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Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

 
 
Das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin wurde 1965 gegründet und befindet sich seit dem Ruhestand des langjährigen Direktors, Prof. Dr. Volker Roelcke, seit April 2025 unter der kommissarischen Leitung von Prof. Dr. Michael Knipper. Mehr zur Institutsgeschichte finden Sie hier. Die Überlegungen zu den Aufgaben und zum Selbstverständnis des Fachs Medizingeschichte, die Volker Roelcke 2003 unter dem Titel „Medizingeschichte - wozu?“ formulierte, sind auch heute noch relevant für das Institut. Insbesondere die Implikationen für Lehre und Forschung aus der Lancet Commission on Medicine, Nazism, and the Holocaust, in der Prof. Roelcke maßgeblich mitbeteiligt war, ist in unserer Arbeit zentrales Anliegen.
 
Mit der Einrichtung der zweiten Professur am Institut mit dem Schwerpunkt „Global Health, Migration und Kulturwissenschaften in der Medizin“ im Jahr 2022 (Prof. Michael Knipper), und der Umbenennung in „Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ 2023 wurde das wissenschaftliche Profil des Instituts erweitert. In der Lehre steht weiterhin die Förderung der kritischen Selbstreflexion der Studierenden über die historischen, sozialen und theoretischen Hintergründe der Medizin sowie damit verbundene ethische und gesellschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Dabei greifen wir auf Erkenntnisse und Methoden aus Medizingeschichte, Ethik, Kultur- und Sozialwissenschaften zurück, auch im Bereich Global Health. Ein besonderer Fokus in Lehre und Forschung liegt auf Fragen von Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Nicht-Diskriminierung im Gesundheitswesen. Grundlage hierfür ist das völkerrechtlich verankerte Menschenrecht auf Gesundheit, das allen Menschen eine gerechte und menschenwürdige Gesundheitsversorgung zusichert.
 
Das Projekt „Migration und die Vermenschenrechtlichung von ‚Gesundheit‘: Paradigmen, Praktiken und Konflikte“ untersucht im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft“ (MeDiMi), wie Ideen um Menschenrechte das Verständnis von Gesundheit und Migration prägen und welche Einflüsse sich auf Entscheidungen und Maßnahmen in der internationalen Gesundheitspolitik finden. Besondere Projekte im Bereich der Lehre sind das GTE-Seminar "Medizin am Rand der Gesellschaft" und das Schwerpunktcurriculum Global Health. Das Service-Learning-Projekt „Together Against Tuberculosis“ ist inzwischen Teil der deutschlandweiten Initiative no1lost zur Förderung der sozialmedizinischen Versorgung von Patient*innen mit Tuberkulose in Deutschland.