Exkursion zur Insektenbiotechnologie: JLU-Alumni besuchen das Fraunhofer-Institut
Wussten Sie schon, dass Gießen ein aufstrebender Standort der Insektenbiotechnologie ist? Ein zentraler Akteur ist hierbei das Fraunhofer-Institut für Bioressourcen, das in unmittelbarer Nähe zum Campus der JLU anwendungsorientierte Forschung zu Wirkstoffen aus Mikroorganismen und Insekten betreibt.
22 Alumni der JLU konnten Ende April beim Besuch des Fraunhofer Instituts mehr über dieses spannende Forschungsfeld und dessen Anwendungen erfahren.
Prof. Dr. Martin Rühl, Professor für Lebensmittel-Systembiotechnologie an der JLU und am Fraunhofer Institut, stellte die Arbeit des Fraunhofer Instituts vor, das eng mit der JLU zusammenarbeitet.
Das Institut gliedert sich in die vier Bereiche Biodiversitätsforschung, Forschung an Naturstoffen, wie z.B. Mikroorganismen oder Tiergiften, Forschung zu innovativen Futtermitteln und Lebensmitteln sowie Forschung zur Kontrolle von Schad- und Vektorinsekten, also von Insekten, die Ernteschäden anrichten oder Krankheiten übertragen. Dazu beherbergt das Institut neben einer Vielzahl an Insekten die entsprechenden Labore und auch ein Sensoriklabor, in dem neuartige Lebensmittel getestet werden können.
Ein erfolgreiches Beispiel, wie aus der anwendungsorientierten Forschung eine Geschäftsidee entstehen kann, ist die PROMBYX GmbH, die aus Seidenraupenprotein nachhaltige Grundstoffe für Tiernahrung herstellt. Die Gründerin und JLU-Alumna Fabiola Neitzel, zeigte in ihrem Vortrag anschaulich den Prozess der Seidenherstellung in dem die Seidenraupen zunächst als „Abfallprodukt“ anfallen, da für die Seide nur der Kokon gebraucht wird. Partnerbetriebe in Indien züchten zunächst die Raupen, um die Kokons für die Seidenherstellung zu gewinnen; die Puppen werden dann zu einem sehr proteinreichen Pulver weiterverarbeitet, welches in der Tierfutterherstellung verwendet wird.
Auf die beiden Vorträge hin entspann sich eine rege Frage- und Antwortrunde, in der es unter anderem um Themen wie Tierschutz, Gründung von Start-Ups sowie die Promotion in den Naturwissenschaften ging. Die Gespräche wurden dann von einigen Teilnehmenden im Faculty Club der JLU fortgesetzt.