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Artikelaktionen

Newsletter 4/2019

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Editorial

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleg*innen, Mitglieder und Freund*innen des ZMI,

 

Katrin Lehnen.jpgan den redaktionellen Beiträgen des Newsletters habe ich zuletzt am 8. Dezember 2019 gesessen, knapp zwei Stunden bevor es keinen Zugang zum Netz mehr gab. Drei Tage später hatte ich zwar begriffen, dass etwas Gravierendes passiert war – ein Cyber-Angriff – dachte aber immer noch, dass die Uni in Kürze online und die Welt wieder in Ordnung ist. Also habe ich vorsorglich schon einmal das Editorial geschrieben, kurz und scherzhaft darüber nachgedacht, dass man sich wie im Situation Room des Weißen Hauses fühlt bzw. wie eingeschneit im Urlaub – und schnell gemerkt, dass die Sache noch viel ernster ist,. Auf unbestimmte Weise ist an der JLU eine neue Zeit angebrochen: JLUoffline. Sie hinterlässt ihre Spuren bis heute, auch wenn wir längst wieder online sind und fast alle Dienste wieder nutzen können. Das Bedürfnis, darüber zu sprechen, was passiert, wenn man plötzlich nicht mehr zig Mails am Tag bekommt (Leere, Glück, Wut oder Ungeduld?), wenn man die Lehre umgestalten und Studierende in die Bibliothek schicken muss, wenn die eigenen Arbeitsroutinen neu erfunden werden müssen und plötzlich Zeit entsteht, die es vorher nicht gab; was es bedeutet, wenn Sekretariate lahm gelegt sind und man die Kolleg*innen im Büro besucht, weil man ihre Telefonnummern nicht verfügbar hat. Das hat viele von uns umgetrieben und zu interessanten, teils aufwühlenden Gesprächen, Reflexionen und Nachdenklichkeiten geführt. Daraus resultieren Fragen, die uns noch lange beschäftigen werden: Was bedeutet es, in jeder Hinsicht von digitaler Technik abhängig zu sein und sich schon lange von einem analogen Arbeits- (und Privat-)leben verabschiedet zu haben? Wer steckt hinter solchen Angriffen – sind das noch Menschen oder schon lernende Systeme ohne eindeutige Absender? Wie manifestiert sich diese Ungewissheit für die Mitglieder einer komplexen Organisation wie der Universität und was folgt daraus für das Krisenmanagement? Und wie verändern sich Wahrnehmungen, Haltungen und Emotionen unter dem Eindruck einer tief greifenden Störung des Selbstverständlichen?

 

An einem Zentrum für Medien und Interaktivität sind solche Fragen gut aufgehoben – zumindest haben wir am ZMI angefangen, uns diese Fragen zu stellen – in einer gemeinsamen Gesprächsrunde der ZMI-Mitglieder, die wir fortsetzen und Interessierten ans Herz legen wollen.

 

Im letzten Newsletter hätte ich Ihnen auch alles Gute für das neue Jahr 2020 gewünscht. Das kommt jetzt sehr verzögert, ist aber eigentlich auch nie zu spät.

 

Herzlich,

Ihre Katrin Lehnen

 

 

 

 

Inhalt ZMI-NEWSLETTER 4/2019


Editorial

 

Veranstaltungsankündigungen

International Conference: Trans*Time in (TV) Series: (Inter)national Projections

Nach der Transkription: Das Analoge im Digitalen, das Digitale im Analogen – Tagung am ZMI

 

ZMI-Videos

Videomitschnitt der Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AfD  

„Einseitig, teuer, überflüssig…“ Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk in der Kritik – Videomitschnitt verfügbar 

Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien? – Video des Vortrags von Heinz-Jürgen Voß an der JLU

 

Aktivitäten und Events der letzten Monate

Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen – Tagung der ZMI-Sektion Medien und Didaktik an der JLU Gießen

Rückblick: Emotionalsierung in den Medien – Jahrestagung der Fachgruppe ‚Mediensprache – Mediendiskurse’ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommuniktionswissenschaft (DGPuK) am ZMI

Internationale Tagung Digitaler Habitus – Zur Veränderung literaler Praktiken und Bildungskonzepte am ZMI

Interdisziplinäre Konferenz Renegotiating Minoritarian In__Visibilities

Vortrag Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung 

Lehr-/Lernmaterialienanalyse: analog und digital – Workshop von Tamara Zeyer in Vietnam

Digital Transformations Hub – ZMI zu Gast an der Universität von Nottingham

Educational Linguistics diskutiert Neufassung des Europäischen Referenzrahmens

Stimmen aus der Praxis mit Regina Schilling

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD

Italienische Theatertexte zur Flüchtlingsproblematik – Sabine Heymann hält Vortrag an der FU Berlin 

Patriots for Peace? und aktuelle Hessenzeit feiern Premiere im Kinocenter

Tagung Medien als Dinge denken – Zur Materialität des Digitalen

 

In den Medien

Rezension: Bilder des Klimawandels von Ulrike Heine auf WDR 3

Greta Olson in der Frankfurter Rundschau über Antifeminismus und autoritäre Populisten

 

Neues aus den Seniorprofessuren


Neues aus der Ludwig Börne-Professur

Populismus: Rechtsverschobener Klassenkampf


Neues aus der Otto Behaghel-Professur

Moodle-Modul zu Unterrichtsmethoden für die Ausbildung von Deutschlehrern weltweit

Mehrsprachigkeit und digitale Medien

Digitalisierung und Lehrerbildung

Medien als Brücke zwischen Sprachunterricht und beruflichem Alltag – Workshop von Tamara Zeyer in Spanien 

Digitale Medien in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – Vortrag von Tamara Zeyer auf der Fachveranstaltung Themenforum Sprachförderung in Berlin

Germanistische Begegnungstagung des DAAD in Riga


Neues aus der Georg Büchner-Professur

RIJEKA 2020: Anakrono kupalište / The Anachronic Bath House

Neuer Zyklus für das Ensemble Modern Orchestra (2020)

Seminar Zeitgenössisches Musiktheater in Gießen

Ausverkaufte Vorstellungen des neuen Werks Everything that happend and would happen bei der Theaterolympiade in St. Petersburg

Heiner Goebbels musizierte mit THE MAYFIELD in Palermo


Personalia

Jonas Kreutzer neue studentische Hilfskraft der ZMI-Sektion Medien und Geschichte

 

 

 

Veranstaltungsankündigungen

International Conference: Trans*Time in (TV) Series: (Inter)national Projections

The conference takes place January 30-31 2020 at the Margarete-Bieber-Saal of the JLU Gießen.

TransTimeTrans* visibility in the media, which is widely viewed as an indispensable step in societal acceptance of this facet of LGBTQI* communities, has peaked in the last decades. The media monitoring organization GLAAD welcomes the growing presence of trans* characters in television series as this presence allows for more nuanced and intersectional approaches to identity (Crenshaw 1989). Two prominent, but diverse examples of this trans* visibility include Sophia Burset played by Laverne Cox in “Orange is the New Black” and Maura Pfefferman played by Jeffrey Tambor in “Transparent.” We can expand our gaze outside of the United States to see that this is not just a U.S. phenomenon. There has also been an increase in trans* characters in television series around the world. This new visibility and inclusion of trans* characters, sometimes played by trans* actors, signifies the beginning of - what will be called here - a Trans*Time, in which depictions of trans* characters get (inter)nationally projected through the global circulation of “traditional” television series and online streaming platforms.

