390) statt.

Am 24. Juni 22 entschied das US-amerikanische Verfassungsgericht im Fall „Dobbs v. Jackson Women's Health Organization“ (2022), dass sich aus der Verfassung kein Recht auf Abtreibung ableiten lässt. Die Entscheidung, welche „Roe v. Wade“ (1973) aufhebt und damit eine 180-Grad-Wende in der Entwicklung der Frauenrechte darstellt, weckt  erzkonservative Hoffnungen auf die Umkehrung hart erkämpfter bürgerlicher Freiheiten und sozialen Fortschritts. Welchen Verlauf werden die Zwischenwahlen angesichts dieser Veränderungen nehmen? Und welche Bedeutung haben Wahlergebnisse noch im Zeitalter der Fake News und des bewaffneten Aufstands?

Michaela Dudley, eine progressive Berlinerin mit afroamerikanischen Wurzeln, hat ihren ganz eigenen Blick auf die Dinge. Sie kam „im Schatten der Freiheitsstatue“ zur Welt und erlebte seit ihrer frühen Kindheit die Jim-Crow-Segregationspolitik. Die 61-jährige Publizistin, Kabarettistin, Queerfeministin und Juristin verkörpert Intersektionalität, sowohl im professionellen als auch privaten Raum. Sie ist die Autorin von Race Relations: Essays über Rassismus (2022) - worin sie ihr lyrisches Kunsthandwerk und ihre Expertise als feinsinnige Kennerin US-amerikanischer Politikgeschichte zur Schau stellt. Sie traf sich kürzlich in Berlin mit der ikonischen Aktivistin Angela Davis und beschrieb ihre Begegnung im queeren Stadtmagazin Siegessäule. Michaela Dudley spricht frank und frei. Ihre schonungslos ehrlichen Kolumnen in der taz und im Tagesspiegel und ihre satirischen Fernsehkommentare in der Kulturzeit (3Sat) machten sie berühmt und berüchtigt.

 

 

International Conference ”The Emergence of Gendered Power Structures since Early Modern Times: Practices, Norms, Media”: November 23 to 25, 2022

 

The Research Network ”Gender • Power Relations • State” will host the International Conference ”The Emergence of Gendered Power Structures since Early Modern Times: Practices, Norms, Media, which will be concerned with analyzing the configurations of gendered power relations from the early modern era to the present from an interdisciplinary perspective.

After the conference’s opening on the first day with an evening lecture, the following two days will feature three sessions consisting of two panels, each scheduled to respectively highlight the leading categories of gender, power relations, and state. Each session will open with one keynote. The second day will start with the keynote focused on Gender, leading to the panel discussions on „Medialization of Gendered Rule” and „Imaginations of Female Presidency in TV Series”, which will then be followed by the keynote focused on Power Relations with the attached panel discussions on „Entangling Conceptions of ‚Weak Rule’ and ‚Femininity’ from Shakespeare Plays to Presidential Representation” and „Subalternity and Epistemic Violence”. The third day will open with the Keynote focused on the State and then proceed with the panel discussions on „Sexuality, Violence and the State: Norms and Regulations” and „Women as newly emergent Political Actors”.

The event will open with an introductory keynote, held on November 23 by Prof. Myra Marx Ferree (University of Wisconsin-Madison). The speakers for the three following keynotes are Prof. Helen Watanabe-O'Kelly (University of Oxford), Prof. Claudia Ulbrich (FU Berlin), and Prof. Birgit Sauer (Universität Wien), focusing on Gender, Power Relations, and State, respectively.

The conference will take place at the Herder-Institute Marburg from Wednesday, November 23, to Friday, November 25, 2022 and will be held in English. Participation in person is limited. Online participation is possible.

 

 


 Veranstaltungsankündigungen

 

Online-Workshop-Reihe „‚Smarte’ Gewalt“ am 22. und 29. November 2022

 

Digitale Gewalt hat viele Gesichter: Cyberstalking, Smartphone-Spionage, die Nutzung von Smartgeräten zu Kontrollzwecken oder der illegitime Zugriff auf Digitalinformationen von (Ex-)Partner*innen sind Formen der geschlechterspezifischen Gewalt im Digitalen. Die Online-Workshop-Reihe „‚Smarte’ Gewalt“ möchte im interdisziplinären Zuschnitt einen Überblick zum Thema geben und zudem Wissenschaft und Praxis in einen Austausch bringen. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Sektion „Macht – Medium – Gesellschaft“ und der Sektion „Medien und Gender“ des Zentrum für Medien und Interaktivität.

Am Dienstag, den 22. November 2022, findet ein Workshop mit einem Einführungsvortrag von Prof. Nivedita Prasad von der Alice Salomon Hochschule Berlin statt sowie mit einem Bericht aus der Praxis von Angela Wagner von der Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt.

Bei der zweiten Veranstaltung dieser Reihe am Dienstag, den 29. November 2022, geht es um das Thema Stalking. Es sprechen Chris Köver von „netzpolitik.org“ aus Berlin und Tim Herrscher von der Opferhilfe „Weisser Ring“ Frankfurt.

An beiden Tagen läuft der Zugang zum digitalen Veranstaltungsraum unter folgendem Link. Die Veranstaltung findet über WebEx statt. Wir empfehlen, diese Software im Vorfeld einmal zu testen, falls Sie sie bislang noch nicht genutzt haben.

 

 

 

Planetary Workshop Series ”What Earth is Made Of” on October 18, and November 10 and 11, 2022


According to James Lovelock’s Gaia hypothesis (1972), Earth can be conceived as a ”self-regulating complex system” or super-organism. If we recognize Earth as ’Gaia’, ecological connections between humans and the planet become all about being kin, or in relationship with one another. Indigenous ecological knowledge maps onto a cosmology that privileges these kincentric ecological connections. This workshop series reflects on the Gaia hypothesis from an indigenous perspective, to deepen our understanding of planetary materials and their constellations. Understanding the Earth as a cohesive system may help us while trying to create societal responses to environmental challenges.

The workshop series ”What Earth is Made Of” connects indigenous knowledge about planetary thinking and planetary materials with the climate crisis. It explores the range of possible shifts in humanity’s environmental knowledge, behaviors and practices. If we think differently about what the Earth is made of, will that help us make necessary changes in our environmental behaviors? How can shifts in perspectives help us move towards more sustainable care for ourselves, each other, and the planet? 
Exploring these questions through art and science, the four workshops engage participants in storytelling through all of the senses – hands on farm labor, film, creative writing, lectures, listening, dialogue and an exhibition of climate change and planetary materials inspired visual art. The arts pay tribute to the methodologies underlying the indigenous knowledge of all peoples, making complex scientific and philosophical topics visible to make them more accessible. The science and art together support the shifts that are needed in our attempts at planetary thinking.

Please note that the event will be held entirely in English. A digital participation via BigBlueButton will be possible for the lecture and the film screening on Thursday, November 10. Please register for the November program by November 3rd, 2022 via

 

Tuesday, October 10, 2022: ”Community Farm Day” (Gladbacherhof, 65606 Villmar) from 8:30 a.m. to 5 p.m.

Thursday, November 10, 2022: ”Gaia & Indigenous Knowledge” (Seminar Room 315, Universitätshauptgebäude, Ludwigstrasse 23, 35390 Giessen / online via BigBlueButton) from 2:15 to 4:15 p.m.

Friday, November 11, 2022: ”Klimatrauer, Gedankenexperiment” (Seminar Room 315, Universitätshauptgebäude, Ludwigstrasse 23, 35390 Giessen) from 10 a.m. to 2:30 p.m.

Friday, November 11, 2022: ”Planetary Origin Stories” (MAGIE MakerSpace, Walltorstrasse 57, 35390 Giessen) from 5 to 8 p.m. s.t.

 

 

Veranstaltungsreihe „Winter of Games“ zu Narration von digitalen Spielen

 

Der diesjährige „Winter of Games – Season II“ widmet sich vom 7. November bis 16. Dezember 2022 dem Thema Storytelling und richtet damit den Blick auf die Narration von digitalen Spielen. In diesem Rahmen bieten die Projekte LevelUp und HessenHub@JLU interdisziplinäre Vorträge und Workshops an, um unterschiedliche Formen und Techniken des Storytellings im Medium Spiel zu beleuchten. Neben der Verbindung von Narratologie und Game Design wird in der Veranstaltungsreihe auch das Themenfeld Gamification im Bereich der Hochschuldidaktik miteinbezogen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern Storytelling für die spielerische Vermittlung von Wissensinhalten für Lehr- und Lernkontexte in der Hochschullehre genutzt werden kann.

