Thesis
Themen für Bachelorarbeiten 2025/2026 |
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Wie geht es meinem Selbstwert im Studium, und womit hängt er zusammen? (9 Abschlussarbeiten) Ein hohes Selbstwertgefühl, d.h. sich wertvoll und geschätzt zu fühlen, ist ein zentrales Anliegen von Menschen. Menschen unterscheiden sich nicht nur in der Höhe ihres Selbstwertgefühls, sondern auch in der Stabilität und Kontingenz des Selbstwertgefühls. Für manche Menschen ist ein hohes Selbstwertgefühl selbstverständlich und nicht leicht zu erschüttern, während andere Menschen stets daran zweifeln, ob sie etwas wert sind, wenn sie z.B. merken, dass sie etwas nicht gut (genug) können. Den eigenen Selbstwert stark von einem Verhaltensresultat abhängig zu machen (d.h. Selbstwertkontingenz), ist eine Quelle für (Leistungs-)Motivation, aber auch ein erhebliches Risiko für Wohlbefinden und (psychische) Gesundheit. Selbstwertkontingenz gilt, unter anderem, als eine Folge elterlicher konditionaler Wertschätzung. Selbstwertkontingenz könnte jedoch durch höhere Leistungsmotivation mit besseren Schulnoten und damit mit besseren Zugangsmöglichkeiten zu zugangsbeschränkten Studienfächern wie Psychologie oder Medizin einhergehen. Außerdem könnte Selbstwertkontingenz das emotionale Erleben von Prüfungen, sowie die Dauer, Intensität und Art der Prüfungsvorbereitung, z.B. in Form der gewählten Lernstrategien und Hilfesuchverhalten beeinflussen. Zum Thema Selbstwert im Studium werden bis zu 9 Bachelorarbeiten in der Abteilung Pädagogische Psychologie (Eitel) sowie 2 weitere Bachelorarbeiten in der Abteilung Pädagogische Psychologie (Bardach) angeboten. Die Arbeiten befassen sich mit den unterschiedlichen Korrelaten der Selbstwertkontingenz, wie z.B. Elterliche konditionale Wertschätzung, Geschlecht, Alter, Studiengang, Studiendauer, Zielorientierungen, Gewissenhaftigkeit, Grübeln, Leistungsemotionen, kognitive und motivationale Lernstrategien sowie akademisches Hilfesuchverhalten. Es ist eine gemeinsame Erhebung der Selbstwertkontingenz mit ihren Korrelaten geplant. Die Betreuung der Bachelorarbeiten erfolgt abteilungsübergreifend durch Alexander Eitel, Claudia Schöne und Marie-Christin Krebs. |
Themen für Masterarbeiten 2025/2026 |
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Ausgezeichnet gut für gutes Lernen? (2 Abschlussarbeiten) „Ich mache mir ein Bild davon“ ist nicht nur eine Redewendung, sondern auch eine nützliche Lernstrategie. Für das Verstehen komplexer Lerninhalte, z.B. wie unser Herz-Kreislauf-System funktioniert, ist es zumeist hilfreich, sich die Verläufe von Herz- und Lungenkreislauf nicht nur mental vorzustellen, sondern auch tatsächlich aufzuzeichnen. Das regt nicht nur weiterführendes Denken über die Thematik an, sondern zeigt uns auch auf, wo unsere Lücken im Verständnis sind, die wir in der Folge gezielt schließen können. Daher ist Zeichnen, um zu lernen, eine allgemein empfohlene Lernstrategie. Der Haken an der Strategie ist, dass einige Lernende selbstredend „nicht gut zeichnen können“. Sie sind beim Zeichnen von ihren „nicht schön aussehenden“ Zeichnungen abgelenkt und Zeichnen regt bei ihnen weniger inhaltliches Nachdenken als Nachdenken über die (fehlende) Ästhetik der eigenen Zeichnung sowie der eigenen Zeichenkünste an. Solche Gedanken können psychologische Kosten und Vermeidungsverhalten verursachen und in der Folge lernzielbezogene Verarbeitung reduzieren. Die motivational-emotionalen Effekte des Zeichnens als Lernstrategie sind bislang jedoch wenig erforscht, spielen laut neu entwickeltem Modell des technologiegestützten Lehrens aber eine zentrale Rolle (siehe FoRe-Squares Modell; Eitel, Krebs & Schöne, 2025). Die motivational-emotionale Effekte des Zeichnens und deren Auswirkungen auf Lernergebnisse sollen