In light of these international phenomena, a comparative approach to examining how trans* people are depicted in television series (inter)nationally seems methodically sensible and socially relevant. Based on the premise that television series generate, mediate and illustrate models of identification and models of society, this conference examines the multi-semiotic depiction of trans* characters in Spanish, French, Portuguese, Italian, German and U.S. shows during the past decades.

More information and the conference program here.

 

 

 

Nach der Transkription: Das Analoge im Digitalen, das Digitale im Analogen – Tagung am ZMI

Die zweite Tagung der Reihe Zukünfte der Philologie im Medienumbruch widmet sich sowohl den Transkriptionen als auch den Interaktionen zwischen analogen und digitalen Objekten. Das 'Digitalisieren' als Dreh- und Angelpunkt der Digital Humanities meint dabei gleichermaßen die Umwandlung eines analogen Zeichen-Ensembles in ein digitales Bildobjekt, ebenso aber auch die Umwandlung von digitalen Bildobjekten in Text-Dateien. Bei dieser Umwandlung findet nicht nur eine digitale Transkription statt, sondern in editionsphilologischen Projekten (etwa der von Anne Bohnenkamp besorgten digitalen Faust-Edition) werden zudem bestimmte Eigenschaften des analogen Ausgangsmaterials durch verschiedene Formen der digitalen diplomatischen Transkription 'sichtbar' gemacht.

LogoNachDerTranskription 

Es findet also auch nach der digitalen Transkription noch eine Interaktion zwischen Digitalisaten und analogen Objekten statt. Um die verschiedenen Modi dieser Interaktion soll es am 6. und 7. Februar 2020 im Rahmen der Tagung Nach der Transkription: Das Analoge im Digitalen, das Digitale im Analogen gehen.

Neben den philologischen Aufgaben einer digitalen Transkription, gibt es auch eine performative Dimension der Digitalisierung: Hier geht es nicht nur um die 'views', mit denen digitale Zeichen-Ensembles in Szene gesetzt werden, sondern auch um jene Objektaspekte, die sich nicht vollständig digitalisieren lassen. Hierzu zählen Faksimiles, die als digitalisierte analoge Objekte angesehen werden müssen.

Auch die umgekehrte Möglichkeit, das Füllen analoger Objekte mit Digitalem, wird im Rahmen der Tagung von Interesse sein. So gibt es avancierte Ausstellungskonzepte, in denen die analogen Schaukästen leer sind. In diese werden erst durch Beamer oder 3D-Brillen digitale Objekte hineinprojiziert. Hier werden digitale Objekte in einem analogen Rahmen in Szene gesetzt, wobei die Interaktion von analogen und digitalen Aspekten Bestandteil des kuratorischen Konzepts ist. Dies gilt auch für bestimmte Theaterprojekte, die digitale Objekte und Konfigurationen in einem analogen Theaterrahmen zum Erscheinen bringen.

Insofern soll es bei der Tagung um die Frage gehen, wie sich in philologischen, archivalischen, kuratorischen und performativen Kontexten die Interaktion zwischen Analogem und Digitalem nach der (digitalen) Transkription beschreiben lässt.

Die Tagung findet im Sitzungsraum des ZMI statt (Erdgeschoss, Raum 004, Ludwigstraße 34, 35390 Gießen) und beginnt am Freitag, 6. Februar 2020 um 14 Uhr und endet am Samstag, 7. Februar 2020 um 16 Uhr. Organisiert wird die Tagung von Prof. Uwe Wirth (ZMI-Sektion Kunst und Medien / Institut für Germanistik/JLU) und Irmgard Wirtz (Schweizerisches Literaturarchiv, Bern).

Kontakt: (Sekretariat von Prof. Wirth)

 

 

 

 

ZMI-Videos

Videomitschnitt der Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AfD

Auf dem YouTube-Kanal des ZMI haben wir einen Videomitschnitt der Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AfD für Sie bereitgestellt. Die Podiumsdiskussion beleuchtete das Phänomen der „autoritären Populisten“ anhand der zentralen Akteure Donald Trump und Jair Bolsonaro im Hinblick auf deren Gender-Handeln und ihre damit verbundenen medialen Strategien.

Die Veranstaltung fand am 24. Oktober in der Aula der JLU statt. Sie wurde von JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee mit einem Grußwort eröffnet. Es diskutierten: Dr. Dinah Leschzyk (JLU, Institut für Romanistik, ZMI-Sektion Medien und Gender), Prof. Dorothée de Nève (JLU, Institut für Politikwissenschaft, stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI), Prof. Greta Olson (JLU, Institut für Anglistik, ZMI-Sektion Medien und Gender) und Peter Weissenburger (taz). Die Debatte wurde von Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau) moderiert.

Autoritäre Populisten erfahren in vielen Ländern wachsenden Zuspruch durch die Wahlbevölkerung. Staaten von weltpolitisch zentraler Bedeutung wie die USA und Brasilien werden mit Donald Trump und Jair Bolsonaro inzwischen von autoritären Populisten regiert. Auch in Europa wird mit Ungarn durch die Regierung Victor Orbans ein Land durch die Herrschaft eines autoritären Populisten seit Jahren stark umstrukturiert. In Deutschland wachsen die Tendenzen hin zu einem autoritären Populismus ebenfalls. Indikatoren dafür sind die bundesweiten Wahlerfolge der AfD, die es als Partei erst seit wenigen Jahren gibt.

Zentrale Elemente des politischen Handelns autoritärer Populisten sind Angriffe gegen demokratische und egalitäre Geschlechtervorstellungen, und ganz konkret gegen Frauen und LGBTIQ*. Diese Angriffe finden in verschiedensten Formen statt: verbal, physisch, diskursiv, symbolisch, institutionell und nicht zuletzt durch Regierungshandeln. Ein Charakteristikum dieses genderfeindlichen populistischen Handelns ist seine mediale Dimension, und insbesondere die direkte Kommunikation autoritärer Populisten über soziale Medien.

 

 

 

„Einseitig, teuer, überflüssig…“ Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk in der Kritik – Videomitschnitt verfügbar

Seit einiger Zeit sind die öffentlich-rechtlichen Medien Gegenstand massiver Kritik innerhalb der Bevölkerung geworden. Es wird nach ihrer Bedeutung gefragt, an wen sie sich richten und wohin sich die deutsche Medienlandschaft entwickelt. Das Vertrauen der Bürger*innen in die öffentlich-rechtlichen Medien nimmt ab. Einige fordern sogar ihre Abschaffung.

Bei der Podiumsdiskussion „Einseitig, teuer, überflüssig…“ Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk in der Kritik haben sich die Referent*innen – Prof. Ulrike Weckel (JLU/ZMI-Sektion Medien und Geschichte), Dr. Leonard Novy (Zentrum für Medien und Kommunikationspolitik/Köln), Prof. Nicole Zillien (JLU/ZMI-Sektion Macht – Medium – Gesellschaft) und Prof. Tanjev Schultz (Universität Mainz) – mit dem Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Blick auf eine unabhängige Berichterstattung auseinandergesetzt, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Die Podiumsdiskussion fand am 29. Oktober 2019 in der Aula der JLU statt. Sie wurde von Dr. Verena Schäfer-Nerlich (JLU/ZMI) moderiert und von der ZMI-Sektion Macht – Medium – Gesellschaft in Kooperation mit dem Forschungsverbund antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation des Fachbereichs 03 organisiert.

