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Was heißt eigentlich moderieren? Einblicke in das Modul „Professionelle Gesprächsführung und Moderation“

04.08.2025: Verschiedene Moderationsmethoden in einem geschützten Rahmen ausprobieren - diese Möglichkeit hatten die Studierenden des Masterprofilmoduls „Professionelle Gesprächsführung und Moderation“ dieses Sommersemester im dazugehörigen Workshop unter der Leitung von Dr. Juliane Yildiz.

Für den Moderationsworkshop bereitet jedes Moderationsduo ein selbstgewähltes Thema vor und hat 15 Minuten Zeit, auszuprobieren, was es heißt zu moderieren, dabei verschiedene Methoden anzuwenden und spontan mit der Gruppe zu interagieren. Eine Moderation strukturiert und visualisiert Gesprächsprozesse, sodass ein gemeinsamer Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess ermöglicht wird. Die moderierenden Personen bleiben inhaltlich neutral und sorgen für Gleichberechtigung. Nach Klebert, Schrader & Straub (2006) findet eine Moderation typischerweise in sechs Schritten statt:

  1. Der Einstieg, bei dem Erwartungen und Ziele geklärt werden
  2. Das Sammeln, bei dem offen in der Gruppe Beiträge zu einer Fragestellung gesammelt und visualisiert werden
  3. Das Auswählen von Schwerpunkten durch Abwägen von Argumenten
  4. Das Bearbeiten der Fragestellung als Kernphase des Arbeitsprozesses
  5. Das Planen der nächsten Schritte und Verantwortlichkeiten
  6. Der Abschluss mit einer Reflexion des Gruppenprozesses

Innerhalb der Schritte werden verschiedene Methoden genutzt, wie Ein- oder Mehr-Punkt-Abfragen, Brainstorming mit Karten oder in Kleingruppenarbeit. Diese Methoden werden mit beispielsweise Pinnwand oder Flipchart unterstützt.

In diesem Jahr wurde zum Beispiel darüber diskutiert, wie der Ertrag der Obstbäume auf dem Campus genutzt werden kann, was Chancen und Risiken der KI-Nutzung im Uni Alltag sind oder wie die Umsetzung einer Möbeltauschbörse für Studierende aussehen könnte.

Ich arbeite als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl. Dadurch hatte ich die Chance, jetzt schon zum zweiten Mal beim Moderationsworkshop dabei zu sein: Im letzten Jahr als Teilnehmerin des Moduls, dieses Jahr, um bei der Durchführung zu unterstützen und damit eher als stille Beobachterin.

Als Teilnehmerin im vergangenen Jahr war ich etwas aufgeregt, vor allem vor dem eigenen Moderationsteil, weil ich nicht wusste, was mich überhaupt erwartet. Umso positiver habe ich die wertschätzende Stimmung und das offene Miteinander in der Gruppe erlebt. Durch das aktive Ausprobieren und das gegenseitige Feedback konnten wir viel voneinander lernen. In meiner unterstützenden Rolle dieses Jahr habe ich beobachtet, dass zwar jede Gruppe ihre eigene Dynamik entwickelte, der respektvolle und konstruktive Umgang miteinander jedoch bei allen gleich spürbar war. Und auch der Spaß und die Kreativität kamen dabei nicht zu kurz.

Literatur:
Klebert, K., Schrader, E. & Straub, W.G. (2006). Moderations-Methode: das Standardwerk (3. Auflage). Windmühle-Verlag.

Vielen Dank an Lisa Moosmann für diesen Blogbeitrag und das Teilen Ihrer Erfahrungen im Modul MP-107!