vor dem Hintergrund des FoRe-Squares Modells in bis zu zwei Masterarbeiten genauer in den Blick genommen werden. In einer der Masterarbeiten soll der Fokus stärker darauf liegen, psychologische Kosten des Zeichnens als Lernstrategie akkurat zu erfassen und vertieft zu analysieren. In der zweiten Masterarbeit soll stärker geprüft werden, wie sich potenziell abträgliche emotionale Effekte des Zeichnens durch die Gestaltung der Zeicheninstruktion (z.B. „niemand sonst sieht deine Zeichnung“) sowie Wahlmöglichkeiten (für oder gegen Zeichnen als Lernstrategie) abmildern lassen. Es ist eine experimentelle Studie mit N=128 Teilnehmenden geplant, die quantitativ und qualitativ ausgewertet werden sollen. Die Masterarbeitsschreibenden können die Erhebung, unter Anleitung von Alexander Eitel und Marie-Christin Krebs, gemeinsam planen und durchführen. Ansprechpartner:innen: Prof. Alexander Eitel (alexander.eitel) und Dr. Marie-Christin Krebs (marie-christin.krebs@psychol.uni-giessen.de) |
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quadratisch.praktisch.gut? Überprüfung eines neuen Modells für die (technologiegestützte) Lehre (2 Abschlussarbeiten) Lehren und Lernen ist kompliziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass Lehr-Modelle so komplex sein müssen, dass sie nicht mehr anwendbar sind. Als Gegenentwurf zu aktuellen Modellen mit 80 Kästchen und noch mehr Pfeilen haben wir ein sparsames Modell konzipiert, dass sich auf "das Eigentliche" konzentriert: Mit nur zwei Dimensionen wird eine theoretisch und empirisch fundierte, anwendbare Grundlage für effektive Lehre (im weitesten Sinne) geschaffen. Das FoRe-Squares Modell (Eitel, Krebs & Schöne, 2025) postuliert, dass technologiegestützte Lehre dann effektiv ist, wenn diese sowohl ausreichenden Focus Support (kognitive Komponente) als auch Reward (motivationale Komponente) bietet, um aktive, zielgerichtete Verarbeitung und Lernen zu ermöglichen. Dieses neu entwickelte Modell soll nun empirisch überprüft und weiterentwickelt werden. Im ersten Schritt sollen dazu die beiden Faktoren Fokus-Support und Reward messbar gemacht werden. Für wen passt dieses Angebot? Diese Themen passen am besten für Sie, wenn Sie Lust haben an aktueller anwendungsrelevanter Forschung und der Entwicklung eines neuen Modells mitzuarbeiten, wenn Sie Interesse an der Erstellung von hochwertigen Skalen haben, wenn Sie den Prozess der Validierung eines theoretischen Modells spannend finden, wenn Sie Spaß haben an gemeinsamen Diskussionen und der vertieften theoretischen Auseinandersetzung mit Konstrukten aus dem Bereich von Kognition und/oder Motivation. Es kann von Vorteil sein, wenn Sie sich bereits kennen und wissen, dass Sie gut zusammenarbeiten können. Die Festlegung der konkreten Themen und der Art der Studien erfolgt nach der Zuteilung dann im persönlichen Gespräch, um die Fragestellungen bestmöglich an die Interessen, Kompetenzen und Wünsche anpassen zu können. |
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Quizzen in der Vorlesung – Wann funktioniert es am besten? (1 Abschlussarbeit) Vorlesungen haben einen eher schlechten Ruf. Sie gelten als aus der Zeit gefallen, ineffektiv und langweilig. Dieser Ruf geht hauptsächlich darauf zurück, dass Vorlesungen einem frontalen Lehr-Lernformat entsprechen, das heißt, wenig offene Interaktivität zwischen Dozierenden und Studierenden oder nur zwischen Studierenden stattfindet, und Studierende dadurch eher „passiv“ durch Zuhören als aktiv miteinander lernen (siehe z.B. ICAP-Modell; Chi & Wylie, 2014). Abgesehen davon, dass auch Lernen durch Zuhören einem aktiven (Denk-)Prozess entspricht (z.B. Renkl, 2008), stellt ein sehr geringes Maß an Interaktivität zwischen Lehrenden und Lernenden tatsächlich ein Risiko für guten Lernerfolg