Ausgezeichnete Lehre: Dr. Andrea Züger erhält Dr.-Herbert-Stolzenberg-Lehrpreis

Beim Akademischen Festakt der Justus-Liebig-Universität Gießen wurden in diesem Jahr nicht nur die „JLU-Oscars“ verliehen, sondern auch das vergangene Wissenschaftsjahr gewürdigt. In der Aula der JLU stellten ausgewählte Preisträger:innen ihre Arbeiten in kurzen Vorträgen vor und gaben Einblicke in ihre Forschungs- und Lehrprojekte – ausführlicher berichtet darüber der Gießener Anzeiger.
Besonders freuen wir uns am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin über die Auszeichnung von Dr. Andrea Züger. Sie erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Dr.-Herbert-Stolzenberg-Lehrpreis in der Sektion Medizin – in Anerkennung ihrer exzellenten Lehrleistungen und ihres herausragenden Engagements in der akademischen Lehre.
Dr. Züger bringt ihr interdisziplinäres Profil und ihre Expertise gezielt in die Lehre ein. In Seminaren wie
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„Für eine kultur- und kontextsensible Haltung in der Medizin: ethnografische Übung im Kontext von Leben ‚am Rande der Gesellschaft‘“,
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„Würde am Lebensende. Verstehen – Bewahren – Stärken“ oder
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„Sterben und Tod im Präparierkurs und darüber hinaus: ethisch-moralische Selbstreflexion“
ermöglicht sie Studierenden, medizinische Fragestellungen mit Fragen nach Kontext, Vulnerabilität und Haltungsentwicklung zu verknüpfen. Themen wie Sterben und Tod, Medizin „am Rande der Gesellschaft“, Umgang mit Unsicherheit oder würdebewahrende Patientenversorgung, die in der klassischen medizinischen Ausbildung oft unterrepräsentiert sind, erhalten in ihren Lehrveranstaltungen einen expliziten Raum.
In der Begründung für die Nominierung werden insbesondere drei Aspekte hervorgehoben:
Erstens macht Dr. Züger erfahrbar, wie wichtig der Blick über den fachlichen Tellerrand ist – etwa durch den Einsatz ethnografischer Methoden zur Entwicklung einer kontext- und kultursensiblen Haltung. Zweitens arbeitet sie didaktisch vielseitig, unter anderem mit Ansätzen aus den Medical Humanities, künstlerischen Zugängen und teilnehmender Beobachtung durch Studierende. Drittens baut sie Kooperationen mit Akteur:innen in der Stadt auf, insbesondere im Hinblick auf vulnerable Gruppen, und schafft in ihren Lehrveranstaltungen eine Atmosphäre, in der Studierende sich gesehen, gehört und sicher fühlen.
Wir danken Dr. Andrea Züger sehr herzlich für ihre engagierte Arbeit in der Lehre und sind als Institut sehr stolz, sie in unseren Reihen zu haben. Die Auszeichnung stärkt nicht nur ihr persönliches Profil, sondern auch das des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der JLU Gießen – und zeigt, dass gute medizinische Lehre gerade dort entsteht, wo fachliche Exzellenz mit Reflexion und Haltung zusammenkommt.
Wir gratulieren auch allen anderen Preisträger:innen zu ihren hervorragenden Leistungen.