Auf dem YouTube-Kanal des ZMI ist eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion „Einseitig, teuer, überflüssig…“ Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk in der Kritik zu finden.

 

 

 

Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien? – Video des Vortrags von Heinz-Jürgen Voß an der JLU

Angesichts der Bedeutung, die die Lehramtsausbildung an der Universität Gießen hat, stellt sich die Frage, wie eine pluralistische Sexualaufklärung und Geschlechterpädagogik an Schulen heute aussehen sollte und wie zukünftige Lehrer*innen darauf vorbereitet werden sollten. Dabei ist der Aspekt der Mediennutzung besonders wichtig: Welche Art des Einsatzes von Medien und des Umgangs damit ist zur Sexualaufklärung sinnvoll und notwendig? Wie können Lehrkräfte Schüler*innen einen selbstbestimmten Umgang mit Medien vermitteln, der zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und Gewalterfahrungen vorbeugt?

Prof. Heinz-Jürgen Voß befasst sich im von ihm geleiteten BMBF-Projekt Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung eingehend mit Fragen zu sexueller Bildung. In einem von ihm und Michaela Katzer herausgegebenen Sammelband mit dem Titel Geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung durch Kunst und Medien: Neue Zugänge zur sexuellen Bildung (2019) wird auch die Funktion der Medien beleuchtet. Die Sektion Medien und Gender des ZMI freute sich daher über die Ausführungen von Heinz-Jürgen Voß zu zeitgemäßer Sexualbildung und der Rolle von Medien. Voß stellte auch erste Ergebnisse des Projekts Sexuelle Bildung für das Lehramt vor.

Der Vortrag Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien? fand am 11. November 2019 in der Alten Universitätsbibliothek der JLU statt. Die Veranstaltung richtete sich an Studierende und Lehrende der JLU sowie an alle Interessierten und Akteur*innen im Bereich sexueller Bildung auch außerhalb der JLU.

Der Videomitschnitt des Vortrags ist auf dem YouTube-Kanal des ZMI verfügbar.

 

 

 

 

Aktivitäten und Events der letzten Monate

Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen – Tagung der ZMI-Sektion Medien und Didaktik an der JLU Gießen

Die kognitive, historische und gesellschaftliche Bedeutung des Schreibens und die ihm eigenen Prozesse und sozialen Bedingungen sind Gegenstand unterschiedlicher Forschungsdisziplinen wie der Literatur-, Kultur-, Sprach- und Geschichtswissenschaft wie auch Psychologie und Theologie. Eher selten wird jedoch danach gefragt, wie diese Rolle in unterschiedlichen kulturellen Kontexten thematisiert, reflektiert und auch inszeniert wird. Mit der Tagung wird der Versuch unternommen, in interdisziplinärer Perspektive den besonderen Arrangements und Inszenierungen von Schreiben, Text/Werk und Autorschaft nachzugehen. Dabei spielen klassische Reflexions- und Inszenierungsformate in Form von Selbstzeugnissen (Tagebücher etc.) ebenso eine Rolle wie Romane, Serien oder Filme.

Mit über 35 Beiträgen zu autoren-, gattungs- und medienspezifischen Aspekten eröffnete die von der ZMI-Sektion Medien und Didaktik ausgetragene Tagung am 14. und 15. Februar 2020 ein breites Panorama der Schreibthematisierung, –reflexion und –inszenierung.

Das Programm zur Tagung können Sie hier nachlesen.

Veranstalter*innen:

Prof. Dr. Carsten Gansel -

Prof. Dr. Katrin Lehnen -

Prof. Dr. Vadim Oswalt -

 

 

 

Rückblick: Emotionalsierung in den Medien – Jahrestagung der Fachgruppe ‚Mediensprache – Mediendiskurse’ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommuniktionswissenschaft (DGPuK) am ZMI

ZMI und DGPuk 300.jpgUnter dem Thema Emotionalisierung in den Medien fragte die diesjährige Fachgruppentagung „Mediensprache – Mediendiskurse“ am 14. und 15. Februar 2020 nach Ursachen, Entstehungskontexten und Verlaufmustern von Debatten und Kontroversen, in unterschiedlichen medialen Domänen. Insbesondere in politischen Diskursen resultiert eine zunehmend emotionalisierte Kommentar- und Bewertungspraxis in teilweise extremen Ausbrüchen und Entgleisungen wie auch in verbalen (Gewalt-)Exzessen. Shitstorm, Hatespeech, Sprachverrohung etc. sind dabei die Stichworte, unter denen in jüngster Zeit an verschiedenen Stellen diskutiert wird, was die sprachlich-kommunikative Emotionalisierung in den Medien, vor allem im Netz, bewirkt und wie sie auf Haltungen, Meinungen und Handlungen in der Gesellschaft zurückschlägt.

Auf der interdisziplinären Tagung wurden unterschiedliche mediale Emotionskulturen untersucht und unter theoretisch-methodologischen und empirischen Gesichtspunkten näher aufgeschlossen.

Das Programm zum Nachlesen.

Die Fachgruppentagung wurde in diesem Jahr vom ZMI in Kooperation mit der Fachgruppe Mediensprache – Mediendiskurse ausgerichtet.

Kontakt:

Prof. Dr. Katrin Lehnen, ZMI

Dr. Philipp Niemann, Fachgruppensprecher

 

 

 

Internationale Tagung Digitaler Habitus – Zur Veränderung literaler Praktiken und Bildungskonzepte am ZMI

Digitaler Habitus.jpgLernen, Literalität und Bildung unterliegen wie andere Handlungsbereiche auch digitalisierungsbedingten Transformationsprozessen, die Praktiken und Praxen der Aneignung, Aushandlung und Präsentation von Wissen teils grundlegend verändern. Apps, Erklärvideos, Foren etc. stehen prototypisch für digitale Handlungsräume, in denen bildungsrelevante Fragen verhandelt und durch entsprechende kommunikative Praktiken repräsentiert werden. Sie zeigen, dass bestimmte Konzepte und Wahrnehmungsweisen wie auch Rollenverständnisse und Praktiken der Selbstpräsentation in den letzten Jahren ins Rutschen geraten sind und neue Formate, aber auch neue Formen der (digitalen) Ungleichheit hervorbringen. Unter der Perspektive Digitaler Habitus stellte die von der Thyssen-Stiftung geförderte Tagung des ZMI am 14. und 15. November 2019 die Frage in den Vordergrund, ob und in welcher Weise, das Bordieu’sche Konzept und Begriffsverständnis dazu verhelfen kann, solche Transformationsprozesse analytisch zu fassen.

Auf der mit Beiträger*innnen aus Australien, den USA, der Schweiz und Deutschland international besetzten Fachtagung diskutierten Erziehungswissenschaftler*innen, Politolog*innen und Soziolog*innen, Linguist*innen und Kulturwissenschaftler*innen zum einen begrifflich-theoretische Anknüpfungspunkte. Am Beispiel unterschiedlicher Fälle und empirischer Daten (u.a. YouTuber*innen, Vorschulkinder, Gefängnisinsassen) wurden andererseits neue analytische Zugänge erschlossen. Die Diskussion wird im Rahmen weiterer Formate fortgeführt.

Für einen Rückblick auf das Programm, klicken Sie hier.