 

 

 

 

 Aktivitäten und Events der letzten Monate


Panel „Macht und Geschlecht. Retraditionalisierung der Geschlechterordnung in Umbruchsituationen“ des Forschungsnetzwerks „Geschlecht. Macht. Staat“ auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Fribourg am 9. September 2022

 

(v.l.n.r.) Jutta Hergenhan, Isabel Heinemann, Dorothee Beck, Carmen Birkle

Die Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (SGWSG) widmete ihre Jahrestagung 2022 dem Thema „Rückkehr des Politischen: Inszenierung, Legitimierung und Herausforderung von Macht in der Geschichte“ und regte damit einen transdisziplinären Brückenschlag zwischen Geschichts- und Sozialwissenschaften an. Die Mitglieder des Forschungsnetzwerks „Geschlecht. Macht. Staat: Medialisierungen, normative Rahmungen und soziale Praktiken geschlechterbezogener Zuschreibungen“, Dr. Jutta Hergenhan (Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, JLU), Dr. Dorothee Beck (Politikwissenschaftlerin, Universität Marburg), Prof. Carmen Birkle (Amerikanistin, Universität Marburg) und Prof. Isabel Heinemann (Zeithistorikerin, Universität Münster), ließen sich mit einem Panel unter dem Titel „Macht und Geschlecht. Retraditionalisierung der Geschlechterordnung in Umbruchssituationen“ aus einer geschlechterkritischen Perspektive auf das Thema ein. Ausgangspunkt war die These, dass auf Wahrnehmungen einer ‚Gefährdung‘ der politischen Ordnung – sei es die moderne Demokratie oder das Herrschaftssystem des Ancien Régime – oftmals gezielt mit dem Versuch einer Retraditionalisierung der Geschlechterordnung reagiert wird. In einem epochalen Bogen vom 17. Jahrhundert über das 18./19. und das 20. bis zum 21. Jahrhundert legten sie an Fallbeispielen dar, wie „Krisen“ des Politischen auch als „Krisen“ der Geschlechterordnung inszeniert wurden. Unter dem Titel „‘Die besten Gedanken der Frauen sind fast immer schlecht‘ – Sprache als Politik und Ausschluss von Frauen als Staatsräson?“ widmete Jutta Hergenhan sich der Frage, wie Sprachpolitik in Frankreich unter der Regierung des Kardinals Richelieu zu einer Rehierarchisierung der Geschlechterordnung und zum langfristigen Ausschluss von Frauen aus der Literatur und dem öffentlichen Raum führte. Carmen Birkle illustrierte u. a. anhand des Briefwechsels zwischen den Eheleuten Abigail und John Adams, wie hart – und dennoch vergeblich – um das Recht auf politische Teilhabe und gegen die männliche und weiße Dominanz des Staates in der Gründungszeit der Vereinigten Staaten von Amerika gekämpft wurde. Isabel Heinemann befasste sich mit Auseinandersetzungen um die Geschlechterordnung in den Umbruchszeiten der Bundesrepublik Deutschland der 1950er und 1990er Jahre. Dorothee Beck wiederum beleuchtete aktuelle antifeministische, antiqueere und rechtsextremistische Angriffe auf die Demokratie – die nicht selten auch im Namen einer Verteidigung der Rechte der (weißen) Frau geführt werden.

Das Panel ist Teil der gemeinsamen Forschungsaktivitäten des Forschungsnetzwerks „Geschlecht. Macht. Staat: Medialisierungen, normative Rahmungen und soziale Praktiken geschlechterbezogener Zuschreibungen“. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, disziplinenübergreifend und transepochal Aushandlungen vergeschlechtlichter (staatlicher) Macht im historischen Wandel von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart zu untersuchen und damit einen Beitrag zu einer Kulturgeschichte vergeschlechtlichter Macht zu leisten. Die Jahrestagung der SGWSG fand am 9. September 2022 an der Universität Fribourg in der Schweiz statt.

 

 

Vortrag von Katrin Lehnen auf dem Symposion Deutschdidaktik (SDD) „Dimensionen des Politischen“ zum Thema „Literalität und literale Praktiken im Kontext von YouTube, Jodel und anderen Plattformen. Digitale (Lern)Formate und ihre Bedeutung für den Deutschunterricht“. Wien vom 18. bis 21. September 2022

 

Digitalisierungsprozesse, wie sie in den letzten Jahren zu beobachten sind, wirken sich auf Arten und Weisen der Aneignung von Wissen und Kompetenzen aus wie auch auf Bildungskonzepte und daran gebundene normative Vorstellungen, mit denen ihr Gelingen beurteilt wird. Formelle und informelle, institutionalisierte und selbstgesteuerte Lernprozesse werden durchlässiger, gehen in völlig anderen Kommunikationskontexten auf und bringen veränderte Wissensdiskurse, Rollenkonstellationen und Sozialisationsinstanzen hervor, die in der Transformation literaler Praktiken resultieren. Dies kann man z.B. in YouTube-(Erklär)Videos, in Schülerforen oder Community-Plattformen wie Jodel beobachten, in denen Wissens-, aber auch ganz andere Fragen, Meinungen wie auch Bewertungen und Beleidigungen ausgetauscht werden. YouTuber:innen bzw. Influencer:innen wie Rezo sind ein gutes Beispiel für eine zunehmend hybride Praxis der Vermittlung und Rezeption von Wissen und Meinungen. Diese Formate der Aushandlung haben politische Dimensionen, insofern Fragen von Zugang, Partizipation und Ungleichheit neu verhandelt werden. Selbstpräsentation und Emotionalisierung als zentraler Teil der Darstellung und Kommunikation bestimmen den Aushandlungsprozess und die Resonanz, die Medienangebote bzw. Medienauftritte erfahren. Unter dem Titel „Literalität und literale Praktiken im Kontext von YouTube, Jodel und anderen Plattformen. Digitale (Lern)Formate und ihre Bedeutung für den Deutschunterricht“ stellte Prof. Katrin Lehnen auf dem diesjährigen Symposion Deutschdidaktik (SDD), der vom 18. bis 21. September 2022 in Wien stattfand, konzeptionelle Überlegungen zu einem veränderten Umgang der Wissenschaftsvermittlung in der Schule und außerhalb vor und fragte, welche Auswirkungen das für den Deutschunterricht, respektive die deutschdidaktische Diskussion haben könnte.

 

 

Germanistische Institutspartnerschaft Gießen-Hanoi – Jana Gamper und Katrin Lehnen zu Gast an der Universität Hanoi vom 6. bis 10. Oktober 2022

 

Im Rahmen der Gießener Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) mit der HANU-Universität Hanoi führten Prof. Jana Gamper und Prof. Katrin Lehnen vom 6. bis 10. Oktober 2022 eine Reihe von Gesprächen zur aktuellen und zukünftigen Zusammenarbeit der beiden Germanistik-Institute. Die von Prof. Mathilde Henning (Gießen) 2015 ins Leben gerufene Institutspartnerschaft hat im Laufe der Jahre zu einer festen und anregenden Zusammenarbeit geführt. Sie stützt sich u.a. auf den Aufbau eines Lernerkorpus vietnamesischer Deutschlernertexte (VIELKO), das in enger Zusammenarbeit mit der GIP des Leipziger Herder-Instituts und der ULIS-Universität in Hanoi entstanden ist. Hier werden seit einigen Jahren Texte von vietnamesischen Deutschlerner:innen an beiden Universitäten in Hanoi aufbereitet und annotiert. Das Korpus kann zu unterschiedlichen Forschungszwecken genutzt werden und erlaubt es den vietnamesischen Kolleg:innen, empirische Studien durchzuführen, die in ihrem eigenen Lehralltag verankert sind. In diesem Jahr fanden wieder gemeinsame Gespräche beider GIP statt.

