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Aktuelles

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Artikel der Professur VWL 1 zur kartellrechtlichen Compliance im Handelsblatt Journal Compliance

Die Mitarbeiter der Professur VWL I Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha, Daniel Herold, M.Sc., und Marieke Funck, B.Sc sind mit einem Artikel zur kartellrechtlichen Compliance im Handelsblatt Journal Compliance vertreten.

Der Artikel mit dem Titel "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt - Angelpunkte der kartellrechtlichen Compliance" thematisiert ökonomische Defizite der herrschenden Compliance-Praxis in vielen Unternehmen. Darüber hinaus durchleuchtet der Artikel die Möglichkeiten der e-Discovery, der statistischen Auswertung elektronischer Texte (z.B. e-Mails) im Unternehmen, als Maßnahme zur Früherkennung von Kartellrechtsverstößen. Die Erkenntnisse des Artikels basieren damit einerseits auf der empirischen (http://www.bvdcm.de/publikationen/compliance-2015-perspektiven-einer-entwicklung) und theoretischen Forschung der Professur im Bereich Kartellrechts-Compliance, sowie andererseits auf der engen Zusammenarbeit mit Recommind, einem Anbieter von Dienstleistungen zu e-Discovery.

 

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Beitrag der Professur VWL I im Sammelband "COMPLIANCE 2015 - PERSPEKTIVEN EINER ENTWICKLUNG"

Im aktuellen Sammelband des Bundesverbands der Compliance Manager (BCM) unter dem Titel "COMPLIANCE 2015 - PERSPEKTIVEN EINER ENTWICKLUNG" veröffentlichen Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold Auszüge ihrer Forschung zur kartellrechtlichen Compliance.

 

Die folgende Inhaltsbeschreibung sowie Informationen über Bezugsmöglichkeiten finden sich auf den Internetseiten des BCM unter http://www.bvdcm.de/publikationen/compliance-2015-perspektiven-einer-entwicklung

In dem Sammelband berichten ausgewählte Experten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen sowie aus Forschung und Lehre über die aktuellen Themenstellungen, unter denen Compliance Ende des Jahres 2014 sowie im Jahr 2015 gesehen wird. Praktische Erfahrungen und Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Arbeit werden gleichermaßen verständlich und informativ dargelegt. Erfolgreiche Ideen, Gedankenanstöße und Lösungsmodelle werden vorgestellt und ermöglichen es dem Leser, diese auf die Situation in seiner eigenen unternehmerischen oder operativen Bedarfslage als Compliance Manager umzusetzen.
Unter Projektleitung seitens des Berufsverbands der Compliance Manager (BCM) konzentriert sich die Zusammenstellung unter anderem auf

  • Compliance in Firmenverflechtungen,
  • Compliance-orientierte Governance und Compliance-Kultur,
  • prozessorientierte IT-Umsetzung von Compliance-Anforderungen,
  • kartellrechtliche Compliance,
  • Messbarkeit von Compliance,
  • aktueller Status in der Compliance-Standardisierung.

 

Dieses Kompendium aus 20 Fachbeiträgen anerkannter Kompetenzträger hat im Rahmen der Aufgabenstellung des BCM zum Ziel, effizient Wissen zu vermitteln und einen praktischen Mehrwert für das Compliance Management zu schaffen. Es vervollständigt den von der Berufsfeldstudie Compliance Manager 2013 und der Fremdbildstudie 2014 aufgespannten Horizont und setzt zur Professionalisierung des Berufsbildes aktuelle und nützliche Impulse. 

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Interview mit Dr. Paha in "Compliance Manager"

Das Interesse an den im Juli 2014 veröffentlichten Ergebnissen der an der Professur VWL I (Prof. Dr. Götz) durchgeführten Studie zur Kartellrechts-Compliance hält weiter an. Nachdem die Ergebnisse bereits auf Fachkonferenzen diskutiert, im Bundeskartellamt und im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt wurden, erschien nun ein weiteres Interview mit Herrn Dr. Paha. In dem Magazin "Compliance Manager" erläutert Herr Dr. Paha warum Compliance und Riskiomanagement in Unternehmen stärker verzahnt werden müssen. Außerdem zeigt er auf, wie Kartellrechtsschulungen von Compliance Officers ergänzt und dahingehend verbessert werden können, dass Angestellte mehr für die Thematik  sensibilisiert werden.

Das komplette Interview finden Sie hier (Compliance Manager 1/15, S. 104-105).

 

Die durchgeführte Studie "Wie Compliance-Maßnahmen Kartellrechtsverstöße verhindern und zum Unternehmenserfolg beitragen können." können Sie hier finden.

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PhD Workshop: Dynamic Games - Numerical Methods and Applications

Mit Prof. Doraszelski von der Wharton University of Pennsylvania folgte einer der auf dem Gebiet der dynamischen Industrieökonomie weltweit führenden Experten der Einladung an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Untersuchung des Einflusses von Unternehmensentscheidungen wie etwa der Investition in Produktionskapazitäten oder in Forschung und Entwicklung auf die langfristige Entwicklung von Sektoren stand im Mittelpunkt der von der Professur VWL 1 (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) ausgerichteten Veranstaltungen.

Prof. Doraszelski hat eine Vielzahl von Aufsätzen in den angesehensten volkswirtschaftlichen Fachzeitschriften wie der American Economic Review, der Review of Economic Studies und in Econometrica veröffentlicht. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Wharton University of Pennsylvania ist er zudem als Associate Editor für das führende „Field-Journal“, das RAND Journal of Economics tätig.

