Pinguin Projekt - Pädagogische Unterstützung für besonders belastete Kinder und Jugendliche
- Aktuelles
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Einen Einblick in das Pinguin-Projekt 2026 bietet die aktuelle Projektskizze.Ein Informationsvideo für Kinder und Eltern findet Ihr hier.
- Kontakte
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Rasmus Becker (Projektkoordinator)
Selina Marie Heußel (Studentische Mitarbeiterin)
Barbara Klocke (Externe Beraterin)
AKTION – Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V. (Regionaler Kooperationspartner)
- Das Projekt
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Das Projekt
Das Pinguin-Projekt wird seit dem Sommersemester 2020 als Lehrveranstaltung im Studium des Lehramts an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Beeinträchtigung der emotional-sozialen Entwicklung angeboten. In den letzten Jahren konnte das Projekt verstetigt werden. Das Projekt ist als alternative Umsetzungsform der „Unterrichtspraktischen Übungen“, die regulär ab dem achten Fachsemester belegt werden können, konzipiert.
Zusammen mit dem lokalen Verein „AKTION – Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.“ als Kooperationspartner der außerschulischen Jugendhilfe bietet das Pinguin-Projekt Unterstützungsmaßnahmen für besonders belastete Kinder und Jugendliche in und um Gießen an. Studierende begleiten in diesem Projekt Kinder in ihrem Alltag mit ein bis zwei Hausbesuchen in der Woche.
In wöchentlichen Treffen werden die Kinder und Jugendlichen bei den Hausaufgaben unterstützt; sie können üben, reden, spielen, spazieren gehen – je nachdem, was passt und möglich gemacht werden kann. Dabei wird über die schulische Förderung hinaus ein besonderer Wert auf die Gestaltung eines verlässlichen Beziehungsangebots gelegt.
Ziel des Projektes ist es, über diese nachhaltige Unterstützung und Förderung hinaus ein hochwertiges Lehrprojekt anzubieten, in welchem Räume für die selbstreflexive und kollegial-beratende professionelle Theorie-Praxis-Verknüpfung im Feld der Arbeit mit psychosozial belasteten Kindern und Jugendlichen bereitgestellt werden.
Durch Mitarbeiterinnen des Vereins „AKTION – Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.“ in Gießen, die die Familien der Kinder bereits kennen, werden interessierte Studierende an Fälle im Raum Gießen vermittelt. Mitarbeiterinnen des Vereins begleiten die Studierenden während ihrer gesamten Einsatzzeit.
- Das Lehrprojekt
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Das Lehrprojekt
Die Studierenden werden auf ihre Aufgabe entsprechend vorbereitet. Neben der Vermittlung von disziplinären Wissensbeständen im Studium des Förderschullehramts bietet das Projekt die Möglichkeit, diese Inhalte durch das Einstudieren einer kritisch-reflexiven Grundhaltung auf die Probe zu stellen und mit einem Kompetenzzuwachs in Bereichen der Kooperation und Selbstreflexion anzureichern. Dieser Ansatz einer „Selbst-Bildung zur Pädagogin“ wird von den Studierenden im Pinguin-Projekt positiv aufgenommen, was sich u. a. darin zeigt, dass diese sich weit über ihre Pflichtstunden in den Seminaren hinaus an Reflexionssitzungen und darin an der Gestaltung der Seminare und des Projektes beteiligen.
In den Reflexionsseminaren wird Raum geboten, persönliche Beziehungsangebote zu reflektieren, kollegiale Fallberatungen durchzuführen und in einen vertraulichen Austausch zu treten. So bietet das Projekt den Studierenden die Möglichkeit, eine selbstreflexive Theorie-Praxis-Verknüpfung anzubahnen und dabei tiefgreifende Einblicke in die Alltagssituationen besonders belasteter Kinder und Familien sowie in die Perspektive und Arbeit der außerschulischen Kinder- und Jugendhilfe zu erlangen. Die Gruppentreffen werden begleitet von Mitarbeiter*innen des Institutes für Förderpädagogik sowie durch ehemalig im Projekt tätige Studierende.
Seminarinhalte
- Professionelle Auftragsklärung und Strukturierung
- Rollenfindung
- Beratungsstrukturen
- Einführung in Struktur und Arbeitsformen der Ambulanten Jugendhilfe
- Bindungstheorie
- Sozialstrukturelle Ansätze des Fallverstehens
- Störungsmodelle und Modelle seelischer Grundbedürfnisse
- …
Themen vergangener Reflexionssitzungen (2025)
- Nähe und Distanz in professionellen Beziehungen
- Gemeinsam Zeit gestalten
- Das Fremde und das Befremdliche
- Verunsicherungen und Sicherheit
- Meine Stabilität, deine Stabilität
- …
- Erfahrungen
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Bedeutung für Zielgruppe und Studierende:
Für die Studierenden bringt der Einsatz wertvolle Erfahrungen in unmittelbarer pädagogischer (Beziehungs-)Arbeit, die kollegial und fachlich intensiv begleitet wird. Durch die aufsuchende Arbeit in den Familien ist es möglich, dass die Studierenden einen Einblick in die Realität struktureller Belastungen und Ungleichheiten erhalten und sich im Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen bewähren können. Die besondere Wirkung der Unterstützung liegt für die Kinder und Familien in der Möglichkeit eines längerfristigen Beziehungsaufbaus zur emotionalen Stabilisierung und schulischen Förderung.
Erfahrungsberichte aus 2025:
Julia (begleitete ein achtjähriges Kind)
Das Pinguin-Projekt war für mich eine tolle Gelegenheit, über den "schulischen Tellerrand" hinauszublicken, persönlich zu wachsen und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen auch außerhalb des Unterrichts zu sammeln. Die Treffen haben immer Spaß gemacht; man konnte kreativ werden, eigene Ideen einbringen und Neues ausprobieren, aber auch Inhalte des Studiums vertiefen. Am schönsten waren jedoch die Gespräche und Augenblicke mit meinem eigenen Pinguin: Zu sehen, dass das gemeinsame Tun dem Kind guttut und man miteinander eine richtig schöne Zeit hat. Auch waren die Seminarssitzungen und der damit einhergehende gemeinsame Austausch sowie die Unterstützungen der Mitsstudierenden und der Dozent*innen sehr wertvoll - Ich kann das Projekt wirklich jedem ans Herz legen!
Flavia (begleitete ein siebjähriges Kind)
Das Pinguin Projekt habe ich als eine Bereicherung für den Lehramtsstudiengang empfunden und kann dieses nur jeder studierenden Person weiterempfehlen. Die individuelle Beziehungsarbeit mit dem Pinguin steht im Vordergrund und ermöglicht Einblicke, die innerhalb des Schulkontextes kaum möglich sind. Besonders toll sind die Momente, in denen sich einem das Pinguin-Kind anvertraut und man merkt, dass man ein Stück Sicherheit vermitteln kann. Auch die Fall-Beratungen waren immer sehr bereichernd und tiefgründig. Oft habe ich mir gedacht, dass ich diese gerne das gesamte Studium über gehabt hätte. Aber neben den wertvollen Erfahrungen die ich innerhalb des Projektes sammeln konnte, hatte ich auch einfach viel Spaß mit meinem Pinguin :)
Erfahrungsberichte der vergangenen Jahrgänge finden Sie hier.
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