Teilnehmende des Workshops zum Thema „Erwerb wissenschaftlicher Textkompetenz. Am Beispiel der Begriffsbildung“ mit Jana Gamper (hintere Reihe, 4.v.l.) und Katrin Lehnen (hintere Reihe, 5.v.l.). Foto: Katrin Lehnen

 

Foto: Katrin Lehnen

In einem Workshop zum Thema „Erwerb wissenschaftlicher Textkompetenz. Am Beispiel der Begriffsbildung“ präsentierte Katrin Lehnen den vietnamesischen Kolleg:innen außerdem eine Fortbildung zur Frage, wie sich der Erwerb wissenschaftlicher Textkompetenz bei Studierenden stützen lässt. Anhand zahlreicher Beispiele aus Lernertexten wurde gemeinsam diskutiert, welche Erwerbsmuster die Aneignung wissenschaftlicher Schreib- und Formulierungskompetenz prägen und wie daraus umgekehrt didaktische Maßnahmen für den Deutschunterricht an der Hochschule gewonnen werden können.

Eine der schönsten Erfahrungen: barfuß unterrichten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Social Distancing und die Folgen. Zur Transformation digitaler Lernkulturen“ – Jana Gamper und Katrin Lehnen mit Vortrag auf der internationalen Deutschlehrertagung „Research & Teaching German Language and Culture in the Era 4.0“ in Hanoi (Vietnam) vom 7. bis 9. Oktober 2022

 

Katrin Lehnen (l.) und Jana Gamper auf der internationalen Deutschlehrertagung in Hanoi. Foto: Katrin Lehnen

Mit der weltweiten SARS-CoV-2-Pandemie sind analoge Unterrichtssituationen für eine lange Zeit digitalen Lehr-Lern-Arrangements gewichen. Die neu entstandenen Bedingungen für das Lernen und den Erwerb von Kompetenzen – etwa die Begegnungen in Videokonferenzen oder selbst-reguliertes Lernen anhand von Unterrichtsmaterialien – haben interaktive Konzepte und kommunikative Praktiken des Spracherwerbs und der Vermittlung sprachlicher Kompetenzen teils deutlich ins Rutschen gebracht. Ausgehend von den Erfahrungen der gut zwei Jahre anhaltenden Corona-Pandemie hielten Prof. Jana Gamper und Prof. Katrin Lehnen ihren Plenarvortrag mit dem Titel „Social Distancing und die Folgen. Zur Transformation digitaler Lernkulturen“ auf der internationalen Deutschlehrertagung „Research & Teaching German Language and Culture in the Era 4.0“ in Hanoi (Vietnam). Sie fragten, welche Folgen der plötzliche und beschleunigte Umbruch von analogen Lernsituationen in gemeinsamen Unterrichtsräumen zu digitalen Lernarrangements auf dem Bildschirm oder Offline-Szenarien im häuslichen Umfeld auf jetzige Lern- und Unterrichtsarrangements im schulischen und hochschulischen Kontext hat: Welche kognitiven und sozialen Veränderungen gehen mit der Digitalisierung und den pandemischen Erfahrungen für Spracherwerbssituationen einher? Wo liegen die spezifischen Herausforderungen und Chancen für das Lernen, die sich aus den letzten Jahren ableiten lassen? Wie lassen sich didaktische Konzepte aus den Erfahrungen mit hybridem Lernen gewinnen? Diese Fragen wurden von den beiden exemplarisch an zwei Fallbeispielen diskutiert, die unterschiedliche Erwerbssituationen, Zielgruppen und Perspektiven auf das Lernen repräsentieren: Jana Gamper bezog diese Fragen in dem Vortrag auf die Gruppe der DaZ Lerner:innen im schulischen Umfeld, eine Gruppe, die im besonderen Maße auf soziale Integration und ‚Miteinander‘ angewiesen war, weil sie sich meist noch am Anfang des Erwerbsprozess befand und eine Gruppe darstellt, die in der Pandemie kaum ins Blickfeld geraten ist. Jana Gamper zeigte hier anhand einer eigenen empirischen Studie, wie sich die schriftsprachlichen Leistungen durch Homeschooling teils stark verschlechtert haben. Katrin Lehnen bezog sich in dem zweiten Fallbeispiel auf die universitäre Lernsituation und fragte nach den besonderen Herausforderungen und Auswirklungen des Social Distancing auf Wissenserwerb und die Gestaltung von Lernräumen in Seminarkontexten – auch hier auf der Grundlage einer empirischen Studie einer Masterstudentin. Im Fokus stand die ‚neue‘ hochschulische Gattung der Videokonferenz und die mit ihr verknüpfte Veränderung von Wahrnehmungsräumen und Interaktionsroutinen.

 

 

Digital Book Launch of Greta Olson's ”From Law and Literature to Legality and Affect” on October 10, 2022

 

On Monday, October 10, 2022, a digital book launch event was held to celebrate the release of Prof. Greta Olson’s new book ”From Law and Literature to Legality and Affect”. The four invited experts each offered about  ten minutes of substantive input to which Olson responded. The book launch featured inputs by Prof. Jeanne Gaakeer, Professor of Jurisprudence at Erasmus School of Law (Rotterdam) and Senior Justice in the Court of Appeal, The Hague; Prof. Simon Stern, Professor of Law and English, Chair in Innovation Law (Toronto) and Co-Editor of the Oxford University Press Law and Literature series; Prof. Werner Gephart, Professor of Legal Sociology and Founding Director of the Käte Hamburger Center for Advanced Study ”Law as Culture” (Bonn); and Prof. Peter Goodrich, Professor of Law and Director of the Program in Law and Humanities, Cardoza Law School (New York) and Visiting Professor in the School of Social Science at New York University Abu Dhabi (United Arab Emirates).

Each contributor highlighted the book’s multiple disciplinary perspectives and its critical habitus. Gaakeer, for example, wrote in her review that the book is a ”must read for those in law and humanitarianism and beyond to help further a critical-humanistic project for legal research and augment the understandings it brings to legal practices”. Stern placed the context of the book in the ”Law and Literature” book series published by Oxford University Press. He also hopes to expand the series in many dimensions as to include what ”counts as the legal or the literary”. Critical voices were also not to be missed. Gephart was not ”completely convinced” by the two terms ”law” and ”literature” as the umbrella terms. He initiated a discussion of the terminology. Goodrich’s contribution, too, emphasized that ”Olson not only provides a coruscating political accounting of the modern collision of law with literature, she also allows herself the freedom to imagine the radical potential of an expanded discipline and properly depicted art of law.”

The launch was moderated by PD Dr. Birte Christ, Substitute Professor for English and American Literature (Giessen) and author of a book on representations of the American death penalty in film and television (under review), and co-editor, with Stefanie Mueller, of a special issue of ”Amerikastudien on Poetry and Law.

 

 

Europäische Wissenschaftskommunikation zwischen Nähe und Distanz am Beispiel der Germanistischen Linguistik – Internationaler Workshop an den Universitäten Pisa und Siena vom 12. bis 15. Oktober 2022 mit Impulsvortrag von Katrin Lehnen

 

Der Schiefe Turm von Pisa. Foto: Katrin Lehnen

Unter dem Titel „(Neue) digitale Gattungen und Formate der Wissenschaftskommunikation. Theoretische und methodologische Herausforderungen“ entfaltete Prof. Katrin Lehnen Überlegungen zu sich verändernden Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien der Wissenschaftskommunikation, die sich unmittelbar auf schriftsprachliche Formate und Aushandlungspraktiken beziehen. Am Beispiel von Foren diskutierte sie, wie neue hybride, multimodale Formen des Wissensvermittlung und -aushandlung entstehen, die sich zwischen nähe- und distanzssprachlichen Mustern bewegen und neue Übergänge in den sowohl „esoterischen“ wie „exoterischen“ ‚Denkkollektiven‘ (Fleck) der Wissenschaftskommunikation entstehen lassen. Eingeladen hatten zu dem internationalen Workshop an den Universitäten Pisa und Siena vom 12. bis 15. Oktober 2022 eine Gruppe deutscher, italienischer und französischer Wissenschaftler:innen der germanistischen Linguistik – namentlich: Prof. Marina Foschi (Università di Pisa), Prof. Marianne Hepp (Università di Pisa), Prof. Claudia Buffagni (Università per Stranieri di Siena, Prof. Torsten Steinhoff (Universität Siegen), Prof. Michel Lefèvre (Université Paul Valéry Montpellier 3) – die ein größeres Antragsvorhaben in diesem Bereich planen.