 

Als Teil des am Fachbereich 02 veranstalteten Forschungskolloquiums präsentierte Prof. Doraszelski am 14.01.2015 zunächst in einem 90-minütigen Vortrag seine aktuelle Arbeit zum Thema „Measuring the Bias of Technological Change“. Er wirft darin die Frage auf, ob technischer Fortschritt in erster Linie arbeitssparend ist, ein Punkt, dessen mögliche Konsequenzen in der folgenden Aussprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv diskutiert.

Im Rahmen der Doktorandenausbildung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften bot Prof. Doraszelski dann am 15. und 16. Januar weiterführende Vorlesungen auf Schloss Rauischholzhausen an. Dieser Workshop war Teil des interuniversitären MAGKS-Programms, in dessen Rahmen die Universitäten Marburg, Aachen, Gießen, Göttingen, Kassel und Siegen (MAGKS) eine gemeinsame Doktorandenausbildung im Fach Volkswirtschaftslehre anbieten. Ziel des MAGKS-Programms ist es, die Qualität der Promotionsarbeiten weiter anzuheben und deren Einbindung in die internationale Forschung zu fördern. Zusätzlich zu den Teilnehmern der MAGKS-Universitäten nahmen an der Veranstaltung Jungforscher aus Mannheim, Ulm und Wien teil. Zu erwähnen ist auch das Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS), welches einige der heimischen Teilnehmer unterstützte, indem es die Kosten des Workshops übernahm.

 

Ziel des aktuellen Kurses war es, Methoden der dynamischen Industrieökonomie nicht nur kennenzulernen, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Methodisch bewegten sich die Ansätze hierbei im Bereich der Differenzialspiele, die Teil der dynamischen Spieltheorie sind. Da diese spezielle Gruppe von Spielen selten analytisch gelöst werden können, müssen die Lösungen zumeist numerisch approximiert werden. Neben Vorlesungselementen hatten die Teilnehmer des Workshops so auch die Möglichkeit in Kleingruppen unter Verwendung entsprechender Programme (z.B. Matlab) Lösungen zu erarbeiten und diese mit Prof. Doraszelski zu diskutieren. Fortgeschrittenen Promovierenden wurde zudem die Möglichkeit gegeben, im Gespräch mit Prof. Doraszelski den Stand der eigenen Forschung vorzustellen.

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Dr. Gissel mit Innovationspreis 2014 der Medizinischen Gesellschaft Gießen ausgezeichnet

Dr. Christian Gissel wurde vom Vorsitzenden der Medizinischen Gesellschaft Gießen, Prof. Dr. Klaus T. Preissner, im Rahmen der Feulgen Lecture am 17.12.2014 mit dem Innovationspreis für Lehre 2014 ausgezeichnet. Der mit 2000 Euro dotierte Preis würdigt Dr. Gissels Engagement für hervorragende Lehre. Im Zentrum der gewürdigten Leistung stand das interdisziplinäre Seminar Pharmakoökonomie, das die Professur VWL I gemeinsam mit den Fachbereichen Medizin und Rechtswissenschaft anbietet.

 

Dr. Gissel dankte Prof. Preissner für die Verleihung des Preises sowie Prof. Götz (VWL I), Prof. Dreyer (Pharmakologie), Dr. Repp (Studiendekanat FB Medizin) und Prof. Lange (Rheumatologie) dafür, dass sie den Aufbau des interdisziplinären Lehreformats mit viel Engagement ermöglicht haben. 

 

Seit Wintersemester 2014/2015 wurde das Seminarformat inhaltlich deutlich ausgebaut und auf ein breites Spektrum der Gesundheitsökonomie erweitert. Die von der Professur VWL I betreuten Seminararbeitsthemen analysierten in diesem Semester neben pharmakoökonomischen Fragestellungen auch ökonomische Anreizsysteme zur Niederlassung auf dem Land als Allgemeinmediziner, Themen der Versorgungsforschung, Gründe und Lösungsansätze für unterschiedliche MRSA-Quoten in Deutschland und den Niederlanden sowie Aspekte des Pflegemarkts.

 

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Drei Mitarbeiter der Professur bei der 41ten Konferenz der EARIE vertreten

Die Mitarbeiter der Professur VWL I Dr. Johannes Paha, Dipl. Vw. Tim Brühn und Daniel Herold, M.Sc. präsentierten die Ergebnisse ihrer Forschung auf der 41. Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE). Die jährliche Konferenz fand vom 29.08. bis 31.08.2014 in Mailand statt.

 

Die EARIE ist die größte, europäische Konferenz im Bereich der Industrieökonomie. Im Rahmen der Konferenz wurden die Arbeiten der Autoren vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus wurden neue Kontakte zu international erfolgreichen Wissenschaftlern geknüpft, bereits vorhandene Kooperationen gepflegt und neue Ideen für die eigene Forschung generiert. Um die Reise zu finanzieren, wurden Herr Dr. Paha und Herr Herold durch das Konferenzreiseprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) gefördert.

