Abschlussarbeiten
Themen für Bachelorarbeiten 2026/2027 |
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Leistungsemotionen und Lehrqualität im Studium (4 Abschlussarbeiten) Das Ablegen von Prüfungen im Studium geht mit verschiedenen Emotionen wie Angst, Freude, Langeweile, Stolz, Scham, Hoffnung oder Überraschung einher. Manche dieser Emotionen wirken sich positiv auf Lernen und Leistung aus, andere eher negativ; einige sind erwünscht, andere weniger. Laut der Kontroll-Wert-Theorie (Pekrun, 2006) entscheiden die subjektive Wichtigkeit und Kontrollierbarkeit einer Prüfung sowie ihrer Ergebnisse und Folgen über die Art und Intensität der antizipierten und erlebten Emotionen. Es existieren bereits zahlreiche Interventionen, die bei den Prüflingen selbst ansetzen, um Emotionen vor und während einer Prüfung zu beeinflussen. Vergleichsweise wenig erforscht ist hingegen, wie sich spezifische Merkmale der Instruktionsqualität von Vorlesungen und Seminaren (Focus Support und Reward; Eitel, Krebs & Schöne, 2025) auf die berichteten Lern- und Leistungsemotionen auswirken. Genau diese Frage steht im Fokus der Bachelorarbeiten. Einige Merkmale hoher Instruktionsqualität – etwa klare Lernziele, eine gute Strukturierung und eine hohe Kohärenz (hoher Focus Support) – könnten angstreduzierend wirken, indem sie die subjektive Kontrollierbarkeit der Prüfung erhöhen. Andere Merkmale hoher Instruktionsqualität – beispielsweise das Herausstellen der Relevanz des Themas für die eigene Person oder den späteren Beruf (hoher Reward) – können hingegen die subjektive Wichtigkeit steigern und dadurch sogar angsterhöhend hinsichtlich der Prüfung wirken. Solche Zusammenhänge werden vermutlich durch persönliche Charakteristika der Prüflinge beeinflusst, etwa durch deren leistungsbezogene Selbstwertkontingenz, Temperament, Ängstlichkeit, thematisches Interesse, Vorwissen sowie Lern- und Emotionsregulationsstrategien. Es werden insgesamt vier Bachelorarbeiten zu dieser Fragestellung betreut. Alle vier Bachelorarbeiten beschäftigen sich mit den Zusammenhängen zwischen Lehrqualität und Leistungsemotionen, wobei der Fokus zwischen den Arbeiten zwischen den Arten der Leistungsemotionen schwankt. Es ist eine gemeinsame Online-Studie für alle vier Bachelorarbeiten geplant. Betreuende: Felicitas Licht & Alexander Eitel |
Themen für Masterarbeiten 2026/2027 |
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Bin ich kognitiv belastet oder einfach nur erschöpft? (1-2 Abschlussarbeiten) Wir lernen – aus kognitiver Sicht – wenn wir unsere (begrenzten) kognitiven Ressourcen für die Verarbeitung neuer Informationen verwenden, um diese zu verstehen und behalten zu können. Lernen funktioniert nicht gut, wenn Lerninhalte zu komplex (dargestellt) sind, sodass deren Verarbeitung unsere kognitiven Ressourcen übersteigt. Empirische Studien zeigen Evidenz für diesen Zusammenhang: Lernende berichten eine höhere kognitive Belastung und zeigen schlechtere Lernergebnisse bei komplexerer Gestaltung von Lernmaterialien (Sweller, 2023). Es ist jedoch weitgehend unklar, ob die berichtete kognitive Belastung primär auf die momentan zur Verfügung stehenden Ressourcen der Lernenden (Belastungszustand) oder der Einschätzung von Lernenden über die Komplexität der dargestellten Lerninhalte zurückgeht. Es ist wichtig, dies zu trennen, weil ansonsten Fehlschlüsse über die (Un-)Angemessenheit des Lernmaterials nahegelegt werden könnten. Im Rahmen dieser Masterarbeit(en) möchten wir untersuchen, worauf die (berichtete) kognitive Belastung zurückgeht. Wir vermuten, dass eine durchschnittlich gestaltete Lernumgebung je nach individuellem Erschöpfungszustand unterschiedlich komplex erlebt und bewertet wird, was laut Theorie der kognitiven Belastung eigentlich nicht der Fall sein sollte. Um dies zu untersuchen, ist eine experimentelle Laborstudie geplant. Betreuer: Alexander Eitel |