 

Teilnehmende des internationalen Workshops. Foto: Katrin Lehnen

 

 

 

 

 Neues aus dem DaF-/DaZ-Bereich

 

25 Jahre TechAG: „Fremdsprachenlernen und -lehren mit digitalen Medien: Positionen – Perspektiven – Potenziale“

 

Vom 26. bis 28. Juli 2022 fand in Gießen das Jahrestreffen zum 25-jährigen Bestehen der TechAG/ GGK-Sektion 8 unter dem Thema „Fremdsprachenlernen und -lehren mit digitalen Medien: Positionen – Perspektiven – Potenziale“ statt. Nach pandemiebedingtem Ausfall der traditionellen Jahrestreffen, die eigentlich in Rauischholzhausen stattfinden, konnten sich in diesem Jahr Forscherinnen und Forscher aus Dortmund, Frankfurt, Hanoi, Leipzig, Marburg, Wuppertal und natürlich Gießen endlich wieder in Präsenz zu einem produktiven Austausch über aktuelle Projekte treffen. Organisiert wurde das Jahrestreffen von Dr. Tamara Zeyer (Uni Gießen) und Dr. Leo Will (Uni Gießen).

Teilnehmende des Jahrestreffens: Dietmar Rösler (virtuell), (v.l.n.r.) Almut Ketzer-Nöltge, Tamara Zeyer, Mihaela Markovic, Luisa Knechtel, Sandra Götz-Lehmann, Yibo Min, Paulina Lehmkuhl, Leo Will, Natallia Baliuk, Michael Legutke, Darja Brotzmann, Lien Nguyen Thi Kim, Lisa Middelanis, Hien Bui. Foto: Tamara Zeyer

Foto: Tamara Zeyer

 

Diskutiert wurde unter anderem der Einsatz des Virtual Lab zur Entwicklung mediendidaktischer Kompetenzen von DaF-/DaZ-Studierenden, die Rolle von Online-Gaming beim Fremdsprachenerwerb, die Datenerhebung zur Bildung von Wörternetzen chinesischer Deutschlernender mittels Eyetracking, welche Chancen und Herausforderungen das asynchrone selbstgesteuerte Online-Lernen bietet sowie die Rolle von virtuellen Austauschen im Fremdsprachenbereich. Des Weiteren fand man sich zusammen, um das neu geplante Projekt „Didaktische Utopien“ und seine Potenziale als möglicher Sammelband zu besprechen. Unter den Schwerpunkten Korpusdidaktik, KI im Fremdsprachenlehren und -lernen, Virtual Exchanges und Kulturelles Lernen und Landeskunde mit VR und 360°-Medien wurden Perspektiven, Ideen und Ziele des Projekts erörtert und diskutiert. Passend zum Forschungsschwerpunkt der AG fand das Treffen in einem hybriden Format durch Einsatz eines Konferenztools statt, sodass auch verhinderte Mitglieder digital teilnehmen konnten.

Als nicht-akademischen Höhepunkt gab es zum 25-jährigen Bestehen auch noch eine kleine Feierlichkeit mit Jubiläums-Kuchen.

 

 

 

 

Dietmar Rösler, Tamara Zeyer, Luisa Knechtel und Selmin Hayircil auf der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) in Wien vom 15. bis 20. August 2022

 

Luisa Knechtel und Tamara Zeyer eröffnen die Arbeit der SektionBildungsräume beim Sprachenlernen. Foto: Selmin Hayircil

Vom 15. bis 20. August 2022 fand in Wien die 17. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) unter dem Motto „Mit Sprache teilhaben“ statt. Nach pandemiebedingter Verlegung der Tagung auf das Jahr 2022 konnten sich in diesem Jahr Forscherinnen und Forscher sowie Deutschlehrerinnen und Lehrer in Wien über ein sowohl in Präsenz durchgeführtes als auch digital verfügbares Fachprogramm freuen.

Mit gleich vier Personen war das ZMI prominent bei der Tagung vertreten. Dr. Tamara Zeyer und Luisa Knechtel leiteten mit der Sektion G4 „Hybride Bildungsräume beim Sprachenlernen“ eine von 55 Sektionen. Des Weiteren übernahm Tamara Zeyer im Rahmen des „Podium Plus“ sowohl die Rolle einer Diskutantin als auch die der Moderation. Ebenfalls in einem „Podium Plus“ vertreten war Prof. Dietmar Rösler. Sowohl Selmin Hayircil als auch Luisa Knechtel waren außerdem mit Vorträgen im Fachprogramm vertreten.

 

 

Beiträge von Selmin Hayircil und Luisa Knechtel in Sektionen der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

 

Luisa Knechtel nahm in Sektion C2 „Landeskunde im Diskurs – diskursive Landeskunde“ mit ihrem Vortrag „Miriam, Andrea, Simon – Mehr als nur Namen. Internationale Personennamen in Lehrwerken und ihr Einfluss auf das Personenbild der Lernenden“ teil. Der Beitrag basierte auf den Ergebnissen ihrer 2021 veröffentlichten Masterarbeit „Die Personennamen in DaF-Lehrwerken: eine diachronische Analyse“, fokussierte sich jedoch statt des historischen Schwerpunkts auf gegenwärtige Namentrends in Lehrwerken in dem Versuch, zu Diskursen via Personennamen im DaF-Unterricht anzuregen.

Selmin Hayircil nahm in der Sektion G1 „Mobiles Lernen“ teil und stellte ihr Projekt zu „Smartphone-Apps und ihrer Nutzung im deutschsprachigen Alltag internationaler Studierender“ vor. An der empirischen Forschung haben 30 internationale Studierende teilgenommen, deren App-Nutzungsverhalten in alltäglichen Situationen dokumentiert wurde. Auf diese Weise entstanden 230 Smartphone-Bildschirmaufnahmen bzw. -Videos zur individuellen App-Auswahl und App-Verwendung. Die Daten wurden systematisch ausgewertet. Darauf aufbauend wurde ein themenzentriertes Leitfaden-Interview entwickelt. Diese ausgewerteten Ergebnisse wurden auf der IDT 2022 in Wien vorgestellt und diskutiert.

 

 

Podiumsdiskussion mit Tamara Zeyer zu „Mediengebrauch in der Unterrichtsrealität“ auf der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

 

(v.l.n.r.) Diana Feick, Ebal Bolacio, Dewi Kartika Ardiyani, Tamara Zeyer. Foto: Caro Nast

Den vielfältigen Potenzialen, die digitale Medien im Sprachunterricht sowie für außerschulisches Lernen anbieten, stehen reale Unterrichtsbedingungen gegenüber. Die Einflussfaktoren können unterschiedlicher Natur sein: vom Lernkontext über die Lerngruppe hinaus bis zu politischen, infrastrukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Das „Podium Plus“ zielte dabei auf den Austausch über die Grenzen und Chancen des Medieneinsatzes im unterrichtlichen Kontext ab. Dafür schilderten Ebal Bolacio (Brasilien), Dewi Kartika Ardiyani (Indonesien) und Dr. Tamara Zeyer (Deutschland), wie sich der Einsatz von digitalen Medien in den unterschiedlichen Regionen gestaltet, welche Unterrichtskonzepte die Pandemie hervorgebracht hat, welche Kompetenzen und Rahmenbedingungen vorzufinden bzw. auch erstrebenswert sind und welche medialen Innovationen vonseiten der Lehrmaterialentwicklung hieraus wünschenswert wären. An der regen Diskussion am 16. August 2022 unter der Moderation von Diana Feick (University of Auckland) und Tamara Zeyer (Justus-Liebig-Universität Gießen) nahmen über 80 Teilnehmende teil.

 

 

Dietmar Rösler moderiert Podium auf Internationaler Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

 

Wer außerhalb des deutschsprachigen Raums Germanistik studiert, egal ob als Philologie oder als Regionalwissenschaft, lernt während des Studiums selbst die Fremdsprache Deutsch, an manchen Orten ab initio, an anderen Orten baut das Studium auf schulischem Deutscherwerb auf. Das unterscheidet dieses Germanistikstudium von einem Germanistikstudium von Erstsprachlern an einer Universität im deutschsprachigen Raum. Mit den Konsequenzen, die diese Ausgangssituation für die Organisation des Studiums hat, und den Möglichkeiten der Kooperation zwischen Germanistik-Studiengängen innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums, die sich im Kontext der Digitalisierung ergeben, befasste sich auf der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) ein von Prof. Dietmar Rösler und Dr. Hebatallah Fathy (DAAD) moderiertes Podium zum Thema „Germanistik und Deutschlehrer*innenausbildung weltweit. Schnittstellen, Kooperationsformate und das Potential von digitalen Elementen“.