 

Herr Dr. Paha stellte die Ergebnisse seiner Forschung zum Thema "Cooperation and Compliance with Risk and Uncertainty about Law Enforcement" vor. Nicht nur einem wissenschaftlichen Fachpublikum sondern auch Mitarbeitern von Wettbewerbsbehörden erläuterte er u.a., dass Wettbewerbsbehörden Unternehmen mitunter motivieren können, kartellrechtliche Compliance-Programme einzuführen, wenn dass allgemeine Niveau der Bußgelder abgesenkt wird, die gegenüber Kartellsündern verhängt werden. Das niedrigere Bußgeldniveau kann bewirken, dass Mitarbeiter, die über kartellrechtliche Sachverhalte nur schlecht informiert sind, von Vergehen wegen der gesunkenen Sanktionen weniger abgeschreckt werden. Dies schadet den Unternehmen insbesondere, wenn die Bußgelder und sonstigen Sanktionen auch nach der Absenkung noch deutlich höher sind als der Zugewinn aus dem rechtswidrigen Handelns. Die aufgrund der gesunkenen Bußgelder gestiegene Gefährdungslage erhöht den Anreiz für Rechts- und Compliance-Abteilungen, diese Mitarbeiter über kartellrechtliche Sachverhalte aufzuklären und so rechtskonformes Verhalten zu fördern.

 

Darüber hinaus leitete Herr Dr. Paha die Session "Collusion: Theory". Dies bot die Gelegenheit, renommierten Autoren eine Rückmeldung zu deren Arbeit zu geben, um so die Sichtbarkeit und Vernetzung der Universität Gießen und der Professur VWL I weiter zu steigern.

 

Tim Brühn referierte über den Wert konsumentenspezifischer Information für Intermediäre. In der heutigen Zeit übernehmen zunehmend webbasierte Plattformen die Vermittlung zwischen zweien oder mehreren ihrer Kundengruppen. Uber vermittelt Fahrgäste zu Fahrern, Google und Facebook vermitteln Werbetreibende zu potentiellen Konsumenten, HRS schlägt Reisenden Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels vor. Akteure beider Gruppen haben unterschiedliche Charakteristika und Präferenzen, die für die Plattform von höchstem Interesse sind, weil sie die Qualität der Vermittlung, die Zahlungsbereitschaften der Kunden und den Gewinn determinieren. Vermittlungsdienste generieren daher nutzerspezifische Informationen mit einer gewinnmaximierenden Präzision. Herr Brühns Artikel „The Value of User-Specific Information for Two-Sided Matchmakers“ gibt eine theoretische Fundierung dieses Problems und analysiert darauf aufbauend Anreize, in die Generierung nutzerspezifischer Informationen zu investieren. Mit seiner Forschung befindet sich Herr Brühn im hochaktuellen, aber bisher noch wenig erforschten Schnittstellenbereich zwischen der Theorie zweiseitiger Märkte und dem Matching heterogener Akteure.

 

Herr Herold präsentierte seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance". Eines der zentralen Ergebnisses des Papiers ist, dass Compliance-Bemühungen eine Auswirkung auf die Anreizverträge im Unternehmen haben können: Durch die Aufdeckungswahrscheinlichkeit eines Kartells wird der Arbeitsanreiz der Mitarbeiter gedämpft, wenn diese vorher in illegale Absprachen involviert waren. Durch diesen negativen Effekt auf den Gewinn des Unternehmens entsteht ein nicht-monotoner Zusammenhang zwischen den Schwellenwerten für Bonuszahlungen der Mitarbeiter und den Anreizen zur Kartellierung. Gegenstand der Untersuchung ist ein Arbeitsvertrag, der ein fixes Gehalt vorsieht, sowie einen variablen Bonus, der über die Differenz des realisierten Unternehmensgewinns zu einem bestimmten, vorher festgelegten Schwellenwert bestimmt wird. Im Kartell kann ein höherer Gewinn realisiert werden; somit können ambitionierte Gewinnziele die Mitarbeiter bestärken, sich an illegalen Absprachen zu beteiligen. Ein zu niedriger Schwellenwert kann diesen Kartellierungsanreiz im Vergleich zu einem hohen Gewinnziel aber sogar noch verstärken. Einerseits kann sich der Mitarbeiter im Kartell einen höheren Bonus sichern. Andererseits kann der niedrigere Gewinn, der durch den beschriebenen adversen Effekt des illegalen Verhaltens auf den Arbeitseinsatz ensteht, immer noch mit einem variablen Bonus belohnt werden.

 

 

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Studie zu Markteintrittsbarrieren in EU Retail-Energiemärkte veröffentlicht

13.11.2014


Im Auftrag der Agentur der europäischen Energieregulierungsbehörden – ACER – wurde an  der Professur VWL-I in Kooperation mit E-Bridge die Studie „Barriers to cross-border entry into retail energy markets“ erstellt. Die von  Samuel de Haas und Prof. Georg Götz betreute Studie beschäftigt sich mit Markteintrittsbarrieren (im speziellen für Cross-Border Markteintritte) in europäische Energiemärkte. Die Ergebnisse der Studie basieren dabei auf detaillierten Interviews mit 30 namhaften europäischen Energieversorgern und sind in den Market Monitoring Report 2014 eingeflossen.

 

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DFG fördert eine Forschungs- und Vortragsreise von Herrn Dr. Paha in die USA

10.10.2014

 

Seit Frühjahr 2013 führen Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., ein Projekt zur Erforschung der Ausgestaltung und Wirkung kartellrechtlicher Compliance-Maßnahmen durch. Im Rahmen einer Umfrage unter Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte so gezeigt werden, dass aus ökonomischer Sicht bedeutsamen Risikofaktoren für die Kartellbildung in der Compliance-Praxis bislang noch eine eher überschaubare Bedeutung zukommt.

Die Ergebnisse dieser Forschung stellte Herr Dr. Paha am 01.10. auf Einladung von Prof. Dr. Sally Simpson am Department of Criminology der University of Maryland vor. Im Rahmen dieses Vortrags konnten die Erkenntnisse der Gießener Forscher mit den dortigen Wissenschaftlern diskutiert werden, wodurch sich wiederum Impulse für die zukünftige Forschung in Gießen ergaben. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 ist das Department of Criminology and Criminal Justice der University of Maryland deutlich gewachsen und ist bestrebt, eine Vorreiterrolle in der kriminologischen Forschung einzunehmen.

