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Human Resource Management

 

Moderne Arbeitsformen und ihre Potentiale und Risiken

Flexible Arbeitsregelungen sind ein zentraler Bestandteil moderner Strategien des Human Resource Managements (HRM; Gajendran & Harrison, 2007). Ihre Relevanz hat durch die COVID-19-Pandemie und die fortschreitende Digitalisierung deutlich zugenommen (Foss, 2021). Mitarbeitende schätzen die Vorteile des Home-Office, wie eine höhere Autonomie, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder Zeitersparnis durch wegfallende Pendelwege (Kunze et al., 2021). Dennoch zeigen sich viele Organisationen zurückhaltend, diese Arbeitsform langfristig zu etablieren. Nach dem Ende pandemiebedingter Einschränkungen kehrten zahlreiche Unternehmen zu klassischen Präsenzstrukturen zurück, häufig aus Sorge, dass fehlende physische Anwesenheit und reduzierte Kontrollmöglichkeiten zu Leistungseinbußen oder geringerer Arbeitsmotivation führen könnten (Blaskovich, 2008). Auch die wissenschaftliche Diskussion zu flexiblen Arbeitsformen ist ambivalent. Einerseits verweisen Studien auf positive Effekte wie gesteigerte Produktivität, Zufriedenheit und Motivation (Bloom et al., 2024), andererseits werden mögliche negative Konsequenzen wie soziale Isolation, verringerte Teamkohäsion oder die Zunahme dysfunktionaler Verhaltensweisen thematisiert (Allen et al., 2015). Bisher fehlt eine umfassende, differenzierte Analyse dieser Dynamiken, die sowohl individuelle als auch soziale und organisationale Perspektiven integriert. Z.B. stellt sich aus HRM-Sicht die Frage, wie Organisationen flexible Arbeitsmodelle gestalten und begleiten können, um positive Effekte zu fördern und Risiken gezielt zu managen. Gleichzeitig sind auch organisationale Strukturen, Führungskultur und Kooperationsprozesse relevant, wenn es darum geht, Home-Office nachhaltig und wirksam zu implementieren.

Im Rahmen von Thesen können die Prozesse und Auswirkungen flexibler Arbeitsregelungen – insbesondere des Home-Office – aus individueller, sozialer und organisationaler Perspektive untersucht werden. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Fragestellungen, wie: Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich durch Home-Office für Mitarbeitende, Teams und Organisationen? Welche Faktoren beeinflussen Leistung, Aufgabenbewältigung und die Qualität der Zusammenarbeit? Wie können HRM und Organisationen durch gezieltes Design und Steuerung von Arbeitsstrukturen, Kommunikation und Führung zur erfolgreichen Etablierung flexibler Arbeitsmodelle beitragen?
Zur Untersuchung dieser Fragestellungen gilt es, ein quantitatives, längsschnittliches Forschungsdesign anzuwenden. Möglich sind dyadische Designs, um unterschiedliche Perspektiven auf Themen zu erfassen (z.B. Mitarbeitende und Kolleg:innen/Führungskräfte) und/oder Tagebuchstudien, um den Arbeitsalltag von Mitarbeitenden gezielt abzubilden.