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Artikelaktionen

Forschungsschwerpunkte

 

Neuronale Grundlagen der Bewegungswahrnehmung und der Bewegungsvorstellung

 

Marc Jeannerod beschieb 1994 in einer sehr einflussreichen Arbeit die funktionale Äquivalenz von Bewegungsausführung, Bewegungsvorstellung und Bewegungsbeobachtung (Behavioral and Brain Sciences, 1994, 17, 187–245). Diese Arbeit und weitere Beiträge haben unsere Denkweise über motorische Repräsentationen aber auch über die kognitive Repräsentation von Bewegungen stark beeinflusst. Vor diesem Hintergrund führen wir neurophysiologische und verhaltenswissenschaftliche Experimente durch, die die Grundlagen und Grenzen der funktionalen Äquivalenz zwischen physischer Bewegung, Bewegungsvorstellung und Bewegungsbeobachtung prüfen und beschreiben sollen.

 

Ausgewählte Literatur:

  • Lorey, B., Naumann, T., Pilgramm, S., Petermann, C., Bischoff, M., Zentgraf, K., Stark, R., Vaitl, D., & Munzert, J. (in press). Neural simulation of actions: Effector- versus action-specific motor maps within the human premotor and posterior parietal area? Human Brain Mapping. DOI: 10.1002/hbm.22246.
  • Munzert, J., Lorey, B. & Zentgraf, K. (2009). Cognitive motor processes: The role of motor imagery in the study of motor representations. Brain Research Reviews, 60, 306-326.
  • Zentgraf, K., Munzert, J., Bischoff, M. & Newman-Norlund, R. (2011). Simulation during observation of human movements - Theories, empirical studies, applications. Vision Research, 51, 827-835.

 

Bewegungsvorstellung und Mentales Training

 

Mentales Training (also das mentale Üben ohne tatsächliche physische Aktivität) stellt eines der traditionellen und bis heute faszinierenden Themen der Sportpsychologie dar. Ursprünglich war die Thematik auf den Leistungssport ausgerichtet. Inzwischen bildet die Rehabilitation z. B. nach Schlaganfall ein weiteres zentrales Anwendungsfeld für mentales Training. Wir beschäftigen uns mit den neuronalen Grundlagen von visuellen und kinästhetischen Bewegungsvorstellungen, um besser verstehen zu können, worauf seine Wirkung beruht. Ein besonders markanter Forschungsbereich bezieht sich dabei auf Effekte des mentalen Trainings beim Krafttraining. Mentales Training kann (begrenzt) zu Zuwächsen bei der Maximalkraft führen, ohne dass aktiv trainiert wurde.

 

Ausgewählte Literatur:

  • Lorey, B., Pilgramm, S., Bischoff, M., Stark, R., Vaitl, D., Kindermann, S., Munzert, J. & Zentgraf, K. (2011). Activation of the parieto-premotor network is associated with vivid motor imagery—A parametric fMRI study. PLoS ONE 6(5): e20368. doi:10.1371/journal.pone.0020368.
  • Munzert, J. & Lorey, B. (2013). Motor and visual imagery in sports. In S. Lacey & R. Lawson (Eds.), Mutisensory imagery (pp. 319-341). New York: Springer.
  • Reiser, M., Büsch, D. & Munzert, J. (2011). Strength gains by motor imagery with different ratios of physical to mental practice. Frontiers in Psychology 2:194. doi: 10.3389/fpsyg.2011.00194

 

Wahrnehmung von Bewegung / Biomotion

 

Unser Wahrnehmungssystem gestaltet sich aus zahlreichen Gehirnarealen, welche mit unterschiedlichen für das Wahrnehmen von Bewegungen notwendigen Prozesse betraut sind. Ein traditioneller Forschungsansatz zur Untersuchung der Bewegungswahrnehmung basiert auf der sogenannten Pointlight-Methode. Dabei wird die Bewegung einer Person (eines Körpers) als Bewegung weniger am Körper angebrachter Marker („Lichtpunkte“) dargestellt. Die Bewegung ist dabei von allen anderen (visuellen) Merkmalen „befreit“ und ausschließlich auf den kinematischen Verlauf reduziert. Diese reduzierte Darstellung erlaubt die genaue Untersuchung der zugrunde liegenden Wahrnehmungsprozesse menschlicher Bewegung. Unsere Arbeiten beschäftigten sich mit der Wahrnehmung eigener Bewegungen, der Antizipation und der Wahrnehmung von Emotionen.