 
Im Zuge seiner Beschäftigung mit Kartellrechts-Compliance argumentiert Herr Dr. Paha auf Basis einer modelltheoretischen Arbeit, dass Wettbewerbsbehörden mitunter Anreize zur Investition in Compliance-Programme schaffen können, indem sie das allgemeine Niveau der Bußgelder absenken, die Kartellunternehmen auferlegt werden. Dies steht im Kontrast zu einem oft gehörten Argument: Ein niedrigeres Bußgeld schrecke weniger vor Kartellvergehen ab. Diese niedrigere Abschreckungswirkung mindere auch den Anreiz, in kartellverhindernde Maßnahmen zu investieren. Dr. Paha zeigt hingegen, dass dieser Anreiz bei sinkenden Bußgeldern gerade steigen kann, wenn andernfalls nämlich die Zahl der Kartellvergehen steigt.

Diese Überlegungen stellte er auf Einladung von Prof. Dr. Roger Blair am Department of Economics der University of Florida vor. Die Diskussion zu diesem Thema ging dabei schnell über den eigentlichen Fokus der Arbeit hinaus, um die weiteren Implikationen von Herrn Dr. Pahas Ergebnissen für die praktische Wettbewerbspolitik zu beleuchten. Die Teilnehmer des Forschungsseminars zeigten ein lebhaftes Interesse am behandelten Themenfeld sowie an den Ergebnissen der Gießener Forschung.

Zudem verbrachte Johannes Paha eine Woche am Levin College of Law der University of Florida, um eine Forschungskooperation mit Prof. Dr. Daniel Sokol anzustoßen. Dieser Aufenthalt wurde dankenswerterweise von der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch die Gewährung von Drittmitteln zum Aufbau internationaler Kooperationen unterstützt. Im Rahmen der in Gainesville (Florida) geführten Gespräche wurde vereinbart, die weiteren Ausbaustufen der Gießener Umfrage zur Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der University of Florida durchzuführen. Die Forscher sind überzeugt, durch ihre Arbeit nicht nur einen wissenschaftlichen sondern auch einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Schließlich werden Konsumenten tagtäglich geschädigt, da sie für eine Vielzahl von Produkten (in der Vergangenheit z.B. Matratzen, Kerzen, Süßwaren, Bier, Zement, Computermonitore etc.) aufgrund rechtswidriger Absprachen zwischen Unternehmen zu hohe Preise zahlen.

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Kartellrechts-Compliance und ökonomische Analyse des Rechts

30.09.2014

 

Der ökonomischen Analyse des Rechts kommt eine immer weiter steigende Bedeutung zu. Daher wurde bereits im Jahr 1984 die European Association of Law and Economics ins Leben gerufen. Deren Jahrestagung ist zu einem bedeutenden Forum geworden, um Forschungsergebnisse und -ideen auszutauschen. Auf der diesjährigen Jahrestagung in Aix-en-Provence stellte Dr. Johannes Paha die Ergebnisse eines aktuellen Modells vor einem international renommierten Publikum vor. In seinem Modell zeigt er die Fehlentscheidungen auf, die sich ergeben, wenn Unternehmensmanager unzureichend über das Kartellrecht informiert sind. Einerseits werden z.B. trotz hoher Bußgelder Kartelle eingegangen. Andererseits unterbleiben manche positiv zu beurteilenden Kooperationen (z.B. gemeinsame Forschung und Entwicklung) aus Sorge, die Wettbewerbsbehörden könnten diese untersagen. Diese Fehler können z.B. durch Compliance-Trainings verhindert werden. Es zeigt sich, dass der Anreiz der unternehmensinternen Rechtsabteilungen, solche Trainings anzubieten, mitunter gesteigert werden kann, wenn die Wettbewerbsbehörden das Niveau der Bußgelder absenken. Bei einem niedrigeren Bußgeldniveau treten Fehlentscheidungen nämlich verstärkt auf, sodass die Unternehmen eher in entsprechende Präventionsmaßnahmen investieren. Informationen zur Konferenz finden Sie hier:

[http://www.eale.org/index/index/about]

Im Anschluss an diese Konferenz stellte Herr Dr. Paha die Ergebnisse der Gießener Umfrage zur Kartellrechts-Compliance auch am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung vor. Die Einladung zu diesem Vortrag erfolgte durch Herrn Prof. Dr. Hüschelrath und Herrn Sven Heim, die seit Jahren mit den Gießener Forschern der Professur VWL I in gutem Kontakt stehen. Die Diskussion mit den Mitgliedern der Forschungsgruppe von Herrn Prof. Hüschelrath warf neue Ideen auf, die in Zukunft in das Gießener Forschungsprojekt einfließen werden. Der Gedankenaustausch der Forscher zeigte erneut auf, wie wichtig Kooperationen für die Wissenschaft sind.

http://www.zew.de/images/presse/voll/ZEW_Seitenansicht.jpg

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Handelsblatt Online - Wie Manager nicht in die Kartellfalle laufen

Im Artikel "Tücken des Wettbewerbs - Wie Manager nicht in die Kartellfalle laufen" berichtet Handelsblatt Online am 17.09.2014 ausführlich über das von Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold durchgeführte Forschungsprojekt Kartellrechts-Compliance: Wie Compliance-Maßnahmen Kartellrechtsverstöße verhindern und zum Unternehmenserfolg beitragen können. Der Autor des Artikels, Lukas Bay, hat Dr. Johannes Paha zu diesem Zweck interviewt.

