Erprobung Praxissemester L5
Hinweis: Dies ist ein abgeschlossenes Projekt zur Erprobung des Praxissemesters für das Lehramt für Förderpädagogik (L5).
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Erprobung eines Praxissemesters
im Studiengang an Förderschulen L5 der JLU Gießen
Die 5-jährige Erprobungsphase eines Praxissemesters war als hessenweites Pilotprojekt ab dem Wintersemester 2014/15 angelegt und wurde am Hochschulstandort Gießen im Studiengang L5 erstmalig mit dem Start des Wintersemesters 2015/16 durchgeführt. Das Projekt wurde vom HMWK gefördert.
Ziele
Das Modellprojekt hatte zum Ziel, die Qualität der Ausbildung von angehenden Lehrkräften zu verbessern. Die neue Praktikumsform ersetzte die bisherigen konsekutiven Schulpraktischen Studien und sollte den Studierenden einen längeren und intensiveren Blick in die schulische Praxis sowie eine frühe Auseinandersetzung mit dem Berufsziel ermöglichen. Ebenso war damit das Ziel einer nachhaltigeren Kompetenzentwicklung der künftigen Lehrkräfte verbunden.
Laufzeit
- Förderphase: WiSe 2014/15 bis 2020 (5 Jahre)
- Projektverlängerungen bis 2024
Weitere Informationen
Hintergrund
Umsetzung
Die Erprobung des Praxissemesters wurde als zweisemestriges Modul 1-mal jährlich im WiSe angeboten (Beginn 3. Semester mit Dauer bis zum 4. Semester). Es wurde durch Seminare mit fachdidaktischen und förderpädagogischen Schwerpunkten sowie einer Ringvorlesung Inklusion (+ Übungen) vor- und nachbereitet. Das Modellprojekt Praxissemester ersetzte das 5-wöchige förderpädagogische Blockpraktikum und das 5-wöchige Fachpraktikum und wurde zu einem Modul mit 15 Wochen Praxiserfahrung. In der Durchführungsphase I waren die Studierenden 5 Wochen täglich an Schule und hospitierten in 100 Unterrichtsstunden und absolvierten selbst bis zu 16 Unterrichtsversuche. Der Schwerpunkt lag hier auf dem Bereich „Heil- und Sonderpädagogik“, daher kamen für die Zuteilung Förderschulen und BfZ’s in Frage.
In der Durchführungsphase II wurden die Studierenden über 10 Wochen für jeweils vier Tage pro Woche den Schulen zugewiesen (Grundschulen, die Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen und/oder berufliche Schulen), hospitierten für 120 Stunden bei ihren zugeteilten Mentoren und absolvierten selbstständig bis zu 20 Unterrichtsversuche. Der Schwerpunkt lag auf dem gewählten Unterrichtsfach.
Die Bewertung des Moduls resultierte aus einem begleitend zu erstellenden phasenübergreifenden Praktikumsberichts, Portfolio genannt. Die Zuteilung der Studierenden auf die entsprechenden Schulen wurde vom ZfL vorgenommen, es koordinierte die Vergabe der Praktikumsplätze für alle Lehramtsstudiengänge, damit die Kapazitäten der Schulen im Einzugsgebiet bestmöglich genutzt werden konnten.
Die gesetzliche Grundlage für die im Modellprojekt erprobten neuen Strukturen waren im Hessischen Lehrerbildungsgesetz (HLbG; alte Ordnung) und in der Verordnung zur Durchführung des Hessischen Lehrkräftebildungsgesetzes (HLbGDV; alte Ordnung) verankert.
Akteure
Ergebnisse
Die Evaluation des Projektes erbrachte folgende Erkenntnisse:
Das Praxissemester sollte später im Studium angesiedelt werden: Ein späterer Zeitpunkt des PS – je nach Lehramtsstudiengang etwa zwischen dem fünften und achten Semester – würde den Studierenden vor allem in der Hinsicht zugutekommen, dass sie dann bereits über ausreichend Fachkompetenzen sowie theoretisches Wissen verfügen, um die erworbenen Praxiserfahrungen richtig einordnen und systematisch reflektieren zu können.
Ein zusätzliches Erkundungspraktikum zeitlich vor dem Praxissemester wird als sinnvoll erachtet: Die Frage der Eignung erweist sich als bildungsbiographischer Prozess, der an das erfolgreiche Durchlaufen des Studiums in allen seinen Elementen gebunden ist. Zur Klärung des Berufswunsches erscheint ein Erkundungspraktikum (4‐6 Wochen) im 2.‐3. Semester sinnvoll. Dieses sollte den Studierenden vor allem zur Überprüfung des eigenen Berufswunsches vor dem PS dienen.
Die Betreuung ist das A und O des Praktikumserfolgs: Der Betreuung der Studierenden durch die schulischen Betreuenden sowie durch die universitären Betreuenden kommt eine Schlüsselfunktion im Praxissemester zu und der Erfolg des Praktikums hängt von der Qualität der Betreuungsverhältnisse ab.
Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Universität und Schule: Forschungsergebnisse belegen, dass eine gute Kooperation zwischen den Institutionen, hochwertige Lernbegleitung in Schule und Universität sowie ein Konzept zur Qualifizierung von universitären Betreuenden und schulischen Betreuenden für eine gut gelungene Praxisphase eminent wichtig sind.