Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Navigation

Artikelaktionen

Vortrag: "Gendern in Frankreich: Von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben"

Vortrag: "Gendern in Frankreich: Von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben"

In der Vortragsreihe der ZMI-Sektion Educational Linguistics sprach Dr. Jutta Hergenhan, wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, am 15. Januar 2019 zum Thema Gendern in

Programm Educational Linguistics 2018/19

Frankreich. Sie befasste sich mit den politischen, gesellschaftlichen und linguistischen Debatten um geschlechtergerechte Sprache in Frankreich seit dem Beginn der 1980er Jahre, mit den grammatischen Ausgangsbedingungen, den konkreten Gestaltungsmöglichkeiten und -grenzen geschlechteregalitärer Ausdrucksweise sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen der heute zunehmend geforderten écriture inclusive.

Wie Jutta Hergenhan ausführte, fand die Debatte um einen veränderten Sprachgebrauch in Frankreich zunächst ausgehend von der „Feminisierung der Sprache“ statt. Damit sollte es Frauen im beruflichen Kontext ermöglicht werden, im Femininum statt im generischen Maskulinum angesprochen zu werden. Im Zuge der Weiterentwicklung der Geschlechtertheorie führte dieses Anliegen schließlich zur Forderung nach einer écriture inclusive: einer „inklusiven Schreibweise“. Diese soll dazu dienen, die Dominanz des Maskulinums in Grammatik und Sprachgebrauch, und perspektivisch auch eine binäre Geschlechterrepräsentation innerhalb der sprachlichen Ordnung zu überwinden. Bis heute kommt es immer wieder zu öffentlichen Auseinandersetzungen um diesen geschlechtergerechten Sprachgebrauch. GegnerInnen des Anliegens – wie etwa die Académie française – argumentieren, dass Sprache sich nur durch ihre „natürliche“ Weiterentwicklung, nicht aber durch aktive Eingriffe verändern sollte. Eine sprachhistorische Betrachtungsweise zeigt jedoch, dass Grammatik keineswegs naturgegeben ist, sondern dass die Regel des generischen Maskulinums im Französischen diskursiv und sprachinstitutionell geschaffen wurde. Hergenhan betonte daher zum Schluss ihres Vortrags, dass Grammatik auch in früheren Jahrhunderten kontrovers diskutiert wurde und sich – nicht zuletzt in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Vorstellungen und Anforderungen an die Sprache – änderte.

 

Dr. Jutta Hergenhan hat gemeinsam mit Prof. Katrin Lehnen das deutsch-französische Forschungsprojekt zu „Geschlechtergerechter Sprache in schulischen Lehrbüchern in Deutschland und Frankreich“ ins Leben gerufen, an dem WissenschaftlerInnen der Universitäten Gießen, Marburg, Paris 13 – Sorbonne Paris Cité und Paris Est Créteil beteiligt sind.

Im Wörterbuch des Politikunterrichts, herausgegeben von Sabine Achour, Matthias Buch, Christian Meyer-Heidemann und Peter Massing im Wochenschau Verlag, erscheint in Kürze Jutta Hergenhans Eintrag zum Begriff „Gender“.

 

(25.04.2019, Berit Beckers)