Die zugrundeliegende Studie können Sie hier herunterladen, weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie hier.

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Kartelle: Geschädigte Verbraucher, bemühte Unternehmen

Studie der Universität Gießen zeigt, dass Unternehmen ihre Maßnahmen zur Kartellrechts-Compliance noch wirkungsvoller gestalten könnten.


Illegale Preisabsprachen schädigen die Abnehmer und setzen die beteiligten Unternehmen dem Risiko hoher Bußgelder und Schadensersatzzahlungen aus. Die an der JLU tätigen Volkswirte Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc. zeigen in einer aktuellen Studie, dass die Unternehmen die Ursachen solcher Kartelle vor allem in der Rechtsunkenntnis ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen. Zu der Studie wurden 90 große Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl zur Ausgestaltung als auch zur Wirksamkeit der von ihnen durchgeführten Compliance-Maßnahmen befragt.

Nahezu wöchentlich berichten die Medien über die Entdeckung illegaler Preisabsprachen zu Lasten der Abnehmerinnen und Abnehmer. Bußgelder in Höhe von beispielsweise 338 Millionen Euro für Wurst, 380 Millionen Euro für Zement und 160 Millionen Euro für Kaffee können auch für die kartellrechtswidrig handelnden Unternehmen eine enorme Belastung darstellen und bis zur Zahlungsunfähigkeit führen. Hinzu kommen Klagen auf Schadensersatz in einer ähnlichen Größenordnung wie die Höhe der Bußgelder. Auch die Verfahrenskosten können leicht mehrere Millionen Euro betragen. Schwer zu beziffern aber nicht minder bedeutend sind die Kosten, die sich aus der Störung des Betriebsablaufs und dem Umstand ergeben, dass während des Rechtsstreits auch die Unternehmensleitung nur eingeschränkt ihren Leitungsaufgaben nachkommen kann, weil sie mit dem Verfahren befasst ist.

Aufgrund dieser Kosten investieren vor allem große Unternehmen und ehemalige Kartellsünder verstärkt in sogenannte kartellrechtliche Compliance-Maßnahmen, die Preisabsprachen verhindern sollen. Diese Maßnahmen stehen im Fokus der Gießener Studie. Als Risikofaktor für Verstöße gegen das Kartellverbot sehen mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen die mangelhafte Kenntnis von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das Kartellrecht und der bei Verstößen drohenden Konsequenzen (z.B. Bußgelder,  Schadensersatzzahlungen) an. Änderungen im ökonomischen Umfeld wie eine einbrechende Nachfrage oder verstärkte Importkonkurrenz werden nur von weniger als 40 Prozent der Befragten zu den Risikofaktoren gezählt. „Diese Einschätzung ist überraschend“, so der Leiter der Studie, Dr. Johannes Paha.  „Gerade Änderungen im Wettbewerbsumfeld der Unternehmen und damit verbundene Gewinneinbrüche, konnten in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Kartellabsprachen beobachtet werden.“

Entsprechend ihrer Risikoeinschätzung führen mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen Schulungsmaßnahmen durch und geben Regeln zum korrekten Verhalten im Wettbewerb vor, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Grundlagen des Kartellrechts aufzuklären.
Die Studie der Gießener Forscher zeigt, dass vor allem große Unternehmen und solche mit Kartellerfahrung bereits heute umfangreiche Maßnahmen durchführen, um zukünftige Preisabsprachen zu verhindern. Es zeigt sich jedoch auch, dass gerade bei Maßnahmen zur Risikofrüherkennung – also bei der aktiven Suche nach Risiken im Marktumfeld der Unternehmen – weitere Möglichkeiten bestehen, die aktuellen Compliance-Anstrengungen noch schlagkräftiger zu gestalten.

Die Studie können Sie hier herunterladen.

 

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Einladung zur Präsentation von Studienergebnissen im Bundeskartellamt

Nach Veröffentlichung der Gießener Studie zur kartellrechtlichen Compliance war Herr Dr. Paha von Herrn Dr. Hesch (Mitarbeiter des Bundeskartellamts) eingeladen worden, die Studienergebnisse am 09. September 2014 in Bonn zu präsentieren und mit Behördenvertretern zu diskutieren. Der Präsentation wohnten rund 30 Mitarbeiter des Bundeskartellamts bei, die interessiert mit den aus Gießen angereisten Ökonomen (Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold) diskutierten. So konnten nicht nur die Ergebnisse dieser Forschung in die Praxis vermittelt werden. Aus den Gesprächen ergaben sich auch wieder Ansatzpunkte für die weitere Forschung.

 

http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Bild/DE/Pressefotos/Haus1.jpg?__blob=poster&v=2

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Interview mit Dr. Paha in "Compliance - Die Zeitschrift für Compliance-Verantwortliche"

Die im Juli 2014 veröffentlichten Ergebnisse der an der Professur VWL I (Prof. Dr. Götz) durchgeführten Studie zur Kartellrechts-Compliance ziehen weite Kreise. Nachdem die Ergebnisse bereits auf Fachkonferenzen diskutiert und sowohl im Bundeskartellamt als auch im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt wurden, erschien nun ein Interview mit Herrn Dr. Paha in der Zeitschrift "Compliance - Die Zeitschrift für Compliance-Verantwortliche". Darin erläutert er eines der zentralen Studienergebnisse, dass Risikofaktoren im ökonomischen Umfeld der Unternehmen bislang von Compliance-Verantwortlichen nur in einem überschaubaren Ausmaß beachtet werden.