Prof. Camilla Badstübner-Kizik (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, Polen), Prof. Tatsuya Ohta (Nanzan-Universität, Nagoya, Japan), Prof. Alla Paslawska (Ivan Franko Nationale Universität Lviv, Ukraine) und Prof. Gesine Lenore Schiewer (Universität Bayreuth, Deutschland) sowie ca. 90 Teilnehmende diskutierten dabei trotz großer Hitze und fehlender Klimaanlage drei Stunden intensiv die folgenden Themen:

  • Der universitäre Spracherwerb bindet (an manchen Orten sehr viel) Zeit und Energie der Lehrenden und Studierenden. Entsprechend weniger Zeit und Energie verbleibt für die fachlichen Komponenten. Was bedeutet dies für die Auswahl von Gegenständen im Lehrangebot? Kann/soll/muss das Lehrangebot zweisprachig sein? Können/sollten auch die einzelnen Veranstaltungen mehrsprachig sein? Wie gut können Sprachunterricht und Fachstudium aufeinander abgestimmt werden (universitäres CLIL?).
  • Wie gut sind Germanistikstudium und die Ausbildung von Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache aufeinander abgestimmt? Wird z. B. die Tatsache, dass die Studierenden während ihres Studiums gleichzeitig Deutschlernende sind, in der Ausbildung der Lehrkräfte produktiv aufgenommen?
  • Germanistik- und DaF-Studiengänge innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums kooperieren auf vielfältige Weise miteinander, vom (gelegentlichen) Austausch von Studierenden und Lehrenden bis zum Studiengang mit gemeinsamem Abschluss. Persönliche Kontakte von Lehrenden sind für die Initiierung und Pflege dieser Kooperationen entscheidend. Wie wird bei vermehrten digitalen Kooperationen eine produktive Balance hergestellt zwischen den Vorteilen einer virtuellen Kooperation, bei der nicht umständlich Zeit und Reisekosten für gegenseitige Besuche organisiert werden müssen, und den Vorteilen klassischer Kooperationen, die Studierende und Lehrende bei Aufenthalten im deutschsprachigen Raum intensivere Kontakte und eine Immersion erfahren lässt, die eine virtuelle Realität (noch?) nicht bieten kann?

 

 

Tamara Zeyer und Selmin Hayircil auf der Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache in Kassel vom 1. bis 3. September 2022

 

Foto: Selmin Hayircil

Vom 1. bis zum 3. September 2022 fand die 49. Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache „Kassel – Mittendrin in DaF und DaZ“ an der Universität Kassel statt. Im Rahmen eines der vier Themenschwerpunkte „Lehr- und Lernkulturen im digitalen Zeitalter”, der von Anja Häusler (Uni Bochum), Dr. Irina Völz (Uni Kassel) und Dr. Tamara Zeyer (Uni Gießen) moderiert wurde, stellten Selmin Hayircil und Yibo Min ihre empirische Studie zum Einsatz der Augmented Reality-Technologie im Online-Deutschkurs vor. In der Interviewstudie wurde untersucht, welchen Einfluss Augmented Reality aufs Deutschlernen im virtuellen Unterricht hatte. Der Vortrag bezog sich auf die AR-Aufgaben für das Online-Deutschlernen, die durch einen Merge Cube (AR-Würfel) und die App CoSpaces Edu präsentiert wurden. Die Daten wurden in zwei Online-Sprachkursen auf dem Niveau A1.1 und B1.1 mit internationalen Studierenden an der Justus-Liebig-Universität in Gießen erhoben. Basierend auf den Interviewdaten wurden die Einstellungen der Lehrkraft und der Lernenden im Hinblick aufs Lernen mittels AR-Technologie fokussiert und wurden im Vortrag in Kassel vorgestellt.

Foto: Lena Posingies (Erich Schmidt Verlag)


Dr. Tamara Zeyer hielt am 1. September 2022 ebenfalls einen Vortrag zum Thema: „Grammatiklernen multimodal und interaktiv von Anfang an“. Durch die Medialisierung des Fremdsprachenunterrichts entstanden zahlreiche interaktive Präsentations- und Übungsformate für grammatische Phänomene, die Lernende dabei unterstützen, Regelmäßigkeiten selbstständig zu erkennen. Auch Lehrkräfte finden im Netz ein breites Angebot von digitalen Materialien für den Einsatz im Unterricht oder als Ergänzung dazu, unter anderem auch viele Übungen und Erklärvideos bzw. Animationen zur deutschen Grammatik. Digitale Lernangebote zur Grammatik unterscheiden sich hinsichtlich der visuellen Darstellungsweise grammatischer Themen, des Interaktivitätsgrades sowie Übungsmöglichkeiten. Anhand von ausgewählten kostenlos zugänglichen Beispielen wurden im Rahmen der Präsentation die Potenziale und Grenzen interaktiver Lernangebote für (selbstständiges) Grammatiklernen auf Anfängerniveau.

 

 

Impulsvortrag von Tamara Zeyer auf Nachwuchskonferenz der Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache am 31. August 2022

 

Am 31. August 2022 eröffnete Dr. Tamara Zeyer mit einem Impulsvortrag die Nachwuchskonferenz der 49. Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch Fremd- und Zweitsprache „Pandemiebedingte Herausforderungen und Chancen veränderter Forschungsbedingungen in Lehr- und Lernkontexten im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ an der Universität Kassel. Der Vortrag mit dem Titel „Generation Corona?: Nachwuchsforschung in der Pandemie-Zeit widmete sich persönlichen und beruflichen Herausforderungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und dem Umgang damit. Neben einer Neuorganisation privaten bzw. familiären Alltags und evtl. der Umstellung der eigenen Lehre in digitale Formate hatten sie wichtige Entscheidungen bezüglich ihrer Forschungsvorhaben zu treffen. Der Zugang zu wissenschaftlichen (nicht digitalen) Veröffentlichungen war eine Weile zum Teil eingeschränkt, eine Datenerhebung im Klassenraum war aufgrund coronabedingter Schutzmaßnahmen in Bildungsinstitutionen nicht möglich, eine (Neu-)Rekrutierung von Forschungspartnerinnen und -partnern war wegen sozialer Isolierung schwer realisierbar. Durch die Digitalisierung konnte man Lehrverpflichtungen aufrechterhalten, auch wenn es für viele Hochschullehrende mit einem hohen Arbeitspensum und der Einarbeitung in zahlreiche digitale Tools verbunden war. Virtuelle Konferenzen ermöglichten und erleichterten sogar die Teilnahme für den wissenschaftlichen Nachwuchs, es fehlte jedoch ein informeller Austausch. Der Impulsvortrag gab einen Einblick in die veränderte Realität der neuen wissenschaftlichen Generation und diente als Grundlage für die Diskussion über unterschiedliche Dimensionen fremdsprachdidaktischer Nachwuchsforschung.

 

 

Zweiter Runder Tisch zum Lehrwerk 4.0 in Leipzig am 29. und 30. September 2022

 

Am 29. und 30. September 2022 trafen sich über 40 Wissenschaftler*innen und Redakteur*innen von fremdsprachendidaktischen Verlagen und Vertreter von Start-ups zur zweiten Austauschrunde über die Zukunftsperspektiven von fremdsprachlichen Lehrwerken an der Universität Leipzig. Selmin Hayircil, Prof. Dietmar Rösler und Dr. Tamara Zeyer nahmen am zweitägigen arbeitsintensiven Treffen im Format der Zukunftswerkstatt teil. Im Fokus der Diskussionen von Kleingruppen standen Kritikpunkte an aktuellen Lehrwerken, Entwicklung neuer Konzepte sowie Realisierungsmöglichkeiten. Für 2023 sind eine weitere Austauschrunde sowie die Veröffentlichung unterschiedlicher Aspekte der Lehrwerkentwicklung in einem Sammelband geplant.