dar. Entsprechend zeigen Studien, dass erhöhte Interaktivität durch digital-gestützte Quizze in Vorlesungen zu größerem Lernerfolg der Studierenden führte (Yang et al., 2021). Die Studienlage ist weniger klar hinsichtlich der Tatsache, wie und wann digitales Quizzen in der Vorlesung am besten eingesetzt werden soll. Soll Quizzen nur am Ende einer Vorlesungssitzung zur Konsolidierung und Überprüfung des Gelernten eingesetzt werden, ohne davor den Lernfluss zu unterbrechen? Oder soll Quizzen häufiger innerhalb einer Veranstaltung eingesetzt werden, um dadurch die Zuhörmotivation der Studierenden bereits während der Vorlesungssitzung zu erhöhen? Je nach theoretischem Zugang ergeben sich unterschiedliche Hypothesen für die Beantwortung dieser Fragen. Diese sollen gegeneinander getestet werden. In dieser Masterarbeit soll diese oder eine verwandte Fragestellung untersucht werden. Es ist ein Feldexperiment im Innergruppendesign geplant, das innerhalb einer realen Vorlesung im Verlauf des WiSe 25/26 durchgeführt wird. Für wen passt dieses Angebot? Das Thema passt für Sie, wenn Sie Lust an anwendungsrelevanter Forschung im Bildungsbereich haben. Ansprechpartner: Prof. Dr. Alexander Eitel (alexander.eitel) |
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Spielend leicht lernen? - Anwendung von Lehrkenntnissen in Simulationen und Serious Games (1-2 Abschlussarbeiten) Das Einüben theoretischen Wissens bildet in der Regel den Fokus des Lehramtsstudiums. Konkrete praktische Erfahrungen machen Studierende meist erst, wenn sie mit Schülerinnen und Schülern arbeiten. Eine Möglichkeit, um Studierenden einen früheren Einstieg in die Anwendung ihres Wissens in authentischen Situationen zu ermöglichen, ist die Nutzung digitaler Simulationsumgebungen. Auf diese Art können Lernende ihre bereits bestehenden Kenntnisse in einem sicheren Umfeld auf die Probe stellen, ohne dass für sie selbst oder die Schülerinnen und Schüler Belastungen entstehen. Noch ist unklar, ob Simulationen diesen konkreten Zweck erfüllen können. Außerdem stellt sich die Frage, ob sich die Interaktionsbereitschaft mit Simulationen durch die Einbettung von Spielelementen steigern lassen kann und wie sich diese Spielelemente auf den Lernerfolg auswirkt. In diesem Forschungsthemenbereich untersuchen wir beispielsweise die Effektivität verschiedener Gestaltungs- und Nutzungsansätze im Bereich Serious Games und Simulationen für die Anwendung theoretischen Wissens im Lehramtsstudium. Für wen passt dieses Angebot? Dieses Thema passt zu Ihnen, wenn Sie Spaß daran haben, sich experimentell mit dem Thema Serious Games in der Lehrkräftebildung zu beschäftigen. Ansprechpartnerinnen: Dr. Marie-Christin Krebs (marie-christin.krebs@psychol.uni-giessen.de) und Anna Kienitz (Anna.Kienitz@psychol.uni-giessen.de) |
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Schön einfach oder nur einfach schön? - Lernen mit Erklär-Videos (1 Abschlussarbeit) Erklärvideos sind bei vielen Lernenden sehr beliebt, da sie komplexe und/oder abstrakte Sachverhalte auf einfache und unterhaltsame Weise erklären. Bisherige Forschung zeigt, dass Videos ein effektives Lernmedium sein können, wenn sie lernförderlich gestaltet und lernwirksam eingesetzt werden. Das Lernen mit Erklärvideos kann für Lernende jedoch auch aus kognitiven, motivationalen und metakognitiven Gründen herausfordernd sein. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir in diesem Forschungsthemenbereich verschiedene Grenzbedingungen für das effektive Lernen mit Erklärvideos. Für wen passt dieses Angebot? Dieses Thema passt zu Ihnen, wenn Sie Interesse haben, Grenzbedingungen für das Lernen mit Erklärvideos experimentell unter die Lupe zu nehmen. Ansprechpartnerin: Dr. Marie-Christin Krebs (marie-christin.krebs@psychol.uni-giessen.de) |