Das ganze Interview finden Sie im Magazin auf Seite 7.

Darüber hinaus erschien ein Bericht über die Studie in der österreichischen Zeitschrift "Compliance Praxis". Verfasser des Artikels ist Herr Dr. Johannes Barbist, Partner der Kanzlei Binder Grösswang, die über eine besondere Expertise insbesondere im Bereich des Kartellrechts verfügt. Abonnenten können den Beitrag von der Website der Zeitschrift herunterladen.

 

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Prof. Dr. Götz und Dr. Paha präsentieren Studienergebnisse auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums

Maßnahmen zur kartellrechtlichen Compliance werden von Unternehmen durchgeführt, um die Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften durch ihre Mitarbeiter sicherzustellen. Dabei kann es sich bspw. um Schulungsmaßnahmen und Prüfungshandlungen zur Entdeckung von Missverhalten oder zur Risikofrüherkennung sowie um die Vorgabe von Verhaltensregeln handeln. Bei andernfalls auftretenden Zuwiderhandlungen drohen den Unternehmen empfindliche Bußgelder und Schadensersatzforderungen.

In einer aktuellen Studie zeigen die Gießener Forscher Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., dass Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine hohe Rechtsunsicherheit wahrnehmen. Diese bezieht sich z.B. auf die Frage, wie fehlende oder unvollständige Compliance-Bemühungen zu Haftungsrisiken auch für an den Verstößen unbeteiligte Vorstandsmitglieder führen können. Gleichzeitig ist erkennbar, dass vielen Risikofaktoren im ökonomischen Umfeld der Unternehmen in den bislang noch eher juristisch geprägten Compliance-Programmen weniger Raum eingeräumt wird als aus Sicht der Gießener Forscher wünschenswert wäre.

Am 02. September 2014 fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Workshop zur kartellrechtlichen Compliance statt. Neben Vertreterinnen und Vertretern großer, deutscher Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und von Kartellrechtskanzleien diskutierten dort auch Herr Prof. Dr. Götz und Herr Dr. Paha als Vertreter der Wissenschaft über das Thema Kartellrechts-Compliance. Der konstruktive und informative Workshop zeigte, dass die am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität gewonnenen Erkenntnisse auch in der Praxis auf eine sehr positive Resonanz stoßen.

Weitere Forschungsbemühungen zielen auf eine Ausweitung der empirischen Studie auf den angelsächsischen Raum. Gleichzeitig wird die Arbeit an modelltheoretischen Arbeit zur Compliance fortgeführt und forciert. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/fb/professuren/vwl/goetz/forschung/projekteordner/laufendeprojekteordner/complianceprogrammKartellrecht

 

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Competition and Innovation Summer School (CISS) 2014 in Turunç (Türkei)

Tim Brühn und Daniel Herold, wissenschaftliche Mitarbeiter der Professur VWL I, nahmen vom 26.05. bis 31.05.2014 an der Competition and Innovation Summer School in Turunç (Türkei) teil. Die Summer School wurde unter anderem von KU Leuven, DICE, ZEW und der Monopolkommission organisiert und gesponsert.

Das Konzept bestand aus zwei Strängen. Hochkarätige, internationale Wissenschaftler referierten zu Themen der Innovations- und Wettbewerbsökonomik und boten Workshops an. Referenten waren u.a. Ashish Arora, Cindy Lopes-Bento, Dirk Czarnitzki, Justus Haucap, Ali Hortaçsu, Tobias Klein, Andrew Toole, Bruno van Pottelsberghe und Reinhilde Veugelers.

Den zweiten Strang bildete die Präsentation eigener Forschung durch die teilnehmenden Nachwuchswissenschaftler/innen. Die Sessions wurden von den oben genannten Wissenschaftlern geleitet. Tim Brühn präsentierte sein aktuelles Forschungsprojekt "A Model of Identification in Two-Sided Markets", Daniel Herold seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance".

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Präsentation Gießener Forschungsergebnisse auf der CRESSE-Konferenz 2014

Vom 04. bis 07. Juli 2014 fand auf der griechischen Insel Korfu die 9th Annual Competition and Regulation European Summer School and Conference (CRESSE) zu aktuellen Fragen der Wettbewerbspolitik und Regulierung statt. Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., präsentierten Im Rahmen der Konferenz die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung zur Kartellrechts-Compliance. Die CRESSE-Konferenz ist eine herausragende Veranstaltung in den Bereichen Wettbewerbspolitik und Regulierung. (Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.) Die Professur VWL I schätzt sich daher glücklich, dass sie mit zwei Vorträgen an dieser selektiven Veranstaltung mitwirken durfte, bei der nur ein Drittel aller eingereichten Beiträge zur Präsentation akzeptiert wurden. In den Plenums-Sitzungen wurden weiterhin die neuesten Forschungsergebnisse zu Kartellen und anderen Wettbewerbsbeschränkungen von hochkarätigen Wissenschaftlern wie Michael Riordan, Luis Cabral, Frederic Jenny, Giancarlo Spagnolo, Patrick Rey, Yossi Spiegel, Martin Peitz und Volker Nocke vorgestellt.

 

Die von Herrn Paha und Herrn Herold vorgetragenen Arbeiten entstammen einem Forschungsprojekt zur Kartellrechts-Compliance, das sie derzeit gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Götz an der Professur VWL I durchführen. (Weitere Informationen finden Sie hier.) Dieses Projekt beinhaltet neben einer umfangreichen Umfrage zu Compliance-Maßnahmen großer Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch modelltheoretische Analysen. Letztere wurden auf der CRESSE-Konferenz vorgestellt. Dr. Paha referierte zum Thema „Cooperation and Compliance with Risk and Uncertainty about Law Enforcement“, während Herr Herold seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance" vorstellte.