 

 

 

Interdisziplinäre Konferenz Renegotiating Minoritarian In__Visibilities

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Fotos: Oliver Klaassen
Vom 12. bis 14. November 2019 fand am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) die internationale und interdisziplinäre Tagung Renegotiating Minoritarian In__Visibilities statt. Am Abend vor der offiziellen Eröffnung der Konferenz fand außerdem eine Auftaktveranstaltung von Sarah Held und Sylvia Sadzinski in Form einer performativen Präsentation inklusive Filmsichtung zur queer-feministischen Pornodebatte statt. Organisiert wurde die Tagung von vier Doktorand*innen des GCSC und Mitgliedern eines Forschungsclusters zu Visual and Material Culture Studies, namentlich Oliver Klaassen, Cathérine Ludwig-Ockenfels, Jana Tiborra und Katharina Wolf. Referent*innen aus unterschiedlichen Disziplinen wie Kunstgeschichte, Geschichte, Kulturwissenschaften, Queer and Gender Studies, Sozialwissenschaften, Film- und Theaterwissenschaften diskutierten in offener Atmosphäre über die Fächergrenzen hinweg über minoritäre Politiken der Un__Sichtbarkeit. Mithilfe von Fallbeispielen aus Kunst und visueller Kultur wurden vor allem minoritäre Strategien des Un__Sichtbar-Machens und Un__Sichtbar-Werdens diskutiert, die hegemoniale Repräsentationsregime unterwandern und infrage stellen.

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Fotos: Oliver Klaassen
Die Konferenz hatte es sich zum Ziel gesetzt, unterschiedlichen Formaten der Wissensproduktion und des Wissensaustausches Raum zu geben und die reziproke Verknüpfung von Wissenschaft, Kunstpraxis und Aktivismus zu ermöglichen. Entsprechend wurden im Konferenzprogramm die „traditionellen“ akademischen Panel- und Plenumsvorträge ergänzt durch Workshops von Kunstschaffenden und einer Drag-King-Lecture-Performance. In dem anteilig von der ZMI-Sektion Medien und Gender geförderten Workshop A Set of Speculative Interventions in Virtual Space setzten sich die Referent*innen İpek Burçak, Isabel Paehr, Johanna Schaffer und Nicole Voeczum Beispiel gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden mit virtuellen und multi-sensorischen Interventionen in Räumen – unter anderem dem Konferenzraum – auseinander. Neben theoretischen Diskussionen beinhaltete der Workshop auch zwei parallel verlaufende Praxisphasen: Während die „Signal-Gruppe“ in Form einer „Stillen Post“ durch den analogen und den digitalen Raum Prozesse der Bedeutungskonstruktion hinterfragbar machte, baute die „Fühlergruppe“ einen kleinen elektronischen Stromkreis (= FEELING CIRCUIT) nach.

Der gezielte Einsatz von verschiedenen aktivierenden Methoden des „Miteinander-Diskutierens“, wie unter anderem die „Stille Diskussion“ und das „Themencafé“, ging über die formalen Diskussionsrunden hinaus und führte zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema. Dabei wurden zudem ästhetische Ambiguität und die Ambivalenzen des Un__Sichtbar-Machens und des Sich-Zu-Sehen-Gebens in künstlerisch-politischen Diskursen als auch im Forschungskontext bei der Selbstreflexion der Tagungsteilnehmenden deutlich.

Weitere Informationen zur Konferenz und zu den Referent*innen finden Sie hier.

 

 

 

Vortrag Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung

voss_sexuelle_bildung2Der gesellschaftliche Diskurs zu der Frage wie angemessene Geschlechterpädagogik und Sexualaufklärung an Schulen aussehen könnte ist eng mit der Frage der Mediennutzung von Jugendlichen verknüpft. So findet oft eine Art von 'Selbstaufklärung' im Internet statt, während in den Bildungseinrichtungen Verunsicherung über den Richtigen Umgang mit pluralistischer Sexualaufklärung herrscht.

Diesem Spannungsfeld widmete sich der Vortrag Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung von Prof. Heinz-Jürgen Voß, der am 11. November 2019 in der Alten Universitätsbibliothek stattfand und von der ZMI-Sektion Medien und Gender veranstaltet wurde.

Aspekte der Mediennutzung im Rahmen von schulischer Sexualaufklärung wurden ebenso thematisiert wie zwingende Fragen nach der Vorbereitung angehender Lehrer*innen auf pluralistische Geschlechterpädagogik an Schulen. Insbesondere letzteres ist von großer Bedeutung in Anbetracht der zentralen Stellung, die die Lehramtsausbildung an der JLU einnimmt.

Der Vortrag von Prof. Heinz-Jürgen Voß ist als Videomitschnitt auf dem YouTube-Kanal des ZMI verfügbar.

 

 

 

Lehr-/Lernmaterialienanalyse: analog und digital – Workshop von Tamara Zeyer in Vietnam

In Hanoi (Vietnam) führte Dr. Tamara Zeyer am 8. und 9. November 2019 einen Workshop für Hochschuldozenten im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft zum Thema Lehr-/Lernmaterialienanalyse: analog und digital. Wandel von Forschungsmethoden und -ansätzen? durch. Im Rahmen des Workshops wurde über die Analyse von analogen und digitalen Lehr- und Lernmaterialien, unterschiedliche Vorgehensweisen (werkanalytisch vs. rezeptionsanalytisch) sowie jeweilige Erhebungsmethoden diskutiert. Anschließend wurden mögliche Forschungsszenarien und konkrete Forschungsdesigns ausgearbeitet und besprochen.

Tamara Zeyer mit den Teilnehmenden des Workshops Lehr-/Lernmaterialienanalyse: analog und digital. Wandel von Forschungsmethoden und -ansätzen? in Hanoi. Tamara Zeyer mit den Teilnehmenden des Workshops Lehr-/Lernmaterialienanalyse: analog und digital. Wandel von Forschungsmethoden und -ansätzen? in Hanoi.

 

 

 

Digital Transformations Hub – ZMI zu Gast an der Universität von Nottingham

An der Universtät Nottingham besteht seit einigen Jahren ein Schwerpunkt in der Entwicklung digitaler Formate für Forschung und Lehre. Dafür steht unter anderem das von Prof. Katharina Lorenz (JLU, klass. Archäologie) an ihrer früheren Wirkungsstätte mit aufgebaute Digital Transformations Hub – einer fachübergreifenden Einrichtung der Humanities, in der Studierende, Lehrende und Forschende digitale Projekte umsetzen. Mit dem Ziel, von den Erfahrungen beim Aufbau eines digitalen Schwerpunkts/Labors zu profitieren, reisten Dr. Julia Koch, Prof. Katharina Lorenz und Prof. Katrin Lehnen Anfang November nach Nottingham und ließen sich dort das Digital Transformation Lab, das neu entstandene Teaching and Learning Building mit einer Vielzahl didaktisch innovativer Räume und Infrastrukturen wie auch das Archiv für Manuscripts and Special Collection zeigen, das ebenfalls Teil der Digitalisierungaktivitäten ist.

Neben den ‘Ortserkundungen’ entstanden in unterschiedlichen interdisziplinären Runden mit Fachkolleg*innen und institutionellen Vertreter*innen intensive Gespräche über aktuelle Projekte und solche, die in Zukunft gemeinsam an beiden Standorten entstehen könnten. Als hilfreich erwies sich dabei auch der Austausch über die spezifischen Herausforderungen, Hürden und Chancen bei der Entwicklung und dem Ausbau digitaler Infrastrukturen in universitären Kontexten.  

