Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL)
Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL)
Projekt: Gießener Offensive Lehrerbildung 2.0
Lehrerbildung made in Gießen
Die Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) war ein Strukturentwicklungsprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), das der Sicherung und Entwicklung der Qualität der Lehrkräftebildung diente und im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aufgelegten Förderlinie „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von 2016 bis 2023 gefördert wurde.
Ziele
- Förderphase: die Erhöhung der Bildungsbeteiligung, die Verbesserung der professionsbezogenen Reflexivität und die verstärkte und erweiterte Vernetzung in der Lehrkräftebildung.
- Förderphase: Optimierung der entwickelten Maßnahmen und Forschung zur Wirkung der einzelnen Maßnahmen und Verstetigung effektiver Maßnahmen über die Phase der Projektförderung hinaus
Laufzeit
- Förderphase: 01.01.2016 – 20.06.2019
- Förderphase: 21.06.2019 – 31.12.2023
Weitere Informationen
Hintergrund
Alle Kinder und Jugendlichen sollen ungeachtet von Geschlecht, Herkunft oder anderen sozialen Kategorien optimal gefördert werden. Daraus ergab sich zum einen eine besondere Verantwortung für die Lehrkraft, zum anderen für die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Bildungsbeteiligung, Reflexivität und Vernetzung stehen nicht nur synonym für die Herausforderungen der Arbeit an der Schule, sondern gleichermaßen für die Arbeit an der Hochschule: Die GOL leitete daraus ihre beiden Leitideen zur Professionalisierung von Lehrkräften ab: „Auf die Lehrkraft kommt es an“ und „Auf die Uni kommt es an“.
Die GOL leistete seit 2016 einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung der Lehrkräfte an der JLU und bezog dabei alle Phasen der Lehrkräftebildung mit ein. Im Rahmen des Projektes wurde an Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen, der Studienangebote, der Lehr- und Lernkultur sowie der Kommunikation und Kooperation mit außeruniversitären Akteuren in der Lehrkräftebildung gearbeitet. Am Ende erfolgte die Integration von Innovationen in bestehende Angebote, Reformen von Curricula wie auch veränderte Strukturen.
Nach der stärker von der Strukturentwicklung geprägten ersten Förderphase richtete die 2019 begonnene zweite Phase (GOL2.0) einen stärker forschungsorientierten Blick auf die Weiterentwicklung der einzelnen Maßnahmen. Ein weiterer Fokus lag auf der Verstetigung bewährter Teile des Projekts über die Projektlaufzeit hinaus.
Akteure
Ergebnisse
Die Ergebnisse konnten den 2 verschiedenen Leitideen zugeordnet werden.
Leitidee „Auf die Lehrkraft kommt es an“:
- GOL@school: Spezifische Informationsreihe für SuS mit interaktiven Anteilen, die das Interesse am Lehrberuf wecken sowie die berufliche Entscheidungsfindung unterstützen soll
- Online-Self-Assessment (OSA): internetgestütztes Selbsteinschätzungsinstrument, mit dem junge lehramtsinteressierte Menschen ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Überzeugungen mit den Anforderungen des Berufs einer Lehrkraft abgleichen können und damit bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden.
- Workshops und Coachings zu Themen wie: Individuelles Studien-Coaching, Lehrerrolle und Selbstverständnis; Kommunikation und Classroom-Management; Praktikumsreflexion, Trainings zu Kommunikation und Performanz, zu Mobbing- und Gewaltprävention sollen sollen Lehramtsstudierende im schwierigen Übergang von der Rolle als SuS zur Rolle als angehende Lehrkraft unterstützen.
- IKG - Integriertes Kerncurriculum Grundwissenschaften - Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung eines von den vier Grundwissenschaften (Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie) gemeinsam getragenen Konzepts über Ziele, Inhalte sowie Lehr- und Prüfungsformate des für alle Lehrämter verpflichtenden grundwissenschaftlichen Studiums.
- AMT - Aufbaumodul Arbeiten in multiprofessionellen Teams - Das Aufbaumodul ist eine Reaktion auf die durch den Ausbau von Ganztagsschulen und Inklusiven Schulen notwendig gewordene Kooperation zwischen Lehrkräften und weiterem pädagogisch tätigen Personal. Im AMT lernen Studierende aller Lehrämter und Studierende des Studiengangs Außerschulische Bildung gemeinsam, notwendige Kooperationserfordernisse kritisch zu erfassen und dabei Fragen der eigenen Professionalität zu reflektieren.
- Campusschulen - Campusschulen stehen für eine stärkere Vernetzung der Phasen und der Akteurinnen und Akteure der Lehrkräftebildung. Campusschulen arbeiten basierend auf einem Kooperationsvertrag eng mit der JLU und der GOL zusammen. Die Schulen fungieren als Schnittstelle zwischen schulischer und wissenschaftlicher Praxis; damit bietet das Konzept auf beiden Seiten die Voraussetzung für den Aufbau und die (Weiter)Entwicklung professioneller Kompetenzen.
Leitidee „Auf die Uni kommt es an“:
- Qualitätsentwicklung der akademischen Lehr-/ Lernkultur. Das Forum Lehrentwicklung bietet eine Plattform für die hochschulinterne Diskussion zwischen Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Grundwissenschaften über die Qualität der Lehre.
- Fort- und Weiterbildung. Es wurden forschungsbasierte Fortbildungsangebote für Lehrkräfte entwickelt sowie die Vernetzung aller Lehrkräftebildungsphasen angeregt und unterstützt. Inhaltlich orientieren sich die entwickelten Konzepte u. a. an Ansätzen und Befunden zur Lehrerfortbildung, an den Überlegungen aus dem AMT (3.2) sowie an Vorgaben der berufsbegleitenden Professionalisierung der Lehrkräfte durch das Hessische Kultusministerium (HKM).