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Interactive Science - Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien

interactice-science-treffen-wien-2008.jpgViele der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, darunter das World Wide Web, sind im akademisch-universitären Bereich konzipiert und entwickelt worden. Email-Kommunikation, Web-Portale, digitale Präsentationen, Newsletter, Diskussionsforen, Bibliotheken und Repositorien, aber auch Fach-Weblogs und kollaborative Formate der Texterzeugung ('Wikis') stellen für viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute eine Selbstverständlichkeit dar. Damit affizieren „neue Medien“ sämtliche Bereiche und Phasen des Erkenntnisprozesses – von der Generierung über die Primärverteilung, Bearbeitung und Publikation bis hin zur Archivierung wissenschaftlichen Wissens.

Dabei sind zwei Aspekte charakteristisch: Einerseits werden in vielen Bereichen Nutzungsformen digitaler Wissenschaftskommunikation erprobt und dynamisch weiterentwickelt, wodurch ein wachsender Pool von Kommunikationsformaten entsteht, aus dem zukünftige Anbieter und Nutzer schöpfen können. Andererseits lassen sich im Hinblick auf die Form und den Umfang der Nutzung dieses Potenzials unterschiedliche Kommunikationskulturen erkennen, die mit der spezifischen Wissenschaftskultur eines Faches oder einer Fächerzone zusammenhängen und sich auch in unterschiedlichen Einschätzungen des Potenzials, der Barrieren und der Probleme bei deren Nutzung zeigen.

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Der Forschungsverbund Interactive Science verband in multidisziplinärer Perspektive linguistische, medien-, informations- und sozialwissenschaftliche, wissenschaftshistorische und theaterwissenschaftliche Sichtweisen auf dieses Phänomen und fokussierte dabei das interaktive Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien anhand zweier bislang wenig erforschter Aspekte: der kollaborativen und der performativen Dimension wissenschaftlicher Binnenkommunikation. Das Forschungsvorhaben wurde mit 990.000 Euro im Rahmen des Programms „Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften“ durch die Volkswagen-Stiftung gefördert. Erste „Schlüsselergebnisse“ wurden auf den Internetseiten der Initiative präsentiert.

Nachdem die Wissenschaftsforschung in den letzten Jahren vor allem die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse an Dritte (Politik, Wirtschaft usw.) bzw. im Lehrzusammenhang (E-Learning) untersuchte, stand in diesem Verbund die Kommunikation mittels neuer Medien unter Peers im Zentrum. 'Cyberscience' (Nentwich 2003) eröffnete insofern ein Schlüsselthema der Geisteswissenschaft, als die interaktiven Medien effektive, bisher aber meist unterschätzte Generierungs- und Distribuierungspotenziale für die Binnenkommunikation genau wie für den Kommunikationsprozess zwischen Wissenschaft und Fachöffentlichkeiten bereitstellen.

In Interactive Science, so die Arbeitshypothese des Projektzusammenhangs, können technische Potenziale in soziale Reorganisationen umschlagen, wobei die kollaborativen und performativen Züge wissenschaftlicher Tätigkeit deutlicher hervortreten und sich gegenseitig verstärken. Drei miteinander verzahnte empirische Studien zu multimedialen Präsentationen, digital vermittelten Vorträgen und wissenschaftlichen Kontroversen in vernetzten Fach-Communities sowie ein theoretisch-konzeptionell angelegtes Teilprojekt zu übergreifenden Entwicklungstendenzen von 'Cyberscience', das auch wissenschaftshistorische Aspekte behandelt, sollen diese Hypothese einer kritischen Prüfung unterziehen.

Im Mittelpunkt des Verbundes stand das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI), das koordinierende Aufgaben übernahm und seine Erfahrungen in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit in den Verbund einbachte. Die Kooperation mit den Partner-Institutionen wurde durch solche innovativen Formen der wissenschaftlichen Binnenkommunikation unterstützt, die auch den Gegenstand der Untersuchung selbst bildeten.

 

Aufbau

 

  • Teilprojekt I: Kollaboratives Wissensmanagement und Demokratisierung von Wissenschaft
  • Teilprojekt II: Wissenschaftliche Präsentationen – Textualität, Struktur und Rezeption
  • Teilprojekt III: Der wissenschaftliche Vortrag und seine digitale Dokumentation und Distribution
  • Teilprojekt IV: Wissenschaftliche Information, Kritik und Kontroverse in digitalen Medien