Die Nottinghamer Partner*innen, Dr. Erin Snyder (Digital Arts Manager and Director of the Digital Transformations Hub) und Dr. Ben Bedwood, waren zuvor im Mai 2019  Gast am ZMI. Hier sind erste Impulse für einen systematischen Austausch entstanden.

 

 

 

Educational Linguistics diskutiert Neufassung des Europäischen Referenzrahmens

A1, A2, B1, B2, C1 – nicht nur Fremdsprachendidaktiker hantieren mit diesen Niveaustufen des Europäischen Referenzrahmens. Zu Beginn dieses Jahrtausends wurde er vom Europarat mit dem Ziel erarbeitet, einen Maßstab für den Erwerb von Sprachkenntnissen zu schaffen und Sprachzertifikate untereinander vergleichbar zu machen. Sein großes Verdienst: An die Stelle von Listen von abzuprüfenden Strukturen und Wortschatz traten Kann-Beschreibungen. Wer eine bestimmte Niveaustufe erreicht, kann sich auf eine bestimmte Weise ausdrücken, etwas verstehen usw. Der Referenzrahmen stellt eine interessante Vereinheitlichung dar, mit ihm kann über das Lernen unterschiedlicher Fremdsprachen in einer einheitlichen Terminologie gesprochen werden.

Seine Einschränkung auf Europa hat der Referenzrahmen schon längst verloren, weltweit gelten diese Niveaustufen nicht nur als Empfehlung für das, was jemand lernen sollte; Lehrwerke und Prüfungen von Fremdsprachen beziehen sich auf diese Niveaustufen. Sie finden sich auch in der gesellschaftlichen Diskussion: Damit ein ausländischer Ehepartner aus einem nicht-privilegierten Drittstaat nach Deutschland geholt werden kann, ist der Nachweis des Sprachniveaus A1 erforderlich. Für eine Tätigkeit in der Altenpflege ist das Erreichen der Niveaustufe B2 erforderlich. Und welches Sprachniveau müssen geflüchtete Jugendliche erreichen, um in Deutschland einen Ausbildungsplatz zu erhalten? B1? Der Referenzrahmen ist über die fremdsprachendidaktische Fachdiskussion hinaus zu einem politisch kontrovers diskutierten Gegenstand geworden.

Seine zur Zeit stattfindende Überarbeitung nahm die ZMI-Sektion Educational Linguistics am 8. November 2019 zum Anlass, sich in einer ganztägigen Veranstaltung an der JLU mit der Überarbeitung und den fremdsprachendidaktischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Referenzrahmens auseinanderzusetzen, organisiert von Prof. Eva Burwitz-Melzer und Prof. Hélène Martinez (beide FB 05 der JLU) .

Dr. Brian North (Eurocentres Zürich), der führende Kopf hinter dem Referenzrahmen, beschrieb zunächst das von vielen Konsultationen begleitete, sehr komplexe Zustandekommen der Neufassung und konzentrierte sich anschließend besonders auf den im Vergleich zur ersten Fassung neu aufgenommenen Bereich der Mediation. Drei kritische Beiträge sorgten im Anschluss daran für engagierte und gehaltvolle Diskussionen: Prof. Daniela Caspari, Romanistin an der Freien Universität Berlin, diskutierte diese neue Dimension der Sprachmittlung im Referenzrahmen und fragte, inwieweit der dort verwendete sehr weite Begriff von Mediation zu einer Verwässerung der Sprachmittlung führe. Prof. Eva Wilden, Anglistin an der Universität Duisburg Essen, beschrieb, wie Digitalisierung und Online-Kommunikation in der Neufassung vorkommen und wie sie dort interpretiert werden. Kritisch mit der Bedeutung des Referenzrahmens für Deutschlernende mit Migrationshintergrund setzte sich Prof. Claudia Riemer, Professorin für Deutsch als Fremdsprache und Prorektorin der Universität Bielefeld, auseinander. Eine gut besuchte Veranstaltung, die allen Anwesenden viele Anregungen mit auf den Weg gab.

Dr. Brian North stellt die Neufassung des Referenzrahmens vor.                                      Foto: Selmin Hayircil

 

 

 

Stimmen aus der Praxis mit Regina Schilling

Die Regisseurin des Films Kulenkampfs Schuhe zu Gast bei Stimmen aus der Praxis.

In der Reihe Stimmen aus der Praxis war am 5. November 2019 Regina Schilling an der JLU zu Gast. Schilling ist Dokumentarfilmerin und Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, bekannt insbesondere durch ihren preisgekrönten Film Kulenkampffs Schuhe (2018). Darin spürt sie ihrem verstorbenen Vater anhand der Unterhaltungsshows nach, die ihn und nahezu die gesamte Bundesrepublik von den 1950er bis in die 1970er Jahre samstagabends vor dem Fernseher gefesselt haben.

Der Dokumentarfilm erzählt nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern auch die des deutschen Fernsehens in der Zeit des Wirtschaftswunders, in der der Krieg immer wieder überraschend nachhallte. Regina Schilling macht damit die Schwere sichtbar, die das Bedürfnis nach der Leichtigkeit der Samstagabendshows schuf.

Die Reihe Stimmen aus der Praxis wird von der Fachjournalistk Geschichte der JLU in Kooperation mit der Sektion Medien und Geschichte des ZMI veranstaltet.

 

 

 

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD

Populistische Akteur*innen nutzen weltweit Angriffe gegen geschlechtliche Gleichstellung und geschlechtliche Selbstbestimmungsrechte für ihre politische Agenda. Dabei wird der Genderbegriff häufig von Rechtspopulist*innen sinnentstellt genutzt um diffuse Ängste zu schüren. Verbreitet werden diese Botschaften vermehrt über Medien und insbesondere soziale Medien, welche sich aus verschiedenen Gründen dafür besonders eignen.

Dieses Zusammenspiel aus populistischen Akteur*innen und (sozialen) Medien bildete den Hintergrund der Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD, zu der die Sektion Medien und Gender des ZMI am 24. Oktober 2019 in die Aula der JLU einlud.

Prof. Joybrato Mukherjee hob in seinem Grußwort nochmals die besondere Verantwortung von Universitäten als Bildungseinrichtungen hervor, sich solcher Themen anzunehmen. Er argumentierte, dass Universitäten aktiv daran mitarbeiten müssten, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu erhalten und die gesellschaftliche Akzeptanz von Pluralität zu fördern.

Die gut besuchte Podiumsdiskussion fand in der Aula der JLU statt.

Auf dem Podium diskutierten Dr. Dinah Leschzyk (JLU, Institut für Romanistik), Prof. Dorothée de Nève (JLU, Institut für Politikwissenschaft, stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI), Prof. Greta Olson (JLU, Institut für Anglistik) und Peter Weissenburger (taz). Die Debatte wurde von Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau) moderiert.

Im Besonderen wurden die beiden Akteure Donald Trump und Jair Bolsonaro und deren Positionen zu Genderthematiken beleuchtet. Hierbei wurde klar, dass die medialen Strategien einen zentralen Bestandteil des politischen Handelns darstellen. Die Diskutant*innnen stellten darüber hinaus fest, dass auch in Deutschland populistische Angriffe auf Geschlechtergerechtigkeit, Frauen und LGBTIQ* an der Tagesordnung sind.

Auf dem YouTube-Kanal des ZMI ist ein Videomitschnitt der Veranstaltung verfügbar.