 

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Dr. Paha diskutiert Forschungsergebnisse mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen

An der Professur VWL I wird derzeit von Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc.  ein umfangreiches Projekt zur Erforschung der Maßnahmen durchgeführt, die Unternehmen im Rahmen ihrer kartellrechtlichen Compliance Management Systeme implementieren.. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier. Im Rahmen dieses Projekt wurden nahezu 90 große Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den diesbezüglich umgesetzten Maßnahmen befragt. Flankiert wird diese Umfrage durch weitere modelltheoretische Arbeiten von Herrn Herold und Herrn Dr. Paha.

Nach Beginn der Datenauswertungen Anfang Juni 2014 konnten nun erste Ergebnisse präsentiert und mit Wissenschaftlern weiterer Disziplinen diskutiert werden. So stellte Herr Dr. Paha die Forschungsfragen und Ergebnisse zunächst am 25.06. Mitarbeitern und Studierenden der Abteilung "Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung" (Prof. Dr. Knauff) der Justus-Liebig-Universität vor. Im Rahmen dieses Vortrags diskutierten die Teilnehmer z.B. die Bedeutung des Top Managements für den Erfolg kartellrechtlicher Compliance-Programme und deren Wirkungen auf die Reputation der Unternehmen.

Am 27.06. erfolgte eine Präsentation der Ergebnisse vor den Mitgliedern des jungen ZiF (Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld). Dort ist Herr Dr. Paha seit 2011 als Fellow assoziiert. Am ZiF wurden die Ergebnisse u.a. mit Soziologen, Rechtswissenschaftlern, Neurowissenschaftlern und Historikern diskutiert und in den Kontext der jeweiligen Disziplinen eingeordnet. Wegen des großen und lebhaften Interesses der Teilnehmer musste der für Präsentation und Diskurs angesetzte Zeitrahmen deutlich erweitert werden.

Das Forschungsprojekt zur Kartellrechts-Compliance befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase, da erste Ergebnisse sowohl der Umfragestudie als auch der begleitenden, modelltheoretischen Arbeiten vorliegen. Diese werden momentan mit Wissenschaftlern und auch Praktikern diskutiert und weiter verfeinert. Erste Veröffentlichungen dieser Ergebnisse sind im 2. Halbjahr 2014 geplant. Fragen zum Projekt beantwortet Ihnen das Team der Professur VWL I gerne unter der E-Mail Adresse compliance@wirtschaft.uni-giessen.de.

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Seminar der Professur VWL I: Missbrauchen Google, Amazon und HRS ihre Marktstellung?

Missbrauchen Google, Amazon und HRS ihre Marktstellung?

Seminar zur ökonomischen Analyse vertikaler Beschränkungen insbesondere in der Internetökonomie


Ein Erfahrungsbericht

 

Im Sommersemester 2014 wurde durch die Professur VWL I (Prof. Dr. Georg Götz) ein Seminar zum Thema „vertikale Beschränkungen in der Internetökonomie“ angeboten. (Betreuung und Konzeption durch Dr. Johannes Paha, Tim Brühn und Daniel Herold).

Zur  Präsentation der schriftlichen Arbeiten am 6. und 7. Juni 2014 durften die Teilnehmer des Seminars auch Herrn Dr. Jungermann in Gießen begrüßen. Der Partner aus dem Frankfurter Büro der internationalen Rechtanwaltskanzlei Kaye Scholer zeigte durch seine langjährigen Erfahrungen im Bereich der Kartellrechtspraxis an zahlreichen Fällen die Risiken eines Kartellverstoßes sowie den Ablauf eines Wettbewerbsverfahrens auf. Neben der Problematik der richtigen Abgrenzung des relevanten Marktes ging Herr Dr. Jungermann auch auf die amerikanischen Rechtslage und das Strafrecht ein. Dabei thematisierte er besonders die Haftstrafen bei Kartellverstößen und die Gefahr der Auslieferung.

Im Vordergrund dieses integrierten Bachelor- und Masterseminars standen die ökonomischen Grundlagen und die rechtlichen Grundsätze von vertikalen Beschränkungen. Dieses Thema wird in der Wettbewerbspolitik derzeit intensiv diskutiert und wurde im Jahr 2013 auch in einem Hintergrundpapier des Bundeskartellamtes zu vertikalen Beschränkungen in der Internetökonomie behandelt. Die Seminarvorträge thematisierten vor allem die Besonderheiten, die durch die schnell wachsende Internetökonomie in vielen Bereichen der Wirtschaft auftreten. So ist zwar die wirtschaftliche Bedeutung des E-Commerce noch gering im Vergleich zum stationären Handeln, jedoch weist sie eine hohe Wachstumsrate auf und so sind bereits jetzt rund ein Drittel aller wirtschaftlichen Aktivitäten mit dem Internet verbunden.