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Weiß ich, wie ich lerne? (1 Abschlussarbeit, Eye-Tracking-Studie) Lernen im Sinne des Verarbeitens von Informationen läuft teilweise sehr bewusst und intentional ab. Jedoch sind wir uns nicht immer bewusst darüber, wie wir gerade Texte lesen und Bilder anschauen, um Informationen lernzielbezogen aufzunehmen. Wenn wir nach dem Lernen zu unserer Verarbeitung befragt werden, können wir diese akkurat berichten? Und wovon hängt akkurates Berichten ab? Unter anderem ist unsere Hypothese, dass bei Vorhandensein von expliziten Lernzielen später auch akkurater über die eigene (zielbezogene) Verarbeitung berichtet werden kann, und diese folglich auch enger mit den Lernergebnissen korrespondiert, wie im FoRe-Squares Model postuliert (Eitel et al., 2025, 2026). Zur empirischen Überprüfung dieser Hypothese sollen im Rahmen einer Masterarbeit Blickbewegungen von Lernenden aufgezeichnet werden (Eye-Tracking), und zwar wenn die Lernenden mit vs. ohne explizite Lernziele aus text-bild-basierten Materialien lernen. Außerdem sollen die Lernenden im Anschluss an ihr Lernen über das Ausmaß ihrer aktiv-zielbezogener Verarbeitung, ihrer mentalen Anstrengung, sowie ihrer kognitiver Belastung berichten, weil hier unterschiedliche Zusammenhänge theoretisch ableitbar und prüfbar sind. Die empirische Untersuchung soll im Rahmen einer experimentellen Laborstudie mit bereits vorgetesteten Materialien (zum Seductive Details Effekt; Kienitz et al., 2023) stattfinden. Betreuende: Anna Kienitz & Alexander Eitel |
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Ist Humor in der Lehre einen Versuch wert? (1 Abschlussarbeit) Humor kann die Stimmung beim Lernen verbessern und sich dadurch positiv auf Lernprozesse und Lernergebnisse auswirken. Aktuelle Studien zeigen, dass Humor in Lernmaterialien die Lernergebnisse verbessern kann – insbesondere dann, wenn sich der Humor direkt auf die zu lernenden Inhalte bezieht. Eine noch offene Frage im Zusammenhang mit Humor und Lernergebnissen ist, ob ich den Humor lustig finden muss, um für mein Lernen zu profitieren. Versuchter Humor, den ich nicht lustig finde, kann mich vom zielbezogenen Nachdenken ablenken (aufgrund von Fremdscham etc.) und dadurch abträglich für Lernergebnisse sein. Andererseits könnte ich, selbst wenn ich etwas selbst nicht lustig finde, honorieren, dass Humor zur Verbesserung der Stimmung in Lernsituationen versucht wird, sodass ich über eine eventuell erhöhte Lernbereitschaft doch sogar bessere Lernergebnisse aufweise. Eine Masterarbeit zu diesem Thema müsste zunächst verschiedenen Humor für die Zielgruppe der Lernenden vortesten und anschließend in Lehrmaterialien integrieren, welche in einer experimentellen Studie (Labor oder Online) geprüft werden würden. Ergebnisse aus diesem Projekt könnten dabei helfen, eine alltagspraktische Frage bei Lehrkräften zu beantworten, nämlich ob sie es mit Humor versuchen sollen, selbst wenn dieser nicht von allen Lernenden als besonders lustig empfunden wird. Betreuer: Alexander Eitel |
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Spielend leicht lernen? - Anwendung von Lehrkenntnissen in Simulationen und Serious Games (1-2 Abschlussarbeiten) Das Einüben theoretischen Wissens bildet in der Regel den Fokus des Lehramtsstudiums. Konkrete praktische Erfahrungen machen Studierende meist erst, wenn sie mit Schülerinnen und Schülern arbeiten. Eine Möglichkeit, um Studierenden einen früheren Einstieg in die Anwendung ihres Wissens in authentischen Situationen zu ermöglichen, ist die Nutzung digitaler Simulationsumgebungen. Auf diese Art können Lernende ihre bereits bestehenden Kenntnisse in einem sicheren Umfeld auf die Probe stellen, ohne dass für sie selbst oder die Schülerinnen und Schüler Belastungen entstehen. Noch ist unklar, ob Simulationen diesen konkreten Zweck erfüllen können. Außerdem stellt sich die Frage, ob sich die Interaktionsbereitschaft mit Simulationen durch die Einbettung von Spielelementen steigern lassen kann und wie sich diese Spielelemente auf den Lernerfolg auswirkt. In diesem Forschungsthemenbereich untersuchen wir beispielsweise die Effektivität verschiedener Gestaltungs- und Nutzungsansätze im Bereich Serious Games und Simulationen für die Anwendung theoretischen Wissens im Lehramtsstudium. Für wen passt dieses Angebot? Dieses Thema passt zu Ihnen, wenn Sie Spaß daran haben, sich experimentell mit dem Thema Serious Games in der Lehrkräftebildung zu beschäftigen. Betreuerin: Anna Kienitz |