 

 

 

Italienische Theatertexte zur Flüchtlingsproblematik – Sabine Heymann hält Vortrag an der FU Berlin

Sabine Heymann (ehemalige Geschäftsführerin des ZMI), hat am 22. Oktober 2019 im Rahmen der jährlich stattfindenden „Settimana della lingua italiana“ (Woche der italienischen Sprache) in Berlin einen Vortrag gehalten. Thema: Lampedusa, die Balkanroute und Europa. Die Flüchtlingsproblematik in der italienischen Gegenwartsdramatik. Ein Bericht aus der Übersetzungswerkstatt.

Eine Veranstaltung des Italien-Zentrums der FU Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut (Berlin) und dem Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin.

2019-10-22_Vortrag_Lampedusa_Sabine_Heymann_(C)_Reiner_Freese_5458_sb.jpg Sabine Heymann sprach an der FU Berlin zur Flüchtlingsproblematik in der italienischen Gegenwartsdramatik.                                                                                                                           Foto: X21de – Reiner Freese

 

 

 

Patriots for Peace? und aktuelle Hessenzeit feiern Premiere im Kinocenter

Am 17. Oktober 2019 führte das Kinocenter Gießen erneut Filme von Studierenden der Fachjournalistik auf. Neben dem Masterprojekt Patriots for Peace? war auch die aktuelle Ausgabe des studentischen Nachrichtenmagazins HessenZeit zu sehen.

Im Rahmen des Master-Praxismoduls und der „Fernsehwerkstatt“ produzieren Studierende der Fachjournalistik Geschichte regelmäßig eigene Filme und Fernsehbeiträge. Unterstützt werden die Projekte von Filmschaffenden, dem Medienprojektzentrum Offener Kanal (MOK) Gießen und der Medienanstalt Hessen (LPR). Wie schon in früheren Jahren wurde die Premiere wieder im Kinocenter Gießen gefeiert.

Etwa 200 Besucher sahen an diesem Abend die Werke der Studierenden und feierten danach mit Getränken und Snacks im Foyer des Kinocenters.

Patriots for Peace?

Die meisten Gießener*innen kennen das ehemalige US-Depot. Als es noch in Betrieb war, wusste aber kaum jemand, was hinter den Mauern vor sich ging. Durch Gießen verlief jahrzehntelang eine kilometerlange Front des Kalten Krieges, die nur wenige Deutsche überquerten. Vor den Mauern formierte sich in den 1980er Jahren der Widerstand der Friedensbewegung und der damals frisch gegründeten Grünen: gegen die US-Army, gegen die NATO, gegen die nukleare Aufrüstung. Nach Ende des Kalten Krieges verließen die Amerikaner*innen nach und nach Gießen. Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls, dem Anfang vom Ende des Kalten Krieges, haben fünf Masterstudierende der Fachjournalistik Geschichte Zeitzeugen begleitet und einen Film über diesen blinden Fleck in der Stadt gedreht.

Im Vorprogramm: HessenZeit

In der neuesten Folge dieses bereits wohlbekannten Formats, das Jana Kremin seit vielen Jahren mit den Teilnehmer*innen der Fernsehwerkstatt produziert, waren dieses Mal ein plastikfreier Unverpacktladen, eine bunte Fußballmannschaft, in der Männer und Frauen gemeinsam kicken, ein Stadtradelstar mit GoPro auf dem Helm und die Galerie 23 von Menschen mit Behinderung zu sehen.

Der Gießener Anzeiger berichtete über die Premiere.

 

 

 

Tagung Medien als Dinge denken – Zur Materialität des Digitalen

Unter dem Titel Medien als Dinge denken – Zur Materialität des Digitalen fand am 10. und 11. Oktober 2019 an der JLU Gießen die Jahrestagung der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) statt. Organisiert wurde die Tagung von der Gießener Professur für Mediensoziologie, Prof. Nicole Zillien, in Kooperation mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität.

Das Ziel der zweitägigen Tagung war es, die Materialität, das heißt, die Stofflichkeit, Handlungsträgerschaft, Sichtbarkeit und Ästhetik des Digitalen im interdisziplinären Austausch zu reflektieren. Die Materialität digitaler Medien in Analysen systematisch mitzudenken, bedeutet, von einer eigenständigen Prägekraft der technologischen Artefakte, Algorithmen und Infrastrukturen auf das soziale Handeln auszugehen.

Die dezidiert interdisziplinär angelegte Tagung brachte unterschiedliche (Fach-)Perspektiven miteinander ins Gespräch. So wird materiellen Artefakten nicht nur in der Mediensoziologie, sondern beispielsweise auch in der Technikforschung, der Medien- und Kommunikationswissenschaft, der Philosophie und Architektursoziologie analytische Relevanz zugewiesen.

Die Vorträge widmeten sich sowohl spezifischen Theorieansätzen als auch empirischen Fallstudien beispielsweise zur Interaktion mit Robotern im Museum, zur Prägekraft von digitalen Spielen, zu Datenvisualisierungen im Journalismus, zum digitalen Entwerfen in der Architektur und zum Scheitern der Videotelefonie. Im durchgehend gut besuchten Margarete-Bieber-Saal kam es in lebhaften Diskussionen zu einem gewinnbringenden interdisziplinären Austausch.

Tagung_MedienAlsDingeDenken19_Zillien_700.jpg Prof. Nicole Zillien begrüßte die Tagungsteilnehmenden im Margarete-Bieber-Saal.

 

 

 

 

In den Medien

Rezension: Bilder des Klimawandels von Ulrike Heine auf WDR 3

Auf WDR 3 ist eine Rezension von Ulrike Heines Publikation Fotografische Bilder des Klimawandels erschienen. Das Buch ist Teil der ZMI-Publikationsreihe Interaktiva.

Fotografische Bilder des KlimawandelsFotos von Eisbären und Pinguinen, bedroht durch den Klimawandel — diese und ähnliche Fotos sind typische Bilder des Klimawandels. Mit genau dieser Thematik beschäftigt sich Ulrike Heine in ihrem Buch Fotografische Bilder des Klimawandels, welches im Jahr 2019 im Rahmen der ZMI-Publikationsreihe Interaktiva erschien.

Hans-Christoph Zimmermann verfasste für das Magazin Kultur am Mittag des WDR 3 eine Rezension zu der Publikation, in der auch die Autorin selbst zu Wort kommt. Der Beitrag kann hier gehört werden.

 

 

 

Greta Olson in der Frankfurter Rundschau über Antifeminismus und autoritäre Populisten

In Verbindung mit der Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten Gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AFD, die am 24. Oktober 2019 in der Aula der JLU stattfand, veröffentlichte die Frankfurter Rundschau einen Gastbeitrag von Prof. Greta Olson (ZMI-Sektion Medien und Gender) über den rhetorischen Komplex aus Antisemitismus, Ressentiments gegenüber Einwanderern und Antifeminismus.

In ihrem Artikel Antifeminismus und die bedrohte Männlichkeit der Rechten macht Olson die ideologische Nähe des Attentats von Halle zu ähnlichen Taten der vergangenen Jahre in den USA deutlich. In den Aussagen der Attentäter sei häufig eine Verbindung aus Antisemitismus, Vorbehalten gegenüber Einwanderern, Antifeminismus und einem Gefühl bedrohter Männlichkeit erkennbar. Dieser Antifeminismus sei nicht mit Frauenhass gleichzusetzen, äußere sich jedoch in klar definierten, auf traditionelle Genderrollen bezogenen Ideologien, die sich deutlich gegen den „Gender-Wahn“ positionieren.