 

 

HMWK-Projekt beim Abschlusstreffen im Rahmen des Hessischen Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen in den Fachgebieten Deutsch als Fremd-/ Zweitsprache

 

Am 13. Oktober 2022 fand das virtuelle Abschlusstreffen der im Rahmen des Hessischen Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen in den Fachgebieten Deutsch als Fremd-/ Zweitsprache geförderten Projekte an Hessischen Hochschulen statt. Beim halbtägigen Treffen wurden die einzelnen Projekte der fünf beteiligten Universitäten (TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg, Universität Kassel) vom Projektteam vorgestellt. Prof. Dietmar Rösler und Dr. Tamara Zeyer präsentierten drei Teilprojekte, die seit 2018 durchgeführt wurden. Der Fokus lag in erster Linie auf der Mediennutzung von erfolgreichen studieninteressierten Geflüchteten beim Spracherwerb und den Besonderheiten virtuellen Unterrichts. Die Ergebnisse der Teilprojekte findet man in unterschiedlichen Veröffentlichungen, die auf der Projektseite aufgelistet sind. In der abschließenden Diskussion wurde auf die Erkenntnisse aller Projekte für Deutsch als Fremd-/ Zweitsprache in Forschung und Anwendung in der Praxis sowie mögliche zukünftige Forschungsbedarfe eingegangen. Die Förderung des aktuellen Projektes endet Mitte 2023.

 

 

Sammelband-Beitrag von Dietmar Rösler und Tamara Zeyer zu Erfolgsgeschichten geflüchteter Studierender und Studieninteressierter

 

Am Freitag, den 13. Oktober 2022, ist der Sammelband „Spracharbeit mit Geflüchteten. Empirische Studien zum Deutscherwerb von Neuzugewanderten“ von Karin Birkner, Britta Hufeisen und Peter Rosenberg im Peter Lang Verlag erschienen. Die Beiträge nehmen gelingende Erwerbsprozesse des Deutschen – als eine zentrale Voraussetzung für Integration und Partizipation – in den Blick: von Sprachförderung, Übergangsmanagement, Heterogenität, bildungssprachlichen Kompetenzen bis hin zu positiven Projekterfahrungen, und zwar in verschiedensten Bereichen wie der Schule, der Universität, am Arbeitsplatz oder im Ehrenamt. Prof. Dietmar Rösler und Dr. Tamara Zeyer sind darin mit ihrem Beitrag „Mit oder ohne Unterricht? Erfolgsgeschichten geflüchteter Studierender und Studieninteressierter“ vertreten. Der Sammelband kann im Netz der Uni Gießen kostenlos heruntergeladen werden.

 

Tamara Zeyer, Dietmar Rösler: „Mit oder ohne Unterricht? Erfolgsgeschichten geflüchteter Studierender und Studieninteressierter. S. 53-72. In: Karin Birkner, Britta Hufeisen, Peter Rosenberg (Hg.): Spracharbeit mit Geflüchteten. Empirische Studien zum Deutscherwerb von Neuzugewanderten. Lausanne: Peter Lang Verlag, 2022. 412 Seiten, Print: 69,95 Euro.

ISBN: 978-3-6318-5667-3

 


Virtueller Plenarvortrag von Tamara Zeyer auf akademischer Tagung Congreso Internacional de Lenguas am 22. Oktober 2022

 

Die akademische Tagung Congreso Internacional de Lenguas fand im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Sprachenkongresses statt und bot am 21. und 22. Oktober 2022 Workshops und Konferenzen zu relevanten Themen über das Lehren und Lernen von Sprachen an. Dr. Tamara Zeyer hielt am Samstag, den 22. Oktober 2022, von 10:30 – 11:30 Uhr mexikanischer Ortszeit (17:30 – 18:30 deutscher Zeit) einen virtuellen Plenarvortrag zum Thema „Einmal digital – für immer digital? Zur Rolle von Medien im postpandemischen Fremdsprachenunterricht“.

 

 

 

 



 

 

 

 

Neues aus der Georg Büchner-Seniorprofessur

 

Heiner Goebbels in Vilnius


Anlässlich des bevorstehenden 700-jährigen Jubiläums von Vilnius hat das Sonderprojekt „Musik für Vilnius“ 7 Komponisten zu Kompositionen eingeladen, die für spezifische Orte der litauischen Hauptstadt entstehen sollen. Anfang September 2022 nahm Prof. Heiner Goebbels die Einladung zu einer Recherchereise wahr – als Vorbereitung für eine künstlerische Intervention, die im Rahmen von „Vilnius 700 Jahre“ im Laufe des Jahres 2023 aufgeführt werden soll.

 

 

„Schwarz auf Weiss“ wieder in Frankfurt


Vom 4. bis 6. November 2022 zeigt das Ensemble Modern im Bockenheimer Depot die legendäre Musiktheaterproduktion aus dem Jahre 1996, die nach vielen gefeierten Aufführungen in Berlin, Brüssel, Dresden, Paris, Sevilla, Luzern, Taipeh, Moskau, Wien, London, Prag, München, Salzburg und Kyoto ihre 80. Vorstellung feiern kann.

 

Foto: Christian Schafferer

 

 

Keynote von Heiner Goebbels auf Internationaler Tagung in Lissabon

 

Vom 10. bis 14. Oktober 2022 fand in Lissabon die Konferenz Presence, Absence, Invisibility statt, auf der Prof. Heiner Goebbels eine Keynote mit dem Titel The Omni-Presence of Music hielt. Die Konferenz wurde durchgeführt von der Forschungsgruppe Performance and Cognition der ICNOVA/NOVA Universität Lissabon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue CD erschienen: A House of Call


Heiner Goebbels in WDR3 zum Anhören

Das Münchner Label ECM-Records veröffentlichte im August 2022 die Doppel-CD „A House of Call - My Imaginary Notebook“ mit dem Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni. Diese Neuerscheinung wurde bereits in WDR3, in der Sendung Neue Klassik Alben von Tuula Simon, als phänomenales Klangereignis besprochen.


`A House of Call´ Cover

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




The Guardian: „A House of Call review – fascinating work, mesmerisingly performed“


In an article in The Guardian, published on September 8th, 2022, Andrew Clements writes about „The House of Call“ by Prof. Heiner Goebbels: „Beckett, Rumi and first-world-war prisoners are referenced in Heiner Goebbels’ diverse score that incorporates chanting, jazz-rock, rhythmic dislocations and delicate solos.“ Read the full article here.

 

 

 

Arbeiten von Heiner Goebbels auf europäischen Kunstfestivals

 

Im September 2022 wurden auf mehreren internationalen Musik-, Theater- und Kunstfestivals Arbeiten von Prof. Heiner Goebbels eingeladen. So eröffnete die Alte Oper Frankfurt am 14. September 2022 im großen Saal das Festival Fratopia mit dem Orchesterzyklus „A House of Call“, gespielt vom Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni.

Das Festival Musica Strasbourg präsentierte vom 23. bis 25. September 2022 drei Aufführungen des Musiktheaterstückes Schwarz auf Weiss mit dem Ensemble Modern. Das italienische Kunstfestival ROMA EUROPA zeigte im Petrassi Saal des von Renzo Piano gebauten Konzerthauses die neue Musiktheaterarbeit Liberté d'action am 24. September 2022, das wenige Tage danach am 28. September 2022 auch im Théâtre du Châtelet, Paris beim Festival d'Automne zu sehen war. 

 

 

Eröffnungsvortrag von Heiner Goebbels zu Arnold Schönberg


Im Vorfeld der Aufführung in Frankfurt hielt Prof. Heiner Goebbels im Clara Schumann Saal der Alten Oper den Eröffnungsvortrag ...mit den Mitteln der Bühne musizieren. Mit diesem Zitat aus der Breslauer Rede von Arnold Schönberg (1928) thematisierte er sowohl künstlerische Überlegungen Schönbergs bei dessen Oper Die Glückliche Hand“, kompositorische Utopien zum Genre Oper von John Cage für Europeras 1&2, Harry Partch in Delusion of The Fury, Luis Andriessen mit De Materie als auch eigene Musiktheaterarbeiten.

 

 

Porträt zu Heiner Goebbels in Le Monde

 

Die französische Tageszeitung Le Monde veröffentlichte am 27. September 2022 das Porträt „Heiner Goebbels, théâtre et musique en toute liberte“ – Theater und Musik in völliger Freiheit. Der Komponist bleibt in seiner neusten Arbeit „Liberté d’action“ seinen eklektischen Referenzen treu, so der Autor Pierre Gervasoni. Lesen Sie hier den Artikel auf Französisch.

 

 

Heiner Goebbels in der deutschsprachigen Presse anlässlich seines 70. Geburtstags


Zum 70. Geburtstag von Prof. Heiner Goebbels am 17. August 2022 wurden in deutschsprachigen Publikationen und im Rundfunk zahlreiche Würdigungen, Portraits und Interviews veröffentlicht.