Die Seminarteilnehmer befassten sich mit der Frage, ob und in welcher Hinsicht das Internet einen Einfluss auf den Wettbewerb hat. So stellte sich u.a. die Frage, welche Auswirkungen vertikale Beschränkungen (wie z.B. das Verbot des Absatzes im Internethandel) auf Preise, Absatzmengen und Servicequalität des Fachhandels haben. Dies gilt insbesondere vor dem der Hintergrund einer wachsenden Bedeutung des Online-Handels über Plattformen wie z.B. Amazon (sog. zweiseitige Märkte). Diese bieten Händlern eine Plattform für deren Verkäufe, stehen mit diesen Händlern durch ihr Eigengeschäft aber auch im Wettbewerb. Die Internetökonomie zeichnet sich dabei besonders durch eine höhere Innovationsdynamik, Schnelllebigkeit und durch das vermehrte Aufkommen von Skalen- und Verbundeffekten aus.  Außerdem ist ein steigender Wettbewerb sowie ein vereinfachter Preisvergleich durch die veränderten Transaktionskosten und die erhöhte Markttransparenz zu erwarten. Die Vermeidung von doppelten Gewinnaufschlägen oder der Schutz von Innovationen können positive Wirkungen auf die Preise und die Produktqualität haben. In diesem Zusammenhang stellt auch die veränderte Reichweite der Online-Händler die Wettbewerbsbehörden bei der Abgrenzung des relevanten Marktes vor neue Herausforderungen.

Im Rahmen des Seminars wurden typische Phänomene des Internethandels (z.B. Bestpreisklauseln und Doppelpreissysteme) im Hinblick auf ihre wettbewerblichen Wirkungen analysiert. Außerdem wurden die rechtlichen Grundlagen des Verbots vertikaler Beschränkungen erklärt und an Fallbeispielen dargestellt. Das Doppelpreissystem, bei dem Online-und Offline-Händlern unterschiedliche Einkaufspreise gewährten werden, stellt eine besondere Ausprägung des Internets dar. Interessant sind hierbei zweiseitige Märkte mit Plattformen wie Amazon und Ebay, welche sich mit der optimalen Preissetzung im Hinblick auf indirekte und direkte Netzwerkeffekte auseinander setzen müssen. Dabei hängt die Entscheidung von Konsumenten über die Wahl einer Plattform maßgeblich von der Entscheidung anderen Marktteilnehmer ab.

Diese ökonomische Analyse hat besondere Relevanz aufgrund der aktuellen Verfahren gegen Google, HRS und Amazon. Im Weiteren wurde auf die genannten Fälle ausführlich eingegangen und aufgezeigt, welche konkreten Vorwürfe zurzeit von der Europäischen Kommission und dem Bundeskartellamt erhoben werden. Diese wurden im Rahmen von ökonomischen Modellen und Konzepten dargestellt und die Auswirkungen auf die Internetökonomie gezeigt. Hierbei spielte besonders die Abschottungswirkungen von Bestpreisklauseln (HRS), Exklusivvereinbarungen (Google) und der Preisparitätsklausel (Amazon) sowohl auf den Down- und Upstream Wettbewerb eine wichtige Rolle.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Entwicklung des Internethandels deutliche Veränderungen für sämtliche Akteure auf dem Markt bewirkt. Für Konsumenten steht nun ein breiteres Feld an Informationen über Preis und Qualität eines Produktes zu verfügen. Außerdem entsteht durch die geringere Bedeutung von Landesgrenzen und Öffnungszeiten offenbar ein intensiverer Wettbewerb. So können Anbieter durch einen breitflächigen Internetzugang eine Vielzahl neuer Kunden erreichen und damit ihren Bekanntheitsgrad auf vor- oder nachgelagerten Unternehmen schnell erweitern. Dies sieht man besonders bei den behandelten Fallbeispielen HRS, Google und Amazon. Zwar bietet das Internet grds. die Möglichkeit eines schnellen Markteintritts, der geeignet ist, wettbewerbsbeschränkendem Verhalten entgegen zu wirken. Durch die hohe Bedeutung bereits bestehender Kundenbeziehungen (Netzwerkeffekte) kann ein solcher Markteintritt neuer Wettbewerber jedoch auch effektiv verhindert werden.

Folglich erhielten die Seminarteilnehmer durch die gegenseitige Diskussion ihrer Arbeiten einen vertieften Einblick in die aktuelle Thematik vertikaler Beschränkungen in der Internetökonomie. Dank des Vortrags und der Diskussionsbeiträge von Herrn Dr. Jungermann konnte so auch ein gutes Verständnis für die wettbewerbspolitische Praxis geschaffen werden.

Marieke Funck (Teilnehmerin des Seminars)

 

 

 

 

Dr. Sebastian Jungermann während seines Vortrags.

Inhaltspezifische Aktionen

Fachkonferenz des AK Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft zum Thema „Konsistenter Regulierungsrahmen für die Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen“

Am 3.6.2014 fand eine Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft zum Thema „Konsistenter Regulierungsrahmen für die Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen“ in den Räumen der Vattenfall GmbH in Berlin statt. Mehr als einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Regulierungsbehörden, regulierten Unternehmen, Beratungsgesellschaften und Universitäten diskutierten in drei Panels Fragen zum Verhältnis von Regulierung und Investitionen. Prof. Götz war als Mitglied des Arbeitskreises an der Organisation der Veranstaltung beteiligt und moderierte das Panel „Entflechtung in Netzindustrien – Ein Sektorvergleich“. Auf dem Panel waren vertreten: Peter Abegg, Senior Economist Regulatory Affairs, Deutsche Bahn AG, Stefan Hadré, Leiter Controlling BU Distribution, Vattenfall Europe Netzservice GmbH und Dr. Stefan Heng, Senior Economist, Deutsche Bank Research sowie Prof. Dr. Gert Brunekreeft, Jacobs University Bremen.

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Prof. Götz: Interview mit dem Saarländischen Rundfunk

Liebe Studierende,

der Saarländische Rundfunk (SR 2 KulturRadio) hat am 6.12.2013 mit Professor Götz in Interview zum Thema Kartellbildung geführt hat.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Professur VWL 1