Anknüpfungspunkte für solche Ideologien sind häufig bei Personen wie Donald Trump und in Aussagen verschiedener AFD-Politiker zu finden. Mit dieser Thematik befasste sich auch die Podiumsdiskussion Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die ADF. Ein Videomitschnitt der Veranstaltung ist auf dem YouTube-Kanal des ZMI erschienen.

 

 

 

 

Neues aus den Seniorprofessuren

Neues aus der Ludwig Börne-Professur

Populismus: Rechtsverschobener Klassenkampf

claus leggewie
Prof. Claus Leggewie. Foto: JLU
Im Wirtschaftsdienst, Heft 11, 2019, ist ein Leitartikel von Prof. Claus Leggewie zum Thema Populismus: Rechtsverschobener Klassenkampf erschienen. Darin beschäftigt sich Claus Leggewie mit dem Rechtspopulismus und seinen Erscheinungsformen. Den Populismus bezeichnet Leggewie als „Motor der Entsolidarisierung.“ Für ihn wird der Populismus oft als „Ausdruck einer materiellen Misere gesehen und gerechtfertigt.“ Der Beweggrund des völkisch-autoritären Nationalismus sieht er vielmehr in der barschen Zurückweisung menschenrechtlich begründeter Anwartschaften auf Teilhabe am Reichtum reicher Gesellschaften, die ihre Ressourcen nicht zuletzt durch neokoloniale Abhängigkeiten erwirtschaften und ihre Emissionen und Kosten in den „globalen Süden“ externalisieren. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

 

 

 

Neues aus der Otto Behaghel-Professur

Moodle-Modul zu Unterrichtsmethoden für die Ausbildung von Deutschlehrern weltweit

Beitrag der JLU zum Projekt Dhoch3 des DAAD abgeschlossen

Finanziert vom Auswärtigen Amt haben in den letzten Jahren acht an deutschen Universitäten angesiedelte Professuren für Deutsch als Fremdsprache das digitale Angebot Dhoch3 entwickelt. Es richtet sich an Hochschullehrende und Studierende auf Masterniveau weltweit, besonders an Standorten, an denen die akademische Deutschlehrerausbildung gerade aufgebaut wird. Jedes der acht Module befasst sich mit einer bestimmten Thematik, die Module werden interessierten Hochschulen auf Moodle kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit diesen Modulen, deren Entwicklung jetzt abgeschlossen ist, bietet der DAAD Germanistiken im Ausland Einheiten an, die sich in bestehende Strukturen und in neue Studiengänge integrieren lassen. 

Von der JLU haben Prof. Dietmar Rösler und Fillipa Buda in Zusammenarbeit mit dem Team von Prof. Nicola Würffel der Universität Leipzig die Entwicklung des ersten Moduls übernommen, das in die Methoden und Prinzipien der Fremdsprachenvermittlung einführt. 

 

 

 

Mehrsprachigkeit und digitale Medien

handbuch-mehrsprachigkeits-und-mehrkulturalitatsdidaktik.jpgWenn man in der Datenbank des Marburger Informationszentrums für Fremdsprachenforschung das Suchwort 'Mehrsprachigkeit' eingibt, erhält man 1928 Treffer, bei 'digitalen Medien' 3288. Wenn man 'Mehrsprachigkeit' und 'digitale Medien' kombiniert, bleiben 66 Treffer. Die beiden Themen scheinen in der Forschung nicht intensiv zusammengedacht zu werden. Was bisher behandelt worden ist, hat Dietmar Rösler in einem Überblick zusammengefasst: den Umgang mit der sprachlichen Vielfalt im Internet, die Vorteile digitaler Publikationsmöglichkeiten für mehrsprachige Projekte, die Arbeit mit digitalen Ressourcen in der Mehrsprachigkeitsdidaktik, die Entwicklung der Klassiker der Mehrsprachigkeitsdidaktik, Galanet und EuroCom, die eine Lernplattform für die panromanische Interkomprehension bieten, den Fokus auf rezeptive Mehrsprachigkeit am Beispiel adaptiver Kinderliteratur und faszinierende Beispiele für Code-Switching beim gesteuerten Englischlernen lenken, die die Abkehr von der dogmatischen Einsprachigkeit in der Englischdidaktik unterstützen. Nachzulesen in Dietmar Röslers Beitrag Mehrsprachigkeit und digital gestütztes Lehren und Lernen fremder Sprachen im neuen von Christiane Fäcke und Franz-Joseph Meißner herausgegebenen Handbuch Mehrsprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik.

 

 

 

Digitalisierung und Lehrerbildung

Veranstaltet von der Bergischen Universität Wuppertal fand am 22. November 2019 für Lehrkräfte in NRW das Symposium Digitalisierung und Sprache des Forums Digitalisierung und Mediendidaktik in der Lehrerbildung statt. In seinem Beitrag Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien: Differenzierung, Individualisierung, Feedback diskutierte Prof. Dietmar Rösler die Chancen und gesellschaftlichen Nebenwirkungen der Tendenz zur Individualisierung, wie sie zur Zeit in der gesellschaftlichen Entwicklung verstanden wird, setzte sich mit der Bedeutung des Feedback in der Lernsoftware auseinander und beschrieb dessen Entwicklung an ausgewählten Beispielen der letzten 30 Jahre.

 

 

 

Medien als Brücke zwischen Sprachunterricht und beruflichem Alltag – Workshop von Tamara Zeyer in Spanien

logrono_okt2019_700.jpgVom 17. bis 19. Oktober 2019 nahm Dr. Tamara Zeyer (ZMI-Sektion Educational Linguistics) am X. Kongress des Dachverbands der Spanischen Germanisten- und Deutschlehrerverbände (FAGE) Wer schafft, der schafft´s?! Deutsch in Arbeit, Beruf und Forschung an der Escuela Oficial de Idiomas „El Fuero de Logroño“ in Logroño (Spanien) teil. Tamara Zeyer leitete den Workshop zum Thema Medien als Brücke zwischen dem Sprachunterricht und dem beruflichen Alltag. Im Workshop wurden Potentiale mobiler Geräte für sprachliche Förderung besprochen. Es wurde unter anderem darauf eingegangen, wie man eine digitale Lernumgebung schafft, in der Lernende außerhalb des Unterrichts Fragen stellen oder Informationen austauschen können, die im Unterricht aufgegriffen werden.

 

 

 

Digitale Medien in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – Vortrag von Tamara Zeyer auf der Fachveranstaltung Themenforum Sprachförderung in Berlin

Dr. Tamara Zeyer nahm am 21. Oktober 2019 an der Fachveranstaltung Themenforum Sprachförderung im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Integration (NAP-I) im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, in Berlin teil. Mit ihrem Vortrag zum Thema Digitale Medien in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache eröffnete Tamara Zeyer die Diskussion der Arbeitsgruppe „Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes digitaler Sprachförderung“.

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Die Arbeitsgruppe „Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes digitaler Sprachförderung“ in Berlin. Foto: Thomas Ernst
 

 

 

 

Germanistische Begegnungstagung des DAAD in Riga

Dietmar Rösler moderiert Sektion Deutsch als Fremdsprache.