 

„Die Klangkunst von Heiner Goebbels scheint keine Grenzen zu kennen und ist offen für viele Sichtweisen.“ Bereits vor dem 70. Geburtstag des Künstlers sendete der Hessische Rundfunk in hr2 im Rahmen der Sendereihe „Kaisers Klänge“ eine Sendung mit der Musik von Heiner Goebbels.

Niels Kaiser in hr2-kultur „Kaisers Klänge - Musikalische Entdeckungsreisen“, 14. August 2022

 

„Heiner Goebbels ist ein erklärter Gegner des Gesamtkunstwerks, ein Anti-Wagner auf allen Ebenen, den ästhetischen wie den politischen. In einem Aufsatz aus dem Jahr 1997 wendet er sich gegen den ‚totalitären Anspruch‘ des Bayreuther Meisters, alle Gattungen der Kunst zu annektieren, ‚um jede einzelne‘, wie Wagner schrieb, ‚zu vernichten zugunsten der Erreichung des Gesamtzwecks aller‘. Von dieser Vernichtung will Goebbels nichts wissen. Er will an der ‚Chance ihrer Behauptung in der wechselseitig sich ablösenden, in einem kontinuierlichen Schwebezustand gehaltenen Präsenz‘ festhalten.“
Gregor Dotzauer im Berlin Tagesspiegel „Heiner Goebbels zum 70. Geburtstag: Der Anti-Wagner“, 16. August 2022

 

„Heiner Goebbels, der heute 70 Jahre jung wird, hat eine Menge Vorschläge gemacht, vom Sogenannten Linksradikalen Blasorchester bis zu »House of Call«, allesamt geboren aus der Unzufriedenheit mit dem, was ist.“ 

Berthold Seliger im nd „Fortschritt und Zurücknahme - Ein Leben gegen das musikalische und politische Gedümpel: Der Komponist, Musiker und Theatermacher Heiner Goebbels wird 70“, 16. August 2022

 

Wegen der Ukraine-Krise hat die Politik eine `Zeitenwende´ ausgerufen. Wird es auch in der Kunst eine Zeit vor und nach dem Krieg geben? `Sicher nicht´, meint Goebbels, der am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen die Georg Büchner-Professur inne hat. `Es sind ja nicht die ersten Kriege, die wir erleben, auch wenn sie näher rücken.´ Zudem gehe es in der Kunst nicht um eine bloße Abbildung. `Sondern eher darum, uns mit etwas zu konfrontieren, das wir noch nicht kennen. Eine Begegnung mit dem uns Fremden. Und das könnte nun eher auch der Frieden sein.´

Von red/dpa in den Stuttgarter Nachrichten Komponist Heiner Goebbels wird 70, 16. August 2022

 

„Schon 1984, als er für das Hörstück ‚Verkommenes Ufer‘ den Karl-Sczuka-Preis erhielt, sagte Laudator Helmut Heißenbüttel: ‚Erst wer mit ganzer Aufmerksamkeit dem zuhört, was hier demonstriert wird, kann erkennen, dass der Fortgang der Künste nicht in neuen Ismen oder Stilkonzepten liegt, sondern in kombinatorischen Verfahren, die die volle Breite des Verfügbaren benutzen, die quer laufen und immer wieder neu ansetzen zu einer Summe, die für sich selbst steht.‘ Ein präziser und weitsichtiger Blick auf ein enormes künstlerisches Potential.“

Hans-Jürgen Linke in der Frankfurter Rundschau „Heiner Goebbels zum 70. Geburtstag: Quer laufen und immer neu ansetzen“, 16. August 2022

 

„Heiner Goebbels ist ein weltweit gefeierter Komponist. Dabei hat der studierte Soziologe die Neue Musik erst kennengelernt, als er selbst schon zur Szene dazugerechnet wurde. Davor tauchte er ein in die bildende Kunst, klassische und Rockmusik. Eine wilde Mischung, und wilde 70 Jahre.“ Auch der Bayrische Rundfunk ehrte Professor Goebbels.
Kristin Amme in BR Klassik „Komponist Heiner Goebbels wird 70: Das überraschende Resultat zählt“, 16. August 2022

 

Der Hessische Rundfunk sendete ein Gespräch mit Heiner Goebbels in der Reihe „Doppelkopf“, das bereits am 16. August 2022 bei hr2-kultur in der Sendung „Am Nachmittag“ angekündigt wurde.

Gesprächspartner war Stefan Fricke in hr2-kultur, „Ich habe ein sehr ästhetisierendes Verhältnis zu Geräuschen.“, 17. August 2022

 

„Experimentierfreudig, radikal, vielseitig: Der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels hat sich schon immer als konsequenter Grenzgänger zwischen den Künsten verstanden. Seit vielen Jahren macht Goebbels Musik, er komponiert und inszeniert und bewegt sich an der Schnittstelle von Oper, Theater und Performance.“

Carolin Eckenfels und Wolfang Jung für die dpa in Neue Musikzeitung „Von der Freiheit, denken zu dürfen: Künstler Heiner Goebbels wird 70“, 17. August 2022

 

„Das verästelte Lebenswerk des Komponisten, Intendanten, Inhabers der Georg-Büchner-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen und virtuosen Instrumentalisten Heiner Goebbels entwickelte sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer partizipativen, niedrigschwelligen sozialen Plastik. Mit seinem musiktheatralischen, medienkünstlerischen und nicht zuletzt mit seinen konzertanten Hörstücken hat er die viel gescholtene sogenannte Hochkultur auf den Boden der Tatsachen geholt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Diese gesicherte Teilhabe an seinen vielfarbig schillernden Werken ermöglicht Goebbels mittels des bei ihm stets wiederkehrenden Beats – und sei es das Geräusch tropfenden Wassers, etwa in seiner installativen Theaterarbeit „Stifters Dinge“ (Lausanne, 2007). Im Beat ist Goebbels sein eigener Klassizist. Puls und Impuls sind bei ihm eins.“

Achim Heidenreich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „‚Klassizist der Beats‘ Heiner Goebbels wird 70“, 17. August 2022

 

Die Hannoversche Allgemeine widmete Heiner Goebbels am 17. August 2022 ihr „Zitat des Tages“.

Die HAZ widmete Heiner Goebbels zu seinem Geburtstag ihr „Zitat des Tages“

 

„Mit seinen Arbeiten hat er den Grenzbereich zwischen Sprache und Gesang extrem bereichert. […] Ein Gespräch über Stimmenpolyphonie, Bedeutungsräume, einen erweiterten Kompositionsbegriff und den Unterschied zwischen Musiktheater und Oper.“

Interview von Stefan Fricke geführt in Opernwelt „Die Dinge finden mich“, August 2022 (Paywall)

 

„Seit diesen Jugendtagen hat Goebbels ein reiches Werk in allen Sparten geschaffen und wurde dafür über 80-Mal mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, 2018 sogar mit einem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen auf die erste Georg-Büchner-Professur.“

Andreas Kolb in der NMZ Neue Musikzeitung „Komponieren heißt, die richtigen Leute zusammenbringen“, September 2022

 

„Wichtiger noch für das Ansehen von Goebbels als künstlerische Instanz der Gegenwart erscheint freilich die Faktur seiner Werke selbst und die vielgestaltige Verwendung des kompositorischen Materials. Dabei geht es nicht nur um die wimmelnde Vielfalt von Tönen, Klängen, Geräuschen, Bildern, Texten, um Licht, Sprache, theatralische Elemente und Bewegungsmechanismen zwischen diesen Erscheinungsformen, die sich nicht den etablierten Genres zuordnen lassen. Ebenso wichtig ist all das, was nicht ausformuliert wird, vielmehr der Phantasie des Publikums überlassen bleibt.“ [...] „Und wie stets bei dem wachen Seismographen seiner Umgebung und damit unserer Zeit ist daraus ein ungemein sinnliches, Körper und Geist anregendes bisweilen auch rätselhaftes, musikalisch grundiertes Kunstwerk entstanden.“

Wolfgang Sandner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Aus dem Notizbuch des Lebens“, 8. September 2022 (Paywall)

 

„Doch er komponiert weiter. Komponieren gibt es bei ihm aber nicht ‚im landläufigen Sinne von ‚Noten auf das Papier malen‘. Er versteht es als ‚Verhältnis von Hören und Sehen, als intermediales Arbeiten mit den verschiedensten Materialien‘. Dazu gehörten neben den Klängen ‚auch der Raum, die Bewegung, das Licht, die Librettoarbeit an den Texten‘.“