 

Ausgewählte Literatur:

  • Bischoff, M., Zentgraf, K., Lorey, B., Pilgramm. S., Balser, N., Baumgartner, E., Hohmann, T., Stark, R., Vaitl, D. & Munzert, J. (2012). Motor familiarity: Brain activation when watching kinematic displays of one’s own movements. Neuropsychologia, 50, 2085-2092.
  • Hohmann, T., Troje, N., Olmos, A. & Munzert, J. (2011). The influence of motor expertise and motor experience on action and actor recognition. Journal of Cognitive Psychology, 23, 403-415.
  • Lorey, B., Kaletsch, M., Pilgramm, S., Bischoff, M., Kindermann, S., Sauerbier, I., Stark, R., Zentgraf, K. & Munzert, J. (2012). Confidence in emotion perception in point-light displays varies with the ability to perceive own emotions. PLoS ONE 7(8):e42169. doi:10.1371/journal.pone.0042169

 

Antizipation von Bewegungen im Sport

 

In Sportspielen und in Zweikampfsportarten kommt es häufig darauf an, frühzeitig zu erkennen, was ein Gegner beabsichtigt. Die korrekte Antizipation des weiteren Geschehens ist dabei ein wesentliches Merkmal motorischer Expertise. So reicht oftmals die Reaktionszeit nicht aus, um aus dem beobachteten Ballflug die eigene Bewegungsantwort zu bestimmen. Bei einem Tennis- oder Badmintonreturn erfolgt aus diesem Grunde die Programmierung der eigenen Bewegung schon vor dem „Abflug“ des gegnerischen Balls erfolgen. Während diese Befunde auf Verhaltensebene gut abgesichert sind, weiß man bisher wenig über die zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen. An dieser Fragestellung setzen gegenwärtig unsere neuro- und verhaltenswissenschaftliche Forschungsaktivitäten an.

 

Ausgewählte Literatur:

  • Bischoff, M., Zentgraf, K., Lorey, B., Pilgramm. S., Balser, N., Baumgartner, E., Hohmann, T., Stark, R., Vaitl, D. & Munzert, J. (2012). Motor familiarity: Brain activation when watching kinematic displays of one’s own movements. Neuropsychologia, 50, 2085-2092.

 

Aufmerksamkeitsfokus bei motorischer Kontrolle und motorischem Lernen

 

Aufmerksamkeit, die sich entweder auf die Körberbewegung oder aber auf das Bewegungsergebnis richtet, weist differenzierte Effekte auf die Kinematik und das Ergebnis einer Bewegung auf und geht mit ebenso unterschiedlichen neuronalen Aktivierungen einher. Wenn man bedenkt, dass in der Praxis häufig die Konzentration auf oder die Ablenkung von der eigenen Bewegung instruiert wird, kann man die praktische Bedeutung dieses Themas ermessen. Bisher weiß man allerdings immer noch wenig über die Wirkweise entsprechender Instruktionen. Hier setzt eine Reihe unserer Experimente an, um die zugrunde liegenden Mechanismen genauer zu verstehen.

 

Ausgewählte Literatur:

  • Maurer, H., & Munzert, J. (2013). Influence of attentional focus on skilled motor performance: Performance decrement under unfamiliar focus conditions. Human Movement Science, 32, 730-740.
  • Zentgraf, K., Lorey, B., Bischoff, M., Zimmermann, K., Stark, R. & Munzert, J. (2009). Neural correlates of attentional focusing during finger movements: an fMRI study. Journal of Motor Behavior, 41, 535-541.
  • Zentgraf, K. & Munzert, J. (2009). Effects of attentional focus instructions on movement kinematics. Psychology of Sport and Exercise, 10, 520-525.