Jährlich führt der Deutsche Akademische Austauschdienst eine Begegnungstagung durch, auf der sich Germanist*innen aus einer bestimmten Region mit germanistischen Kolleg*innen aus Deutschland mehrere Tage lang zu einem intensiven Austausch treffen. Dabei stehen sowohl fachliche Themen als auch die Entwicklung der Germanistik in der jeweiligen Region auf dem Programm. Dieses Jahr waren vom 5. bis 8. Dezember 2019 in Riga Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden die Partnerländer.

In seiner Eigenschaft als Mitglied des Beirats Germanistik des DAAD leitete Prof. Dietmar Rösler dabei zusammen mit seiner schwedischen Kollegin Dr. Christine Becker von der Universität Stockholm die Sektion Deutsch als Fremdsprache, in der in großer thematischer Breite sowohl Forschungsarbeiten zu Lehr-/Lernprozessen als auch beispielgebende Praxisprojekte vorgestellt wurden.

 

 

 

 

Neues aus der Georg Büchner-Professur

RIJEKA 2020: Anakrono kupalište / The Anachronic Bath House

Ein Schwerpunkt der Forschungsprojekte von Georg-Büchner Professor Heiner Goebbels im nächsten Jahr ist eine multimediale Installation, die für RIJEKA 2020 entstehen wird. Die kroatische Hafen- und ehemalige Industriestadt ist im nächsten Jahr eine der beiden Kulturhauptstädte Europas und Heiner Goebbels bereitet mit The Anachronic Bath House eine Sound- und Videoinstallation in einem verfallenen Badehaus vor, das deutliche Spuren der vielfältigen historischen Perioden aufweist, denen die kroatische Stadt unter österreichisch-ungarischer, italienischer und jugoslawischer Verwaltung unterworfen war.

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Školjić bathhouse. Foto: Heiner Goebbels
                                                                                                                       

 

 

 

Neuer Zyklus für das Ensemble Modern Orchestra (2020)

Auf Initiative des Musikfest Berlin und des Ensemble Modern zum Beethoven-Jahr 2020 wird Prof. Heiner Goebbels ein neues Werk für den Frankfurter Klangkörper komponieren, das das Orchester als vielstimmiges Kollektiv in den Blick nimmt. Bereits im Programm seiner Gründungstournee 1998 hatte das Ensemble Modern Orchestra ein Orchesterwerk von Heiner Goebbels im Programm. Vielstimmigkeit geht dabei über die rein musikalische Dimension, die Gleichzeitigkeit separater musikalischer Prozesse, hinaus. Sie schließt auch jene Elemente und Medien ein, die das Symphoniekonzert als kulturelle Praxis prägen: Von der räumlichen Aufstellung und den Bewegungen der Musiker*innen auf der Bühne, über die Rituale des Konzertformats bis zur Lichtsituation im Konzertsaal. Das abendfüllende Werk wird die historisch gewachsenen Konventionen, Hierarchien und eingeübten Rituale hinterfragen, um die dem Orchester als Klangkörper wie als sozialen Organismus innewohnende Vielfalt freizusetzen. Dafür arbeitet Heiner Goebbels an einer Recherche zu historischen Aufzeichnungsmedien und ihrer Übertragbarkeit in den heutigen Konzertsaal. Auch eine Buchveröffentlichung zu dieser Recherche ist geplant.

Nach der Uraufführung beim Musikfest Berlin in der Philharmonie Anfang September 2020, wird die abendfüllende Orchesterkomposition in der Hamburger Elbphilharmonie, in der Reihe musica viva des Bayerischen Rundfunks in München, in der Kölner Philharmonie, beim Festival Wien Modern und in der Düsseldorfer Tonhalle zu hören sein.

Try Out Heiner Goebbels.jpg Zu einer ersten Probenphase (Try-out) für das neue Orchesterprojekt wurde ein YouTube-Video veröffentlicht.

 

 

 

Seminar Zeitgenössisches Musiktheater in Gießen

Zusammen mit Prof. Matteo Nanni plant Prof. Heiner Goebbels im kommenden Sommersemester ein Seminar zu dem das Genre sprengenden Potential zeitgenössischen Musiktheaters am Institut für Musikwissenschaft der JLU.

Im Bockenheimer Depot in Frankfurt wird im Mai auch sein gefeiertes Musiktheaterstück Schwarz auf Weiss (1996) zu erleben sein – im Rahmen der Jubiläumstournee zum 40 jährigen Bestehen des Ensemble Modern.

 

 

 

Ausverkaufte Vorstellungen des neuen Werks Everything that happend and would happen bei der Theaterolympiade in St. Petersburg

Im Rahmen der Theaterolympiade in St. Petersburg fanden drei ausverkaufte Vorstellungen des neuen Werks Everything that happend and would happen in der großen Halle des Street Art Museums statt.

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Street Art Museum St. Petersburg. Foto: Heiner Goebbels
Mehrere Interviews gab Heiner Goebbels diversen Blogs und den großen russischen Tageszeitungen Vedomosti und Kommersant. Auf You-Tube und bei topspb.tv können Videointerviews mit Heiner Goebbels und Szenen der Aufführungen angesehen werden.

Im – bereits für die anschließende Halloween Party von den Studierenden geschmückten — Smolny College der Faculty of Liberal Arts an der State University St. Petersburg hielt Heiner Goebbels einen Vortrag zu Composing the Media.

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Das Smolny College der Faculty of Liberal Arts an der State University St. Petersburg. Foto: Heiner Goebbels
Theatre Olympics: A Meet-the-Artist Session was held with a German director and one of the main figures of the modern scene — Heiner Goebbels. The main topic of the meeting was the director’s new interdisciplinary project “Everything That Happened and Would Happen” — a performance with 17 actors and musicians and a large-scale multimedia installation.

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Aus der Aufführung in St. Petersburg. Foto: V. Postnova
Weitere Rezensionen zu den Aufführungen von Everything that happend and would happen in St. Petersburg:

 

 

 

Heiner Goebbels musizierte mit THE MAYFIELD in Palermo

Mit der neuen musikalischen Formation THE MAYFIELD gastierte Heiner Goebbels (Piano) am Vorabend des 30. Jahrestags des Mauerfalls auf Einladung der European Alternatives beim Transeuropa 2019 – Festival of Arts, Politics and Culture und der BAM 2019 – Biennale Arcipelago Mediterraneo in Palermo. Das Konzert fand in der Chiesa della Santissima Salvatore statt und wurde von Prof. Leoluca Orlando, Bürgermeister Palermos und Heinrich Heine Preisträger 2018 der Stadt Düsseldorf, eröffnet.

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Heiner Goebbels am Piano. Foto: Maghweb for transeuropa
 

 

 

 

 

Personalia

Jonas Kreutzer neue studentische Hilfskraft der ZMI-Sektion Medien und Geschichte

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Jonas Kreutzer
Jonas Kreutzer, B.A. ist seit dem 1. Oktober 2019 studentische Hilfskraft der ZMI-Sektion Medien und Geschichte, zuständig vor allem für Recherchen und Organisatorisches für die Reihe Stimmen aus der Praxis, die das ZMI regelmäßig in Kooperation mit der Fachjournalistik Geschichte veranstaltet. Jonas Kreutzer wird die Sektion weiterhin bei Sonderveranstaltungen und der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Nach dem Bachelorstudium der Geschichte und Fachjournalistik Geschichte studiert er jetzt im Masterstudium Fachjournalistik Geschichte und Soziologie an der JLU.