Claus-Jürgen Göpfert im Gespräch mit Heiner Goebbels in der FR „Ein Musiker im Widerspruch“, 11. September 2022

 

„Dabei wird Goebbels, einst Mitbegründer des Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters, sicher keine eindeutigen Interpretationen nahelegen. Aber viele Gedanken anstoßen. Wie hat er doch einmal gesagt? ‚Ich möchte auf politische Fragen künstlerisch antworten.‘“

Doris Kösterke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Heiner Goebbels feiert die Fundstücke, 13. September 2022


„Erinnerung an die Verbrechen der Menschheit und das Menschliche des Klangs: Heiner Goebbels' ‚A House of Call. My Imaginary Notebook‘ erstmals in Frankfurt.“

Doris Kösterke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Gesänge der Vergangenheit, 15. September 2022

 

„[…] in Goebbels’ ‚House of Call‘ krachen die Welt und die Kunst nicht aufeinander, sondern kommunizieren miteinander. [...] Musik ohne Knochen, aber mit Struktur, ohne Exzentrik, aber mit Dringlichkeit.“
Judith von Sternburg in der Frankfurter Rundschau „‚A House of Call‘ von Heiner Goebbels: Die Welt im Konzertsaal“, 15. September 2022

 

 

 

SWR2 Hörspiel zum 70. Geburtstag von Heiner Goebbels „Works - Sans Frontière“ 


Der Südwestrundfunk produzierte für SWR2 und den Hessischen Rundfunk eine sechs Stunden dauernde „Lange Nacht“, deren Teile in der ARD Audiothek auch zum Download bereitstehen.


Heiner Goebbels in der ARD Audiothek



Heiner Goebbels in Podcasts mit dem Ensemble Modern


Auf der Website des Ensemble Modern ist Heiner Goebbels in einigen „NEBENSTIMMEN“-Podcasts zu hören.

 

Heiner Goebbels in den Podcasts des Ensemble Modern




In den Medien


Sigrid Ruby in der Gießener Allgemeinen Zeitung zur Austellungseröffnung zum Umgang mit Arbeiten von Walter Kröll


Im Oberhessischen Museum (Altes Schloss, Gießen) eröffnete am Mittwoch, den 12. Oktober 2022, die Kabinettausstellung zu „Kunst im und nach dem NS: Zum Umgang mit Arbeiten von Walter Kröll (1911 – 1976)“. Sein Leben und Werk werden im Rahmen einer Lehrveranstaltung neu aufgearbeitet, nachdem eine Diskussion auf Kreistagsebene um Krölls Metallrelief (1965) an der Limesschule in Watzenborn-Steinberg angestoßen war. In enger Zusammenarbeit mit dem Oberhessischen Museum ist nun eine Ausstellung zu dem Künstler und seiner nationalsozialistischen Vergangenheit entstanden, und wie mit Werken Krölls im öffentlichen Raum umgegangen werden kann. Prof. Sigrid Ruby erklärt jedoch in der Gießener Allgemeinen Zeitung, dass es nicht der Anspruch der Ausstellung sei, „im Umgang mit dem Relief konkrete Lösungen anzubieten“. Trotzdem solle sie die „Kreispolitik bei der Einordnung Krölls unterstützen“. Die Ausstellung wurde von Sigrid Ruby, Annabel Ruckdeschel und Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der JLU kuratiert und hat bis zum 29. Januar 2023 geöffnet.

Bereits seit dem 7. September 2022 konnten Interessierte einen ersten Einblick in die Ausstellung erhalten. Hierüber berichtete die Gießener Allgemeine Zeitung.















 Publikationen


Dinah Leschzyk in Interaktiva-Reihe des ZMI: „Antiqueere Rhetorik. Wie die Bolsonaros in Brasilien ein Feindbild LGBTIQ* konstruieren“

 

Copacabana, Karneval in Rio, Urlaub unter Palmen? Jenseits der gängigen Bilder beleuchtet das Buch eine dunkle und eher unbekannte Seite von Brasilien: die Diskriminierung von LGBTIQ* – von höchster politischer Stelle befördert. Der ab 2019 amtierende brasilianische Präsident Jair Bolsonaro und seine politisch aktiven Söhne sind für ihre ausfallende Rhetorik bekannt. Sprachrohr sind die sozialen Medien. Die Analyse von knapp 37.000 Tweets, 72 Blogbeiträgen und 139 Kongressreden verdeutlicht, mit welchen Strategien die Politiker LGBTIQ* zum Feindbild stilisieren. Anhand von Tweets, Blog-Kommentaren und YouTube-Kommentaren zu Kongressreden analysiert das Buch zudem, wie User*innen diese verbalen Angriffe aufnehmen.

 

Dinah Leschzyk: Antiqueere Rhetorik. Wie die Bolsonaros in Brasilien ein Feindbild LGBTIQ* konstruieren. Frankfurt a.M.: Campus Verlag, 2022. Reihe: Interaktiva. 520 S., Print: 45,00 Euro

ISBN: 978-3-593516479

E-Book: 978-3-593452036

 

 

 

 

 

Greta Olson: ”From Law and Literature to Legality and Affect”

 

”From Law and Literature to Legality and Affect” argues for the continued vitality of Law and Literature. Traditional methods of Law and Literature are combined with work in critical media studies, affect, and cultural narratology to address topics such as ethnonationalism, anti-immigration sentiment, and systemic racism in Germany and the United States. Taking stock of the diversification of the field at fifty years, this book understands Law and Literature as a political project. It has a precedent in inaugural Law and Literature texts such as Jacob Grimm's ”Von der Poesie im Recht” (”On the Poetry in Law”) from 1815/16, which imagined an alternative legal order that was grounded in the unity of law, poetic language, and feeling. The political thrust of Law and Literature continues up into the present in the arts of BlackLivesMatter, which document and resist police violence.

Law and Literature offers keys for understanding how legal identities are constructed, for analyzing how legal texts are constructed, and for comprehending how cultural-legal issues are mediated affectively. Using cultural, medial, affect theoretical, and narrative analyses of law, a revitalized Law and Literature offers a set of methods and theories with which to address the most pressing issues of the present.

 

 

 

On Monday, October 10, 2022, a digital book launch event was held to celebrate the release of Prof. Greta Olson’s new book ”From Law and Literature to Legality and Affect”. An account of the event can be read here.

Andrew Majeske, associate professor of English at the John Jay College of Criminal Justice (New York), wrote a detailed review of Olson’s book, which appeared in the New American Studies Journal issue of September 2022.

 

Greta Olson: From Law and Literature to Legality and Affect. Oxford: Oxford University Press, 2022. 240 pp. Print: 60,00 Pounds

ISBN: 978-0-19-285686-9

 

 

Carsten Gansel: „Kind einer schwierigen Zeit: Otfried Preußlers frühe Jahre“

 

Otfried Preußler war ein deutscher Junge wie viele. Außer, dass er mit 17 anfing, zu schreiben. Er kam mit 19 Jahren an die Ostfront und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Dort rettete er sich – nicht zuletzt – durch das Schreiben. Was er dort erlebte, wie ihn diese Zeit prägte und welche Kämpfe Otfried Preußler mit sich selbst ausfocht, erzählt Carsten Gansel anhand aufsehenerregender Archivfunde und autobiographischer Texte.

Carsten Gansel zeigt, auf welche Weise seine Eltern und die böhmische Landschaft mit ihren Mythen, Sagen und Legenden, wie Krieg und Gefangenschaft Otfried Preußler prägten und in spätere Werke wie etwa „Krabat“ eingingen. Bei der biografischen Spurensuche hat er zahlreiche Dokumente aus schwer zugänglichen russischen Archiven aufgespürt und gänzlich unbekannte Texte von Otfried Preußler zutage gefördert.

Auch Teile eines Jahrzehnte später entstandenen Autobiografie-Projektes und eines unveröffentlichten Romanvorhabens liefern neben unbekannten Gedichten, Briefen, Notizen, Berichten ein eindrucksvolles Bild eines Autors, der wie viele andere seiner Generation auf existenzielle Weise in die Zeitläufte des 20. Jahrhunderts geriet und seinen eigenen Weg fand.

 

Carsten Gansel: Kind einer schwierigen Zeit: Otfried Preußlers frühe Jahre. Berlin: Galiani Verlag, 2022. 560 S., Print: 28,00 Euro

ISBN: 978-3-86971-250-5

E-Book: 978-3-462-30435-0